Schlagwort-Archive: Ostern

Pilger als Zeugen der Auferstehung

Tief beeindruckt von den Osterfeierlichkeiten kehre ich mit einer Pilgergruppe gerade von Jerusalem zurück. Das war schon ein besonderes spirituelles Erlebnis, den Leidensweg des Herrn nachzugehen, unter seinem Kreuz zu stehen und seine Auferstehung zu bejubeln.

Ich war sehr gespannt, wie wir das Osterfest in Jerusalem erleben. Ob wir auf den Berg Golgatha hinaufsteigen und das Heilige Grab betreten können oder in der Masse untergehen. Beeindruckend die Gründonnerstagsliturgie mit Fußwaschung bei den Benediktinern in der Dormitio Abtei. Kein Besucherandrang wie an den Heiligen Stätten Jerusalems, sondern eher ein kleiner Kreis von Gläubigen. Und die Liturgie in deutscher Sprache. Ehrfurchtsvoll verfolgten die Pilger die Feier von den vorderen Plätzen aus. Die Teilnahme am Kreuzweg der Franziskaner entlang der Via Dolorosa am Karfreitag ist ein großes Spektakel. Menschentrauben drängen durch die engen Gassen Jerusalems, begleitet von der Weltpresse. Eine innige Andacht kommt nicht auf, wegen der sprachlichen Barrieren und der Geschäftigkeit im Basar. Die Prozession zieht sich in die Länge, reißt ab und ein Teil der Beter kommt zu spät in die Grabeskirche mit den letzten Stationen des Kreuzwegs. Das liegt auch an den Barrieren, die die israelische Polizei zur Sicherheit der Besucher errichtet.

Domvikar Reinhard Kürzinger neben dem Heiligen Grab bei der Osterliturgie. Foto: privat

Ein besonderes religiöses Erlebnis war die Teilnahme an der Osternachtfeier am frühen Morgen des Karsamstags. In der Grabeskirche wird die katholische Osternacht schon am frühen Samstagmorgen gefeiert. Dies geht zurück auf den sogenannten „Status Quo“, ein Regelwerk aus dem 19. Jahrhundert, in dem der Gebetsplan der an der Kirche beteiligten sechs Konfessionen festgeschrieben ist. Weltweit ist das die erste Auferstehungsfeier. Diese österliche Liturgie mit dem der Leiter des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem beginnt um 7.30 Uhr und zieht sich über dreieinhalb Stunden hin, die die Gläubigen stehend verfolgen.

Die Nacht sei gleichermaßen der Moment der Offenbarung Gottes wie auch die Zeit der Angst, des Zweifels, der Einsamkeit und der Gefahr, predigte Erzbischof Pierbattista Pizzaballa. „Ich denke an jene, die wegen der Dunkelheit ihrer Nacht das Licht nicht sehen können: die Nacht unserer Familien, getrennt durch Abwanderung in der Not für Arbeit, gespalten durch kalte und zynische politische Kalkulationen. Ich denke an die Nacht so vieler junger Menschen, die darum kämpfen sich selbst Perspektiven für die Zukunft zu geben, ich denke an die Nacht unserer religiösen Spaltungen, die unsere Beziehungen erblinden lassen, an die neuen Formen der Sklaverei in der Arbeit von Migranten und Flüchtlingen, in vielen Formen der Abhängigkeit“, so der Italiener. Pizzaballa rief die Gläubigen auf, Licht zu sein und das Licht der Osterkerze und des auferstandenen Christus hoffnungsvoll weiterzutragen. „Wir sind das Licht. Es wird kein außerordentliches Wunder von außen kommen“, betonte er. Die Liturgie der Osternacht sei nicht nur eine Erinnerung an das, was Gott an den Vorfahren getan habe, sondern hier und heute ereigne sich Erlösung.

Das Heilige Grab – Innenansicht. Foto: privat

Wenn man es geschickt einfädelt, können die Pilger anschließend das Heilige Grab besuchen.

Am Ostersonntag feierte ich mit der Pilgergruppe den Gottesdienst um 11 Uhr im Dominus flevit und konnte bei diesem herrlichen Panoramablick von der Kapelle auf Jerusalem die Ereignisse von Tod und Auferstehung noch einmal Revue passieren lassen.

Interview mit der tagesschau

Mein Fazit in einem Interview für die ARD: Jerusalem ist für mich die Stadt dreier Weltreligionen. Eigentlich sollte man hier nicht gegeneinander arbeiten, sondern Schritte der Versöhnung aufeinander zu tun – religiös, aber vor allem auch politisch.

„Christus ist auferstanden, und das Leben waltet!“

Sowohl in der Ost wie in der Westkirche ist es üblich, dass an bestimmten Tagen im liturgischen Jahreskreis die sogenannten Hirtenbriefe der Diözesanbischöfe vorgetragen werden bzw. vorzutragen sind. So wurden beispielsweise zuletzt die Hirtenbriefe unseres Hochw. Herrn Bischofs Dr. Gregor Maria Hanke OSB zur Adventszeit 2018 (am Christkönigssonntag 2018) und zur vorösterlichen Bußzeit (am Ersten Fastensonntag 2019) in allen Pfarreien des Bistums Eichstätt vorgetragen. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, dass die Gläubigen eines Bistums die zentralen Botschaften ihres Oberhirten zu liturgisch hochwertigen Zeiten vernehmen können und der Ortsbischof zu seinem Bistum – vermittelt durch die Seelsorger vor Ort – in allen Eucharistiefeiern am gleichen Tag sprechen kann. Sicherlich wird damit ein Zeichen der gelebten Einheit einer Ortskirche gesetzt.

Eine Besonderheit in der Predigtpraxis der byzantinischen Ostkirchen, die ihren Ursprung wohl in dieser Praxis hat, gibt es in der Osternacht. Inmitten des gesamten, bis zu vier Stunden dauernden Ostergottesdienstes der Byzantiner, der Oströmer, wird eine kurze Osterpredigt des Kirchenvaters Johannes Chrysostomus vorgetragen. Dies ist das einzige gesprochene Wort, das nach dem Ostermorgenlob und vor der Göttlichen Liturgie (= Hl. Messe) seinen festen Platz hat, weshalb in der eigentlichen Eucharistiefeier keine Predigt mehr vorgesehen ist. Das Besondere liegt darin, dass diese Predigt nicht nur im geographischen und zeitlichen Rahmen des Johannes Chrysostomus stehengeblieben ist, sondern sich den gesamten byzantinischen Ritus für den Ostertag erobert hat. In jedem Land, das von Konstantinopel aus seine Taufe empfangen hat, wird diese Osterpredigt feierlich vorgetragen. Die Kirchenbesucher einer jeden byzantinischen Pfarrei in der Welt bekommt die Worte dieser berühmten Homilie zu Gehör, und dies Jahr für Jahr!

Johannes Chrysostomus (+ ca. 407) war ein Priester und Seelsorger in Antiochien, heute Antakya in der Südtürkei. Er wirkte demnach in einer Gemeinde, in der schon der Apostel Petrus seinerzeit segensreich wirkte und deren Mitglieder, die Anhänger Jesu von Nazareth, zum ersten Mal „Christen“ genannt wurden (vgl. Apg 11,26). Dort entwickelte sich Johannes aufgrund seiner schriftstellerischen Tätigkeit und seiner rhetorischen Begabung zu einem berühmten Prediger. Wegen seiner Homilien gab ihm das Volk den Beinamen Chrysostomus, zu Deutsch: Goldmund. Eine überregionale Bedeutung erlangte er und seine Predigten später durch seine Ernennung zum Erzbischof von Konstantinopel, dem Muttersitz aller byzantinischen Kirchen. Durch die Verbreitung der Liturgie der Hagia Sophia in Konstantinopel gelangte die Praxis des Verlesens seiner Osterhomilie in den gesamten Einflussbereich des byzantinischen Ritus und wird bis auf den heutigen Tag ununterbrochen gepflegt. Wer im Bistum Eichstätt in der Ostenacht keine Möglichkeit hat, sie während des Osternacht im Collegium Orientale vorgetragen zu hören, kann sie gerne nachfolgend lesen und sich für die Osterzeit inspirieren lassen.

Osterhomilie des heiligen Johannes Chrysostomus (um ca. 400)

Wer fromm und gottesfürchtig ist, soll sich an diesem schönen und herrlichen Fest erfreuen.
Wer ein getreuer Knecht ist, gehe fröhlich ein in die Freude seines Herrn.
Wer sich im Fasten verzehrt hat, empfange jetzt seinen Denar.
Wer von der ersten Stunde an gearbeitet hat, empfange heute seinen gerechten Lohn.
Wer um die dritte Stunde gekommen ist, soll dankbar feiern.
Wer um die sechste Stunde gekommen ist, soll keine Zweifel hegen, er wird nichts einbüßen.
Wenn jemand bis zur neunten Stunde säumte, soll er ohne Zaudern und Furcht herzutreten.
Und wer erst zur elften Stunde gekommen ist, fürchte sich nicht ob seines späten Kommens.
Denn der Herr ist großzügig, Er nimmt den Letzten wie den Ersten an.

Er lässt den Arbeiter der elften Stunde zur Ruhe eingehen ebenso wie den, der von der ersten Stunde an gearbeitet hat.
Mit dem Letzten hat Er Nachsicht, für den Ersten trägt Er Sorge.

Jenem gibt Er, und diesem schenkt Er.
Die Werke nimmt Er an und der gute Wille ist Ihm lieb. Die Tat ehrt Er, und die Bereitschaft lobt Er.
Gehet also alle ein in die Freude eures Herrn!

Ihr Ersten und ihr Letzten, empfangt euren Lohn!

Ihr Reichen und ihr Armen, jubelt miteinander!
Ihr Enthaltsamen und ihr Sorglosen, ehrt diesen Tag!
Die ihr gefastet habt und die ihr nicht gefastet habt, freut euch heute!
Der Tisch ist gedeckt, tretet alle herzu und genießt!

Das gemästete Kalb ist groß, niemand gehe hungrig hinaus!
Freut euch alle am Gastmahl des Glaubens!
Freut euch alle am Reichtum Seiner Güte!

Niemand beklage seine Armut, denn erschienen ist das Reich für alle!

Niemand trauere ob seiner Sünden, denn Vergebung ist aus dem Grabe aufgeleuchtet!

Niemand fürchte den Tod, denn der Tod des Erlösers hat uns frei gemacht!
Er hat den Tod vernichtet, von dem Er umfangen war.
Er hat der Hölle ihre Beute weggenommen!

Er, der zur Hölle hinabfuhr, ließ sie Bitterkeit erfahren, als sie von Seinem Fleisch kostete!

So hatte es Jesaja vorausgesagt:
„Die Hölle ward voll Bitterkeit, als sie Dir dort unten begegnete!“
Sie war voll Bitterkeit, denn sie wurde überwunden!
Sie war voll Bitterkeit, denn sie wurde verspottet!
Sie war voll Bitterkeit, denn sie wurde tödlich besiegt!
Sie war voll Bitterkeit, denn sie wurde gestürzt!

Sie war voll Bitterkeit, denn sie wurde gebändigt!

Die Hölle nahm einen Leib und stieß auf Gott!
Sie nahm Irdisches und traf auf Himmlisches!
Sie nahm, was sie sah, und kam zu Fall durch das, was sie nicht sah!

Tod, wo ist dein Stachel?

Hölle, wo ist dein Sieg?
Christus ist auferstanden, und du bist niedergeworfen!
Christus ist auferstanden, und die Dämonen sind gefallen!
Christus ist auferstanden, und es freuen sich die Engel!
Christus ist auferstanden, und das Leben waltet!
Christus ist auferstanden, und kein Toter ist mehr im Grabe!

Denn Christus ist zum Erstling der Entschlafenen geworden, da Er von den Toten auferstand.

Ihm gebührt Lob und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

Christus ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden!

(Text der Osterhomilie: Collegium Orientale)

Christus das Licht

Das „Lumen Christi“ ist der Ruf der Lichtfeier am Beginn der Vigil der Osternacht. Es ist für mich der hoffnungsstärkste Ruf, der unseren Glauben so wunderbar beschreibt.

Flüchtlingskind im Südsudan. Foto:

Noch spüren wir die Dramatik des Karfreitags, an dem wir nicht unbeteiligt vorübergehen können. Der Vorhang im Tempel ist zerrissen und der Blick auf Jesu ist frei. Er hat ein für alle Mal aufgeräumt mit den Opfern, die keinen Sinn machen. Seine Hingabe hat unser Leben und unsere Welt verändert.

Am Kreuz hängend will er nicht unser Mitleid; nein er will dass wir ihm nachfolgen und unser Kreuz auf uns nehmen. So wird die Welt neu gestaltet und sie wird menschlicher. Nur so können wir das „Lumen Christi“ in der Tiefe unseres Herzens wahrnehmen und es verstehen.

Licht der Hoffnung im Flüchtlingslager. Foto: Hans Eigner

In den Flüchtlingslagern in Juba im Südsudan habe ich dieses Bild gemacht. Mein Glaube wird klein, wenn ich die Hoffnungen der Menschen erlebe. Christus das Licht wird Wirklichkeit in der Dunkelheit und Trostlosigkeit der Lager. Denn es gibt neben all dem Schlimmen die Hoffnung in Jesus Christus. So werden die Menschen zu einem gewissen Grad unverletzlich und stark.

Ostereier erzählen vom Leben der Menschen in der Ukraine

Bei uns im Bistum Eichstätt endet die Osterzeit mit dem Pfingstfest, und zuallerletzt mit dem Fronleichnamsfest. So ist es auch in allen Ländern mit dem Christentum westlicher Tradition. Anders ist es bei den östlich-byzantinischen Christen, den Orthodoxen und den Griechisch-Katholischen: Sie feiern das Osterfest und somit den Osterfestkreis, einschließlich Pfingsten, etliche Tage – manchmal sogar Wochen – später. So ist es in allen Ländern, zum Beispiel in Griechenland, Bulgarien, Serbien, Rumänien, Georgien, Russland und auch der Ukraine, die den christlichen Glauben durch die Missionare aus der oströmischen Hauptstadt – Konstantinopel, heute Istanbul – oder mittelbar von dort aus seinerzeit empfingen. Der Grund für die auseinandergehenden Ostertermine liegt in den verschiedenen Kalendern, dem julianischen im Osten und dem gregorianischen im Westen, die den Ostertermin unterschiedlich berechnen. Der Abstand zwischen den beiden Osterterminen kann unterschiedlich ausfallen. Das Hochfest der Auferstehung Jesu Christi kann auf den gleichen Sonntag fallen, wie es in diesem Jahr sein wird (16. April 2017), oder mehrere Wochen betragen. Der größte Abstand kann fünf Wochen sein, was im vergangenen Jahr der Fall war. Da fiel der orthodoxe Ostersonntag auf den 1. Mai.

Für das gemeinsame Zeugnis der Christen ist dies natürlich verheerend. Deshalb riefen bereits mehrere Päpste Christen in aller Welt zur gemeinsamen Feier des Osterfestes auf. Papst Franziskus steht in dieser guten Tradition und bestätigte die Bereitschaft und große Offenheit der katholischen Kirche in dieser Frage (vgl. FAZ, 13.06.2015). In der Tat wäre in diesem ökumenischen Bereich zwischen den Orthodoxen und Katholischen viel möglich und erreichbar im Unterschied zu allen anderen theologischen bzw. jurisdiktionellen Fragen.

In praktischer Hinsicht ergeben sich aus dieser Zwei-Kalender-Situation aber auch interessante Möglichkeiten für Christen, das Osterfest zweimal und in verschiedenen Traditionen zu feiern bzw. zu erleben. Sehr intensiv habe ich dies 2016 auf einer Dienstreise erleben dürfen, ja müssen. Nach dem fünften Ostersonntag in Eichstätt bin ich beim Landen in Kiew fünf Wochen zurückgeworfen worden, und zwar mitten in die Karwoche im byzantinischen Ritus. Die Umstellung war nicht leicht. Ja, sie war mit Schmerz verbunden, mit dem Schmerz, dass die Christen sich nicht einig sind.

Allukrainische Ostereierausstellung

Eine Genugtuung war für mich jedoch die sogenannte Allukrainische Ostereierausstellung auf dem Sophienplatz in Kiew. Ich war von ihr so begeistert, dass ich sie gleich zweimal besichtigte. Die Ausstellung hatte zum Ziel, österliche Kunstwerke von Künstlern aus allen Regionen der Ukraine zu zeigen und die Bevölkerung auf das Osterfest einzustimmen.

Bekanntlich sind Ostereier beliebte und treffende Symbole sowie Kennzeichen des Osterfestes und des Glaubens an die Auferstehung in Ost und West. In einem Gebet zur Segnung der Osterspeisen ist dies wunderbar zusammengefasst: „Segne, o Gott, auch die Ostereier, damit sie uns zum Zeichen dafür werden, dass dein Sohn und unser Herr Jesus Christus das Felsengrab gesprengt hat und auferstanden ist!“

Hinter dieser erstrangigen Symbolik hat sich für mich auch noch eine andere Dimension der Ostereier in dieser Ausstellung in Kiew erschlossen. Die ausgestellten Ostereier gaben nicht nur ein Sinnbild für das kommende Leben und die Auferstehung. Sie erzählten vielmehr vom Leben der Menschen in der heutigen Ukraine. Die ausgestellten Kunstwerke, in Größe eines menschlichen Körpers, stammen aus verschiedensten Ecken der Ukraine und berichten in ihren Motiven vieles. Sie verraten, was die Menschen in der Ukraine beschäftigt. Sie erzählen davon, was sie schmerzt in dieser Zeit des Krieges, und was sie freut, wenn sie in die Zukunft schauen. Die Ostereier am Sophienplatz geben – so meine ich – einem jeden von uns einerseits einen sehr guten Einblick in den Reichtum und die Vielfalt der Begabungen. Ferner und vor allem aber bezeugen sie die europäische Einstellung der Ukrainer und der Ukrainerinnen, ja aller in der Ukraine lebenden Menschen.

Frieden zwischen den Religionen

Die vielfältige Palette der Motive auf den Ostereiern reicht von traditionell gemalten Ikonen bis hin zu Darstellungen abstrakter und impressionistischer Art. Es finden sich hier Abbildungen des Schmerzes wegen der Krimannexion oder des Krieges im östlichen Teil der Ukraine. Es gibt jedoch überwältigend viele künstlerisch ausgeführte Aufrufe zu Frieden, Liebe, Versöhnung und Bewahrung der Schöpfung. Es war dort sowohl das typisch Ukrainische anzutreffen, wie blau-gelbe Töne der ukrainischen Fahne und farbenprächtige Bestickungen der Trachtenhemden, als auch das Universale: Frieden zwischen den Religionen, Abrüstung der Atomwaffen und Ähnliches.

Es war das Besondere wie das Allgemeine zu sehen, das Märchenhafte genauso wie das ganz Realistische. Die Ostereier der Allukrainischen Ostereierausstellung erzählen vom Leben der Menschen in der Ukraine, was sie bewegt, wie sie sich mit den Menschen in Eichstätt und in der ganzen Welt verbunden fühlen, und zwar durch ihre Ideenwelt und durch die Träume von einem guten, menschlichen, friedlichen Miteinander; unter anderem auch mit der großen Hoffnung auf ein immer am gleichen Sonntag zu feierndes gemeinsames Osterfest.

Einige Fotos und Kurzvideos, die ich von der Ausstellung mitgebracht habe, mögen Euch, liebe Leser/innen, an der wunderschönen Ostereierausstellung direkt teilnehmen lassen, die mich persönlich so tief berührt hat.

Erlebnisse einer Freiwilligen in Chile

Die vergangenen Wochen seit meinem letzten Eintrag waren ganz schön ereignisreich. So hat mich in der Karwoche mein kleiner Bruder für zehn Tage besucht. Ich habe ihn mit noch drei anderen Freiwilligen (an dem Tag kamen mehrere Eltern an) abgeholt. Anschließend ging es direkt in meine Arbeit. Meine Tías haben sich sehr für mich gefreut, dass er da war. Obwohl er kein Spanisch kann und sie nicht Deutsch sprechen, haben sie trotzdem versucht, sich mit Händen und Füßen zu verständigen.

Am Wochenende haben wir einen Ausflug ans Meer gemacht und Santiago angeschaut. Von Montag bis Donnerstag waren wir in Pucón, eine Stadt rund zehn Stunden südlich von Santiago. Manche kennen vielleicht den Namen aus den Nachrichten, denn im März ist da der Vulkan Villarrica ausgebrochen. In Pucón hatten wir wunderschöne Tage und haben von Wandern und Besteigen eines Vulkans bis hin zu Raften viel erlebt. Die restlichen Tage haben wir noch zusammen in Santiago verbracht. Insgesamt war es wirklich sehr schön, und ich war sehr glücklich darüber, dass er mich besuchen konnte, um sich selbst ein Bild davon machen zu können, wie es hier wirklich ist.

Ostern habe ich mit meiner WG verbracht. Jeder hat seine eigenen Koch- bzw. Backrezepte ausgepackt, so hatten wir einen sehr kreativen und leckeren Osterbrunch.

In den letzten Wochen war es bei der Arbeit – wie immer – erlebnisreich. Wegen des Besuchs meines Bruders war ich eine Woche nicht im Dienst. In dieser Zeit haben wieder drei Kinder das Laufen gelernt. Es ist Wahnsinn, wie schnell sie lernen. Mittlerweile können fast alle Kinder laufen, Anfang März waren es gerade mal fünf. So ist es jetzt nicht mehr so anstrengend wie am Anfang, denn die Kinder haben sich mittlerweile eingewöhnt und weinen nicht mehr so viel, wenn die Eltern gehen.

An Ostern konnte ich dank Spendengeldern jedem Kind ein kleines Osternest schenken. Zudem habe Osterlämmer für sie gebacken. Darüber haben sie sich natürlich sehr gefreut.

Vorletztes Wochenende hat mich eine Tía eingeladen, mit ihrer Familie in den Süden zu fahren, um die Eltern ihres Mannes zu besuchen. Da habe ich natürlich nicht nein gesagt. Die Familie kenne ich mittlerweile sehr gut, da ich mit ihr viel Zeit verbringe. So ging es Freitagnacht los Richtung Süden. Fernab jeder Zivilisation sind wir mitten auf das Land in die Berge gefahren. Dort wurde erst einmal eine Ziege geschlachtet und gleich gegrillt. Am Samstagnachmittag haben wir einen Spaziergang in der Gegend gemacht und ich habe es einfach genossen, wieder mal richtig in der Natur zwischen Bäumen, Früchten und Tieren zu sein. Da merkt man, dass ich nicht in der Großstadt aufgewachsen bin. 😀

Ein kleines weiteres Highlight in den letzten Wochen war der Besuch eines Colo-Colo-Spiels mit zwei chilenischen Freunden. Colo-Colo gehört zu den besten Fußballvereinen Chiles und ich fand es wirklich toll im Stadion, auch wenn sie leider verloren haben.

Ihr seht schon, ich erlebe sehr viel. Jetzt sind es bald nur noch drei Monate, die ich als Freiwillige der Organisation Cristo Vive in Chile verbringen werde. Im Moment sind meine Gefühle darüber zwiespältig. Selbstverständlich freue ich mich wieder sehr auf meine Familie und meine Freunde, jedoch überwiegt im Moment die Traurigkeit über den bevorstehenden Abschied, denn ich werde hier sehr viel zurück lassen.

Aber ich rede am besten nicht darüber und genieße die letzten Wochen noch. Bis bald!