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Palmsonntag in einem Flüchtlingslager in Südsudan

Heute ist Palmsonntag und ich war wieder in einem der beiden Flüchtlingscamps in Juba. Mit ein paar Bildern will ich euch teilhaben lassen, wie es hier liturgisch und auch sonst zugeht. Heute war es wieder heiß und weil es in der Nacht geregnet hat, auch verdammt schwül. Die Ministranten haben mir fast Leid getan, so ist ihnen der Schweiß heruntergelaufen. Die Regenzeit fängt langsam an und die Menschen in den Flüchtlingscamps leiden vor allem an der schlechten sanitären Situation. Viele Latrinen laufen über und der Geruch mischt sich mit dem von getrocknetem Fisch.

Die Palmsonntagsprozession durch das Camp war sehr bewegend. Viele haben teilgenommen, auch wenn sicher nicht alle davon Christen waren. Die Flüchtlinge, fast alle aus dem Stamm der Nuer, die noch bis Mitte Dezember nur wenige Meter oder Kilometer von Camp (also in der Stadt Juba) gelebt haben, haben durch eine Genozid ähnliche Attacke von Seiten der Regierung viele aus ihrer Verwandtschaft verloren und fühlen sich erniedrigt. Die Parallele zu Jesu Leidensweg liegt nahe. Auch er wurde erniedrigt und hat in der Annahme und Hingabe seine Größe gezeigt und den Weg unserer Erlösung eingeschlagen. Nur ist unter den Flüchtlingen die Wut, die Angst und der Hass zu groß, um Jesu Beispiel (als Volksstamm) zu folgen. Der Einzelne mag das durchaus versuchen. Aber es ist nicht leicht. Der Weg der Versöhnung hier wird lange brauchen und es gibt noch keine Anzeichen, dass erste Schritte gemacht werden.

Erbarmungslose Rache im Südsudan-Bürgerkrieg

Was war es doch für eine Freude, als am 9. Juli 2011 die Menschen des Südsudans nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg ihre Unabhängigkeit von dem islamistischen Norden feiern konnten. Noch sind mir die Bilder der überschwänglichen Freude und der Feiern im Gedächtnis und ich habe mir damals gedacht: „So kann nur Afrika feiern“. Viel zu lange hat es gedauert, bis sich die vielen Stämme des Südens als Menschen mit Würde erfahren durften. Aber kaum zweieinhalb Jahre danach steht das 54. Land Afrikas wieder im Krieg. Dieses Mal nicht gegen einen gemeinsamen Feind, sondern die beiden großen Stämme, die Dinka und Nuer, stehen sich feindlich gegeneinander. Korruption, Nepotismus und Streit um die Macht haben den Konflikt hervorgerufen.

Seit dem 15. Dezember geht ein großer Riss durch die junge Nation. Bei einer Meuterei innerhalb der Armee, bei der die Soldaten vom Stamm der Nuer entwaffnet werden sollten, sind große Grausamkeiten geschehen. Im Nu kam es zu Massakeren selbst an der Zivilbevölkerung. Besonders betroffen waren die Leute vom Stamm der Nuer. Nicht alle schafften es, in die beiden Einrichtungen der Vereinten Nationen im Südsudan (UNMISS) zu flüchten. Dort sind jetzt rund 47.000 Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht und warten auf ihre „Befreier“. So sind sie für die Regierung hier in Juba ein Risiko.

Zwar ist es in der Stadt zur Zeit einigermaßen ruhig, aber im ölreichen Norden, im Land der Nuer, dort wo die Haupteinnahmequellen des Landes liegen, dort wird mit der gleichen Brutalität vergolten und gekämpft wie zuvor in Juba. Hier vertreiben die Nuer die Dinka und alle „dinkafreundlichen“ Stämme. Denn Rache ist ein „Wert“. Wie so oft in Afrika werden Jugendliche aus den Cattlecamps (Hirtenjungen) für den Krieg als Kanonenfutter angeheuert, während die Reichen und die Politiker/die Militärs ihre Kinder im Ausland studieren lassen.

Seit zwei Wochen sind unsere Mitbrüder und die Comboni-Schwestern wieder in Juba. Fast drei Wochen waren sie im Busch, weil sie in der Missionsstation in Leer (Nuerland) nicht mehr sicher waren. Mit Pater Raimundo war ich jetzt zweimal in den Juba-Camps der Vereinten Nationen und wir haben die Flüchtlinge „im eigenen Land“ besucht. Erst nach einer strengen Personenkontrolle durfte man ins Lager. Die Menschen dort haben sich über unseren Besuch sehr gefreut, da ja doch einige von Leer oder Umgebung kommen und von P. Raimundo wissen wollten, wie es dort aussieht. Auch der ehemalige Bischof von Torit, Paride Taban, war mit dabei. Unermüdlich setzt er sich um Friedensgespräche ein, besucht Flüchtlingslager und auch die kleineren Volksgruppen, die in diesem Konflikt an den Rand gedrängt worden sind. Er ist hier eine Autorität und er ist der Einzige, so habe ich den Eindruck, der die Dinge beim Namen nennen kann. In den Sonntagslesungen in diesen Wochen spricht Jesus von der Feindesliebe und Pater Raimundo hat mich gebeten das Evangelium in Englisch zu lesen, nachdem er es schon in Nuer zuvor gelesen hat: „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin“.

Es war eine eigenartige Stimmung in mir, als ich den Text vorgelesen habe. Nur als Wort Gottes konnte ich es vortragen, selber hätte ich mir – angesichts der erfahrenen Brutalität – keinen Ratschlag geben trauen. Viele hier haben ihre Verwandten, Familienmitglieder, Hab und Gut, ja alles verloren. Bischof Paride hat dann in seiner Predigt gesagt, dass die erbarmungslose Rache das Land nicht nur blind und zahnlos macht, sondern auch irgendwann andere das Land bewohnen werden. Das waren starke Worte, die nur er sagen konnte. Gebetsmühlenartig hat er 20 Haltungen aufgezählt, die er sich selbst täglich zuspricht, um nicht in die allzu menschliche Spirale der Gewalt und Ablehnung des Nächsten zu geraten: Mit großer Innigkeit hat er aufgezählt und gleich viermal wiederholt: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Mitleidensbereitschaft, Sympathie, Freundlichkeit, Wahrhaftigkeit, Güte, Selbstkontrolle und Demut, Armut, Versöhnung, Barmherzigkeit, Freundschaft, Vertrauen, Einigkeit, Reinheit, Glaube und Hoffnung. Mit diesen Worten und dem Aufruf zum Gebet für die Nation hat der Bischof mit Pater Raimundo den Gottesdienst beendet.

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Besuch und Gottesdienst in einem Flüchtlingslager in Juba

Flüchtlinge im Südsudan. UN Photo: Tim McKulka
Flüchtlinge im Südsudan. UN Photo: Tim McKulla

Mit Pater Pacifico Salvatore hatte ich gestern die Gelegenheit, ein Flüchtlingslager am südwestlichen Rand von Juba – der Hauptstadt des Südsudans (innerhalb des UN Camps, Checkpoint) zu besuchen. Dort befinden sich vor allem Menschen aus dem Stamm der Nuer, die Mitte Dezember schreckliche Massaker an ihren Stammesmitgliedern erleben mussten. Daneben findet man auch Leute aus Eritrea und Äthiopien, meist Händler, die ihr Hab und Gut verloren haben.

Viele der Nuer hatten ihre Häuser in relativer Nähe zum Lager und können teilweise ihre zurückgelassenen Behausungen sehen. Sie haben natürlich Angst, dass Nachbarn und andere ihren Besitz stehlen und ihre Häuser beziehen. Dies ist leider schon häufig geschehen. Bedrückend im Lager ist neben der Enge die sanitäre Situation. Notdürftig  wurden Gräben gegraben und mit Toilettensteinen überdeckt. Wäre nicht die Sonne und Hitze, wäre es wohl schlimmer. Man kann nur hoffen, dass sich bis zur Regenzeit wieder eine „normale“ Situation einstellt. Außerhalb des Lagers standen fünf große, lange Trailer (Lkws) auf denen Frauen und Kinder waren. Ihre Gesichter und Haare waren voller Staub und sie haben wohl eine lange, schwierige Reise hinter sich.

Beim Gottesdienst konnte man in den Gesichtern der Menschen sehen, dass sie sehr viel mitgemacht haben. Viele der Blicke waren immer wieder gedankenverloren, trotzdem haben sie aktiv mit schönem Gesang am Gottesdienst teilgenommen. Pater Pacifico Salvatore (73) aus Italien, ein sehr freundlicher, älterer Mitbruder und Sudankenner, hat mit viel Anteilnahme gesprochen und gute Worte für das Evangelium gefunden. „Das Böse entsteht ja schon in den Gedanken der Menschen noch bevor es ausgeführt wird“. Davon können alle ein Lied singen. Es ist erstaunlich, wie im Lager die religiöse Zugehörigkeit die Menschen zusammenbringt und so gegenseitige Hilfe viel leichter geschieht.

Nach dem Gottesdienst habe ich mit Jugendlichen gesprochen. Sie beklagen vor allem, dass sie keinen Zugang zur Schule haben sich nicht aus dem Lager trauen. Nur Frauen können sich unter die Bevölkerung mischen und zusätzliche Nahrungsmittel besorgen. Die UN hilft bei der Versorgung mit Hirse, Bohnen und Speiseöl. Das ist dann auch der ganze Speiseplan.

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Ein Gottsuchender auf dem Weg nach Afrika

Jetzt, in den Tagen vor meinem Einsatz im krisengeplagten Südsudan (ich bin gerade in Nairobi/Kenia angekommen – am 9. Februar fliege ich weiter nach Juba/Südsudan), werde ich immer wieder angesprochen, ob nicht ein missionarischer Einsatz bei uns in Deutschland wichtiger wäre als die erfüllende Arbeit in Afrika. In der Tat, diese Frage ist berechtigt und verunsichert mich.

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Die Weitergabe des Glaubens hat in den vergangenen Jahren in unserer Gesellschaft nicht mehr so richtig stattgefunden. Dazu gibt es viele Erklärungen. Wir waren alle mit Wohlstandsvermehrung, Fortschritt und Machbarkeitsdenken beschäftigt und haben das entscheidende, nämlich Gott einfach vergessen oder übersehen. Wir sind als Gesellschaft dabei, dass wir uns in uns selbst verirren. P. Alfred Delp hat schon vor vielen Jahren Deutschland als Missionsland erklärt, weil der Mensch der westlichen Welt gottunfähig, wie er es nennt, geworden ist. Wir nehmen uns nicht mehr als Kinder Gottes wahr. Wir haben alle Mittel entwickelt, um uns selbst zu erlösen und dabei hat sich uns der Himmel verschlossen. Und weil wir auch nicht mehr an einen Himmel glauben, sind wir bemüht, den Himmel auf Erden zu schaffen. Das überfordert uns nicht selten und noch schlimmer, wir überfordern uns gegenseitig. Um wieviel besser könnte unser Leben sein, wenn wir uns als Kinder Gottes wahrnehmen würden und uns von ihm geführt wüssten. Wir würden die Gebote Gottes als Angebote zum Leben entdecken und eine gesunde Gelassenheit und Zuversicht würde uns zu glücklicheren Menschen machen. Wir würden von uns selbst loskommen und erfahren, dass das Leben nur in der Hingabe gelingt.

Unser Papst Franziskus, der einem Missionar wirklich aus der Seele spricht, fordert eine Kirche, die sich selbst vergisst und sich an den Rand der Kirche und der Gesellschaft wagt. Papst Franziskus will eine Kirche, die sich im unermüdlichen Einsatz für die Menschen lieber verbeult und schmutzig macht als eine Kirche, die sich selbst gefällt und feiert. Er spricht von Bequemlichkeit in der wir uns Christen eingerichtet haben und so sind wir zur Bedeutungslosigkeit verkommen. Die Kirche sei ein Feldlazarett, sagt er. Das sind starke Worte, die zwar ausgesprochen, aber noch lange nicht eingelöst sind. Jesus begegnen und erkennen wir halt nur, „wenn wir uns tief genug bücken“, sagt eine Chassidische Weisheit. Das ist dann Mission, wahre Nachfolge.

Jede Pfarrei steht heute vor der Frage: Wie lassen sich die Gemeindemitglieder neu ansprechen? Wahrscheinlich beschäftigt euch die Frage: Was muss geschehen, damit wieder mehr Menschen in die Kirche kommen? Vielleicht aber müssen wir die Frage anders stellen. Wie gelangen das Wort und die Werte Gottes – die menschenfreundliche Liebe – zu den Menschen von heute? Das ist Mission, wie sie hier bei uns stattfinden muss und die unverhältnismäßig schwerer ist als die Mission Afrika, wo eine religiöse Grundmelodie zum Leben gehört.

Meine Entscheidung für Afrika erscheint mutig und mein Glaube erscheint groß. Aber glaubt mir, ich bin wie ihr alle ein Gottsuchender, wie ein Blinder, dem man den Aufgang der Sonne verheißt. Nur im diesem Vertrauen gehe ich meinen Weg weiter. Genau so will ich den Menschen in Afrika begegnen.

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Ein Missionar fällt nicht vom Himmel

Ich breche in den nächsten Tagen zu einem neuen Einsatz im Südsudan auf. Das jüngste Land der Welt ist derzeit ein Krisengebiet. Trotzdem freue ich mich auf die Ausreise und spüre die Rückendeckung meiner Heitmatgemeinde Laibstadt, die seit Jahrzehnten treu zu uns Comboni-Missionare steht.

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Meine Ausreise geht nicht ins Blaue, denn ich habe schon gute Erfahrungen in Afrika, in den Elendsvierteln von Nairobi zusammen mit P. Josef Gerner gesammelt, und in den letzten Jahren hier in Deutschland ist mir klarer geworden, um was es in meinem Leben geht. Ich spüre heute deutlicher denn je, dass das Leben als Ordensmann nur einen Sinn hat, wenn es auf Gott verweist. Johannes, mein Namenspatron, verweist bei seinem Auftreten nicht auf sich, sondern auf Jesus. In der Mission von uns Comboni-Missionaren darf es nicht um die Person des Missionars gehen, auch geht es nicht um Projekte, sondern es geht um Jesus Christus, den wir dann auch im Alltag im Nächsten begegnen. Das zu glauben und umzusetzen ist unsere missionarische Herausforderung und die ist nicht immer leicht, vor allem wenn der Nächste so ganz anders ist als ich.

Meinen Glauben und die Theologie, die mich heute trägt, habe ich in Afrika gelernt. Ich bin als Weltverbesserer losgezogen und als Missionar zurückgekehrt. Ich sage gerne: Ein Missionar fällt nicht vom Himmel, sondern man wird einer, indem man sich auf die Menschen einlässt. In den Elendsvierteln von Nairobi, wo ich viele Jahre gearbeitet habe, habe ich viel menschliches Elend erfahren und dagegen gekämpft.

Trotz all der Armut gab es ein Wort, das ich praktisch jeden Tag gehört habe: „Mungu yupo“. Das ist Kiswahili und übersetzt heißt das: „Gott ist da“. Dies ist die ganze, ja eigentlich wunderbare Theologie Afrikas, ja der Glaube Afrikas. In dieser Haltung kämpfen sich viele durch das Leben. Dadurch erhalten sie die notwenige Kraft, den schweren Alltag zu meistern. Gott ist da – Gott geht mit. So wächst die Hoffnung, dass es irgendwann ein wenig besser wird – wenngleich ganz anders als man es sich ausgemalt hat. Wie sonst könnten Familien, allein erziehende Mütter, Arbeitslose, Straßenkinder, aidskranke Menschen und viele mehr die Anstrengung und den Kampf des Lebens auf sich nehmen? Anstrengungen, obwohl es für sie in absehbarer Zeit keine entscheidende Verbesserung im Leben geben wird.

Nur so können viele im besten Sinn des Wortes „in den Tag hinein“ leben – ohne Bankkonto, ohne soziale Absicherung, vielleicht ohne zu wissen, was es heute Abend zum Essen geben wird. Aber ihre Erfahrung sagt, dass es immer wieder gut ausgeht – natürlich mit vielen leidvollen Abstrichen. Das afrikanische Leben ist in den Elendsvierteln und im Busch wie auf einer Baustelle, also nichts Fertiges, ständig im Werden begriffen. Vielleicht ist das der Grund, warum ich mich dort als Bauingenieur so wohl gefühlt habe. Ich habe erfahren, dass es erfülltes Leben gibt trotz unerfüllter Wünsche.

Im Zusammenleben mit den Menschen habe ich viel gelernt und meinen eigenen Glauben vertieft. Wir Missionare sind Zeugen, dass immer dort, wo Menschen das Evangelium mit Herz und Offenheit in die Hand nehmen, die Gesellschaft und das Miteinander besser und menschlicher werden. Wir wissen, dass Kirche so immer wieder neu entsteht und wächst.

Es beeindruckt jeden Missionar, welche Kraft das Evangelium in den Händen der Armen entwickelt und mit wie viel Phantasie und Hingabe die Menschen ihren Glauben leben. So geschieht es, dass eine Familie zum Beispiel, die schon fünf oder mehr Kinder hat, auch noch die Kinder der verstorbenen Nachbarin aufnimmt. Ohne viel Aufsehen geschieht in Afrika viel Hilfe und soziale Arbeit, von der kaum berichtet wird. Und genau da knüpfen wir als Missionare an. Unsere Devise war und ist immer, mit den Menschen zu arbeiten anstatt für sie zu arbeiten. Das macht den Unterschied. So multipliziert sich jede Hilfe, die von außen kommt. Unsere Arbeit ist nicht ein Projekt (so wie Hilfswerke arbeiten), sondern unsere Arbeit ist Menschen-orientiert.

Der Südsudan ist leider auch in diesen Wochen wieder in den Schlagzeilen. Dort sind nach einem kurzen Frieden von knapp zwei Jahren wieder Kämpfe ausgebrochen und wir hoffen sehr, dass die verfeindeten Gruppen wieder zu Gesprächen miteinander bereit sind. Die letzten Meldungen sind positiv. Ein Wort zur Geschichte und das was uns am Herzen liegt. Nach  40 Jahren Bürgerkrieg hat sich der Süden vom Nord-Sudan abgetrennt und ist seit Januar 2011 ein selbstständiges Land. Für uns Comboni-Missionare ist es nicht irgendein Land, sondern gewissermaßen unser Heimatland. Hier haben Comboni und die allerersten Mitbrüder gewirkt.

Ein Hauptaugenmerk legen wir zurzeit auf die schulische Ausbildung der Jugend. Im kriegsverwüsteten Südsudan erfahren wir, dass die Kinder nicht so weitermachen wollen wie ihre Väter. Diese sind das raue Leben mit der Waffe in der Hand gewohnt und Auseinandersetzungen verlaufen oft mit viel Härte. Die Jugendlichen sehen in der schulischen und beruflichen Ausbildung die Möglichkeit, eine neue friedlichere Gesellschaft zu gestalten, die menschlicher ist. Wir Comboni-Missionare setzen uns deshalb ein, damit vielerorts Schulen und Ausbildungsstellen geschaffen werden und ich freue mich, dort in den kommenden Jahren meine beruflichen Fähigkeiten einsetzen zu können.

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Bruder Hans Eigner im Interview mit Radio K1-Redakteur Bernhard Löhlein

Über meinen Abschied in Laibstadt berichtet die Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt in der Ausgabe vom 26. Januar 2014