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Pastoralzentrum Bugendana wird ein großer Segen für die Menschen sein

Ich bin wieder zurück von der Burundi-Reise und bereits unterwegs im Bistum mit dem diesjährigen Gast der Misereor-Fastenaktion, James Mutebi, aus Uganda. Es waren sehr erfolgreiche Besprechungen in Bugendana. In spätestens zwei Monaten sollte das Energiekonzept für das gesamte Sozial- und Pastoralzentrum erarbeitet sein. Dann wird es darum gehen, die Finanzierung durch Drittmittel zum Beispiel von Hilfswerken und Spendern abzusichern. Vor allem durch den Einsatz von auf dem Boden montierten Sonnenkollektoren soll der Energiebedarf abgedeckt werden. Es besteht die Hoffnung, dass in wenigen Jahren diese ca. 300 Quadratmeter große Anlage (mit Ausbauoption dazu) beitragen kann, überschüssigen Strom in das staatliche Netz einzuspeisen und so die Energieversorgung allgemein zu verbessern, sowie der armen Pfarrei eine Einnahmequelle beschert.

Auch auf der Baustelle der Kirche waren die Eichstätter von der qualitativ guten Arbeit der Bauarbeiter erfreut. Das Mischverhältnis zwischen aus der Region stammenden Bruchsteinen und Ziegelsteinen beim Kirchengebäude konnte geklärt werden. Das ist auch ein Beitrag zum Umweltschutz, den die Bruchsteine müssen nicht gebrannt – und um diese zu Brennen keine Bäume gefällt – werden. Viel Zeit wurde auch darauf verwendet, die bisherigen Kosten den Eichstättern transparent darzustellen. Die Grundschule liegt im Zeitplan und sollte zum kommenden Schuljahr den Betrieb aufnehmen. Die Mittel- und die Berufsschule müssen zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff genommen werden.

Höhepunkt und zugleich Abschluss der Reise war der Festgottesdienst auf dem freien Feld neben der alten Kirche, an dem mindestens 5.000 Menschen teilnahmen. Erzbischof Simon Ntamwana dankte der Eichstätter Delegation und betonte in seiner Predigt, dass die freundschaftliche Verbindung der Bistümer Eichstätt und Gitega auf der Grundlage des christlichen Glaubens beruhe, die sich in der weltkirchlichen Gemeinschaft und Solidarität ausdrückt. In seinem Grußwort bedankte sich der Eichstätter Domdekan Willibald Harrer im Namen der gesamten Delegation für die empfangene Gastfreundlichkeit. Er stellte unter anderem fest, dass bezüglich der Lebendigkeit des Glaubens, die auch in der Feier des Gottesdienstes zum Ausdruck kommt, die so genannten entwickelten Länder von Afrika lernen können. Wie wichtig auch der Regierung von Burundi das Projekt ist, zeigt die Tatsache, dass an dem Gottesdienst auch der zweite Vize-Staatspräsident des Landes sowie der Gouverneur der Region und einige Abgeordnete teilnahmen.

Sichtlich beeindruckt vom Bugendana-Projekt war auch der Bischöfliche Beauftragte für die Weltkirche, Domkapitular Prälat Dr. Christoph Kühn. Sein Fazit:

„Papst Franziskus fordert uns auf, an die Ränder zu gehen. Unser Leitprojekt Bugendana in der Erzdiözese Gitega (Burundi) liegt ganz auf dieser Linie. Wir leisten hier einen ganzheitlichen Beitrag zur Entwicklung in einer Region, in der ein Großteil der Bevölkerung in Armut lebt: Das Gesundheitszentrum, die Schulen, die pfarrlichen Strukturen mit der Kirche St. Willibald und St. Walburga dienen diesen Menschen, die unsere Schwestern und Brüder sind. Es sind wertvolle Menschen, die unsere Hilfe verdienen. Ich denke an die zahlreichen Kinder und Jugendlichen in Bugendana, die eine Perspektive für die Zukunft brauchen. Zusammen mit unseren burundischen Partnern konnten wir jetzt anstehende Fragen bearbeiten und manche Probleme einer Lösung näher bringen. Unter anderem spielt da auch die Energieversorgung eine wichtige Rolle. Ich bin sicher, dass das Pastoralzentrum in seiner Ganzheit ein großer Segen für die Menschen sein wird. Das konnten wir jetzt schon vor Ort spüren. Natürlich benötigen wir weiter die Unterstützung vieler, damit das multidimensionale Projekt Bugendana gelingen kann. Allen, die uns dabei helfen, ein herzliches Danke und „Vergelt’s Gott“.“

Partnerschaftsprojekt Bugendana – Besuch auf der Baustelle

Nach dem Tag der Diplomatie gestern war heute der Tag der praktischen Arbeit beim Besuch unserer Partnerdiözese Gitega/Burundi. Wir sind nach dem Frühstück los auf die Baustelle des Sozial- und Pastoralzentrums Bugendana. Über eine Stunde dauerte die Fahrt auf der im Ausbau befindlichen Strecke. Vom Straßenbelag ist noch weit und breit keine Spur, roter Staub überall. Wir parken hinter dem Pfarrhaus, die sechs Ordensschwestern von nebenan sind herüber gekommen und singen zur Begrüßung.

Baustelle der Kirchen im Pastoralzentrum Bugendana
Hier entsteht die Kirche im Pastoralzentrum Bugendana. Foto: Gerhard Rott

Wir verlieren keine Zeit, gehen gleich auf die Baustelle der Kirche. Da wird mächtig gehämmert, gesiebt und geschweißt. Der gesiebte Sand ist für den Beton, das Hämmern kommt vom Gerüstbau und geschweißt wird das Eisen im Beton. Die Eichstätter sind sehr positiv überrascht vom Baufortschritt und der an den Tag gelegten Sorgfalt. Es werden auch Details besprochen, wie zum Beispiel das Mischverhältnis von Bruchsteinen aus der Region und gebrannten Ziegeln. Auch die hoffentlich bald fertige Grundschule wird besucht. Die Fundamente der Gesundheitsstation wirken massiv. Die alte Kirche wird gerade genutzt für eine Frauen-Katechese zur Fastenzeit.

Am Nachmittag dann die sehr konzentrierte Baubesprechung. Dabei gelingen zumindest erste kleine Fortschritte bei der Planung der Ausstattung mit regenerativer Energie. Erfreulich, dass unsere drei Triesdorfer Stipendiaten angefangen haben, ihr Wissen umzusetzen. Ein Hühnerstall ist da, die ersten Bienenvölker werden von Ortspfarrer umsorgt und auch die Bodenverbesserung mittels Kompost läuft an.

Der Ausfall des Stromgenerators hat uns heute Abend gezeigt, wie abhängig wir von Energie sind und wie dringend diese Herausforderung hier angegangen werden muss.

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Solarenergie für Bugendana

Arbeitsreich werden die nächsten Tage für die fünf Mitglieder der Eichstätter Reisegruppe, die seit heute Morgen unterwegs ist nach Burundi. Dort baut das Bistum Eichstätt in Partnerschaft mit der Erzdiözese Gitega ein neues soziales und pastorales Zentrum mit Kirche, Pfarrhaus, Häusern für Ordensleute, verschiedenen Schulen und Gesundheitseinrichtungen in Bugendana.

Von München über Brüssel – wo ich gerade Zeit habe, ein paar Zeilen zu schreiben – geht es gleich weiter nach Bujumbura. Hier in Brüssel ist unser Team komplett geworden: Neben dem Eichstätter Finanzdirektor Domdekan Willibald Harrer und Domkapitular Prälat Dr. Christoph Kühn, dem Bischöflichen Beauftragten für die Weltkirche, ist noch Karl Frey, der Architekt, der für das Erzbistum Gitega die Kirche und den gesamten Masterplan des Sozial- und Pastoralzentrums „St. Willibald und St. Walburga“ entworfen hat, dabei.

Neu in der Runde ist Luc Karake, ein Ingenieur, der bei der Beschaffungsgesellschaft für kirchliche, caritative und soziale Einrichtungen (BEGECA) in Aachen arbeitet und Fachmann für regenerative Energien in Afrika ist. Mit ihm und Karl Frey werde ich einige Tage auf der Baustelle in Bugendana die Planungen und nächsten Schritte zusammen mit den Partnern aus dem Erzbistum Gitega, deren Entwicklungsorganisation ODAG und der Firma Agglobu, die die Kirche baut, besprechen und die entwickelten Lösungen zur Entscheidung bringen. Die Planung der regenerativen Energieversorgung für das Pastoralzentrum ist einer der Schwerpunkte dieser Reise.

Aber es geht auch wieder darum, das kirchliche und gesellschaftliche Umfeld dialogisch mit einzubinden. Deshalb stehen morgen unter anderem Termine beim deutschen Botschafter Bruno Brommer und bei der Nuntiatur auf dem Programm. Wenn es mit der Internetverbindung klappt, schreibe ich in den nächsten Tagen weitere Beiträge aus Burundi.