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Yambu Muzungu – Auf Forschungsreise in Burundi

Als die drei Triesdorfer Stipendiaten 2013 an unserer Hochschule und den Lehranstalten Triesdorf zu Gast waren, war ich zur gleichen Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Thema für meine Bachelorarbeit. Ich wollte mich gerne mit einer Fragestellung aus dem Bereich Internationale Zusammenarbeit/Entwicklungshilfe beschäftigen und so fiel die Wahl recht schnell auf Burundi, um diesen neuen Kontakt direkt nutzen zu können. Auch das genaue Thema ergab sich dann schnell: Da Burundi bislang nicht im Fokus der internationalen Agrarforschung steht, bot sich ein grundlegendes Thema an, bei dem es vor allem um die ökonomische Situation von Kleinbauern in Bugendana geht. Nachdem ich alle Prüfungen des Wintersemesters absolviert hatte, ging es dann Anfang März für sechs Wochen nach Burundi. Diese Reise ins Ungewisse habe ich doch mit recht gemischten Gefühlen angetreten. Ich war vorher noch nie in einem so wenig entwickelten Land gewesen und konnte von daher nicht so recht einschätzen, was mich wohl erwarten würde.

Befragung in Bugendana

Nach 20-stündiger Reise endlich angekommen, wurde ich von allen sehr herzlich empfangen. Untergebracht war ich für die Dauer meines Aufenthalts im neu bezogenen Pfarrhaus, zusammen mit drei Priestern und zwei Laien. Mit den Schwestern aus dem benachbarten Ordenshaus habe ich mich ebenfalls sehr gut verstanden, und auch wenn wir nicht die selbe Sprache gesprochen haben, wurde viel gelacht, gekocht, gebastelt und erzählt…

Bei meiner Arbeit wurde ich vor allem von Remy sehr gut und engagiert unterstützt. Er fungierte bei den Befragungen der Familien in Bugendana als Übersetzer und stellte seine sehr guten Deutschkenntnisse unter Beweis. Insgesamt befragten wir 76 Familien und ich erhielt viele Daten über Pflanzenbau, Tierhaltung, Haushaltseinnahmen und –ausgaben, das Sparverhalten und ihre persönliche Einschätzung der aktuellen und der zukünftigen Situation. Die Arbeit hat mir wirklich Freude gemacht, da die Menschen in Bugendana sehr offen, ehrlich, kommunikativ und vor allem lebensfroh sind. Und für sie war ich eine kleine Sensation: Nur selten kommen Weiße ins Dorf und noch seltener eine weiße Frau… Manche der kleinen Kinder rannten schreiend davon – aber die meisten begrüßten mich freudig mit „Yambu Muzungu!“ ( „Hallo Weiße!“).

Neben den Betriebsbefragungen sammelte ich auch bei Behörden und Institutionen Daten für meine Bachelorarbeit. Auch dieser Teil der Arbeit war sehr interessant, weil ich damit auch einen Einblick in die staatliche Verwaltung und in die Arbeit von Entwicklungsorganisationen erhalten habe.

Bei Ausflügen nach Gisozi, Rutana und Bujumbura konnte ich auch weitere Teile des Landes kennenlernen und ein paar der touristischen Attraktionen wie die Nilquelle und die Wasserfälle von Rutana besuchen.

Besonders bewegt hat mich die Karwoche und das Osterfest, das am Ende meines Aufenthaltes lag. Die Begeisterung und Freude die in den Gottesdiensten in Burundi vermittelt werden ist unvergleichlich und wirklich ein ganz besonderes Erlebnis… Hier könnte Burundi durchaus in Deutschland Entwicklungshilfe leisten…

Ein Land wie Burundi „arbeitend“ zu bereisen ist etwas ganz besonderes und hat mich sehr begeistert und bewegt. Innerhalb dieser relativ kurzen Zeit habe ich Land und Leute recht gut kennenlernen können. Ich habe sehr viel fachlich und vor allem persönlich gelernt und auch in meiner beruflichen Orientierung hat mich diese Reise zu 100% bestätigt.

Ein ganz herzliches Dankeschön geht deshalb an alle, die mich bei diesem Projekt unterstützt haben!

Video: Neuer Pfarrer in Bugendana
Partnerschaft Eichstätt-Burundi

Misereor-Gast Mutebi, der Mann, der die Lösungen bringt

Obwohl James Mutebi, der Mann, dessen Name übersetzt so viel heißt wie, „der die Lösungen bringt“, nun schon seit drei Tagen wieder weg ist und gestern gut in seiner Heimat Kampala/Uganda gelandet ist, kann ich viele Aspekte der intensiven viertägigen Begegnung während der Miseoreor-Fastenaktion nicht so leicht vergessen und zur Alltagsroutine übergehen. Es warten die Vorbereitungen für die erweiterte Adveniat-Patenschaftstagung und den Renovabis-Gast aus Leitmeritz, der Stand am Katholikentag und gleich anschließend eine Veranstaltung mit Bischof Dabre aus Poona über weltkirchliche Modelle der zukünftigen Gemeindearbeit.

James Mutebi im Interview mit Valentin Nowak (Radio K1). Foto: Daniela Bahmann
James Mutebi im Interview mit Valentin Nowak (Radio K1). Foto: Daniela Bahmann

Die Mutebi-Lösungen haben mich tief beeindruckt, auf der Ebene der unmittelbaren Hilfe für Bauern, die ihr Land aufgeben müssen, weil Investoren aus Europa Blumenfarmen auf dem guten Boden in der Nähe der Hauptstadt von Uganda und dessen Flughafen aufbauen. Die Jobs in den Blumenfarmen sind nicht nur schlecht bezahlt, sondern auch extrem gesundheitsschädlich, weil keine Schutzanzüge da sind, wenn mit der chemischen Keule gegen Ungeziefer vorgegangen wird.

Zu allem Überfluss wird das dadurch verseuchte Wasser nicht gereinigt, so dass auch die benachbarten Felder vergiftet werden. Vom Wasserverbrauch gar nicht zu reden. Zu glauben, dass man damit was Gutes tut, ist mehr als naiv. Schon vor 40 Jahren wurden die Hoffnungen auf den „Trickle down Effekt“ durch die Realität entlarvt. Auch Papst Franziskus hat diese kritische Sichtweise in seinem Schreiben Evangelii Gaudium Nr. 54 aufgegriffen.

Achtzig Prozent der Menschen in Uganda leben von dem, was sie selbst auf den Feldern anbauen und ernten. Nur den seltenen und geringen Überschuss versuchen sie auf dem Markt zu verkaufen. Sich und die eigene Familie auf diese Art zu versorgen und so das Leben und die Ausbildung der Kinder sicherzustellen ist die zentrale Herausforderung, mit der sich die Menschen in Uganda konfrontiert sehen. Dabei hilft ihnen die katholische Kirche des Landes. James Mutebi ist beim Erzbistum Kampala für die nachhaltige Landwirtschaftsberatung angestellt, die finanziellen Mittel dafür kommen von Misereor. Da kann ich nur sagen: Weiter so, meine Unterstützung haben James und seine vielen unbekannten Kollegen in vielen vergleichbaren Projekten weltweit. Weiter so Misereor!

Und „Danke“ an die Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Medien und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Kirchenzeitung, die mit Filmen, Radiobeträgen und Reportagen dazu beitragen, diese guten Nachrichten aus Afrika weiter zu verbreiten.

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