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Ein Kreuz in fünf Farben und erste Worte auf Swahili

Die vergangene Zeit war wieder sehr ereignisreich. Ich hatte meinen Aussendungsgottesdienst für den bevorstehenden Einsatz als Missionarin auf Zeit in Tansania und habe einen Informationsstand am Pfarrfest meiner Gemeinde gemacht. Außerdem war ich in einem Sprachkurs für Swahili, so dass ich jetzt schon ein paar Sachen sagen kann.

Zu meinem Aussendungsgottesdienst kam Pater Roberto Turyamureeba aus Uganda, Mitarbeiter in der Stabsstelle Weltkirche des Erzbistums Bamberg, von den Comboni-Missionaren, den ich auf dem Länderseminar kennen gelernt hatte. Zusammen mit dem Chor Sanctissimo meiner Gemeinde haben wir den Gottesdienst afrikanisch gestaltet und ich bin somit offiziell entsandt worden. Ich habe zwei markante Zeichen überreicht bekommen: ein Kreuz in fünf Farben und die Taschenbuch-Ausgabe von „Gottes Wort für jeden Tag“. Ersteres soll mich „daran erinnern, glaubwürdige Zeugin zu sein – das zweite soll auf Gott hinweisen, der sich auf die Seite der Menschen stellt.“

Was mir besonders wichtig war, was Roberto gesagt hat, ist, dass ich Botschafterin der Gemeinde von St. Walburga in Nürnberg-Eibach, aber auch von allen deutschen Gemeinden bin und dass ganz viel von dem, was ich tun werde, auf alle Deutschen projiziert werden wird. Das hat mir noch einmal deutlich gemacht, wie viel Verantwortung ich da eigentlich auch habe. Zum Abschluss habe ich dann den Segen für meinen Einsatz bekommen und dadurch die Unterstützung der ganzen Gemeinde. Es war wirklich ein sehr bewegender Gottesdienst, der mir gezeigt hat, dass es viele Menschen gibt, die hinter meinem Projekt stehen und mich dabei unterstützen – ein schönes Gefühl!

Am nächsten Tag habe ich im Rahmen des Pfarrfests einen Infostand über mein Projekt gemacht, zu dem jeder, der wollte, kommen konnte, um sich zu informieren oder sich einfach nur ein bisschen zu unterhalten und auszutauschen. Außerdem habe ich noch eine Aktion für Kinder gemacht, nämlich Kinder-Schminken, um ein paar Spenden zu sammeln. Passend zur WM haben wir natürlich Flaggen auf die Wangen gemalt. 😉

Ein weiterer Höhepunkt war der Sprachkurs für Swahili, den ich besucht habe. Wir haben unheimlich tolle Leiter gehabt, von denen eine selbst Missionarin auf Zeit war, die uns unglaublich viel beigebracht haben – an nur einem Wochenende. Und das ist wirklich gar nicht so einfach, da die Sprache komplett anders aufgebaut ist, als das Deutsche oder Englische, Französische oder Spanische, was ich so aus der Schule kenne. Aber mittlerweile kann ich mich auf Swahili vorstellen, sagen, wer ich bin, wo ich herkomme, was meine Aufgabe ist, bis zehn zählen und nach dem Weg fragen. Jetzt heißt es dann nur noch Vokabeln lernen, lernen, lernen…

Morgen starte ich in den Sommerkurs, das letzte Seminar vor unserer Ausreisen und dann in die drei Wochen Mitlebezeit im Kloster. Ich freue mich unglaublich drauf! Die Leute wieder zu sehen, sich auszutauschen, die gemeinsame Vorfreude und die vielen Erfahrungen, die wir wieder machen werden.