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Ministrantenwallfahrt nach Rom

Dienstag, 17. Mai, 7.37 Uhr: „Warum schreien die da draußen jetzt schon so rum! Wir haben doch noch über eine Stunde bis zum Frühstück … oohhh shit!“

Erster Tag in Rom und schon um eine Stunde verschlafen. Geht ja schon mal gut los, aber trotzdem haben wir es bis um 8 Uhr in den Speisesaal geschafft – Gott weiß, wie – und sind pünktlich in die Innenstadt aufgebrochen. Trotz einem anfänglichen Tropensturm war die Stimmung super und als wir ankamen, haben die Ersten schon wieder ihre Pullis ausgezogen und die Sonnencreme ausgepackt.
Was bei allen Verwunderung ausgelöst hat, waren die große Anzahl an Militär und Wachen, die an allen Touristenattraktionen postiert waren.

In der Lateranbasilika haben wir die heilige Pforte, die zum Jahr der Barmherzigkeit geöffnet ist, durchschritten. Auf dem Weg zum Kolosseum schauten wir zum Beispiel schnell im Baptisterium und der heiligen Stiege vorbei. Dank gekonnter Vorbereitung lief das alles rund.

Nach unserm Gewaltmarsch durchs Antike Rom, ging allmählich das Gejammer los, also suchten wir nach einer Pizzaria. Im „Pasterito“ haben wir schließlich – dem Verhandlungsgeschick der Betreuer zu verdanken – ein komplettes Menü bekommen und konnten uns, erschlagen von Essen, noch ein bisschen ausruhen.

Eine Stunde später ging es dann schon wieder weiter, zuerst Richtung Trevi-Brunnen, später zur Spannischen Treppe, die aber zu unserer großen Enttäuschung wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war.
Von dort aus haben wir uns fix und fertig, teilweise mit Sonnenbrand  auf den Weg zum Treffpunkt mit den Bussen gemacht. Unser Busfahrer – besser als jedes Navi – hat uns ruck zuck zurück ins Fraterna Domus gebracht, wo schon wieder der nächste Essensberg auf uns wartete. Daher von unserer Seite „Buon` appettito e buona serata“.

Eichstätter Ministranten in Rom. Foto: Matthias Chloupek
Eichstätter Ministranten in Rom. Foto: Matthias Chloupek

Mittwoch, 18. Mai, 5.45 Uhr: Müde aber ausnahmsweise pünktlich sind wir heute aufgestanden, um rechtzeitig zur Papstaudienz auf den Petersplatz zu starten – dank unserm Busfahrer waren wir natürlich wieder die Ersten.

Vorbei an den Sicherheitskontrollen und der Schweizer Garde waren wir überpünktlich innerhalb der Absperrungen. Die Glücklichen unter uns ergatterten Plätze, an denen der Papst teilweise direkt vorbeigefahren ist. Unsere Musiker haben dafür gesorgt, dass der ganze Rest die Eichstätter mindestens akustisch bemerkte und hoben die Stimmung.

Nach der Audienz, vorangetrieben durch einen Bärenhunger, sind alle mit den Bussen in Richtung Ostia gefahren und haben zusammen gegessen. VIP-mäßig an einem Privatstrand konnten wir die Sonne genießen. Mehr oder weniger freiwillig 😉 sind die meisten auch ins Meer gegangen und haben den Nachmittag entspannt genossen.
Bei der Rückfahrt ins Fraterna Domus war die Stimmung am Brodeln und bei den letzten Bierzeltliedern gab jeder sein Bestes. Nach der Busfahrt kannte auch wirklich der Letzte den „Birnbam auf da Au“ und Jubel, Jubel (Grüße an Peter) gab es beim Essen, nach dem Motto „la dolce vita“, zum Abschluss noch Eis. Wirklich müde aber glücklich und satt bis zum Anschlag hat für uns heute der Abend geendet.

Sarah Wilke (links) und Theresa Stark. Foto: Matthias Chloupek
Sarah Wilke (links) und Theresa Stark. Foto: Matthias Chloupek

Begeistert, bereichert, bestärkt: Eindrücke von der Romwallfahrt der Ministranten aus dem Bistum Eichstätt

Das Evangelium mit Freude verkünden

Die Freude, die aus dem Evangelium kommt und das Herz des Menschen erfüllt, ist für Papst Franziskus das wesentliche Kennzeichen derer, die Jesus begegnet sind. Ihr hat er sein Apostolisches Schreiben Evangelii Gaudium (EG) gewidmet, das er selbst als programmatisch für sein Pontifikat bezeichnet.

Was sind die Inhalte? Wie können sie in die Pastoral Eingang finden? Welche Bespiele in aller Welt sind hilfreiche Wegweisung? Diesen Fragen widmete sich vom 18. bis 20. September 2014 im Vatikan eine internationale Pastoralkonferenz mit dem Titel „Das Evangelium mit Freude verkünden“. Etwa 2000 Vertreter aus mehr als 60 Ländern folgten den Beiträgen der 20 Referenten aus allen Kontinenten, die der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung eingeladen hatte. Für das Bistum Eichstätt nahmen Prälat Dr. Christoph Kühn, Beauftragter für die Angelegenheiten der Weltkirche und stellvertretender Hauptabteilungsleiter für Pastoral und kirchliches Leben, und Dr. Markus Oelsmann, Referent in der gleichen Hauptabteilung des Bischöflichen Ordinariates, gemeinsam mit Carolin Kissling (Sachausschuss „Pastorale Ent­wicklung“ des Diözesanrates) und Maria Groos (Diözesanpastoralrat) an dem Kongress im Vatikan teil.

Eichstätter Teilnehmer des Pastoralkongresses im Vatikan (von links nach rechts): Dr. Markus Oelsmann, Maria Groos, Prälat Dr. Christoph Kühn und Carolin Kissling. pde-Foto: Privat
Eichstätter Teilnehmer des Pastoralkongresses im Vatikan (von links nach rechts): Dr. Markus Oelsmann, Maria Groos, Prälat Dr. Christoph Kühn und Carolin Kissling. Foto: Privat

Den Auftakt machte Jean Vanier, der 76 Jahre alte Gründer der Lebensgemeinschaften der „Arche“, in denen Menschen mit und ohne Behinderung zusammenleben. Er erzählte von Pauline, einer der ersten Personen, die er aufgenommen hat. Sie war blind geboren, von ihrer Familie und Umgebung abgelehnt, und schließlich gewalttätig geworden. Ihr Leben war für Vanier ein Schrei: „Gibt es jemand, der mich liebt, der mich anschaut, der mit mir leben will?“ In der Wohngemeinschaft erfuhr Pauline Annahme, Zärtlichkeit und Liebe. Nach einer Weile verschwand ihre Aggressivität. Jean Vanier betonte: Dies ist der Schrei aller Armen, auf den es zu antworten gilt. Auch die Helfenden verändern sich dabei. Viele kommen anfangs aus einer Großzügigkeit heraus, und sie gehen nach einiger Zeit als Personen, die ihre eigene Bedürftigkeit kennen gelernt haben. „Ich brauche Dich“ – für Vanier sind das die „Zauberworte“, die die Grundlage des Glaubens und der Freundschaft darstellen. Beredtes Zeugnis für die Freude, die dabei in ihm selbst lebt, sind seine strahlenden Augen, die ihm trotz seines Alters eine große Jugendlichkeit verleihen.

"L'Arche"-Gründer Dr. Jean Vanier mit Kongressteilnehmern. Foto: Privat
„L’Arche“-Gründer Dr. Jean Vanier mit Kongressteilnehmern. Foto: Privat

Theologisch griff ein Vortrag über „Die kerygmatische Verkündigung“ diese Lebenserfahrung auf. Das Kerygma ist die Erstverkündigung, die lautet: „Jesus Christus liebt dich, er hat sein Leben hingegeben, um dich zu retten, und jetzt ist er jeden Tag lebendig an deiner Seite, um dich zu erleuchten, zu stärken und zu befreien…“ Sie ist die „erste“ im qualitativen Sinn, denn sie ist die hauptsächliche Verkündigung, die man immer wieder auf verschiedene Weisen neu hören muss und die man … immer wieder verkünden muss.“ (EG 164). Nur so, das betonte der Referent Xavier Morlans i Molina aus Barcelona, könne der ursprüngliche Sinn des christlichen Glaubens als persönlicher und gemeinschaftlicher Begegnung mit Christus wiedergewonnen werden. In ihr komme die Anziehungskraft Gottes auf den Menschen zum Ausdruck.

Das zeigte in sehr lebendiger Weise der Beitrag von Erzbischof Kardinal Barbarin aus Lyon über die Pastoral in großen Städten. Er stellte klar, dass die Mission nichts „Zusätzliches“ ist, sondern ganz einfach der Natur des Menschen entspricht. So ist es auch in Evangelii Gaudium beschrieben: Wer von Freude ergriffen ist, der will diese Freude den Mitmenschen mitteilen und sucht Wege dazu. So war zum Beispiel in der Vergangenheit das Fest Unbefleckte Empfängnis in Lyon ein sehr wichtiger Tag, jedoch von Seiten der Kirche begrenzt auf die Kathedrale der Stadt. Die Türen aller anderen Kirchen waren verschlossen. Eine Frau ergriff die Initiative, um mehr Kirchen zu öffnen für alle, die mit ihren Freuden und Leiden dort Aufnahme suchten. Mittlerweile gibt es 1.500 „Missionare des 8. Dezember“, die den Besuchern heiße Schokolade ausschenken, ihnen zuhören und mit ihnen beten. Drei Millionen Menschen kommen in vier Tagen in die Stadt – eine riesige Zahl, und darunter viele Suchende. Das Wahrnehmen des einfach Notwendigen im Alltag der Menschen hat eine neu gelebte Spiritualität und Solidarität in alten und neuen Strukturen hervorgebracht, die ihren Grund in einer Beobachtung von Kardinal Lustiger von Paris haben: „Die Kraft der Liebe errichtet die Stadt. Wer möchte sich nicht davon anstecken lassen?“

So ging es dem Zuhörer auch unwillkürlich bei den Ausführungen des Wallfahrtsdirektors von Lourdes, Pater Horacio Brito, über die Volksfrömmigkeit. Er zeigte sich sehr bewegt über die vielen einfachen menschlichen Gesten, die er bei den Wallfahrten beobachten kann. Sie bringen das Vertrauen der Menschen in Gott gerade im Leid zum Ausdruck. „Wer kann nicht bewegt sein, wenn eine Mutter ihr krankes Kind an den Felsen von Massabielle drückt?“ Die Volksfrömmigkeit zeigt, dass durch die Gnade des Heiligen Geistes ein ganzes Volk mit der ihm eigenen Kultur fähig wird zur Verherrlichung Gottes. Alle werden einbezogen, auch die Armen, auch diejenigen, die nicht einmal einen offiziellen Status haben. Vielleicht haben nicht alle ein klares Bewusstsein ihres Glaubens, aber gerade hier liegt ja eine Chance der Neuevangelisierung. Das Gebet sowie die Feier der Eucharistie und des Sakramentes der Buße sind wesentlich, damit der offenbarte Glaube vertieft und das Band mit Gott erfahrbar wird.

Jeder Vortrag – als Lebenszeugnis oder als anthropologisch-theologische Darstellung – hob eine der zahlreichen Facetten von Evangelii Gaudium hervor. Der Wert der Familie, die Bedeutung der Begegnung und der Schönheit, die Notwendigkeit der Nutzung Sozialer Medien oder die Darstellung historischer Bezüge zu päpstlichen Verlautbarungen früherer Jahre. In allem schien die Vielfalt auf, die uns zur Verkündigung gegeben ist. Und immer war dabei eine der großen Betonungen von Papst Franziskus deutlich, nämlich das Hinausgehen in die Peripherie, dort wo die menschliche und materielle Armut am größten ist.

Begegnung der Kongressteilnehmer mit Papst Franziskus. Foto: Privat
Begegnung der Kongressteilnehmer mit Papst Franziskus. Foto: Privat

Der Papst selbst ließ es sich schließlich nicht nehmen, am Freitagnachmittag persönlich an der Begegnung teilzunehmen. Mit ansteckender Lebendigkeit und Freude betrat er den Saal, um das Wort an die Teilnehmer zu richten. Er betonte noch einmal, dass die Evangelisierung die Hauptaufgabe der Kirche sei. Er verglich die Kirche mit einem Feldlazarett mit vielen verwundeten Menschen, die von uns das erbitten, was die Menschen von Jesus erbeten haben: ein Zeichen der Nähe, der Güte, der Solidarität und der Barmherzigkeit Gottes. Jede einzelne Aktivität muss aber von der Aufmerksamkeit auf die einzelne Person und ihre Begegnung mit Gott gekennzeichnet sein. Eine Pastoral ohne Gebet und Kontemplation könne niemals die Herzen der Menschen erreichen und den Samen des Wortes Gottes aufkeimen lassen. Sein Schlusswort lautete: „Lasst uns säen und Zeugnis geben. Das Zeugnis ist der Anfang einer Evangelisierung, die das Herz berührt und es verwandelt.“ Folgen wir ihm!

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Rückblick auf die Ministrantenwallfahrt nach Rom

Montagmorgen galt es wieder: Schaffen im Büro. Dass die Ministrantenwallfahrt in der Eichstätter Sparkasse so ein großes Thema ist, freut mich richtig. So hat mein Arbeitgeber die Wallfahrt nicht nur finanziell unterstützt, sondern alle Kollegen und sogar unser Vorstand fragen mich voller Interesse aus. Natürlich will ich auch hier kurz auf Samstag und Sonntag zurückblicken.


Samstag

Am letzten Tag unserer Reise führt es uns wieder zum eigentlichen Ziel unserer Reise – dem Petersdom. Unser Start und unser Endpunkt sind das eigentliche Pilgerziel, ist es Zufall oder hat die Sarah das wirklich so wunderbar organisiert? Als Erstes heißt es allerdings Schlange stehen und auf die Sicherheitskontrolle warten. Unsere Minis sind ganz überrascht, wie locker das abläuft. „Clappo, schau mal, bei dem leuchtet es rot, warum darf der dann durch?“ Diese Frage kann ich auch nicht beantworten. Im Petersdom sind die Teilnehmer natürlich von der Größe und Schönheit erschlagen. Auch ohne Vorkenntnisse, was ein Portikus oder eine Pieta ist, interessieren sich die Minis für die Sehenswürdigkeiten. Wir haben einen kurzen Reiseführer, mit dem die jungen Christen die Kirche selbst erkunden können. Ich mache mich auf zu den Gräbern, wo ich mich an eine schöne Messe mit Freunden in einer Seitenkapelle erinnere.

Nach der Besichtigung der Basilika teilt sich unsere Gruppe zum zweiten Mal. Dieses Mal werde ich auch auf die Kuppel schauen, vorher gehen wir natürlich noch Mittagessen. Dafür wählen wir Betreuer ein Restaurant aus, das mir von verschiedenen Geistlichen in Eichstätt empfohlen wurde. Die Pasta ist hausgemacht und die Pizza wirklich super. Gut gestärkt können wir nun auf die Kuppel. Auch hier denke ich wieder kurz: Warum tust du dir das an? Mit 30 jungen Minis auf die Kuppel zu gehen, ist natürlich organisatorisch anstrengend. Und tatsächlich schafft es eine Teilnehmerin nicht bis ganz nach oben. Auf der halben Strecke warten Katharina Geitner und Felicitas Weindl und kümmern sich um das Mädchen. Eine neue und eine erfahrene Betreuerin, auch die Zusammenarbeit klappt die ganze Woche wirklich schon super! Als wir dann auf der Kuppel sind und den Ausblick genießen, weiß ich wieder, warum sich die über 500 Stufen lohnen. Schnell bildet sich eine Gruppe um mich und die anderen Betreuer, die Minis interessieren sich richtig für Rom. „Clappo, und das da hinten ist dieses Nationaldenkmal, wo daneben die Heilige Helena begraben liegt?“

Abschied am Samstagabend

Am Samstagabend heißt es Abschied nehmen. Ich erinnere mich noch genau an die Abfahrt in Eichstätt am Montagmorgen. Nur an die einzelnen Tage kann ich mich gerade nicht erinnern, die ganzen tollen Ereignisse verschwimmen ineinander. Alle Minis versammeln sich zu einem Zug in die Kapelle der Schwestern, bei denen wir wohnen. Vorher wird beim gemeinsamen Abendessen noch den Betreuern und vor allem Christoph Witzcak und Sarah Hairbucher gedankt. Die Stimmung ist super, die Minis singen laut mit und zeigen ihre tiefe Dankbarkeit. Nach dieser aufgeheizten Stimmung folgt die Abschlussmesse: Dies ist ein Fall für Christoph Witczak, die kochende Stimmung in eine würdige Messe überzuleiten. Am Ende der Messe, in der wirklich viel gesungen wurde – der Musikergruppe unter Leitung von Lukas Weindl sei Dank – wird noch den Geburtstagskindern gratuliert. Bei dieser Wallfahrt wurde wirklich an alles gedacht! Nach dem feierlichen Segen geht unser letzter Tag mit den Klängen der Bayernhymne zu Ende.

Sonntag

„Guten Morgen“, jetzt gilt es flott zu sein: Noch mal duschen, schnell frühstücken, haben wir alles gepackt? Sind alle Kinder schon wach? Tatsächlich hat ein Zimmer verschlafen, ausgerechnet noch in dem Haus, in dem ich auch wohne. Naja, ganz reibungslos kann es einfach doch nicht laufen. Aber auch hier wird zusammengeholfen und damit das Problem schnell gelöst.

Nun steht die Fahrt über Florenz, Verona, Bologna, Brenner, Kufstein und München nach Eichstätt an. Auch hier ist die gute Stimmung wieder mit dabei. Wir veranstalten einen gemeinsamen Rückblick im Bus, wir beten auch für alles, was passiert ist. „Für die Momente des Schattens, des frischen Windes und für den großen Schluck Wasser im richtigen Moment“. Martin Seefried, unser Busgeistlicher, nimmt wirklich alle Gebete mit auf, bevor er den feierlichen Segen spendet. Martin und ich blicken zu zweit auf die Woche zurück. Am Ende unseres Rückblicks als Verantwortliche in Bus 6 stellt Martin fest: „Es war alles so gut organisiert, ich bin ein echter Sarah-Fan“. Später wird auch die Busgruppe singen: „Sarah und Christoph, wir lieben euch“.

Auf der langen Fahrt blicken „meine“ Hilfsbetreuerinnen (wobei sie mir wirklich eine große Hilfe waren) Katharina Geitner und Lini Wilhelm mit Christoph Witczak und mir bei einem Kaffee auf die Fahrt zurück. Auch hier ist große Zufriedenheit zu spüren.
Um 19 Uhr wollen wir noch einmal gemeinsam im Kloster Ettal essen gehen. Dieses Schnitzel rettet einigen den Tag. Natürlich kommen wir erst um 20.30 Uhr an. Que traffico! Aber die Mönche des bayerischen Klosters empfangen uns freudig. Sogar der Abt geht von Tisch zu Tisch und unterhält sich mit uns. So soll eine gute Woche zu Ende gehen. Am Eichstätter Volksfestplatz verabschiedet sich ein Teilnehmer: „Rom war echt saucool, also Clappo, wir sehen uns in Pfünz zu den Minitagen“.

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Durch Rom mit dem Segway und Fürbitten als SMS

Fortsetzung der Ministrantenwallfahrt nach Rom

Donnerstag

Heute werden wir ganz was Besonderes erleben, so viel ist schon im Vorfeld klar. Die Teilnehmer dürfen zwischen verschiedenen Angeboten wählen. Somit teilt sich unsere bisherige Busgruppe erstmalig. Die meisten Teilnehmer entscheiden sich für den Gang auf die Kuppel des Petersdoms und geniessen den Ausblick auf Rom. Vorher feiern wir gemeinsam die Messe in Sacro Cuore. Während unsere Musikgruppe unter Leitung von Lukas Weindl für uns in der Kirche probt, haben wir Freizeit. Diese wird am nahegelegenen Hauptbahnhof Termini genutzt. Anschließend teilen wir uns in die Neigungsgruppen auf. Zusammen mit 50 Minis und acht Betreuern geht es für uns in die Villa Borghese. Der schöne Garten oberhalb der Piazza del Popolo wird auf dem Segway erkundet. „Oh man wie cool, wir gehen Segway fahren!“ In unserer Gruppe haben wir natürlich sehr viel Spaß, abends im Bus wird schnell klar: Die anderen Neigungsgruppen auch! Erstmals wollen unsere Minis keine Musik bei der Rückfahrt in die Unterkunft, da sie sich so viel zu erzählen haben. Allerdings hat unser Bus noch eine Aufgabe zu meistern. Am morgigen Tag wird unser Busgeistlicher Martin Seefried die Messe zelebrieren. Da wir schon seit Montag super zusammenarbeiten, ist dem ganzen Bus klar: Das meistern wir als Team. Pfarrer Martin Seefried hat eine coole Idee: Wir formulieren unsere Fürbitten als SMS und schicken sie ihm aufs Handy, das kommt wirklich gut an! Für eine Teilnehmerin soll ich die Fürbitte vorher lesen, ich bemerke ihr schönes Hintergrundbild, „Clappo, hab ich selbstgeschossen von der Kuppel“.

Freitag

Heute fahren wir Baden! Ehrlich gesagt darauf freue ich mich schon riesig. Vorher haben wir allerdings noch ein richtig volles Programm: Lateran und St. Paul stehen heute an! Wirklich beeindruckt sind die Minis von der Lateranbasilika, diese Größe, diese Schönheit. Spontan wird in der Kirche gesungen, das ist wirklich toll. Die Messe feiern wir heute in St. Paul vor den Mauern, die Kirche ist sogar noch größer als die Lateranbasilika. Heute haben wir als Gruppe unseren „großen Auftritt“. „Unser“ Pfarrer Martin Seefried gestaltet die Messe. wirklich toll, und dann unsere Fürbitten. Martin Seefried tritt ans Mikro: „Oh jetzt kann ich mein Handy nicht finden.“ Sofort eile ich mit einem Freund in die Sakristei. Mein bisschen Italienisch reicht tatsächlich aus, um dem Mesner zu erklären, dass ich jetzt die Taschen durchsuche nach dem Handy des Pfarrers, weil dort die Fürbitten sind… Wie sich herausstellt, hatte einer der Minis das Handy. Puuuh, nun haben wir uns das Baden noch mehr verdient. Endlich, wir stehen vor unserem Privatstrand, das hat Sarah Hairbucher wirklich schön ausgesucht. Nur der harte Wellengang trübt das Bild, wir werden nur Hüfthoch ins Wasser gehen. Doch auch das macht genauso viel Spaß. Und wir Betreuer haben tatsächlich noch die Chance auf einen Kaffee am Strand, den haben wir uns wirklich verdient.

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Ministranten in Rom: „Ohne Eichstätt wär hier gar nix los“

Für unsere Abfahrt in Eichstätt gibt es nur eine Beschreibung: Viel zu früh! Das dachte ich mir zumindest beim Aufstehen um 3.30 Uhr morgens. Als wir dann aber am Volksfestplatz waren gab es nur noch ein Gefühl: Vorfreude. Die verschiedenen Teilnehmer trafen alle Stück für Stück ein, jeder gut gelaunt und jeder pünktlich, so stand einer angenehmen Fahrt nichts mehr im Wege. Unser Jugendpfarrer Christoph Witzcak spendete den Reisesegen und die Ministranten-Referentin Sarah Hairbucher erklärte uns kurz was uns erwartet. Zügig ging es für die insgesamt acht Busse über die bekannte Route Kufstein-Innsbruck-Brenner nach Italien. Dass unser Bus keinen Fernseher hat, viel uns erst nach zwei Stunden Fahrt auf, was eindeutig für die gute Stimmung im Bus spricht, die nur durch ein super Miteinander zwischen Betreuer und Teilnehmer entstehen kann. Ab Verona merkten wir, dass wir im Süden sind: Was für eine Hitze! Da tat die kurze Rast, verbunden mit einem Erfrischungsgetränk natürlich richtig gut. Weiter ging es durch die Toskana über Umbrien letztlich in die Region Lazio zu unserm Ziel in Rom. Am Abend kamen wir in der Unterkunft bei den Schwestern, die uns diese Woche Gastgeber sein werden, an und genossen ein gemeinsames italienisches Abendessen. Einige unserer Freunde sind in einer nahe gelegenen Unterkunft untergebracht, von denen hieß es nun Abschied nehmen. Nach einer kurzen Besprechung fielen auch die Betreuer in ihr Bett.

Dienstag

Fantastico, richtig schwer fiel es mir, den Teilnehmern unser Programm am Dienstag kurz im Bus vorzustellen. Dieser Tag war voller Höhepunkte! Begonnen haben wir mit dem antiken Rom. Unsere netten Busfahrer ließen uns direkt vor dem Kolosseum aussteigen. Wahnsinn, was für ein Anblick! „Kinder stellt euch doch fürs erste Gruppenbild zusammen.“ Ab hier gab es kein Halten mehr: Foto über Foto wurde geschossen. Das antike Rom mit all seinen Schönheiten (Konstantinsbogen, Forum…) konnten wir genießen, anschließend ging es auf‘s Kapitol und Santa Maria in Ara Coeli wurde besucht. Hier konnten wir den ersten Ausblick „von oben“ auf Rom erleben. Nach einem feinen Mittagessen ging es nun zum Petersplatz: Papst Franziskus hat uns eingeladen und wir kommen voller Freude! Natürlich galt es vorher Wasser und kleine Stärkungen einzupacken: Denn die Sonne meinte es wirklich gut mit uns. Aber gut, jetzt gilt es Stimmung zu machen. Fast drei Stunden warten wir auf Papst Franziskus, aber das Vorprogramm hat uns wirklich gut unterhalten… und wenn mal nicht, na dann haben wir unsere eigenen Lieder gesungen: „Ohne Eichstätt wär hier gar nix los“… Endlich um 18 Uhr kam Papst Franziskus und er drehte die große Runde um den Platz. Super, der Papst ist da! Unter den 50.000 Minis fielen die rund 400 aus Eichstätt dennoch auf. Wahnsinn, was unsere Teilnehmer für eine Kondition haben. Nach der Audienz des Papstes ging es in den Bus. Auch hier wurde munter weitergesungen. Ich stelle mir die Frage, woher die jungen Minis diese Kraft haben. Einige Minuten später wird mir klar: Genau die Suche nach der Kraft, die uns antreibt, führt uns hier her!

Mittwoch

Nun lese ich meine ersten Blogzeilen, mein erster Gedanke: Ouh man, Clappo (das ist mein Spitzname, den mir mein ehemaliger Gruppenleiter verpasst hat), du hast ja die Hälfte vergessen. Tatsächlich kann ich hier nur einen groben Überblick über unsere schöne Fahrt darstellen. Naja, gut: Nun probiere ich mich am Mittwoch.

Juhuuu! Länger schlafen, wir können länger schlafen, bis 8 Uhr! Nach dem Frühstück ging es auf in die Stadt. In Rom wartete die Kirche „Il Gesu“, die Hauptkirche der Jesuiten, auf uns. Dort haben wir die heilige Messe gefeiert, unsere erste Messe in einer der größeren Kirche Roms, aber auch hier konnten die Minis aus Eichstätt die Kirche voll und ganz ausfüllen. Mit Gebet und Gesang! So war allerdings auch ein lautes „Aaaaaua“ zu hören, als man sich auf die harten römischen Kniebänke kniete. Nachmittags konnten wir die Altstadt Roms entdecken, ich habe sie schon oft gesehen: Es ist immer wieder fantastisch. Und besonders viel Spaß macht es mit diesen fitten und munteren Kindern.

Am Abend gab es zwei weitere Höhepunkte. Wir trafen uns zu einem gemeinsamen Blind-Date mit Minis aus anderen Bistümern. Dort konnten wir uns untereinander austauschen und haben Minis aus verschiedenen Teilen Deutschlands getroffen. Alle Gespräche waren toll, aber besonders „interessant“ waren die Gespräche mit den Minis aus Limburg. Anschließend ging es zu einem gemeinsamen Abendessen in ein römisches Lokal, fantastisches Essen. Wirklich super! Und die Woche ist noch nicht vorbei.

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