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Zu Gast bei Freunden in Panama

Fünf Jugendleiter aus der Pfarrei Postbauer-Heng – Tobias Roth, Stephanie Sigl, Thomas Meier, Christiane Kraus und David Hink – haben im Vorfeld des Weltjugendtages die Tage der Begegnung bei Gastfamilien in der Pfarrei Almirante in Panama verbracht. Hier berichten sie über ihre Erlebnisse.

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Die Tage in unserer Gastpfarrei Almirante bei den „Tagen der Begegnung“ sind leider schon vorbei. Von unseren Gastfamilien wurden wir sehr herzlich aufgenommen, sie haben sich um alles gekümmert. Wir wurden mit Plakaten, Schildern und Luftballons am Haus begrüßt und regelrecht erwartet.

Auf dem Foto mit der Panamaerin in der Mitte, sind wir, die Kolumbianische Gruppe und Schwester Claudia aus Guatemala, die die Tage der Begegnung organisiert hat.

In der Pfarrei feierten wir und Pilger aus Kolumbien, Brasilien, Argentinien und Uruguay zusammen mit den Panamaern. Die Stimmung war ausgelassen, es wurde viel getanzt und gesungen. Am ersten Tag standen ein Willkommensgottesdienst und ein Abendessen bei den Familien auf dem Plan. Es gab Hähnchen mit Ananassoße.

Am zweiten Tag haben wir dann den Ort erkundet und bei einer Fotorallye sind schon Freundschaften entstanden. Dabei haben wir auch den Hafen von Almirante gesehen, bei dem es nur um eines geht: Bananen. Chiquita verschifft von hier aus seine Bananen nach Europa – nach Rotterdam und Rostock. Am Abend gab es eine Talentshow und neben Beiträgen aller Nationen gab es auch traditionelle Tänze aus Panama, bei denen alle mitmachten. Am dritten Tag stand ein Besuch auf einer Kakaoplantage an, die von Indigenen betrieben wird. Wir konnten erfahren, wie die Produkte angebaut und auch fair vermarktet werden können.

Am vorletzten Tag feierten wir auf der Isla Colon in einer Grotte Gottesdienst und entspannten mit unseren neuen Freunden aus der ganzen Welt an der karibischen Playa. Am Abend gab es dann einen bewegenden Kreuzweg durch den Ort mit Statements der Gastfamilien und der Pilger.

Die Tage in Almirante waren besonders bewegend, weil innerhalb von wenigen Tagen Freundschaften mit Leuten aus verschieden Ländern entstanden sind. (Stefanie Sigl)

Am Sonntag sammelten sich alle Pilger aus der Prälatur zu einem großen und sehr frohen Gottesdienst und dann hieß es Abschied nehmen von unseren Freunden. Mit einer Gruppe aus Kolumbien wollen wir uns aber auch nochmal in Panama-Stadt treffen.

Wir wurden von unseren Gastfamilien sehr herzlich aufgenommen und haben uns wirklich als Teil der Familie gefühlt. Unsere Gastmutter meinte: „Now you have a home, far away from home“. (Christiane Kraus)

Gruppenfoto vor der Kathedrale von Panama

Nach einem Sicherheitscheck des Busses ging es dann 14 Stunden Übernacht unter Polizeischutz nach Panama-Stadt. Hier sind wir alle fünf bei einer sehr netten Gastfamilie untergebracht, die uns schon durch die Stadt geführt hat und wo wir mit leckerem Essen verwöhnt werden.

Heute Nachmittag steht nun der Eröffnungsgottesdienst des WJT an der Cinta Costera an und wir bereiten uns gerade vor.

„Die Polen sind sehr gastfreundlich“

Laura Brandes aus der Pfarrei Wettstetten nimmt an den Weltjugendtag in Polen teil. Wie alle Teilnehmer aus den Bistümern Eichstätt und Bamberg wohnt sie in einer Gastfamilie in der Pfarrei Bibice. Mit Laura (im Bild spielt sie Querflöte) sprach Anita Hirschbeck für den Blog „weitblick“.

weitblick: Am Mittwoch hat in Bibice ein Festival für die deutschen Gäste stattgefunden. Was war da geboten?

Laura: Die Leute aus Bibice haben sich sehr viel Mühe gemacht. Es waren mehrere Jugendgruppen auf der Bühne. Eine ganz junge Sängerin hat das Festival eröffnet. Die Hymne vom jetzigen und vom letzten Weltjugendtag in Polen wurden gespielt. Unsere Gruppen haben auch spontan einen Überraschungsbeitrag geleistet: Wir haben die Frankenhymne und die Bayernhymne gesungen. Die Stimmung war grandios.

Habt ihr denn viel Kontakt mit Einheimischen?

Während des Festivals haben wir zum Beispiel mit einem Mädchen aus dem Dorf gesprochen. Sie heißt Claudia, hat in einer Tanzgruppe mitgemacht und war sehr engagiert. Und wir haben Kontakt zu den freiwilligen Helfern aus Bibice. Die Jugendlichen haben viel mitgesungen und da hat man sich schon ein bisschen ausgetauscht. Ich schätze, mit Claudia werden wir auch weiterhin in Kontakt bleiben.

Wie nimmst du die Polen wahr?

Ich finde, sie sind super gastfreundlich. Wir haben eine sehr tolle Gastfamilie. Mittlerweile wurde uns sogar der Hausschlüssel anvertraut. Als wir gestern spät abends heimkamen, standen da noch Kuchen und Kekse. Sie machen sich sehr viel Mühe und man kommt sehr leicht mit ihnen ins Gespräch.

Und sind die Polen so katholisch wie ihr Ruf?

Bei unserer Gastfamilie würde ich das nicht vermuten. In der Wohnung hängt nirgendwo ein Kreuz. Aber die Jugendlichen, die sich in Bibice als Freiwillige engagieren, sind schon sehr begeistert von der Kirche. Trotzdem: Als so erzkatholisch, wie man es manchmal hört, würde ich sie nicht beschreiben.

Am Donnerstag haben der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke und Vertreter aus Bibice einen Baum gepflanzt – als Zeichen der Versöhnung zwischen Deutschland und Polen. Spielt das Thema Zweiter Weltkrieg in eurer Generation überhaupt noch eine Rolle? Sprichst du darüber mit Polen in deinem Alter?

In meinem Alter eher nicht. Aber meine Nachbarn zu Hause sind Polen. Sie kommen aus Schlesien und haben deshalb eine besondere Geschichte. Unser ehemaliger Pfarrer war auch Pole. Von dieser Generation bekommt man das Thema schon eher mit. Auch dass die Freundschaft mittlerweile sehr eng geworden ist. Deswegen finde ich es eine sehr schöne Geste, dass wir einen Baum gepflanzt haben. Damit man sich daran erinnert, dass die Freundschaft nicht immer so tief war.

Der Weltjugendtag läuft noch bis 31. Juli. Worauf freust du dich besonders?

Ich freue mich vor allem auf die Stimmung, die entsteht, wenn so viele Nationen zusammenkommen. Schon die Eröffnungsmesse war voller Freude. Viele Leute sind danach noch durch die Straßen gezogen. Ich freue mich auf viel Austausch und gemeinsames Gottesdienstfeiern.

Das Interview als Audio

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