Vom heißen Senegal zurück in die kalte Oberpfalz

Sehr abwechslungsreich verlief unser Besuch in der KLB-Partnerdiözese Tambacounda. Nach einem Eingewöhnungstag in Mbour am Atlantik, führte uns eine sechsstündige Fahrt nach Tambacounda an unser eigentliches Ziel. Es war ein erster Vorgeschmack auf die staubigen Straßen, die uns auf unserer Reise erwarten würden.

Höhepunkt des nächsten Tages war die Einweihung einer Bibliothek für eine Schule, die unsere Begleiter vom Lionsclub Kempten im Allgäu finanziert hatten. Der Neubau scheint sehr gelungen, die Ausstattung mit Computerraum schien uns doch „auf die Schnelle“ hergerichtet zu sein.

Zeitig brachen wir am nächsten Tag auf, zum Besuch des Dorfes Diam Diam, das an dem von der KLB mitfinanzierten Alphabetisierungsprogramm teilgenommen hatte. Ein ortskundiger Führer begleitete uns in das abgelegene Dorf, wo wir mit einem Spalier von Kindern und Erwachsenen herzlich empfangen wurden. Auf dem Dorfplatz folgte ein vierstündiges Programm mit Gesängen und wirbelnden Tänzerinnen und Tänzern, die sich an Originalität und Schnelligkeit gegenseitig zu übertreffen schienen, begleitet von rasenden Trommelschlägen. Aus allen 40 teilnehmenden Frauengruppen trafen am Nachmittag Abordnungen ein, die sich selbst vorstellten und das Projekt begeistert lobten. Es fielen Sätze wie zum Beispiel „Schule bedeutet Freiheit“ oder „Seit der Alphabetisierung hat niemand mehr das Dorf verlassen“ oder „Die Frauen sollen nicht nur kochen, sondern müssen zur Entwicklung der Gesellschaft beitragen“. Erstaunlicherweise sprechen auch der Imam (religiöser Führer) und der Dorfchef begeistert von dem Projekt.

Am nächsten Tag trafen wir Tambacoundas Bischof Jean Noel Diouf. Leider verlief das Gespräch nicht nach unseren Vorstellungen. Der neue Schulrat und der weltliche Berater des Bischofs, Francois Kital, bringen sehr viel Unruhe in die Diözese.

Ein Ausflug in das Bananendorf Ngeen zeigte uns, dass Erntehilfen beim Bananenanbau gebaut werden und die Vermarktung im „Fair Trade Handel“ geplant sind. Das Pumpenprojekt mit Gemüseanbau war leider nicht in Betrieb, es gibt wohl ein Problem mit dem Kabel.

Beim Besuch eines Krankenhauses in Tambacounda fanden wir erschreckende hygienische Verhältnisse vor. Chefarzt Dr. Millogo und sein Ärzteteam müssen in Behandlungsräumen und im Operationssaal unter nicht vorstellbaren Bedingungen arbeiten.

Mit einer Zwischenstation in Kedougou ging es weiter nach Südosten, Richtung Grenze zu Guinea, nach Salemata. Die Regenzeit war dieses Jahr so heftig und die Straßen so ausgewaschen, dass selbst der Geländewagen Schwierigkeiten hatte. Am Ortseingang hatten die Wassermassen sogar eine Brücke zerstört. Die Schule von Salemate wurde von Hélène Dumont vom Verein Zukunft für Senegal aus Deining vor der Schließung gerettet. Durch ihren beispielhaften Einsatz wurde durch mehr als 200 Schulpatenschaften und großzügige Spenden nicht nur der Schulbetrieb aufrechterhalten, sondern es konnten auch die Gebäude und Inneneinrichtung saniert werden. Leider gibt es in der Zusammenarbeit mit dem neuen Schulrat und dem weltlichen Berater des Bischofs große Meinungsverschiedenheiten, so dass die Fortführung der Patenschaften für diese Schule nicht sichergestellt ist. So mussten wir erfahren, dass Enttäuschungen und Rückschläge auch bei noch so gut gemeinten Hilfsprojekten nicht ausbleiben.

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