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Solarpumpen-Projekt der KLB Eichstätt im Senegal

Wir befinden uns in Ngeen, einem 1000-Einwohner-Dorf am Fluss Gambia im Südosten Senegals, rund 50 km von der Regionshauptstadt Tambacounda entfernt. Die Bewohner sind vor 30 Jahren vom Norden hier an den Fluss gezogen, weil in der alten Heimat wegen des ausbleibenden Regens kaum noch Landwirtschaft möglich war. Hier am Gambia bewirtschaften sie, genossenschaftlich organisiert, auf 35 Hektar eine Bananenplantage. Das Gießwasser wird mit leistungsfähigen Dieselpumpen vom 20 Meter tiefer gelegenen Fluss auf die Felder gepumpt.

Bei unserem Besuch vor drei Jahren beklagten sich die Bauern, dass sich der Bananenanbau wegen des gesunkenen Bananenpreises und der steigenden Dieselkosten kaum noch rentiere. Gemüseanbau wäre eine Alternative. Er hätte eine positive Perspektive, zumal Gemüse in Tambacounda sehr gefragt ist. Auch für die Eigenversorgung wäre es eine gute Ergänzung zum täglichen Hirsebrei.

Im Rahmen der Partnerschaft der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) der Diözese Eichstätt mit der Landvolkbewegung MARCS der Diözese Tambacounda im Senegal wurde die Organisation „Ingenieure ohne Grenzen Regensburg“ für die Realisation des Gemüseprojekts gewonnen. Nach einigen Vorbereitungen reisten drei Mitglieder dieser Organisation nach Ngeen. Auf einer geeigneten Ackerfläche bauten sie mit Unterstützung einiger Dorfbewohner eine Solaranlage auf Betonstelzen. In einer Schlosserwerkstatt wurde ein Floß, auf dem die Pumpe montiert werden sollte, zusammengeschweißt. Wegen der fehlenden Infrastruktur und der weiten Wege waren die geplanten drei Wochen jedoch schnell verflogen, zumal auch die bestellten Anschlussschläuche noch nicht geliefert waren. So musste die Gruppe vor der Vollendung des Projekts wieder abreisen. Von Deutschland aus wurde versucht, die Fertigstellung zu organisieren. Durch verschiedene Umstände und Schwierigkeiten gelang dies jedoch nicht.

Im Februar dieses Jahres reisten wir zu zweit noch einmal für drei Wochen nach Ngeen. Nils Dalisson (ein Mitglied von „Ingenieure ohne Grenzen“) und ich versuchten, in Gesprächen mit den betroffenen Landwirten und dem Schlauchlieferanten eine erfolgreiche Lösung zu finden. In Tambacounda besorgten wir Anschlüsse und Verbindungen von Pumpe und Hauptschlauch und kauften Seile für die Verankerung des Floßes. Ein einheimischer Schlosser befestigte die Pumpe auf dem Floß. Mit vereinten Kräften wurde es über das Steilufer in den Fluss befördert. Die Freude war riesig als nach der elektrischen Verbindung von Pumpe und Solarmodul tatsächlich Wasser durch den Schlauch auf das Feld sprudelte. Umso größer war die Enttäuschung, als nach wenigen Minuten der Hauptschlauch platzte. Er war durch die längere Lagerung schon porös geworden. Wir brachten ihn zum Schlauchlieferanten, der versprach, ihn zu ersetzen. Da unsere zwei Wochen schon fast vorbei waren und er keinen Ersatzschlauch auf Lager hatte, blieb nur die Möglichkeit mit dem Händler einen Vertrag abzuschließen. Er beinhaltet nicht nur die Lieferung des Ersatzschlauches, sondern auch eine Schulung für Gemüseanbau und Installation einer Tröpfchenbewässerung.

Mittlerweile sind drei Monate vergangen und es gibt endlich gute Nachrichten. Sowohl der Unterricht hat stattgefunden, als auch die erfolgreiche Installation der Tröpfchenbewässerung wurde bestätigt. Auf den 3.000-Quadratmeter-Anbauflächen konnten schon die ersten Pflänzchen gesetzt werden. Für die KLB Eichstätt bleibt die Hoffnung, dass dieses Pilotprojekt für Solarenergie weitergeführt wird und der Gemüseanbau die Lebensbedingungen verbessert, sodass der finanzielle Einsatz der KLB von rund 15.000 Euro eine sinnvolle Unterstützung unserer Partner in der Diözese Tambacounda war.

Solarenergie für Bugendana

Arbeitsreich werden die nächsten Tage für die fünf Mitglieder der Eichstätter Reisegruppe, die seit heute Morgen unterwegs ist nach Burundi. Dort baut das Bistum Eichstätt in Partnerschaft mit der Erzdiözese Gitega ein neues soziales und pastorales Zentrum mit Kirche, Pfarrhaus, Häusern für Ordensleute, verschiedenen Schulen und Gesundheitseinrichtungen in Bugendana.

Von München über Brüssel – wo ich gerade Zeit habe, ein paar Zeilen zu schreiben – geht es gleich weiter nach Bujumbura. Hier in Brüssel ist unser Team komplett geworden: Neben dem Eichstätter Finanzdirektor Domdekan Willibald Harrer und Domkapitular Prälat Dr. Christoph Kühn, dem Bischöflichen Beauftragten für die Weltkirche, ist noch Karl Frey, der Architekt, der für das Erzbistum Gitega die Kirche und den gesamten Masterplan des Sozial- und Pastoralzentrums „St. Willibald und St. Walburga“ entworfen hat, dabei.

Neu in der Runde ist Luc Karake, ein Ingenieur, der bei der Beschaffungsgesellschaft für kirchliche, caritative und soziale Einrichtungen (BEGECA) in Aachen arbeitet und Fachmann für regenerative Energien in Afrika ist. Mit ihm und Karl Frey werde ich einige Tage auf der Baustelle in Bugendana die Planungen und nächsten Schritte zusammen mit den Partnern aus dem Erzbistum Gitega, deren Entwicklungsorganisation ODAG und der Firma Agglobu, die die Kirche baut, besprechen und die entwickelten Lösungen zur Entscheidung bringen. Die Planung der regenerativen Energieversorgung für das Pastoralzentrum ist einer der Schwerpunkte dieser Reise.

Aber es geht auch wieder darum, das kirchliche und gesellschaftliche Umfeld dialogisch mit einzubinden. Deshalb stehen morgen unter anderem Termine beim deutschen Botschafter Bruno Brommer und bei der Nuntiatur auf dem Programm. Wenn es mit der Internetverbindung klappt, schreibe ich in den nächsten Tagen weitere Beiträge aus Burundi.