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Nationale und kulturelle Vielfalt auf Belmonte

In meinem ersten Blogbeitrag habe ich über der Intensität des Lebens in Rom geschrieben. Was für Rom gilt, gilt ähnlich für Belmonte, wo ich seit gut einem Jahr im Internationalen Schönstattzentrum lebe. Nationale und kulturelle Vielfalt erleben wir täglich, wenn auch in einem ganz anderen Maßstab als in der italienischen Hauptstadt.

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Drei Schönstätter Marienschwestern aus Brasilien, eine tschechische Familie mit vier Kindern, das jüngste im Januar vor einem Jahr hier in Rom zur Welt gekommen, eine Sardin, die seit 45 Jahren in Rom lebt, seit September zwei Volontäre aus dem Rheingau, die im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes auf Belmonte mitleben und mitarbeiten, und ich bilden derzeit das Team  Belmonte.

Dazu kommen unter der Woche jeden Tag Arbeiter, Ingenieure und Architekten für die Baustelle: Römer und Italiener aus den unterschiedlichsten Regionen, Rumänen, Albaner und alle vierzehn Tage der leitende deutsche Architekt, manchmal mit seiner mexikanischen Frau.

Das ist bereichernd, wo die Schätze des einzelnen und der jeweiligen Kultur zum Tragen kommen kann. Das ist mühsam, wo es um das gegenseitige Verstehen geht. Das ist anstrengend, wenn unterschiedliche Arbeitskulturen aufeinander prallen und die sachlichen Notwendigkeiten für ein tieferes Kennen- und Liebenlernen des Andersartigen keinen Raum lassen. Leben intensiv.

Diese Vielfalt wird bereichert durch Pilger aus aller Welt, wenn sie in Gruppen oder einzeln zum Heiligtum der Gottesmutter von Schönstatt kommen. Dann ist es faszinierend, wie die gleiche Spiritualität, wie das Heiligtum und die Mutter dort Heimat schaffen und Gemeinschaft stiften – über so manche Sprachbarriere hinweg. Und wie sie uns als Mutter der Kirche und als Mutter Kirche in Dienst nimmt für die Sendung ihres Sohnes: hinaus, hinaus… bis an die Peripherien menschlicher Existenz, wie Papst Franziskus uns täglich neu auf’s Herz bindet. Denn eine Kirche, die um sich selbst kreist, wird krank und verfehlt  ihren  Auftrag  –  ebenso ein Schönstatt, das es dazu gibt, um „selbstlos fremdem Leben zu dienen“, der Kirche und allen Menschen. Leben intensiv.

Rom ist intensiv

Diesem Urteil einer Frau aus der Nähe von Ingolstadt, die seit mehr als 25 Jahren in Rom lebt und arbeitet, schließe ich mich nach meinem ersten Jahr auf Belmonte an: „Rom ist intensiv…“. Es gibt eigentlich nichts, was für einen Deutschen wie mich „normal“ wäre. Angefangen beim Wetter: Da scheint auf Belmonte oft die Sonne – und das sehr intensiv. Im Sommer hat es über 40 Grad, aber wenn es regnet – auch intensiv -, dann kommt es gleich kübelweise, so dass die Abwasserkanäle es nicht mehr packen können (noch dazu, da sie eigentlich nie gereinigt werden).

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Über den Verkehr nicht zu reden. In unserer Zone Casalotti und nebenan werden neue Wohngebiete gebaut und gebaut. 10.000 bis 15.000 sind in den letzten Jahren zugezogen und müssen mehr oder weniger über die Via di Boccea anfahren, die schon vorher nicht ausgereicht hatte. Autofahren intensiv, aber zugleich faszinierend, wie es dennoch irgendwie immer geht. Den Rückspiegel verwendet man nicht, denn für alles, was hinter einem los ist, sind die dahinten verantwortlich; nach vorne ausgerichtet defensiv fahren und sich ja nicht an die Regeln halten, sonst blockiert alles. Die Regeln braucht man nur, wenn es denn mal gekracht haben sollte.

Am Tresen beim Bäcker oder beim Metzger, in der Apotheke, aber auch im Postamt, bei den anderen Ämtern sowieso, zieht man brav seine Nummer und wartet: für Briefmarken brauchte ich 60 Minuten im Postgebäude (habe gleich 50 gekauft, damit ich nicht zu oft gehen muss). Leben intensiv.

Freilich auch: Mit mehr als 1.000 Priestern, etlichen Bischöfen und Kardinälen und dem Papst sowie einem gesteckt vollen Petersplatz (bis weit in die Via della Conciliazione hinein) Gottesdienst feiern, Christus in der Mitte erleben… Jahrtausende der Geschichte gegenwärtig erleben… kulturelle, nationale, religiöse Vielfalt erfahren –  auch das ist Leben intensiv.