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Brasilien im Corona-Chaos

Die Pandemie hat auch unser Leben in Brasilien total verändert. Anfang des Jahres dachten wir noch, dass der Virus nicht zu uns kommen würde. Aber am 25. Februar wurde der erste Corona-Fall in Brasilien registriert, mittlerweile sind es schon 3.180.758 Fälle (Stand 12.08.20). Der erste Todesfall wurde am 13. März registriert, jetzt sind es schon 104.528 Fälle. Der Bundesstaat Mato Grosso, wo ich derzeit lebe, registrierte den ersten Fall am 19. März, mittlerweile sind es schon 69.085 (14.470 Fälle allein in der Hauptstadt Cuiaba). Den ersten Todesfall gab es hier am 3. April, inzwischen sind es 2.264 (649 davon in Cuiaba).

Die Pandemie verschärft die sozialen und wirtschaftlichen Probleme und man befürchtet einen totalen Zusammenbruch und Chaos. Die Bekämpfung der Pandemie wird durch die Verharmlosung des brasilianischen Präsidenten erschwert. Er bezeichnet Covid-19 als harmlose Grippe und lehnt Schutzmaßnahmen wie soziale Distanzierung, Maskenpflicht und Einschränkung der Aktivitäten in besonders gefährdeten Gebieten als wirtschaftsschädigend ab. Das bekannte Malariamittel Chloroquin ist seiner Meinung nach das Wundermittel gegen Covid-19. Jair Bolsonaro ignoriert die Wissenschaftler und den brasilianischen Ärzteverband, die auf die negativen Folgen seiner Politik hinweisen. Deshalb mussten auch zwei Gesundheitsminister, angesehene Ärzte, seine Regierung verlassen. Ein General leitet das Gesundheitsministerium und ersetzte erfahrene Experten durch Militärs.

Transparent vor dem Dom in Caceres, Mato Grosso: „Aus Liebe zu Gott, bleibt zu Hause“. Foto: Manfred Göbel

Bolsonaro erhält Unterstützung von den evangelikalen Freikirchen, dem konservativen Lager der katholischen Kirche, Unternehmern, Geschäftsleuten, einem Teil des Militärs und von allen, die seine Ideen gutheißen, das sind rund 30 Prozent der Bevölkerung. Anstatt das Land zu einen, spaltet er es durch seine radikalen Ideen. Er sagt zum Beispiel: „Wir, die Rechten, nehmen Chloroquin gegen Covid-19 und die ‚Linken‘ trinken Tubainsaft.“ Der rechtsgerichtete Präsident bezeichnet sich auch als Schutzwall gegen den Kommunismus und als Garant für die Demokratie. Die Spaltung geht quer durch die Bevölkerung und auch durch die katholische Kirche, was das vor kurzem veröffentlichte Schreiben „Brief an das Volk Gottes“ zeigt. In dem Dokument kritisieren 152 brasilianischen Bischöfen (rund ein Drittel der Bischöfe) eine fehlende Politik zur Verbesserung der Lebensbedingungen der armen Bevölkerung sowie die Unfähigkeit Krisen zu bewältigen, vor allem in Bezug auf Covid-19. Eine Reaktion des Präsidenten blieb bisher aus. Anscheinend hat er das Schreiben ignoriert.

Die Pandemie ist auch in die Indianergebiete eingedrungen. Die letzten Zahlen (vom 11.08.20) sprechen von 24.246 Fällen, davon 664 Tote. Bis jetzt sind 148 Indianervölker von insgesamt 305 Völkern mit einer Gesamtbevölkerung von 734.000 Indianern betroffen. Man hatte es versäumt, die Indianergebiete zu schützen und sanitäre Barrieren zu errichten.

Die Lage hatte sich zeitweise in vielen Regionen dramatisch verschlechtert und die Gesundheitsdienste kollabierten, wie zum Beispiel in Mato Grosso und Cuiaba. Die Krankenhäuser waren voll und es gab keine Intensivbetten mit Beatmungsgeräten mehr. Viele Krankenschwestern und Ärzte sind an Corona erkrankt, einige gestorben, deshalb fehlt Personal. Momentan hat sich die Lage in Cuiaba etwas verbessert, nachdem drei Wochen lang alles geschlossen war. Doch wie lange bleibt es so?

Fast vergessen wegen der Pandemie verzeichnet die Abholzung des Regenwaldes neue Rekordzahlen. Von August 2019 bis Juli 2020 wurden 9.125 Quadratkilometer Urwald abgeholzt, eine Steigerung von 34,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit Wochen plagen uns großflächige Brände, die große Rauchwolken über Cuiaba bringen. Hinzu kommt das trockene Klima mit einer Luftfeuchtigkeit von nur 17 Prozent. Das Naturschutzgebiet Pantanal verbucht eine seiner schwersten Brände-Saisons. Um 28 Prozent nahmen die Brände gegenüber dem Vorjahr zu. Atemwegserkrankungen wegen Corona und den großen Bränden peinigen die Bevölkerung.

Die Organisation Acamis betreut mit Unterstützung der DAHW 230 Kinder und Jugendliche in der Corona-Krise. Foto: Manfred Göbel

Wegen der Pandemie leiden alle anderen Gesundheitsprogramme. Die Leprabetreuung wird vernachlässigt. Seit März finden keine Aufklärungskampagnen und auch keine Ausbildungskurse statt. Die letzten Zahlen vom Gesundheitsministerium im Mato Grosso zeigen, dass die Zahl der neuen Leprafälle im ersten Halbjahr um 50 Prozent zurückging gegenüber dem Vorjahr, von 2.304 auf 1.279 Fälle. Im Jahre 2019 wurden insgesamt 4.424 Fälle im Mato Grosso registriert. Das heißt, dass viele an Lepra erkrankte ohne Diagnose und Behandlung sind. Das wird die Leprakontrolle um Jahre zurückwerfen. Auch die geplanten Projekte und Aktivitäten der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) in Brasilien konnten wegen der Pandemie nicht im vollen Umfang durchgeführt werden.

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Ein Entwicklungshelfer auf Abschiedstour

Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) bat mich um eine „Abschiedstour“ für die Spendergruppen, die mich all die Jahre unterstützten. Viele Gruppen wie Kolping, Schulen, DAHW-Gruppen, Pfarreien und das Lepramuseum in Münster konnte ich besuchen. In der DAHW-Zentrale in Würzburg hielt ich Vorträge für die Mitarbeiter und den Vorstand, dessen Präsident, Patrick Miesen, mich in einer Feierstunde verabschiedete. In Berlin sprach mir in einer Feierstunde Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), den Dank und die Anerkennung der Bundesrepublik aus: „Im Namen von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller möchte ich Ihnen für die vielen Jahre danken, in denen Sie diese wichtige Arbeit mit Hingabe unter schwierigen Bedingungen geleistet haben. Durch Menschen wie Sie wird die deutsche Entwicklungszusammenarbeit getragen“.

Ehrung durch Dr Maria Flachsbarth
BMZ-Ehrung durch Dr Maria Flachsbarth

Auch die tschechische Lepraorganisation „Likvidace Lepry“ in Prag, die unsere Lepraarbeit auch all die Jahre unterstützte, lud mich zu Vorträgen in Schulen und Pfarreien ein.

Mein ehemaliger Schulkollege aus der Realschule Reborf, Franz-Josef Beringer aus Hitzhofen, organisierte wieder ein Treffen unserer ehemaligen Schulkameraden – 45 Jahre Abschluss der Realschule Rebdorf – und berichtete auch über die Aktivitäten des Freundeskreises, der seit mehr als 20 Jahre meine Arbeit in Brasilien unterstützt und meine Kontakte zur Heimat aufrecht hält. Auf seine Initiative hin bekam ich wieder ein Fahrzeug von der Firma Audi in Ingolstadt zur Verfügung gestellt. Mehr als km 12.000 legte ich mit dem neuen Audi Q3 zurück.

Eingeladen wurde ich auch zu Gebetszönakeln der Marianischen Priesterbewegung, dessen Mitglied ich in Brasilien bin. Ich berichtete über Pater Nazareno Lanciotti, ein italienischer Priester und sehr guter Freund, der in einer kleinen Urwaldstadt rund 400 Kilometer von Cuiabá entfernt tätig war und wegen seiner Arbeit als Seelsorger und seinem unermüdlichen Einsatz für seine sehr arme Gemeinde sehr beliebt war. Am 22. Februar 2001 starb er an den Folgen des Attentats, das er am 11. Februar 2001 erlitt. Er wird als Märtyrer und Heiliger verehrt und in den nächsten Jahren selig gesprochen werden.

Ein wenig über Brasilien

Die aktuelle Situation in Brasilien ist chaotisch, einer ganzen Generation wurde die Zukunft geraubt auf Grund einer extrem korrupten Politik. Korruption war schon immer ein zentrales Problem in Brasilien.

Brasilien konnte mit einem schwachen Wachstum von knapp 1 Prozent eine dreijährige Rezession beenden. Die Arbeitslosigkeit ging leicht zurück, ist aber immer noch mit 11,7 Prozent oder 12,3 Millionen Arbeitslosen sehr hoch. Auch die Gruppe der informell Beschäftigten – ohne Arbeitsvertrag, Gelegenheitsarbeiter – ist mit 37 Millionen noch sehr groß. 43 Prozent der Jugendlichen in der Altersgruppe von 14 bis 17 Jahren waren arbeitslos und in der Altersgruppe 18-24 Jahren 29 Prozent oder 5 Millionen. Die Inflationsrate beendete das Jahr mit 4,32 Prozent. Die Armutsrate stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent, 55 Millionen Brasilianer befanden sich Ende 2018 in Armut. Ihnen stehen weniger als US$ 5,50/Tag zur Verfügung.Die extreme Armut stieg um 13 Prozent, 15,3 Millionen Brasilianer lebten mit weniger als US$ 1,90/Tag. Mehr als 55 Prozent der Städte haben keine Abwasserversorgung, 35 Millionen Brasilianer sind ohne Trinkwasserversorgung. Die Sicherheit ist weiterhin ein großes Problem, offizielle Daten von 2018 liegen noch nicht vor. Die Mordrate ist 30 Mal höher als in Europa und übersteigt jährlich 60.000 Tote.

Finanzielle Krisen der Länder und Kommunen führten zu erheblichen Schwierigkeiten in der Versorgung der Bevölkerung, vor allem im Gesundheitsbereich. Immer wieder mussten Krankenhäuser wegen fehlender Gelder vorübergehend schließen. Gehälter konnten nicht bezahlt werden, was immer wieder zu Streiks führte. Zika, Dengue, Chikungunya belasten zusätzlich die teilweise chaotische Gesundheitsversorgung.

Lepra weiterhin ein großes Gesundheitsproblem

Die Zahl der neuen Leprafälle hält sich bei 27.000 Fällen jährlich, wobei der Bundesstaat Mato Grosso mit fast 4.000 neuen Fällen im Jahre 2018 eine neue Rekordzahl erreicht hat, was nach WHO-Kriterien einer sehr hohen Leprarate entspricht. Die kontinuierliche jahrzehntelange Ausbildung von medizinischen Fachkräften hat dazu beigetragen, dass in vielen Städten die Lepraarbeit fortgesetzt wird.

Der Gouverneur des brasilianischen Bundestaates Mato Grosso stellte mit seinem Gesundheitsminister im Februar den Plan zur Bekämpfung der Lepra 2018-2020 vor, der von Fachkräften des Gesundheitsministeriums und mir erarbeitet wurde. Der Plan sieht eine größere Finanzierung der Lepraaktivitäten mit Geldern des Gesundheitsministeriums in Mato Grosso vor. Sofort wurden rund 400.000 Euro zur Verfügung gestellt. Zu meiner Überraschung lud man mich ein, den Plan mit zu unterzeichnen.

Unterzeichnung des Plans zur Bekämpfung der Lepra in Mato Grosso

Der Gouverneur und alle anderen Redner würdigten meine Lepraarbeit. Ich habe Pionierarbeit geleistet und ohne mein Wirken wäre das Lepraproblem heute wesentlich größer. Der Gouverneur begann seine Rede in dem er an die 1:7 Niederlage gegen Deutschland bei der Fußball-WM 2014 erinnerte. Er erwiderte, dass ich die Niederlage wieder gut gemacht habe durch die vielen Tore und Erfolge, die ich im Kampf gegen Lepra für den Bundestaat Mato Grosso und ganz Brasilien erzielt hätte.

Manfred Göbel bei einem Votrag in Rondonopolis, Mato Grosso

Meine Aktivitäten beschränkten sich im vergangenen Jahr auf den Bundesstaat Mato Grosso, da mein Nachfolger, Reinaldo Bechler, die Koordinierung der DAHW-Projekte in Brasilien übernahm und das DAHW-Büro in der Stadt Belo Horizonte im Bundesstaat Minas Gerais eröffnet wurde.

Glücklich der Mensch, der seinen Nächsten trägt in seiner ganzen Gebrechlichkeit, wie er sich wünscht, von jenem getragen zu werden in seiner eigenen Schwäche.
Franz von Assisi

Mein ganz herzlicher Dank für die Unterstützung meiner 40-jährigen Lepraarbeit in Brasilien. Die DAHW-Projekte werden von meinem Nachfolger, Reinaldo Bechler, weitergeführt.

Unterwegs an der Grenze zwischen Brasilien und Bolivien

Ich war in den vergangenen Wochen viel unterwegs und habe in Städten in der Region von Rondonópolis und auch an der Grenze zwischen Brasilien und Bolivien Lepravorträge für das Gesundheitspersonal gehalten. Ich habe auch einige neue Leprafälle entdeckt. Ein Arzt in der Urwaldstadt Araputanga, den ich schon 20 Jahre kenne, behandelte einen Patienten drei Jahre auf Reumathismus. Da keine Besserung auftrat, bat er mich den Patienten zu untersuchen, es war Lepra. Die Straßen zu einigen Städten an der bolivianischen Grenze waren teilweise sehr schlecht und ein plötzlich auftretender Tropenregen hat die Erdstraße schnell in Schlamm verwandelt, was meinem alten Jeep einiges an Kraft kostete. Doch die kleinen Städte in der Region sind noch ziemlich sicher mit wenig Gewalt und vor allem die Landschaft ist sehr schön mit vielen Wasserfällen. Doch bei den Wasserfällen muss man aufpassen, weil in letzter Zeit in einigen Wasserfällen Anakondas bis zu fünf Meter gesehen wurden. Das Bild mit der Anakonda auf der Straße wurde in der Region von einem Freund gemacht.

Buschstadt Jauru mit Kirche im Bundesstaat Mato Grosso: Foto Manfred Göbel

Dreimal in den letzten Monaten hat mich der Jeep auf der Straße gelassen. Der Motor schaltete plötzlich ab, weil die Sicherung für die Einspritzpumpen durchbrannte. Jedes Mal passierte das mitten in der Prärie. Einmal kurz vor einer Polizeistation, die mir einen Abschleppdienst organisierte und zweimal in einer sehr gefährlichen Region an der Grenze zu Bolivien, wo normalerweise keiner anhält. Da wurde es mir schon ein wenig bange. Doch ein Ehepaar hielt an und benachrichtige in der nächsten Stadt – ca. 40 Kilometer entfernt – einen Abschleppdienst. Zuerst wollte ich in einer nahegelegenen Farm Hilfe holen, doch scharfe Hunde und bewaffnete Angestellte verhinderten mir den Zutritt. Nach einer Stunde kam der Abschleppdienst und brachte mich in eine Werkstatt. Es wurde die Sicherung gewechselt und ich konnte weiterfahren. Doch nach drei Kilometer blieb der Jeep wieder stehen. Der Abschleppdienst kam wieder und der Jeep musste nach Cuiabá gebracht werden, ca. 200 Km entfernt. Der Besitzer des Abschleppdienstes meinte, dass es ein guter Tag für mich gewesen sei, worauf ich protestierte und meinte, nicht für mich, sondern für ihn, da er mich zweimal abschleppen musste und Geld damit verdiente. Doch er bestand darauf und meinte, dass ich Gott danken soll, dass nur der Jeep versagte und ich ohne Schaden blieb. Da hatte er Recht, denn wenn mir der Jeep beim Überholen versagt hätte und die schweren Fernlaster mit hoher Geschwindigkeit durch die Prärie rasen, hätte das für mich böse enden können. Jetzt habe ich eine Generalüberholung des Jeeps machen lassen: Zwei Einspritzpumpen wurden ausgewechselt und die Stromversorgung überholt. Inzwischen war ich schon wieder viel unterwegs und ohne Probleme.

In Rondonópolis besuchte ich ein altes Ehepaar, das vor mehr als 35 Jahren Lepra bei mir und meiner Frau behandelte. Heute leben sie in einem kleinen Häuschen in einem Armenviertel, das ihnen ein deutscher Priester gebaut hat. Der Mann hat schwere Verstümmelungen wegen Lepra und beide sind an Chagas erkrankt. Sie haben sich sehr über meinen Besuch gefreut. In Rondonópolis hatte ich auch eine Besprechung mit den Stadträten und der Leiterin des Gesundheitsdienstes.

Im Gespräch mit Stadträten und Leiterin des Gesundheitsdienstes in Rondonopolis. Foto: privat

In einer kleinen Buschstadt hielt ich einen Vortrag für Kleinbauern, viele kannten mich noch als ich vor 30 Jahren Leprakampagnen organisierte. Nach dem Vortrag organisierten sie ein typisches Abendessen mit Reis und Huhn. Die Freude der Kleinbauern über meinen Besuch war wirklich beeindruckend. Eine weitere Kampagne ist geplant.

Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) hat die Gelder für Südamerika und vor allem auch Brasilien drastisch gekürzt, so dass nur noch wenige Projekte unterstützt werden können. Deshalb fahre ich wieder in die Städte und helfe an der Basis, das Gesundheitspersonal auszubilden und besuche Kranke. Das macht viel Freude, denn die Menschen sind sehr dankbar, vor allem auch die Fachkräfte.

Meine angeschlagene Wirbelsäule hat bisher gut mitgemacht dank der guten Behandlung durch das orthopädische Team des Klinikums in Ingolstadt.

Anakonda auf der Straße. Foto: Manfred Göbel

Die Lage in Brasilien ist chaotisch und trostlos. Grenzenlose Korruption auf allen Ebenen (Justiz, Politik, Unternehmen, Banken, Gewerkschaften und Gesellschaft) hat das Land zerstört. Massenarbeitslosigkeit, extrem hohe Kriminalitätsrate, Chaos in allen öffentlichen Diensten – vor allem Gesundheitsversorgung – und allgemeine Frustration sind die Folge. Viele Brasilianer, vor allem Jugendliche wollen das Land verlassen. Es ist momentan keine Perspektive auf Besserung da. Eine korrupte Elite dominiert das Land, sowohl die linksorientierten als auch rechtsorientierten, konservative oder progressive, alle sind sie in Korruption verwickelt. 30 Jahre nach Ende der Militärdiktatur haben gerade diejenigen, die gegen die Militärdiktatur kämpften, das Land in den Abgrund gestürzt.

Manfred Göbel mit Erzbischof Simon Ntamwana aus Burundi in Eichstätt
Erzbischof Simon Ntamwana aus Burundi in Eichstätt. Foto: Referat Weltkirche

Im letzten Jahr war ich in Deutschland und bei der Gelegenheit hat die Hörfunkredaktion der Diözese Eichstätt ein Interview mit mir geführt. Weltkirchereferent Gerhart Rott lud mich zusammen mit dem Erzbischof von Gitega (Burundi) zum Mittagessen ein. Wir hatten ein sehr gutes Gespräch.

Manfred Göbel – ein Leben für die Kranken