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Überleben auf den Straßen der Amazonas-Metropole Manaus

Rund 20.000 Venezolaner sind vor politischer Verfolgung, Hunger und wegen der fehlenden Gesundheitsversorgung nach Brasilien geflohen. Ordensfrauen und kirchliche Einrichtungen sind ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft

Er mit dem Einkaufswagen, sie mit einem Karren aus Aluminium: So ziehen die Venezolaner Jesús Parra und Rossmary Gallardo durch die brasilianische Millionenstadt Manaus, um etwas Geld zu verdienen. Ihre Kinder, die fünfjährige Jessmary und der einjährige Keyler, sind immer dabei.

Jesus Parra (28) und Rosmary Gallardo (22) sind mit ihren beiden Kindern aus Venezuela geflohen und suchen in Manaus nach neuen Perspektiven. Sie verkaufen auf der Straße getrocknete Früchte und Kaffee. Rosmary benötigt medizinische Betreuung. Unterstützt und begleitet werden sie von der Migrantenpastorale der Scalabrianer-Schwestern
Jesus Parra (28) und Rosmary Gallardo (22) sind mit ihren beiden Kindern aus Venezuela geflohen und suchen in Manaus nach neuen Perspektiven. Sie verkaufen auf der Straße getrocknete Früchte und Kaffee. Rosmary benötigt medizinische Betreuung. Unterstützt und begleitet werden sie von der Migrantenpastorale der Scalabrianer-Schwestern. Foto: Florian Kopp/Adveniat

Mitten in der Nacht steht die Familie auf. Anstelle von Limonen, Orangen, Mangos und Avocados legt Jesús heute nur in Tütchen abgepackte Bananenchips in seinen Wagen. Er hatte kein Geld, um frische Früchte zu besorgen. Rossmary kocht Kaffee und füllt ihn mit viel Zucker in mehrere Thermoskannen. Um zwei Uhr machen sie sich auf in die Dunkelheit einer Stadt, die neu für sie ist und deren Sprache und Regeln sie kaum kennen. Ihr Ziel ist der große Markt am Ufer des Amazonas. Zwischen Händlern, Verkäufern und Trägern bahnen sich Rossmary und Jesús ihren Weg. Immer in der Hoffnung, dass jemand einen Kaffee für einen Real (umgerechnet ca. 15 Cent) bei ihr bestellt, oder ihm eine Tüte der frittierten Bananenchips als Snack abkauft.

Rund um den Markt von Manaus gibt es Hunderte Menschen wie Jesús und Rossmary. Sie alle versuchen, sich im informellen Sektor zu behaupten. Viele sind aus Venezuela geflüchtet. Schätzungen zufolge leben mittlerweile 20.000 Menschen aus dem nördlichen Nachbarland in der Großstadt.

„Alles ist besser als Venezuela“, meint der 28-Jährige. Er und die 22-jährige Rossmary haben Ende 2020 ihre Heimat verlassen. „Hambre!“, antworten sie auf die Frage nach den Gründen: „Hunger!“. „Wir hatten nicht mehr genug Geld, um uns zu ernähren. Alles ist teuer in Venezuela und die Preise steigen ständig“, sagt Jesús. Hinzu kam, dass Rossmary seit der Geburt ihres Sohnes unter Unterleibsschmerzen leidet. An eine medizinische Versorgung in Venezuela war nicht zu denken. „Es gibt keine Medikamente mehr“, sagt sie.

Aber es gibt auch politische Gründe für die Flucht: Als Techniker bei der venezolanischen Luftwaffe wartete Jesús russische Kampfhubschrauber. „Ich wollte der Maduro-Regierung nicht mehr dienen“, sagt er. Also desertierte er.

Mit dem Bus reiste das Paar 1.600 Kilometer quer durch Venezuela. Sie bezahlten einen Schlepper, der sie nachts über die Berge der Grenzregion brachte. Als ihre Gruppe vor der Polizei flüchten musste, verloren sie ihre Tochter. Erst einige Stunden später fanden sie Jessmary wieder. Eine andere Flüchtlingsgruppe hatte die Fünfjährige gefunden. „Ich bin vor Angst fast gestorben“, erzählt Rossmary. Während der dramatischen Flucht löste sich auch noch die Sohle einer ihrer Turnschuhe. Sie trägt ihn noch immer, weil sie keine anderen Schuhe hat.

Essensausgabe mit Erzbischof Dom Leonardo Steiner. Foto: Florian Kopp/Adveniat

Um die Mittagszeit zählt das Paar ihre dürftigen Einnahmen. „Vor der Pandemie waren es manchmal 50 bis 80 Real pro Tag“, sagt Jesús, zwischen acht und zwölf Euro. Aber durch Corona seien die Einnahmen stark geschrumpft. Es sind einfach viel weniger Menschen unterwegs.

Die Familie hat Hunger und reiht sich in eine Schlange ein, in der schon andere Venezolaner warten. Die Obdachlosen-Pastoral bietet jeden Tag neben einer Kirche ein warmes Mittagessen an: Hühnchen mit Reis und Bohnen. Obwohl Jesús und Rossmary nicht obdachlos sind, bekommen auch Bedürftige wie sie hier eine Mahlzeit. Hin und wieder hilft Dom Leonardo Steiner, der Erzbischof von Manaus, persönlich bei der Essensausgabe. Der 70-jährige Franziskaner sieht es als seine Pflicht an, persönlich mit anzupacken. „Manaus hat große soziale Probleme, die Kirche muss zu den Menschen gehen.“

Als Jesús und Rossmary sich auf die Stufen der Kirche setzen, um zu essen, gesellt sich der Erzbischof dazu. Sie berichten, dass sie ohne die täglichen Mittagessen der Kirche während der Pandemie Hunger gelitten hätten, und dass sie sehr dankbar seien. Dom Leonardo hört ihnen aufmerksam zu. Er ist niemand, der sich in den Vordergrund drängt.

Rossmary sieht schwach aus, wirkt abgemagert. Doch bislang traute sie sich nicht, zum Arzt zu gehen, weil sie und Jesús noch nicht in Brasilien registriert sind. Um das Problem zu lösen, suchen sie nun die Migranten-Pastoral von Manaus auf. Von anderen Venezolanern haben sie gehört, dass die Schwestern des Scalabrinianerinnen-Ordens Flüchtlingen wie ihnen helfen.

Schwester Dinair Pereira und Schwester Gema Vicense raten Rossmary und Jesús, sofort eine Steuernummer zu beantragen. Nur so hat man in Brasilien Zugang zu Sozialleistungen. Als Schwester Dinair von den Beschwerden Rossmarys hört, ruft sie sofort einen kubanischen Arzt an. Er arbeitet als Freiwilliger für die Migranten-Pastoral, die ihm selbst einst half, in Brasilien zu bleiben. Er untersucht Rossmary am nächsten Tag und sagt, dass sie eine MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomographie) machen müsse. Doch der nächste freie Termin in einem öffentlichen Krankenhaus ist erst in sechs Monaten. Also bezahlt Schwester Dinair kurzentschlossen eine private Untersuchung für die junge Frau. Es stellt sich zudem heraus, dass Rossmary eine schwere Blaseninfektion hat, außerdem Anämie und Darmparasiten. Schwester Dinair besorgt auch die Medikamente für sie.

„Wir begleiten die Migranten sehr eng“, sagt die kleine energische Frau. „Viele fühlen sich am Anfang verloren und brauchen Unterstützung.“ Sie will heute Rossmary und Jesús besuchen. Das Paar wohnt in einem Zimmer in einem recht verwahrlosten Haus im alten Zentrum der Stadt. „Hier leben viele Venezolaner“, sagt Schwester Dinair. Die Hälfte des kleinen Raums nimmt die Matratze auf dem Boden ein, es gibt ein Bad, in dem das Wasser nicht läuft, und zwei Elektroplatten zum Kochen. 300 Real zahlen sie monatlich an Miete, das sind umgerechnet ca. 50 Euro. „Wenn es regnet, tropft es durch die Decke“, klagt Jesús.

Jesus Parra (28) und Rosmary Gallardo (22) mit ihren beiden Kindern in ihrer Unterkunft. Foto: Florian Kopp/Adveniat

Schwester Dinair hilft dem Paar, einige Dokumente zu sortieren, die sie in Brasilien gebrauchen können. Jesús erzählt, dass er gerne wieder als Helikopter-Techniker arbeiten würde. Aber werden seine Diplome in Brasilien anerkannt? Dinair ermutigt ihn, seine Zeugnisse zusammenzusuchen, und sich beim Flughafen vorzustellen. „Es ist wichtig, dass die Immigranten in Bewegung bleiben“, sagt sie. „Sonst besteht die Gefahr, dass sie resignieren.“ Die Migranten-Pastoral hilft ihnen, diesen kritischen Moment zu überwinden.

Auch Rossmary hofft, dass sie sie ihr Studium in Rechnungswesen in Brasilien beenden kann. Bis dahin, das weiß sie, ist es noch ein langer Weg. Aber sie möchte ihn gehen.

Adveniat-Weihnachtsaktion 2021: ÜberLeben in der Stadt

80 Prozent der Menschen in Lateinamerika und der Karibik leben bereits heute in den Städten. Und die Landflucht hält weiter an. Doch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft wird häufig enttäuscht. Das Leben der Indigenen, Kleinbauern und Klimaflüchtlinge am Stadtrand ist geprägt von Armut, Gewalt und fehlender Gesundheitsversorgung. Und wer arm ist, kann für seine Kinder keine gute Ausbildung bezahlen. Mit seinen Projektpartnern, wie zum Beispiel Ordensleuten und pastoralen Mitarbeitern, durchbricht das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat die Spirale der Armut: durch Bildungsprojekte in Pfarrgemeinden insbesondere auch für Frauen und Kinder, Menschenrechtsarbeit und den Einsatz für faire Arbeitsbedingungen. Unter dem Motto „ÜberLeben in der Stadt“ rückt Adveniat mit seiner diesjährigen Weihnachtsaktion die Sorgen und Nöte der armen Stadtbevölkerung in den Blickpunkt. Schwerpunktländer sind Mexiko, Paraguay und Brasilien. Die Eröffnung der bundesweiten Adveniat-Weihnachtsaktion fand am 1. Advent, 28. November, im Bistum Münster statt. Die Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Kirchen Deutschlands ist für Adveniat und die Hilfe für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik bestimmt. Spendenkonto bei der Bank im Bistum Essen, IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45 oder unter www.adveniat.de.

„Wir müssen die Wunden der Natur und die der Menschen heilen“

Bevor er aufs Gaspedal tritt, spricht Bischof Johannes Bahlmann noch kurz ein Vaterunser. Dann steuert er seinen Pick-up rasant über eine buckelige Staubpiste. Die Rinderweiden rechts und links der Straße werden nur ab und zu von Waldstücken unterbrochen. „Hier ist schon alles abgeholzt“, sagt er. „Schlimm ist das.“

Seit zehn Jahren leitet der Mann, der aus dem niedersächsischen Visbek stammt und den hier alle nur Dom Bernardo nennen, die Diözese von Óbidos. Die Stadt mit 50.000 Einwohnern liegt am Ufer des Amazonas im brasilianischen Bundesstaat Pará. An diesem heißen Nachmittag ist er auf dem Rückweg aus Alenquer, dem nächsten größeren Ort. Er hat dort ein kleines, von Ordensschwestern geleitetes Krankenhaus besucht. Es gilt vor allem wegen seiner Geburtsstation, die vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat gefördert wird, als eines der besten Hospitäler der Region. Rund drei Stunden dauert die Rückfahrt nach Óbidos – gar nicht so lang, wie Dom Bernardo betont. Seine Reisen dauern sonst länger.

Die Diözese des 59-Jährigen ist eine der größten in Brasilien, sie reicht vom Amazonas bis an die Grenze zu Surinam. Diese ländliche, größtenteils von Dschungel bedeckte Region gehört zu den konfliktreichsten des Landes. Hier herrschen eigene Gesetze. Es geht rauer zu, der Staat ist weit weg und die Infrastruktur prekär. Großgrundbesitzer, Holzfäller und Viehzüchter geben den Ton an. Die Situation ist durchaus mit der im „Wilden Westen“ vergleichbar. „Man braucht Mut und Vertrauen, wenn man hier etwas bewirken will“, sagt Dom Bernardo und weicht einem Schlagloch aus.

Drei besonders drängende Probleme gibt es für den Bischof. Da sei erstens die Umweltzerstörung. Sie nehme immer beunruhigendere Ausmaße an, insbesondere seit Brasiliens rechtsextremer Präsident Jair Bolsonaro den Amazonas praktisch zur Ausbeutung frei gegeben hat – ohne Rücksicht auf Ureinwohner, Kleinbauern und Fischer. Der Amazonas werde von der Regierung an transnationale Konzerne verscherbelt, meint der Bischof.

Damit eng verbunden sei eine tiefe soziale Ungerechtigkeit. „Viele Menschen in meiner Diözese sind arm, sie besitzen kein oder nur sehr wenig Land“, sagt Bischof Bahlmann. „Sie leben häufig von der Hand in den Mund.“ Ihnen gegenüber stünden wenige, sehr reiche Großgrundbesitzer, die meist mit der Politik verbandelt seien.

Um in die Dörfer zu gelangen, fährt Bischof Bernardo Bahlmann mit dem Boot der Diozöse. Foto: Florian Kopp/Adveniat

Als dritte große Herausforderung nennt Dom Bernardo die Ausmaße seiner Diözese. Sie ist halb so groß wie Deutschland, hat aber lediglich eine Handvoll Straßen. „Es ist nicht einfach für mich, bei den Menschen präsent zu sein“, erklärt Dom Bernardo. „Aber ich versuche es.“

Und so reist der Bischof manchmal tagelang mit Booten über die Flüsse, um die Menschen in seiner Diözese zu besuchen. Einige tief im Dschungel gelegene Missionsstationen sind nur mit dem Propellerflugzeug zu erreichen. „Es ist heute wichtiger denn je, dass die Kirche zu den Menschen geht“, zitiert Dom Bernardo Papst Franziskus. „Wir dürfen nicht bequem sein. Was nützen uns die schönsten Gebete, wenn wir die Menschen nicht mehr erreichen.“

Deswegen ist Dom Bernardo auch ein großer Befürworter von Laienpriestern. „Ohne sie gäbe es vielerorts im Amazonasgebiet gar keine Gottesdienste mehr“, sagt er. Besonders am Herzen liegt ihm die von Adveniat finanzierte Laienschule in Óbidos. Katholiken aus den entferntesten Orten werden hier zu Laienpredigern ausgebildet und in sozialen und ökologischen Themen unterrichtet. Die Ausbildung habe schon einige Führungspersönlichkeiten hervorgebracht, die in ihren Gemeinden etwas zum Positiven veränderten, berichtet Dom Bernardo. Nur so bekomme man auch die Jugend ins Boot.

Der Bischof macht nach langer Fahrt zum ersten Mal Halt an einem kleinen Weiler. Die Kirche am Wegesrand ist mit Blumen und bunten Bändern geschmückt. Am nächsten Tag sollen hier die Kinder Erstkommunion feiern. Als er aus dem Wagen steigt, eilen gleich einige Kinder und Frauen herbei. Sie küssen die Hand von Dom Bernardo, der es ihnen gleichtut. So ist es Brauch in dieser Region. Man wünscht sich gegenseitig den „Segen“.

Bischof Bernardo Bahlmann trinkt mit Dorfbewohern einen Kaffee. Foto: Florian Kopp/Adveniat

Sogleich wird der Bischof auch zu Kaffee und Kuchen auf den Hof der Familie eingeladen. Die Zuwanderer aus dem armen und trockenen Nordosten Brasiliens haben sich im Amazonasgebiet eine bescheidene Landwirtschaft aufgebaut. Sie schätzen an ihrem Bischof, dass er ein Mann des Volkes ist, einer zum Anfassen. Tatsächlich macht Dom Bernardo kein großes Aufheben um sich. Der Franziskaner ist meist in hellen Baumwollhosen und Hemd unterwegs und stellt außer einem Bischofsring keine Insignien seines Amtes zur Schau.

Bischof Bernardo Bahlmann spricht mit dem Jugendlichen Paulo Aquila (15), der später ins Seminar eintreten will. Sein Vater Aginaldo Silva ist Diakon und leiter der katholischen Gemeinde des Dorfes Maria Theresa.

Dafür bewirkt das Engagement des Bischofs für ökologische und soziale Gerechtigkeit umso mehr. Auch dank seines Einsatzes fährt seit 2019 ein Hospitalschiff mit rund 30 Ärzten und Krankenpflegern an Bord auf dem Amazonas und seinen Zuflüssen. Die „Papa Francisco“ bringt medizinische Versorgung an Orte, an denen die Menschen häufig noch nie zuvor einen Arzt gesehen haben. 700.000 Menschen sollen so erreicht werden. „Wir leisten hier einen ganz konkreten wichtigen Dienst am Menschen“, erklärt Dom Bernardo. 50.000 Euro hat Adveniat zu Beginn der Coronakrise der Gesundheitspastoral des Bistums und dem Krankenhaus in Alenquer zur Verfügung gestellt.

Nach einer kurzen Nacht in Óbidos bricht der Bischof am nächsten Morgen erneut auf. Diesmal geht es ins Dorf Arapuçu, eine halbe Stunde flussaufwärts. Arapuçu ist ein Quilombo, eine Siedlung von Nachkommen ehemaliger Sklaven. Dem Bischof ist es wichtig, heute hier zu sein, denn in Brasilien wird der „Tag des Schwarzen Bewusstseins“ begangen, der an die Leiden und den Kampf der afro-brasilianischen Bevölkerung erinnern soll.

Im nach allen Seiten offenen Gemeindesaal von Arapuçu haben sich die Bewohner versammelt. Einige Schüler singen ein Lied über die Diskriminierung einer schwarzen Frau. Dann ergreift Dom Bernardo das Mikrofon. Es sei wichtig, die eigene Geschichte und Kultur zu kennen und dafür einzutreten, sagt er. Zum Abschied küssen die Menschen dem Bischof wieder die Hand, und er erwidert die liebevolle Geste: „Segen!“ Auf dem Rückweg sagt er nachdenklich: „Wir haben zwei große Aufgaben als Kirche im Amazonasgebiet. Wir müssen die Wunden der Natur heilen. Und wir müssen die Wunden der Menschen heilen.“

Adveniat-Weihnachtsaktion 2020: ÜberLeben auf dem Land
Trotz Landflucht lebt jeder Fünfte in Lateinamerika und der Karibik auf dem Land. Das bedeutet häufig auch, abgehängt und ausgeschlossen zu sein. Wer auf dem Land geboren ist, ist dreimal häufiger von Armut betroffen als eine Person, die in der Stadt geboren wird. Die Gesundheitsstationen in ländlichen Regionen sind oft miserabel ausgestattet, denn es gibt dort kaum Diagnosemöglichkeiten, Medikamente und Fachpersonal. Und dann kam im Mai 2020 auch noch Corona. Das Virus trifft mit der Landbevölkerung auf eine besonders verletzliche Gruppe von Menschen, deren Immunabwehr aufgrund ihrer Armut, den chronischen Leiden an Infektionskrankheiten sowie ihrer schlechten Ernährungssituation bei einer Infektion schnell überfordert ist. Deshalb rückt das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat mit seiner diesjährigen Weihnachtsaktion unter dem Motto „ÜberLeben auf dem Land“ die Sorgen und Nöte der armen Landbevölkerung in den Blickpunkt. Schwerpunktländer sind Argentinien, Brasilien und Honduras. Die Eröffnung der bundesweiten Adveniat-Weihnachtsaktion findet am 1. Advent, dem 29. November 2020, im Bistum Würzburg statt. Die Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Kirchen Deutschlands ist für Adveniat und die Hilfe für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik bestimmt. Spendenkonto bei der Bank im Bistum Essen, IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45 oder unter www.adveniat.de.