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Machen wir es wie Gott, werden wir einfach zum Menschen

Schon wieder ist es Weihnachten: Gott wird in Jesus Christus Mensch, damit auch wir den Weg, die Wahrheit und das Leben finden, das uns zum wahren Menschen macht. Ich hoffe, wünsche und glaube, dass wir dieses An­gebot im persönlichen Bereich gerne annehmen. Wenn ich aber das Welt­szenario an­schaue – Ukraine, IS, Ebola in Afrika und ein militarisierter Südsudan –, dann muss ich feststellen, dass ein Friede, der ja Menschsein erst möglich macht, in anscheinend unendliche Ferne gerückt ist.

Bruder Hans Eigner im Südsudan. Foto: Privat
Frieden aufbauen: Bruder Hans Eigner im Südsudan. Foto: Privat

Seit knapp einem Jahr bin ich in einem rauen Teil Afrikas. Den Südsudan kann ich nicht mit anderen Ländern Afrikas vergleichen. Schon das Klima hier ist extrem und nur selten ist die Kleidung am Körper trocken. 40 Jahre Krieg haben Schlimmes an den Menschen hier verursacht. Vor dreieinhalb Jahren kam es zur endgültigen Trennung zwischen dem schwarzafrikani­schen Süden und dem arabischen Norden, der die Menschen des Sü­dens schon seit der Zeit des Sklavenhandels als Menschen zweiter, besser dritter Klasse betrachtet hat. Doch die überschwängliche Freude der Unab­hängig­keit ist seit einem Jahr ernüchtert, denn im jüngsten (54.) Staat Afri­kas ste­hen sich die zwei Hauptstämme feindlich gegenüber. Die vielen klei­nen Stämme im Süden haben nicht viel zu melden. Es herrscht Bürgerkrieg, der vor allem in den Gebieten des Nordens stattfindet, wo die Ölquellen sind. Die Rauigkeit, die im ganzen Land zu spüren ist, färbt auf alle Gesellschafts­schichten ab und ich glaube, dass auch ich nicht verschont bleibe. Es ist kein Wunder, dass sich in so einer Situation eine Kultur des „Überlebens“ ent­wi­ckelt. Jeder kämpft sich irgendwie durch. Einen Sinn für das Gemein­wohl gibt es wenig, somit ist jedem und jeder der eigene Stamm näher als der Staat, der sich in kürzester Zeit zu einer Diktatur entwickelt hat. Ganz im Sinn des Überlebens gilt das Gesetz des Mose: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Trotz der grundsätzlich religiösen Haltung der Leute greift der Glaube meines Er­achtens wenig in den Lebensvollzug ein. Die Botschaft eines Got­tes, der selbst die Feindesliebe fordert, klingt wie von einem anderen Stern. Und doch ist nur so die Kette der Feindschaft und des Hasses langsam zu durch­brechen. Aber wer fängt an, gibt nach und gibt sich als der Schwä­chere? Für die Militärs ist das schier unmöglich.

Es gibt hier unzählige (Hilfs)-Organisationen, die für die Menschen arbei­ten, aber kaum jemand tut etwas für die wahrhaft menschliche Entwicklung. Doch nur durch mühsame Arbeit mit den Menschen kann es eine Verände­rung geben. Die viel gepriesene Kirche des Südsudans, die die Zeit der Kriege (1956-1972 und 1984-2005) überstanden hat, hatte ihre Einheit vor allem durch den gemeinsamen Feind im arabischen Norden. Jetzt mer­ken wir, dass sich diese Kirche mehr auf die tieferen Werte des Glaubens besinnen muss (Versöhnung, Menschenwürde, Respekt des anderen). Mission hier muss neu überlegt werden. Zu viel läuft an der Oberfläche und im Rituellen ab, verändert aber nicht die Situation und greift nicht in das Leben der Men­schen ein. Vielleicht bin ich mit meinem Urteil zu hart und die Menschen hier sind mehr traumatisiert, als ich es wahrnehmen will und kann.

Friedensarbeit durch Bildung

Wir sind hier eine gute Gruppe von 55 Comboni-Missionaren und kommen aus allen Teilen der Erde. Schon immer war es das Anliegen der Missionare völker- bzw. stammesverbindend zu arbeiten, denn dies ist die Grundlage des christlichen Glaubens. 150 Jahre sind wir Comboni-Missionare nun tätig in diesem Land – mit Höhen und Tiefen.

In meiner praktischen Tätig­keit geht es häufig um die Be­ratung, Planung und Aus­führung von Gebäuden. Gerade hier in den heißen und schwü­len Tropen ist es wichtig, die Gebäude entsprechend zu pla­nen. So kann ich hier meinen Beruf gut einsetzen. Immer ha­ben wir Comboni-Missionare die schu­lische Bildung als den entscheidenden Faktor gese­hen. Heute mehr denn je ist die Bildung der Weg hin zu einem friedlichen Miteinander. Aus diesem Grund bin ich glücklich, in verschiedenen Projekten arbeiten zu können, die alle ein guter Beitrag für den Frieden sind. Meist geht es um Schulen, Begegnungsorte für die Jugend und auch um ein Zentrum für Friedensarbeit und die Be­wältigung von Trau­mata. In den Camps am Stadtrand von Juba leben nach den schweren Massa­kern im Dezember 2013 rund 32.000 Menschen vom Stamm der Nuer. Sie wer­den ver­sorgt und beschützt durch die Vereinten Na­tionen (Blauhelme). Es gibt viele Spannungen im Lager. Vor allem die Ju­gend ist ungeduldig und sucht nach Alternativen und Perspektiven. Wir helfen mit wo, immer es nur geht.

Kinder und Jugendliche erhoffen sich viel von der Bildung, denn sie möchten nicht wie ihre Väter, immer mit der Waffe in der Hand, leben. Der Bau eines Zentrums, ganz in der Nähe der Flüchtlings­lager, wo wir gezielt Jugendarbeit machen werden, ist uns wichtig. Jugend­liche brauchen eine Führung. Gute Unterhaltungs- und Bildungs­angebote gibt es nicht, und viele Ju­gend­liche erfahren sich gelangweilt, ver­gammeln oder kommen auf dumme Gedanken. Gleichzeitig wollen sie nicht wieder in einen Krieg gezo­gen wer­den. Einfache Antworten gibt es hier nicht. Wir wollen den Jugend­lichen hel­fen, bessere Aussichten für das Le­ben zu finden. Das geht am besten, wenn wir uns auf sie einlassen und uns mit ihnen auseinandersetzen.

So versuche ich, hier wie Ihr an Euren Orten dem Leben gerecht zu werden. Die Arbeit kostet manchmal viel Kraft und es bleiben Fragen offen, weil man doch nicht weiß und versteht, was im Kopf der Menschen wirklich vor sich geht. Aber mit Gottes Hilfe gibt es ein bisschen Erfolg und Früchte. Auch merke ich, dass das Vertrauen wächst. Ich danke Jeder und Jedem, die/der mitgeholfen hat, mich und unsere Arbeit hier in diesem Jahr zu unterstützen. Ein ganz herzliches Vergelt’s Gott! Friede ist möglich.

Es ist so gut zu wissen, dass Gott uns immer – egal wo wir gerade stehen – ent­gegenkommt. So wünsche ich Euch ein gesegnetes, friedenbringendes und freudiges Weihnachtsfest. Die drei Sterndeuter sind dem Stern gefolgt. Hän­gen wir doch auch „unseren Karren“ an den richtigen Stern. So be­kommt unser Leben die richtige Richtung und hat auch ein Ziel.

Für das Neue Jahr 2015 wünsche ich Euch Gesundheit, Gelassenheit, Geduld, Freude, Froh­sinn, Friede und Gottes reichen Segen. Machen wir es wie Gott, werden wir einfach zum Menschen.

Mission in der „militarisierten Kultur“ des Südsudans

In missionarischen Überlegungen hat das Wort „Inkulturation“ in den vergangenen Jahrzehnten große Bedeutung erfahren. So habe ich in meinem Leben als Missionar festgestellt, dass es keine nur gute oder nur schlechte Kultur gibt. In der Tat, ich habe in meinem Leben viel durch die Auseinander-setzung mit dem „Anderen/Fremden“ gelernt. Mit dem Studium von Latein habe ich die deutsche Sprache besser verstanden. Nachdem ich mich vor 30 Jahren auf die Kulturen in Kenia eingelassen habe, habe ich meine eigene Kultur neu und bewusster wahrgenommen und auch schätzen gelernt. Ebenso haben Freunde mir geholfen, indem sie mir auch mal den Spiegel vorgehalten haben.

Nun bin ich im Südsudan gelandet und erlebe mich mitten in einer militarisierten Kultur. Ich frage mich: „Was kann ich dieses Mal lernen?“ Viele Jahre Bürgerkrieg haben großen Schaden an der Bevölkerung angerichtet. Aber auch ohne den Feind im Norden waren sich die verschiedenen Völker des jüngsten Staates Afrikas nicht grün. Seit neun Monaten ist der junge Staat, nach nur zweieinhalb Jahren relativen Friedens, wieder im Ausnahmezustand. Eine junge Nation ist dabei, sich selbst zu zerstören. Es hat sich nach grausamen Massakern im Dezember 2013 eine Opposition gebildet, die das Land wirtschaftlich fast lahm legt. Durch den Griff der opponierenden Rebellen nach den Öl-quellen, die einzige Einnahme des Landes, fehlt es hinten und vorne an jeglichen Leistungen, die man von einer Regierung erwarten könnte. Die gesamte Infrastruktur des Landes, die ohnehin kaum ent-wickelt war, ist dabei total zusammenzubrechen. Selbst Hauptverbindungsstraßen sehen aus wie Schlachtfelder. Liegengebliebene LKWs, die wegen der Untiefen in der Straße umgekippt sind, be-hindern das Vorwärtskommen, das meist eh nur im Schritttempo möglich ist.

Juba, die Hauptstadt, ist ein Eldorado und in der Hand von Ausländern (aus den Nachbarländern und Asien). Nirgendwo in Afrika ist die Rendite, aber auch das Risiko größer als hier. Dazu kommen un-zählige Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Geschäftig gehen sie ihrem „Business“ nach und die Menschen vor Ort schauen zu was da abgeht, und das nicht ohne Neid. Nur der Volksstamm an der Macht sahnt durch Korruption ab und profitiert von dieser ungesunden Entwicklung. Nur wenig Kilo-meter außerhalb von Juba ist man schnell im Busch und hat den Eindruck, dass das Leben dort stehen geblieben ist und die Fahrzeuge steckenbleiben. Man hat den Eindruck, dass das nicht so weiter gehen kann, aber wir wissen, dass Unrechtsstrukturen nicht nur in Afrika sich zäh und lange halten.

Dieses Afrika ist so ganz anders als ich es von früher her kenne; viel härter, angespannter und perspektivloser. Das Leben wird hier von Soldaten bestimmt und entsprechend ist der Umgangston. Es herrscht das Recht des Stärkeren und jeder, der ein wenig mehr Macht hat, kommandiert den anderen. Diese militarisierte Kultur färbt auf alle Lebensbereiche ab und ich stelle bei mir selber fest, dass ich mich schon der Kultur hier angepasst habe, indem ich ein Stück weit meine Menschlichkeit eingebüßt habe. Die Lebens-Wahrnehmung ist eine ganz andere hier und ich verstehe langsam, warum sich die arabische Welt und die westliche nicht treffen und verstehen. Wir sind hier zwar nicht in einer klassisch arabischen Umgebung, aber Dialog und objektive Diskussionen um die Sache gibt es hier kaum. Entweder stimmt man zu und man ist Freund oder man hinterfragt und man ist schon kein Freund mehr und u.U. schon ein Feind. Selbst bei Kindern ist eine Aggression und Härte vorhanden, die erschrecken lässt. Natürlich finden sich immer und überall Ausnahmen und bei manchen Menschen frage ich mich, wie sie es bislang geschafft haben, eine Würde und Freundlich-keit zu erhalten. Diese zu sehen und zu fördern sehe ich als unsere Aufgabe. Der Grundtenor jedoch, insbesondere in der Stadt hier, ist kommandierend und militärisch.

Es ist kein Wunder, dass sich in so einer Situation eine Kultur des „Überlebens“ entwickelt hat. Jeder kämpft sich irgendwie durch. Keiner denkt an morgen. Selbst im Straßenverkehr gibt es keine Regeln. Es wird gefahren wie es einem in den Sinn kommt und das stärkere Auto bzw. die Soldaten auf ihren Land Cruisern mit aufgesetzten Gewehren haben automatisch die Vorfahrt. Einen Sinn für das Gemeinwohl gibt es nicht, somit ist jedem und jeder der eigene Stamm näher als der Staat, der sich in kürzester Zeit zu einer Diktatur entwickelt hat. Ganz im Sinn des Überlebens gilt das Gesetz des Mose: „Aug um Auge, Zahn um Zahn“. Trotz der grundsätzlich religiösen Haltung der Leute greift der Glaube meines Erachtens wenig in den Lebensvollzug. Die Botschaft eines Gottes, der selbst die Feindesliebe fordert, klingt wie von einem anderen Stern. Und doch ist nur so die Kette der Feindschaft und des Hasses langsam zu durchbrechen. Aber wer fängt an, gibt nach und gibt sich als der Schwächere? Für die Militärs ist das schier unmöglich.

Die Kirchen sind leider nicht der Ort, wo eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Problemen der Menschen geschieht. Es wird gesungen und getanzt, aber ich spüre hier wenig Tiefgang. Kaum jemand erscheint erschüttert darüber, was in den letzten Monaten an Blutvergießen zuerst im Dezember 2013 in Juba und dann im Norden des Landes geschehen ist. Hilfsorganisationen, die sich hier in Juba auf die Füße treten, sind beschäftigt mit der durchaus nötigen humanitären Hilfe, aber unter dem Strich bringt diese kaum eine Veränderung. Kurse mit großen Worten wie: „Capacity building, Peace building, Trauma healing” etc. finden in Hotels statt, weil es keine passenden Orte gibt, wo über solche Themen gesprochen werden könnte. Diese auf Profit ausgerichteten Hotels sind nicht nur unpassend für solche Veranstaltungen, sondern auch völlig überteuert.

Die Ordensgemeinschaften hier im Land haben sich deshalb entschieden, ein Zentrum zu entwickeln in dem Friedensarbeit, Aufbau von Gemeinwohl, menschliches Zusammenleben und die Vertiefung des Glaubens gefördert werden. Am 11. Oktober hat der Erzbischof den Startschuss mit der Segnung des Geländes gegeben. Die Orden hoffen durch diesen Beitrag die verschiedenen Stämme und die gespaltene Kirche zusammenzubringen. Mit viel Geduld kann hoffentlich in diesem Land, das wie ein Fass ohne Boden ist, eine Basis entstehen, wo das Gute hängen bleibt und Werte vermittelt werden. Es ist Zeit, von der Notlagenhilfe zu wahrhaftiger Entwicklungsarbeit zu kommen. Nur so werden die Waffen zu Schwertern umgewandlet werden und die hier herrschende, militärische Kultur sich langsam zu einer lebenswerten, friedlichen Kultur verändern.

Ich schriebe diese Zeilen, während es an vielen Orten der Welt von heute brennt. Ebola, IS, Syrien, Ukraine …..  Angesichts dieser Konflikte ist unsere Wirklichkeit hier ja nur eine unter vielen.

Abschließend eine interessante Beobachtung mit der Natur, die ich hier gemacht habe. Waren noch anfangs immer wieder Mosquitos in meinem Zimmer, so haben sie deutlich in dem Maße abgenommen, wie die Netzwerke der Spinnen zugenommen haben. So erweist sich doch wieder, mit der Natur und nicht gegen die Natur zu arbeiten.

Shalom-Preisträgerin kämpft für indigene Bevölkerung

Lory Obal, Shalom-Preisträgerin des Jahres 2014 kommt am Mittwoch, 22. Mai, nach Eichstätt. Sie wird, wie in den letzten Jahren alle Preisträger/innen, im Haus unseres langjährigen Mitglieds, der 81jährigen Margarete Müller, wohnen. Wir, Studentinnen und drei Eichstätter Bürgerinnen, die derzeit aktiv im AK Shalom für Gerechtigkeit und Frieden an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt sind, werden hier in den kommenden Tagen unseren Stützpunkt haben.

Christin Lory Obal engagiert sich seit 1984 für die indigene Bevölkerung. Die studierte Religionspädagogin und Erziehungswissenschaftlerin ist Gründerin und Präsidentin des ausgezeichneten Projektes ICON, des Netzwerk Interkultureller Organisationen für Solidarität und Frieden auf den Philippinen.

In Tampakan auf Mindanao befinden sich einige der größten Abbaugebiete für Gold und Kupfer in ganz Südostasien. Dies führt häufig zu Landraub durch multinationale Konzerne und teilweise blutigen Auseinandersetzungen zu Lasten der indigenen Bevölkerung. Lory Obal war 28 Jahre lang Mitarbeiterin des Bistums Kidapawan. Seither ist sie leitend tätig für mehrere Nichtregierungsorganisationen in den Bereichen Menschenrechte, Gerechtigkeit, Frieden und Umweltschutz. Seit 2004 ist sie Generalsekretärin von AGENDA (Alliance for Genuine Development)

Das Netzwerk ICON erarbeitet innerhalb lokaler Strukturen Mechanismen der Konfliktlösung, zum Beispiel im Dorfentwicklungsrat. Monatlich finden Treffen von Nichtregierungsorganisationen, Kommunen und staatlichen Stellen statt. In wöchentlichen Radioprogrammen, Broschüren und in einem monatlichen Newsletter wird über die friedensbildenden Maßnahmen gesprochen. Persönlichkeiten aus Kirche, Wissenschaft, Medien und Kommunen führen einen Dialog mit Armee und Rebellengruppen in den Konfliktgebieten. In übergemeindlichen Foren sprechen sie über Friedensabkommen.

Lory Obals Einsatz ist eng mit der katholischen Kirche verbunden. Schon1981 fragte sie Bischof Orlando Quevedo OMI von Kindapawan, ob sie für eine große Pfarrei als Religionspädagogin arbeiten würde. Drei Jahre später übernahm sie dort, im Zentrum der Insel Mindanao, die Verantwortung für das katholische Programm für die indigene Bevölkerung. Seit dieser Zeit ist sie mitten im Konflikt um Land. Immer wieder ist sie von Regierungstruppen oder Milizen angegriffen worden. Ureinwohner werden vertrieben oder gar getötet, ihr Land wird annektiert. Mitarbeiter der Kirche, auch enge Freunde Obals, wurden ermordet. Lory Obal schrieb in einer Mail: „Ich habe keine Angst um mein Leben. Ich werde von einem Gefühl der Hoffnung und der Kraft Gottes begleitet.“ Wenn man das nicht mehr habe, müsse man aufhören.

Der Shalompreis ist einer der höchstdotierten Menschenrechtspreise in Deutschland. Mit dem jährlich verliehenen Shalompreis werden Einzelpersonen oder Gruppen ausgezeichnet, die sich in vorbildlicher Weise, oft unter erheblichen persönlichen Risiken für die Wahrung der Menschenrechte, den weltweiten Frieden oder für Unterdrückte einsetzen. Der Preis versteht sich als ideelle Anerkennung und als praktische materielle Unterstützung gleichermaßen.

Das Preisgeld wird ausschließlich aus Spenden verschiedener Träger, Organisationen und Privatpersonen zusammengetragen. Es fließt direkt in ein oder mehrere Projekte, die die Preisträger/innen vorschlagen und über die sie weiterhin berichten. Der Preis soll nicht nur eine Anerkennung für die Leistung der Ausgezeichneten sein, sondern darüber hinaus auch dazu beitragen, gefährdete Verteidiger von Frieden und  Menschenrechten zu schützen und andere zu ermutigen, sich zu engagieren.

Seit der Gründung des AK Shalom für Gerechtigkeit und Frieden an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, 1981, fanden und finden sich immer wieder Studenten und Studentinnen sowie Eichstätter Bürgerinnen, die die rein ehrenamtliche Arbeit ermöglichen.

Mehr zum Thema: Gegen Ausbeutung und Zerstörung

Die feierliche Verleihung des Shalompreises 2014 findet am Samstag, 24. Mai, um 19.30 Uhr im Holzersaal der Sommerresidenz Eichstätt statt. Im Rahmen der Shalomwoche ist am Donnerstag, 22. Mai, um 19.00 Uhr, im Filmstudio im Alten Stadttheater Eichstätt der Film „Lola“ aus den Philippinen zu sehen. Alle Termine der Shalomwoche auf der Website des AK-Shlalom.

Friedenslichtaktion 2013: „Das Recht auf Frieden“

In diesem Jahr steht die Aktion Friedenslicht aus Bethlehem in Deutschland, die wir für die Diözese Eichstätt soeben in der ehemaligen Franziskanerkirche Heilig Kreuz eröffnet haben, unter dem Motto „Recht auf Frieden“. Damit wird auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen verwiesen, die in diesem Jahr seit 65 Jahren besteht. Darin wird zu Recht darauf hingewiesen, dass alle Menschen die gleichen Rechte auf „Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt“ haben.

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Im 2. Artikel wird zudem ausgeführt, dass „jeder Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigen Stand“ hat. Dafür möchten sich die 220.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Deutschland einsetzen und mit der Weitergabe des Friedenslichtes aus Bethlehem an „alle Menschen guten Willens“ ab dem 3. Advent, also heute, ein klares Zeichen für Frieden und Völkerverständigung sowie gegen Rassismus setzen. Denn Jede und Jeder hat ein „Recht auf Frieden“.

Ohne Frieden leben zu müssen stellt jede Ordnung auf den Kopf. Menschen, besonders Kinder werden verunsichert. Ich kann niemandem mehr trauen, ich weiß nicht, was als nächstes passieren wird.

Der Prophet Jesaja (9, 1-6) macht diesem grausamen Spuk ein Ende: Die Schreckensbilder von Hass und Terror wischt er einfach weg. Der Hilfe-Schrei nach Frieden bleibt so oft unbeantwortet und wird nicht erfüllt, an vielen Orten dieses, unseres Planeten.

Mehr zur Friedenslichtaktion 2013: Radio K1-Beitrag: Von Wien nach Eichstätt: Das Friedenslicht aus Betlehem ist angekommen