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„Wir treten vom Dunkel ins Licht“

Bildung und Weiterbildung sind Grundlagen für die Entwicklung eines Landes: Diese Erkenntnisse gelten auch für Senegal. Das konnte ich bereits mehrmals bei Aufenthalten in dem westafrikanischen Land buchstäblich erleben.

Nach dem überaus erfolgreichen dreijährigen Projekt für Frauenförderung in Zentralsenegal wird eine weitere vierjährige Bildungsmaßnahme für Frauen in der Umgebung der Stadt Koumpenntoum in der Diözese Tambacounda angestrebt. Die Voraussetzungen für dieses Projekt, an dem 3600 Frauen aus 90 Dörfern teilnehmen werden, wurden bereits geschaffen. Es wurden Lehrer speziell dafür ausgebildet und die finanziellen Mittel von 400.000 Euro – auf vier Jahre verteilt – werden bereitgestellt. Auf die Katholische Landvolkbewegung, die das Projekt eingefädelt hat, werden 80.000 Euro entfallen. Einen Teil wird der Lions Club Kempten übernehmen. Der größte Anteil, nämlich 75 Prozent, wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) getragen.

Federführend für die Vorbereitung und Organisation ist der Ländliche Entwicklungsdienst (JLD), eine Abteilung der Katholischen Landvolkbewegung Deutschland, unter der Leitung von Lothar Kleipass. Verantwortlich für die praktische Umsetzung im Senegal ist der ehemalige Schuldirektor Bernard Seck, der das Büro von ASDI (Organisation zur Durchführung von Entwicklungsprojekten) in Tambacounda leitet.

Am 26. Januar werde ich zusammen mit Lothar Kleipass und Helene Dumont, die als Übersetzerin und wichtigstes Bindeglied zwischen dem Büro von ASDI und ILD fungiert, nach Senegal reisen, um den Vertrag zu unterzeichnen und weitere organisatorische Details zu besprechen. Von vergangenen Besuchen haben wir selbst erfahren, mit welcher Begeisterung und Fleiß sich die teilnehmenden Frauen einsetzen. Dreimal in der Woche haben sie Unterricht und lernen nicht nur Lesen und Schreiben, sondern auch Grundlagen der gesunden Ernährung, Hygiene und Prävention von Krankheiten. Jede Dorfgemeinschaft bekommt auch einen Kleinkredit für geschäftliche Unternehmungen, den sie am Jahresende wieder zurückzahlen muss.

Erstaunlicherweise wird das Projekt auch von den Männern, die eine klare Rollenverteilung gewohnt sind, befürwortet. Von ihnen hörten wir unter anderem Sätze wie „seit Beginn der Maßnahmen hat niemand mehr unser Dorf verlassen“ oder „auch die Frauen müssen zur Entwicklung unseres Landes beitragen“. Bemerkenswert ist auch das gesteigerte Selbstwertgefühl der Frauen. Sie erklären stolz, dass sie jetzt einen Pass beantragen und selbst unterschreiben können. Mit diesem Frauenförderungsprojekt ist bereits eine erhebliche Verbesserung der Lebenssituation der Dorfbewohner zu erkennen, und somit können auch Fluchtursachen bekämpft werden.