Von wegen dolce vita: Vielseitige Aufgaben auf Belmonte

Was macht den Alltag im Internationalen Schönstattzentrum auf Belmonte aus? Den geistlichen Rahmen des Tages bilden die Heilige Messe, die wir meist in der Frühe in Italienisch feiern, der Rosenkranz bzw. donnerstags die eucharistische Anbetung und gegen 21 Uhr der Abendsegen, zu dem ich meist zum persönlichen Tagesabschluss ins Heiligtum gehe und in den ich alle einschließe.

Die wöchentliche Predigt in der Fremdsprache bleibt weiterhin eine Herausforderung und Mühe, die ich dank einer pensionierten Lehrerin, die mir meist wöchentlich zwei Stunden Unterricht gibt, und einer Frau von Schönstatt, die meine Predigtentwürfe korrigiert, einigermaßen meistere.

Dann gilt es das Leben und die Arbeit auf Belmonte zu organisieren und am Laufen zu halten: von der Pflege des riesigen Parks bis hin zum kleinen Fuhrpark, von der Sakristei und dem Heiligtum bis zur Casadell’Alleanza, von der Buchhaltung bis zur Terminkoordination.

Die große Baustelle des Domus Pater Kentenich, die wir im kommenden Frühsommer einigermaßen abzuschließen hoffen, gilt es immer wieder mitzudenken, den künftigen Betrieb in den Blick zu nehmen und in die Planungen einzubringen, die laufenden Arbeiten zu kontrollieren und die Verbindung mit dem Architekten in Deutschland zu halten, mit den Arbeitern in Kontakt zu bleiben.

Ich bin sehr dankbar, dass in diesem Bereich Pfarrer i.R. Georg Egle, der nach Eintritt in den Ruhestand dreieinhalb Jahre hier auf Belmonte lebte und arbeitete (sozusagen mein „Vorläufer“, wie er sich selbst immer wieder bezeichnet) noch weiterhin mitschafft, der seit Jahrzehnten mit dem Projekt und auch mit den Einzelheiten der Bauten hier auf Belmonte vertraut ist und der fast monatliche für eine Woche hier vor Ort mithilft.

Im Blick auf den künftigen Pilger- und Tagungsbetrieb gilt es Kontakte zu knüpfen, einen Geschäftsführer und weitere MitarbeiterInnen zu suchen, Ideen für den Hausablauf zu entwickeln… Wir hoffen, im Jubiläumsjahr 2014, in dem die Bewegung 100 Jahre alt wird, den Bau soweit fertig zu haben, dass wir es schon für die ersten Pilger nutzen können.

In die Schönstatt-Bewegung hinein gilt es in mehrfacher Hinsicht tätig zu sein: da steht die Visions- und Öffentlichkeitsarbeit ganz oben an, denn ein Projekt, das bereits 1965 begonnen hat, aber ausverschiedenen Gründen erst in diesen Jahren verwirklicht werden kann, muss immer und immer neu in den Herzen der Verantwortlichen wie der ganzeninternationalen Bewegung zum Brennen gebracht werden. Da ist die Mitarbeit in der wachsenden italienischen Bewegung gefragt, die alle freien Kräfte braucht und sich für mich besonders in der Mitsorge für die Priester und natürlich in der Sorge für das Leben im und um das Heiligtum verwirklicht. Und nicht zuletzt in der eigenen Priestergemeinschaft, dem Schönstatt-Institut Diözesanpriester, der die Trägerschaft von Belmonte übertragen ist, gilt es verantwortlich mitzuarbeiten.

In Zukunft soll Belmonte das „Gesicht Schönstatts im Herzen der Weltkirche“ sein. Einer so vielfältigen und vielgestaltigen weltweiten Bewegung. Das kann keine Person für sich allein, das kann auch keine der vielen Teilgemeinschaften für sich allein (wir sprechen da von „Gliederungen“), das kann, wenn überhaupt, nur in einem Miteinander gelingen von den verschiedenen Berufungen innerhalb der Schönstatt-Bewegung, die quer aus vielen Nationen und  Kulturen kommen. Dafür will ich innerhalb der internationalen Familie werben und Menschen gewinnen. Es gilt aber auch, nach Möglichkeiten schon jetzt Kontakte zu knüpfen hinein in Pfarrei und Diözese (wir gehören hier zwar zur Stadt Rom, aber schon nicht mehr zum Bistum Rom), aber auch zum Vatikan und zu kulturellen und gesellschaftlichen Kreisen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.