Archiv der Kategorie: Ostkirchen

Aufsteige mein Gebet wie Weihrauch vor Dein Angesicht

Die Dreifaltigkeit erklärt?!? – Bilder des dreifaltig-einen Gottes

Eines der zentralen Erkenntnisse des christlichen Glaubens ist, dass Gott dreifaltig ist und auch dreifaltig handelt. So hat er sich uns offenbart, der Eine und Wahre: als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Dieses Geheimnis begeht die byzantinische Kirche am Pfingstmontag; die lateinische Kirche feiert ein entsprechendes Fest am Dreifaltigkeitssonntag, dem Sonntag nach Pfingsten.

Zusammen mit der Menschwerdung der zweiten göttlichen Person, des Wortes Gottes, in Jesus Christus bildet dieser Grundsatz den Kern des christlichen Glaubens. Darin beruht der Unterschied unseres Glaubens zu anderen Religionen. Dieser Glaube macht es den Nichtchristen schwer, sich darauf einzulassen und uns Christen zu verstehen. Für manch einen Monotheisten sind wir fälschlicher sogar Götzenanbeter, weil wir vermeintlich an drei Götter glauben.

Zugleich bildet die Lehre von der Trinität eine harte Nuss auch für uns Christen, besonders wenn es darum geht, diese mit dem menschlichen Verstand erfassen zu wollen. Noch komplizierter wird es für uns, wenn wir dies innerhalb unserer Gemeinschaft weitergeben und auch den Andersglaubenden erklären sollen. Freilich kann dabei immer auf die Unerreichbarkeit und die Unzugänglichkeit Gottes verwiesen werden: Er übersteigt unseren Menschensinn, bleibt ein nicht zu erforschendes Geheimnis und offenbart sich, wann und wo er will und soweit wir Menschen es fassen können. Dies lässt sich in einer Formel zusammenfassen: Würden wir Gott erklären können, würde er aufhören, Gott zu sein.

Auch wenn unsere Vorväter und -mütter im Glauben, dieses Argument im Gottesdienst und in der christlichen Unterweisung immer wieder gebrauchten, blieben sie bei ihm nicht stehen. Ihr Geist – genauso wie der Geist auch eines jeden heutigen Christen und einer jeden Christin – verlangte nach mehr, mindestens nach einer vorläufig zufriedenstellenden Erklärung.

So versuchten viele Heilige und Theologen, sich dem Geheimnis der göttlichen Dreifaltigkeit anzunähern, jeder auf seine Art und Weise: in Wort und Bild, mit Beispielen und Beobachtungen in der Natur, im praktischen Leben, nicht zuletzt auch in der Feier der Liturgie mit ihren Symbolen.

Tertulian (+ 220) erklärte beispielsweise seinen nordafrikanischen Christen die Dreifaltigkeit mit dem Vergleich vom Baum mit Wurzeln, Stamm und Zweigen: Alle drei Abschnitte sind auseinanderzuhalten und sind doch unzertrennlich aufeinander bezogen und bilden doch einen einzigen Baum. Auch auf eine andere Naturbegebenheit griff Tertulian wohl als Erster zurück, und zwar: Die Heilige Dreifaltigkeit ist wie das Wasser, das von der Quelle zum Bach und dann zum Fluss fließt: Alle drei tragen das eine gleiche Wasser und doch sind sie drei selbständige Wasserträger.

Der ebenso in Nordafrika wirkende bedeutende Theologe Augustinus von Hippo (+430) zerbrach sich über die Trinität Gottes seinen Kopf. Von ihm wird eine wohl vielen bekannte Geschichte erzählt. Einst ging er am Strand spazieren und begegnete einem spielenden Kind. Augustinus schaute dem Kind zu. Dieses hatte im Sand eine Grube gegraben und versuchte mit einer Muschel Wasser im Meer zu schöpfen und damit diese kleine Sandgrube zu füllen. Voller Verwunderung fragte Augustinus das Kind, wozu dieses erfolglose Mühen, wo das Wasser am Boden der kleinen Grube immer wieder gänzlich verschwand. „Ich fülle das Meer in ein Loch“, sagte voller Gewissheit das Kind. „Aber Kind, nicht im Leben kannst du das große Meer in deine kleine Grube schütten“, sagte Augustinus. Er erhielt zur Antwort: „Und du willst das Geheimnis der Dreifaltigkeit erklären!?“

Trotzdem versuchte es Augustinus und kam auch auf ein Bild. In seinem Vergleich ist er sich einig mit Gregor Thaumaturgos (+ 270), einem kleinasiatischen Vater (heute Türkei), und findet eine Parallele in der Natur des Menschen selbst. Für ihn ähnelt der drei-eine Gott der dreifachen Struktur eines menschlichen Wesens. Das heißt, zur Grundlage des Vergleichs nehmen die beiden Kirchenväter die altbekannte Trichotomie der Natur des Menschen: So wie ein Mensch aus Körper, Seele und Geist besteht und doch eine einzige Einheit bildet, so ist es auch mit der göttlichen Dreiheit – Vater, Sohn und Heiliger Geist, ein Gott.

Bei den Kirchenvätern findet sich ebenfalls das Bild von den drei dicht aneinandergestellten Kerzen, die mit einer einzigen Flamme brennen. Dies wäre für sie auch ein Symbol und ein Erklärungsversuch des dreifachen und zugleich einen Gottes.

Auch der syrisch-sprachige Orient steht mit seinen Bildern in Bezug auf die dreipersönliche Wesenheit Gottes den byzantinischen und den lateinischen Vätern nicht nach. Der heilige Ephräm der Syrer (+373) sprach vor seinen syrischen Christen von der Sonne mit ihren Strahlen und der darin enthaltenen Wärme, dies auf die Heilige Dreifaltigkeit ausdeutend. Ähnlich lehrte auch Basilius der Große (+379) seine Kirchgänger in Cäsarea in Kappadokien (heutige Türkei), indem er vom Regenbogen mit Sonne, Sonnenlicht und Farben sprach und so die Dreifaltigkeit zu erklären versuchte.

Ähnlich anschauliche Erklärungsversuche der Dreifaltigkeit gab es auch in der nord-westlichen Christenheit. Die Predigt des heiligen Patrick (+461 oder 493), des Patrons Irlands, ist weltweit bekannt und in vielfacher Hinsicht unschlagbar. Auch er stand vor der Herausforderung, zu predigen: Es gibt zwar nur einen Gott, dieser existiert jedoch in drei Personen. Um von den Menschen und besonders von dem keltischen König verstanden zu werden, griff Patrick zu einem – religionspädagogisch gesehen – genialen und aus der Natur kaum zu überbietbaren Mittel. Er verglich das Geheimnis des Einen in Dreien bzw. des Dreifachen in Einem mithilfe eines im Feld gezupften Kleeblatts. Patrick nahm ein Dreiblatt des Klee, dessen drei Blätter für ihn den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist versinnbildlichen: So wie die drei getrennt wachsenden drei Blätter ein Kleeblatt bilden, so bilden die drei göttlichen selbständigen Personen, Vater, Sohn und Heiliger Geist, die eine wahre Gottheit.

Wie aus den aufgeführten Bildern und vergleichen ersichtlich ist, begleiten bildhafte Erklärungen der Heiligen Dreifaltigkeit die Christen seit frühester Zeit und bis auf den heutigen Tag. Sicherlich könnte man die Beispiele unendlich fortsetzen, denke man z.B. an die drei Zustände des einen Wassers in Form von Eis, Flüssigkeit und Dunst, aber auch viele andere. Und doch bleiben all die Bilder und Vergleich nur unzureichende Hilfen, die mitunter sogar irreführend sein können. All diese Bilder bleiben Versuche der Annäherung des menschlichen Geistes an das eigentliche Wesen Gottes. Sie bleiben Versuche und daher immer auch hinter der eigentlichen göttlichen Wirklichkeit zurück. Gott bleibt ein unerklärliches Geheimnis.

Ein sehr interessantes liturgisches Symbol für die Erklärung des dreifaltig-einen Gottes habe ich während meines Grundstudiums in Eichstätt entdeckt. Dank der Feier der Liturgie im syro-malankarischen Ritus im Collegium Orientale habe ich eine Ritushandlung dieser Liturgie lieb gewonnen, die sogenannte Segnung des Rauchfasses im Wortgottesdienst der malankarischen Eucharistie (siehe die unten stehende Videoaufnahme). In der Liturgie selber und in den Liturgiekommentaren ist dies eine Handlung, bezogen auf die Heilige Dreifaltigkeit.

Symbolisch steht diese Segnung für den Lobpreis des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und ihr Wirken in der Welt. Im Mittelpunkt steht das gewöhnliche Rauchfass mit drei äußeren und einer inneren Kette, das jeder Ritus – auch der lateinische und der byzantinische – kennt: ein kugelförmiges Gefäß wird an drei Ketten, die im oberen Bereich zu einer Halterung zusammengebunden werden, gehalten; sie ermöglichen, dass das Gefäß geschwenkt werden kann. Die vierte mittlere (innere Kette) sorgt dafür, dass der Deckel des Rauchfasses durch seine Bewegung geöffnet werden und dass dadurch der Weihrauch aufsteigen kann. Zunächst erscheint alles ganz praktisch hergestellt und gewöhnlich. Doch haben die syrischen Christen darin ein Symbol für die Dreifaltigkeit und ein Muster ihr Verhalten zur Welt ersonnen.

Die obere Halterung versinnbildlicht für sie den himmlischen Baldachin; das Rauchgefäß selber den Erdenball und alle darauf lebenden Geschöpfe. Die drei äußeren Ketten stehen für den Vater, den Sohn (Gott und Mensch) und den Heiligen Geist. Da der Sohn Gottes Mensch geworden ist und die konkrete Verbindung zwischen dem Himmel und der Erde sichert, gilt zur seiner Versinnbildlichung nicht nur eine der äußeren Ketten, sondern auch die innere Kette, die den Deckel hoch und herunter fährt. Damit ist alle vier Ketten eine der drei göttlichen Personen zugeordnet. In ihrer gewöhnlichen Reihenfolge werden die vier Ketten nacheinander gesegnet bzw. die einzelnen göttlichen Personen gepriesen: Vater – die erste äußere Kette, der Sohn – die zweite äußere und die mittlere Kette (für seine göttliche und menschliche Natur) und Heiliger Geist – die dritte und letzte Kette des Rauchfasses. Die zwölf Glöckchen, an die drei äußeren Ketten angebracht, symbolisieren die zwölf Apostel, die uns die Botschaft von der Dreifaltigkeit weitergaben. Die sich verzehrende Kohle und die Rauchgaben bedeuten die sich mühenden Menschen, die ihre guten Werke vollziehen, Gott preisen und untereinander friedlich leben, was im aufsteigenden und Gott wohlgefälligen Wohlgeruch des Weihrauchs zum Ausdruck kommen soll. Die Ketten werden während der Liturgie beeindruckend gesegnet und dankbar besungen: Sie stehen für die Treue und ungebrochene Zuneigung Gottes zu seinen Geschöpfen.

Auf diese Weise versuchen die syrischen Christen in ihrer Liturgie nicht nur die Dreifaltigkeit zu deuten und zu verstehen, sondern zeichnen mit ihrem Weihrauchritus eine ganze Kosmologie und die darin beinhaltete Heilshandlung Gottes. Das Besondere dabei ist, dass es dabei wunderbar zum Ausdruck kommt: Unsere Welt hat ihren sicheren Halt im Himmel; es ist ihr eine unverlierbare Hoffnung geschenkt, und zwar durch die Treue der drei Personen, besonders des menschgewordenen Sohnes Gottes, die sich beständig um uns Menschen kümmern. Der deutsche Text der Segnung der Ketten lautet:

Der Priester steht dem Rauchfassträger gegenüber und legt Weihrauch auf. Dann ergreift er eine der Ketten des Rauchfasses und segnet sie: „Ich, ein schwacher und demütiger Sünder, bekenne und sage: Heilig ist der ♱ Heilige Vater.“ Gemeinde: „Amen.“

Er ergreift die nächste äußere und die mittlere Ketten und segnet sie: „Heilig ist der ♱ Heilige Sohn.“ Gemeinde: „Amen.“

Er ergreift die letzte Kette und segnet sie: „Heilig ist der lebendige ♱ Heilige Geist, …“ und er beräuchert den Altar, das Evangelium und das Volk. Dabei fährt er fort: „… der den Weihrauch seines sündigen Dieners heiligt und Mitleid hat mit unseren Seelen und den Seelen unserer Väter, Brüder, Schwestern und Lehrer und der Verstorbenen und aller im Glauben entschlafenen Kinder der heiligen Kirche in beiden Welten von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Gemeinde: „Amen.“

Eine gesegnete Pfingstzeit und einen reichen Segen des dreifaltig-einen Gottes wünscht Ihnen allen das Collegium Orientale!

„Christus ist auferstanden, und das Leben waltet!“

Sowohl in der Ost wie in der Westkirche ist es üblich, dass an bestimmten Tagen im liturgischen Jahreskreis die sogenannten Hirtenbriefe der Diözesanbischöfe vorgetragen werden bzw. vorzutragen sind. So wurden beispielsweise zuletzt die Hirtenbriefe unseres Hochw. Herrn Bischofs Dr. Gregor Maria Hanke OSB zur Adventszeit 2018 (am Christkönigssonntag 2018) und zur vorösterlichen Bußzeit (am Ersten Fastensonntag 2019) in allen Pfarreien des Bistums Eichstätt vorgetragen. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, dass die Gläubigen eines Bistums die zentralen Botschaften ihres Oberhirten zu liturgisch hochwertigen Zeiten vernehmen können und der Ortsbischof zu seinem Bistum – vermittelt durch die Seelsorger vor Ort – in allen Eucharistiefeiern am gleichen Tag sprechen kann. Sicherlich wird damit ein Zeichen der gelebten Einheit einer Ortskirche gesetzt.

Eine Besonderheit in der Predigtpraxis der byzantinischen Ostkirchen, die ihren Ursprung wohl in dieser Praxis hat, gibt es in der Osternacht. Inmitten des gesamten, bis zu vier Stunden dauernden Ostergottesdienstes der Byzantiner, der Oströmer, wird eine kurze Osterpredigt des Kirchenvaters Johannes Chrysostomus vorgetragen. Dies ist das einzige gesprochene Wort, das nach dem Ostermorgenlob und vor der Göttlichen Liturgie (= Hl. Messe) seinen festen Platz hat, weshalb in der eigentlichen Eucharistiefeier keine Predigt mehr vorgesehen ist. Das Besondere liegt darin, dass diese Predigt nicht nur im geographischen und zeitlichen Rahmen des Johannes Chrysostomus stehengeblieben ist, sondern sich den gesamten byzantinischen Ritus für den Ostertag erobert hat. In jedem Land, das von Konstantinopel aus seine Taufe empfangen hat, wird diese Osterpredigt feierlich vorgetragen. Die Kirchenbesucher einer jeden byzantinischen Pfarrei in der Welt bekommt die Worte dieser berühmten Homilie zu Gehör, und dies Jahr für Jahr!

Johannes Chrysostomus (+ ca. 407) war ein Priester und Seelsorger in Antiochien, heute Antakya in der Südtürkei. Er wirkte demnach in einer Gemeinde, in der schon der Apostel Petrus seinerzeit segensreich wirkte und deren Mitglieder, die Anhänger Jesu von Nazareth, zum ersten Mal „Christen“ genannt wurden (vgl. Apg 11,26). Dort entwickelte sich Johannes aufgrund seiner schriftstellerischen Tätigkeit und seiner rhetorischen Begabung zu einem berühmten Prediger. Wegen seiner Homilien gab ihm das Volk den Beinamen Chrysostomus, zu Deutsch: Goldmund. Eine überregionale Bedeutung erlangte er und seine Predigten später durch seine Ernennung zum Erzbischof von Konstantinopel, dem Muttersitz aller byzantinischen Kirchen. Durch die Verbreitung der Liturgie der Hagia Sophia in Konstantinopel gelangte die Praxis des Verlesens seiner Osterhomilie in den gesamten Einflussbereich des byzantinischen Ritus und wird bis auf den heutigen Tag ununterbrochen gepflegt. Wer im Bistum Eichstätt in der Ostenacht keine Möglichkeit hat, sie während des Osternacht im Collegium Orientale vorgetragen zu hören, kann sie gerne nachfolgend lesen und sich für die Osterzeit inspirieren lassen.

Osterhomilie des heiligen Johannes Chrysostomus (um ca. 400)

Wer fromm und gottesfürchtig ist, soll sich an diesem schönen und herrlichen Fest erfreuen.
Wer ein getreuer Knecht ist, gehe fröhlich ein in die Freude seines Herrn.
Wer sich im Fasten verzehrt hat, empfange jetzt seinen Denar.
Wer von der ersten Stunde an gearbeitet hat, empfange heute seinen gerechten Lohn.
Wer um die dritte Stunde gekommen ist, soll dankbar feiern.
Wer um die sechste Stunde gekommen ist, soll keine Zweifel hegen, er wird nichts einbüßen.
Wenn jemand bis zur neunten Stunde säumte, soll er ohne Zaudern und Furcht herzutreten.
Und wer erst zur elften Stunde gekommen ist, fürchte sich nicht ob seines späten Kommens.
Denn der Herr ist großzügig, Er nimmt den Letzten wie den Ersten an.

Er lässt den Arbeiter der elften Stunde zur Ruhe eingehen ebenso wie den, der von der ersten Stunde an gearbeitet hat.
Mit dem Letzten hat Er Nachsicht, für den Ersten trägt Er Sorge.

Jenem gibt Er, und diesem schenkt Er.
Die Werke nimmt Er an und der gute Wille ist Ihm lieb. Die Tat ehrt Er, und die Bereitschaft lobt Er.
Gehet also alle ein in die Freude eures Herrn!

Ihr Ersten und ihr Letzten, empfangt euren Lohn!

Ihr Reichen und ihr Armen, jubelt miteinander!
Ihr Enthaltsamen und ihr Sorglosen, ehrt diesen Tag!
Die ihr gefastet habt und die ihr nicht gefastet habt, freut euch heute!
Der Tisch ist gedeckt, tretet alle herzu und genießt!

Das gemästete Kalb ist groß, niemand gehe hungrig hinaus!
Freut euch alle am Gastmahl des Glaubens!
Freut euch alle am Reichtum Seiner Güte!

Niemand beklage seine Armut, denn erschienen ist das Reich für alle!

Niemand trauere ob seiner Sünden, denn Vergebung ist aus dem Grabe aufgeleuchtet!

Niemand fürchte den Tod, denn der Tod des Erlösers hat uns frei gemacht!
Er hat den Tod vernichtet, von dem Er umfangen war.
Er hat der Hölle ihre Beute weggenommen!

Er, der zur Hölle hinabfuhr, ließ sie Bitterkeit erfahren, als sie von Seinem Fleisch kostete!

So hatte es Jesaja vorausgesagt:
„Die Hölle ward voll Bitterkeit, als sie Dir dort unten begegnete!“
Sie war voll Bitterkeit, denn sie wurde überwunden!
Sie war voll Bitterkeit, denn sie wurde verspottet!
Sie war voll Bitterkeit, denn sie wurde tödlich besiegt!
Sie war voll Bitterkeit, denn sie wurde gestürzt!

Sie war voll Bitterkeit, denn sie wurde gebändigt!

Die Hölle nahm einen Leib und stieß auf Gott!
Sie nahm Irdisches und traf auf Himmlisches!
Sie nahm, was sie sah, und kam zu Fall durch das, was sie nicht sah!

Tod, wo ist dein Stachel?

Hölle, wo ist dein Sieg?
Christus ist auferstanden, und du bist niedergeworfen!
Christus ist auferstanden, und die Dämonen sind gefallen!
Christus ist auferstanden, und es freuen sich die Engel!
Christus ist auferstanden, und das Leben waltet!
Christus ist auferstanden, und kein Toter ist mehr im Grabe!

Denn Christus ist zum Erstling der Entschlafenen geworden, da Er von den Toten auferstand.

Ihm gebührt Lob und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

Christus ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden!

(Text der Osterhomilie: Collegium Orientale)

Slawenapostel Kyrill – ein großer Europäer im Heiligenkalender

Es ist für mich persönlich eine große Auszeichnung und gleichzeitig eine Ehre, die folgenden Zeilen zum 1150. Todestag des großen Slawenapostels und Patrons von Europa, des heiligen Kyrill zu schreiben. Und dies aus mehreren Gründen:

  1. stammt meine Familie väterlicherseits – wie sich aus meinem Familiennamen unschwer erkennen lässt – aus jenem Raum, denen der heilige Kyrill das Christentum in ihrer Muttersprache vermittelte,
  2. bin ich als junger Theologe in jenes Kloster eingetreten, das sich wenige Kilometer von der heutigen tschechischen Grenze und vom ehemaligen Eisernen Vorhang befindet und
  3. gehörte mein Heimatkloster in Österreich über viele Jahrhunderte zur so genannten böhmischen Zirkarie unseres Prämonstratenserordens.

Das alles motivierte mich auch in meiner 11-jährigen Abtszeit das Erbe der beiden Slawenapostel durch die Errichtung einer byzantinischen Kapelle und die Feier der Gottesdienste im byzantinischen Ritus zu bewahren, im klaren Bewusstsein, dass unsere Kirche und unser Europa nach dem Wort des mittlerweile heiliggesprochenen Papstes Johannes Pauls II. „mit beiden Lungenflügeln“ atmen müssen. Wenn wir das Leben und die Wirkungsgeschichte des heiligen Kyrill betrachten, so können wir mit Fug und Recht behaupten, dass er und sein Bruder Methodius als große Europäer bezeichnet werden können.

Die Brüder Kyrill und Methodius. Foto: COr/Myrosh

Kyrill – der ursprünglich Konstantin hieß – und sein Bruder Methodius stammten aus einer hochrangigen byzantinischen Beamtenfamilie in Thessaloniki und wurden im ersten Drittel des 9. Jahrhunderts geboren, also zu jener Zeit, in der Thessaloniki sich aus dem Einflussbereich des Bischofs Roms löste und in die Jurisdiktion des Patriarchen von Konstantinopel überging. Die gediegene Ausbildung, die Konstantin-Kyrill in Konstantinopel erhielt, trug ihm den Bei- und Ehrennamen „Philosoph“ ein. Die entscheidende Wende in seinem und seines Bruders Leben trat mit der Entsendung der beiden Brüder durch den byzantinischen Kaiser Michael III. und Patriarch Photios I.  in das Großmährische Reich im Jahre 863. Der große Verdienst der beiden Brüder war die von ihnen kodifizierte altslawische Sprache, mit der sie die Bevölkerung des Großmährischen Reiches leichter erreichten, als die bayrischen Priester, die die lateinische Sprache verwendeten und des Slawischen kaum mächtig waren.

Aufgrund des Vorwurfes der Verwendung einer unkanonischen Sprache mussten sich die beiden Brüder in Rom vor Papst Hadrian II. rechtfertigen, erreichten aber die Anerkennung der slawischen Liturgiesprache im Jahre 867. Konstantin trat in Rom in ein dortiges Kloster ein, nahm den Mönchsnamen Kyrill an und verstarb dort am 14. Februar 869. Er liegt in der altrömischen Basilika S. Clemente begraben.

Das missionarische Wirken des heiligen Kyrill kann man als die erste wirkliche Evangelisierung der Slawen bezeichnen, obwohl oder gerade weil sie mit heftigen Widerständen von Seiten der Bischöfe von Regensburg und Salzburg rechnen musste, denen Böhmen nach dem Ende des Großmährischen Reiches Anfang des 10. Jahrhunderts endgültig unterstellt wurde, so dass der lateinische Ritus endgültig an die Stelle des slawischen trat.

Wenn ich anfänglich die beiden Brüder als große und echte Europäer bezeichnete, dann zeigt sich das in besonderer Weise am Wirken und der Geisteshaltung des heiligen Kyrill. Sein Verständnis von der Menschenwürde, das seinem Programm zugrunde lag, lässt sich vom Schöpfungswerk Gottes ablesen, das alle Menschen betrifft, da alle von Gott geschaffen sind. Auch der Weg diese Menschenwürde zu erlangen, steht allen Menschen offen, da Christi Erlösungswerk alle Menschen betrifft. Das war auch die grundlegende Haltung seines Missionsverständnisses, das keine Zwangsbekehrungen und Massentaufen wollte, sondern freiwillige Zustimmung zu jenen Werten, die aus dem Leben und Wirken Jesu Christi resultieren.

Aus diesem Grunde war ihm auch ein verstehender Glaube wichtig, was sich auch in der von ihm und seinem Bruder Übersetzung der ganzen Bibel ins Altkirchenslawische niederschlug. Kyrill und Methodius haben sich daher das friedliche Einbeziehen der slawischen Völker in die Staaten- und Kulturwelt ihrer Zeit – trotz zahlreicher Spannungen und Rückschläge – zum Ziel gesetzt und dieses Ziel auch erreicht. Es war wohl das hohe Bild vom Menschen, das er durch seine monastische und geistliche Prägung erhielt, und das ihn befähigte, in allen kirchenpolitischen Spannungen den Frieden zu suchen, „die anderen“ nicht zu verketzern und das Anrecht der „neuen Völker“ Europas auf den ihnen gebührenden kirchlich-kulturellen Eigenstand zu vertreten.

Papst Johannes Paul II. hat in seinem Apostolischen Schreiben „Slavorum Apostoli“ zum 1500. Todestag des heiligen Kyrill diese Eigenschaften besonders hervorgehoben und wie folgt charakterisiert: „Die Heiligen verkündeten eine Botschaft, die sich für unsere Zeit als sehr aktuell erweist, welche gerade wegen vieler schwieriger Probleme religiöser und kultureller, gesellschaftlicher und internationaler Natur eine lebenskräftige Einheit in der konkreten Gemeinschaft der verschiedenen Bestandteile sucht… Die beiden Brüder vollbrachten ihre Sendung nicht nur in hoher Achtung vor der bei den slawischen Völkern schon bestehenden Kultur, sondern haben diese zusammen mit der Religion auf hervorragende und ständige Weise gefördert und bereichert…. Kyrill und Methodius leisteten einen entscheidenden Beitrag zur Bildung Europas, und zwar nicht nur in der religiösen, christlichen Gemeinschaft, sondern auch für seine gesellschaftliche und kulturelle Einheit. Sie legten bei den slawischen Völkern das Fundament für eine christliche-humanistische Prägung der Gesellschaft, die heute durch Begriffe wie Menschenwürde, Freiheit, Unantastbarkeit der Person, Gerechtigkeit, Solidarität und personelle Verantwortung charakterisiert ist.“ (Slavorum Apostoli Nr. 26 u. 27)

Schlussendlich bilden die Slawenapostel eine „geistige Brücke zwischen der östlichen und westlichen Tradition, die beide in der einen großen Tradition der universalen Kirche zusammenfließen. Sie sind Beispiele und zugleich Fürsprecher in den ökumenischen Bestrebungen der Schwesternkirchen des Ostens und Westens, um durch Dialog und Gebet die sichtbare Einheit in der vollkommenen und umfassenden Einheit wiederzufinden.“ (Ebd. Nr. 27)

Ein besonderes Epiphaniefest in Konstantinopel

Das griechische Wort „epiphaneia“ = Epiphanie (Erscheinung) bezeichnet nach Aussagen der Lexika „einerseits das Erscheinen einer heilsbringenden Gottheit und die Erfahrung ihres rettenden Heilshandelns, andererseits das kultische Auftreten des gottgleichen Herrschers im hellenistisch-römischen Staatskult.“ Sie ist „sowohl die plötzliche Erscheinung eines übernatürlichen Wesens als auch die sichtbare und zeitlich begrenzte Wirkung von Gottheiten und das bloße Bewusstwerden der Nähe des Heiligen“.

Seit dem Neuen Testament und im kirchlichen Sprachgebrauch steht Epiphanie (= die Theophanie oder auch das Jordan-Fest) für die sichtbare und spürbare Erscheinung Gottes in Jesus Christus, die besonders am gleichnamigen Fest – im byzantinischen Ritus am 6. Januar – begangen wird.

In diesem Jahr wurde dieses Fest im Phanar, dem Sitz des Ökumenischen Patriarchats, der ehrenhaft ersten Kirche in der weltweiten orthodoxen Kirchenfamilie, unter einem besonderen Vorzeichen begangen. Denn an diesem Tag kam Mehrfaches zum Erscheinen. Es kamen gleich mehrere wichtige Ereignisse zusammen und wurden in langen orthodoxen Gottesdiensten mit zahlreichen Gläubigen und Pilgern und vor allem mit einer starken Präsenz der Medien gefeiert.

Als Erstes stand das christliche Hochfest selbst im Vordergrund. Im Unterscheid zur Tradition der römisch-katholischen Kirche, die an diesem Tag die Erscheinung Gottes, die Epiphanie in Jesus Christus durch die Anbetung der sterndeutenden Könige aus dem Morgenland begeht, feiern die byzantinischen Kirchen „das Fest der Taufe unseres Herrn, unseres Gottes und Heilandes Jesus Christus“. Sie feiern die Erscheinung des dreifaltigen Gottes am Jordan im Augenblick der Taufe Jesu Christi: In der Stimme des Vaters aus den geöffneten Himmeln, im Sohne, der zur Taufe in den Jordan hinabsteigt, und im Heiligen Geiste, der als Taube herabsteigt. An diesem Fest ist daher eine Große Wasserweihe vorgesehen – in Konstantinopel/Istanbul mit einer Prozession zum Bosporus verbunden –, was auch in diesem Jahr wie gewohnt der Fall war.

Zusätzlich zu der gottesdienstlich begangenen Epiphanie ist im Phanar am Wochenende 5./6. Januar 2019 auch eine größere Delegation aus der Ukraine erschienen. Zahlreiche Politiker, an deren Spitze der ukrainische Präsident Petro Poroshenko, und kirchliche Würdenträger kamen nach Konstantinopel, um einem Jahrtausendereignis beiwohnen zu dürfen. Denn an diesem Tag hat die orthodoxe Kirche der Ukraine ihre Eigenständigkeit von dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios, dem Ehrenoberhaupt der byzantinischen Weltorthodoxie, erhalten. Die Urkunde darüber, „Tomos über die Autokephalie“ genannt, wurde am Samstag, 5. Januar, im Rahmen eines in Ukrainisch gefeierten Dankgottesdienstes offiziell unterschrieben. Am Sonntag darauf fand die offizielle Übergabe des Tomos im Rahmen mehrerer Gottesdienste, konkret nach dem Verlesen des Festtagsevangeliums zum Fest „Erscheinung des Herrn“ statt. Der gesamte Festgottesdienst dauerte sechs Stunden und wurde in Griechisch und zum Teil in Ukrainisch gefeiert.

Am 15. Dezember 2018 wurde auf Initiative des Ökumenischen Patriarchen in der altehrwürdigen Sophienkathedrale in Kiew die sogenannte Vereinigungssynode aller orthodoxen Bischöfe in der Ukraine zusammengerufen. Auf dieser wurde unter Beteiligung von vielen Bischöfen, Priestern und Laien das neue Oberhaupt der ukrainischen Kirche gewählt, der 39-jährige Metropolit Epiphaniy. Er, dessen Vorname mit dem kirchlichen Fest der Epiphanie aufs Engste zusammenhängt, durfte die Urkunde am 6. Januar in Empfang nehmen und sie noch am gleichen Tag als kostbares Weihnachtsgeschenk zum Heiligen Abend (6. Januar nach dem julianischen Kalender) in die Ukraine bringen. Die Urkunde stellt eine Pergamentrolle dar, die auf dem Berg Athos – mit ikonenhaften Miniaturen umrahmt – mit goldenen Buchstaben kunstvoll und eigens hergestellt wurde. Der Inhalt ist für die orthodoxen Ukrainer natürlich das Wertvollste daran: Er bekundet offiziell, dass die ukrainische Kirche formal allen anderen bisher bestehenden 14 orthodoxen und unabhängigen Landeskirchen gleichgestellt wird. Anders gesagt, die orthodoxe Kirche in der Ukraine wurde offiziell autokephal, also selbständig und selbstverwaltend. Sie wird nun als die 15. autokephale orthodoxe Kirche unter den orthodoxen Schwesterkirchen gezählt. Alle orthodoxen Kirchen der byzantinischen Tradition sind nun vom Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios von Konstantinopel, dem „ersten unter den gleichen orthodoxen Ersthierarchen“ eingeladen, ja aufgerufen, sich seiner offiziellen Kundgebung über die Autokephalie der orthodoxen Kirchen der Ukraine zuzustimmen.

Äußerst unglücklich mit dem nun besiegelten Projekt der Anerkennung der Unabhängigkeit der ukrainischen Kirche ist die Russisch-Orthodoxe Kirche, die den Sachverhalt anders beurteilt, da sie die Ukraine zu ihrem Einflussgebiet zählt; man spricht hier von einem sogenannten kanonischen Territorium. Doch aus der Geschichte der Orthodoxie lernen wir, dass die Entstehung einer jeder orthodoxen National- bzw. Landeskirche auf Widerstand stößt. Dies geschieht vor allem deshalb, weil sie immer mit einer Teilung einhergeht: Denn eine größere orthodoxe Struktur oder Einheit soll dabei im Grunde genommen kleiner werden. Und wer wird gerne kleiner? Wer wäre freiwillig bereit, seinen Einfluss einschränken zu lassen bzw. sogar darauf zu verzichten? Daher hat mehr oder weniger jede Gründung einer neuen Kirche zu Spannungen geführt, ja mitunter zur Aufkündigung jeglicher Kommunion- und Kommunikationsgemeinschaft zwischen den einzelnen Zweigen der orthodoxen Kirchen, bis irgendwann der Tag der Heilung, der Versöhnung und Normalisierung der Verhältnisse zwischen den orthodoxen Geschwisterkirchen kommt.

Eine kleine Gruppe von Priestern und Seminaristen des Collegium Orientale Eichstätt nutzte die Möglichkeit der Weihnachtsferien und reiste mit einer spontan organisierten Wallfahrt und Studienreise nach Konstantinopel, um an diesem besonderen und Geschichte schreibenden Epiphaniefest 2019 teilzunehmen. Sie wurden Zeugen von einer mindestens zweifachen Epiphanie und kamen mit vielen unschätzbaren Eindrücken nach Hause zurück. Denn zum einen ist der Herr Jesus Christus ist erschienen, „der sich um der Menschen willen von Johannes im Jordan taufen ließ“. Zum anderen erlebten sie hautnah – neben vielen anderen persönlichen Erfahrungen – die Geburtsstunde einer neuen orthodoxen Kirche, die in der Welt erschienen ist.

Gedenken an die koptischen Märtyrer

„Als kostbare Trauben des Weinstocks Christi seid ihr aller Welt, o Weise, erschienen. In der Zeit der Ernte, als eure Stunde gekommen war, habt ihr eure edle Frucht gezeigt: Gleich einzelnen Beeren der reifen Traube wurden abgeschnitten eure ehrwürdigen Häupter. Nach Westen solltet ihr schauen, als die Sonne ein letztes Mal in eurem Leben unterging, doch im Osten erstrahlte euch Christus, die Sonne der Gerechtigkeit, und führte euch in das abendlose Licht. Zu Ihm flehet nun, o Märtyrer, auf dass Er uns schenke die Vergebung der Sünden und Sein großes Erbarmen.“

Mit diesen und weiteren liturgischen Gesängen und inhaltlichen Ausführungen gedachte das Collegium Orientale am Samstag, 15. Dezember, in einer Vesper der 21 koptischen Märtyrer von Libyen. Diese koptischen Christen wurden am 15. Februar 2015 durch Kämpfer des sogenannten „IS“ durch Enthauptung ermordet. Das Glaubens- und Lebenszeugnis dieser Männer bildete den Schwerpunkt des diesjährigen Apostelfestes des ostkirchlichen Priesterseminars. An die ökumenische Vesper mit Bischof Dr. Gregor Maria Hanke, den Bischöfen Anba Damian, von den orthodoxen Kopten in Deutschland, und Petro Kryk, von den Ukrainern in Deutschland und Skandinavien, sowie dem Bischof em. Dr. Walter Mixa schloss sich ein festlicher Abend an.

Die Ikone der genannten Märtyrer wurde im Rahmen der Vesper von Anba Damian eigeweiht. Rektor Dr. Oleksandr Petrynko stellte sie den zahlreichen Gästen von nah und fern in Anwesenheit des Künstlers Nikola Sarić bei seiner Einführung und Begrüßung der Gäste vor. Nach den Grußworten und der Vorstellung des Festredners Martin Mosebach durch Generalvikar Isidor Vollnhals erlebte die Festversammlung einen weiteren Höhepunkt des Abends: Der Georg-Büchner-Preisträger Martin Mosebach las aus zwei seiner Werke, unter anderem aus seinem jüngsten Buch „Die 21 – Eine Reise ins Land der koptischen Märtyrer“. Oliver Maksan, Chefredakteur der „Tagespost“, moderierte dankenswerterweise den Abend.

Das Ziel des Abends seitens des Collegium Orientale war es, im 21. Jahr der eigenen Existenz anstelle eines 20-jährigen Jubiläums die Heimatkirchen der Kollegiaten in den Vordergrund zu stellen und die Gäste und Freunde des Eichstätter ostkirchlichen Seminars an deren Glaubensleben in Geschichte und Gegenwart teilnehmen zu lassen.

Die Erfahrungen Mosebachs mit den östlichen Christen bei seinen Aufenthalten im georgischen Kloster Shio Mgwime und in der oberägyptischen ländlichen Heimat der 21 koptischen Märtyrer wurden vom Autor kurzweilig und engagiert vorgetragen. Die Gabe des renommierten Schriftstellers wurde allen deutlich: Mit seinen wortstarken Beschreibungen kann er in die imaginäre Welt der Zuhörer eindringen. Mosebach nahm die Gäste auf seine Reisen in den Osten mit, so dass jeder sich dessen persönliche Erlebnisse sehr lebendig vorstellen konnte. Eine atemberaubende Stille herrschte im überfüllten Universitätshörsaal und am Ende merkte keiner, dass die gut zweieinhalb Stunden plötzlich vorbei waren. Zum Austausch und zur Begegnung gab es zum Schluss beim festlichen Abendessen im Collegium Willibaldinum genügend Zeit.