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Durch die Dornbuschsteppe ins Hinterland Senegals

Vom 15. Januar bis 1. Februar 2016 werde ich wieder für die Katholische Landvolkbewegung (KLB) der Diözese Eichstätt im Senegal unterwegs sein. Es geht um die Partnerschaft, die die KLB seit über 20 Jahren mit dem westafrikanischen Land pflegt. Die Organisation der Reise und die Übersetzung liegen wieder in den Händen von Hélène Dumont vom Verein Zukunft für Senegal aus Deining. Weitere Teilnehmer sind Andreas Meyer aus Sengenthal und vier Mitglieder des Lionsclubs Kempten im Allgäu.

Von Senegals Hauptstadt Dakar, wo wir landen werden, geht es weiter auf der Nationalstraße durch die endlose Dornbuschsteppe über Mbour nach Südosten in die KLB-Partnerdiözese Tambacounda, die ich zuletzt Anfang 2014 besucht habe. Dort werden wir die erste Woche verbringen und verschiedene Projekte besuchen. Wir nehmen zum Beispiel an der Einweihung einer öffentlichen Bibliothek teil, die vom Lionsclub Kempten finanziert wurde.

Unterwegs im Senegal. Archiv-Foto: Michael Graml (2014)
Unterwegs im Senegal. Archiv-Foto: Michael Graml (2014)

Geplant ist eine Fahrt ins Hinterland, in eines der Dörfer, dessen Frauen an dem von der KLB mitfinanzierten Alphabetisierungsprojekt beteiligt waren. Für die Alphabetisierung wurden in 40 Dörfern Schul- und Ausbildungszentren eingerichtet, in denen die Frauen ausgebildet werden konnten. 1569 Frauen, gut 50 Prozent mehr als ursprünglich geplant, haben erfolgreich an dieser Alphabetisierungsmaßnahme teilgenommen. Rechnet man die übrigen Familienmitglieder hinzu, können rund 10.000 Menschen im Senegal nunmehr dauerhaft wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen. Denn die Frauen werden durch ihr Sachwissen jetzt auch als Fachkräfte gesellschaftlich anerkannt. Die KLB Eichstätt hat das Projekt mit über 40.000 Euro unterstützt. Eine Fortführung ist bereits angedacht.

Auf dem Reiseprogramm ebenfalls auch ein Abstecher in das Bananendorf Ngeen, um dort ein Gemüseanbauprojekt zu besichtigen. Vorgesehen sind auch ein Treffen mit dem Diözesanbischof Jean Noel Diouf sowie Besuche in einem Krankenhaus und in Schulen.

Strassen wie diese werden wir im Süden Senegals befahren. Archiv-Foto: Michael Graml (2014)
Strassen wie diese werden wir im Süden Senegals befahren. Archiv-Foto: Michael Graml (2014)

Unser Weg in der zweiten Woche wird uns noch weiter nach Südosten führen, nahe an die Grenze zu Guinea in die Region Salemata. In dieser hügeligen Gegend gibt es keine Teerstraßen und man braucht geländegängige Fahrzeuge für die staubigen ausgeschwemmten Pisten. In Salemata unterstützt Hélène Dumont mit ihrem Verein mit großem Engagement eine Schule. Neben finanziellen Hilfen durch mehr als 200 Schulpatenschaften konnten mit Spendengeldern auch Schulgebäude renoviert und sanitäre Anlagen gebaut werden. Wegen der weiten Schulwege in dieser dünn besiedelten Gegend muss auch ein Internat für die Schüler unterhalten und für deren Ernährung gesorgt werden.

Während unseres Aufenthaltes im westlichsten Land Afrikas wird uns der Direktor der katholischen Schulen im Senegal, Bernard Seck, begleiten. Wir hoffen auf eine unfallfreie und erfolgreiche Reise.

Solarpumpen-Projekt der KLB Eichstätt im Senegal

Wir befinden uns in Ngeen, einem 1000-Einwohner-Dorf am Fluss Gambia im Südosten Senegals, rund 50 km von der Regionshauptstadt Tambacounda entfernt. Die Bewohner sind vor 30 Jahren vom Norden hier an den Fluss gezogen, weil in der alten Heimat wegen des ausbleibenden Regens kaum noch Landwirtschaft möglich war. Hier am Gambia bewirtschaften sie, genossenschaftlich organisiert, auf 35 Hektar eine Bananenplantage. Das Gießwasser wird mit leistungsfähigen Dieselpumpen vom 20 Meter tiefer gelegenen Fluss auf die Felder gepumpt.

Bei unserem Besuch vor drei Jahren beklagten sich die Bauern, dass sich der Bananenanbau wegen des gesunkenen Bananenpreises und der steigenden Dieselkosten kaum noch rentiere. Gemüseanbau wäre eine Alternative. Er hätte eine positive Perspektive, zumal Gemüse in Tambacounda sehr gefragt ist. Auch für die Eigenversorgung wäre es eine gute Ergänzung zum täglichen Hirsebrei.

Im Rahmen der Partnerschaft der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) der Diözese Eichstätt mit der Landvolkbewegung MARCS der Diözese Tambacounda im Senegal wurde die Organisation „Ingenieure ohne Grenzen Regensburg“ für die Realisation des Gemüseprojekts gewonnen. Nach einigen Vorbereitungen reisten drei Mitglieder dieser Organisation nach Ngeen. Auf einer geeigneten Ackerfläche bauten sie mit Unterstützung einiger Dorfbewohner eine Solaranlage auf Betonstelzen. In einer Schlosserwerkstatt wurde ein Floß, auf dem die Pumpe montiert werden sollte, zusammengeschweißt. Wegen der fehlenden Infrastruktur und der weiten Wege waren die geplanten drei Wochen jedoch schnell verflogen, zumal auch die bestellten Anschlussschläuche noch nicht geliefert waren. So musste die Gruppe vor der Vollendung des Projekts wieder abreisen. Von Deutschland aus wurde versucht, die Fertigstellung zu organisieren. Durch verschiedene Umstände und Schwierigkeiten gelang dies jedoch nicht.

Im Februar dieses Jahres reisten wir zu zweit noch einmal für drei Wochen nach Ngeen. Nils Dalisson (ein Mitglied von „Ingenieure ohne Grenzen“) und ich versuchten, in Gesprächen mit den betroffenen Landwirten und dem Schlauchlieferanten eine erfolgreiche Lösung zu finden. In Tambacounda besorgten wir Anschlüsse und Verbindungen von Pumpe und Hauptschlauch und kauften Seile für die Verankerung des Floßes. Ein einheimischer Schlosser befestigte die Pumpe auf dem Floß. Mit vereinten Kräften wurde es über das Steilufer in den Fluss befördert. Die Freude war riesig als nach der elektrischen Verbindung von Pumpe und Solarmodul tatsächlich Wasser durch den Schlauch auf das Feld sprudelte. Umso größer war die Enttäuschung, als nach wenigen Minuten der Hauptschlauch platzte. Er war durch die längere Lagerung schon porös geworden. Wir brachten ihn zum Schlauchlieferanten, der versprach, ihn zu ersetzen. Da unsere zwei Wochen schon fast vorbei waren und er keinen Ersatzschlauch auf Lager hatte, blieb nur die Möglichkeit mit dem Händler einen Vertrag abzuschließen. Er beinhaltet nicht nur die Lieferung des Ersatzschlauches, sondern auch eine Schulung für Gemüseanbau und Installation einer Tröpfchenbewässerung.

Mittlerweile sind drei Monate vergangen und es gibt endlich gute Nachrichten. Sowohl der Unterricht hat stattgefunden, als auch die erfolgreiche Installation der Tröpfchenbewässerung wurde bestätigt. Auf den 3.000-Quadratmeter-Anbauflächen konnten schon die ersten Pflänzchen gesetzt werden. Für die KLB Eichstätt bleibt die Hoffnung, dass dieses Pilotprojekt für Solarenergie weitergeführt wird und der Gemüseanbau die Lebensbedingungen verbessert, sodass der finanzielle Einsatz der KLB von rund 15.000 Euro eine sinnvolle Unterstützung unserer Partner in der Diözese Tambacounda war.

Alphabetisierungsprojekt für Frauen im Senegal – eine Erfolgsgeschichte

Ein „Alphabetisierungsprojekt für Frauen“, das von der KLB Eichstätt mitgetragen wird, stand im Mittepunkt meiner jüngsten Reise in unsere Partnerdiözese-Diözese Tambacounda im Senegal. Zusammen mit anderen Projektpartnern habe ich vier der 40 betroffenen Dörfer besucht. Wir wurden jedes Mal mit Tanz und Trommel begeistert empfangen. Die Verantwortlichen des jeweiligen Dorfes und die Präsidentin der Frauenschule begrüßten uns in der Dorfmitte und stellten dabei die Bedeutung und Auswirkungen der Alphabetisierung heraus.

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Sauberkeit, Gesundheitswesen und Ernährung sind wichtige Grundlagen neben dem Lernen von Schreiben und Rechnen. Dazu erhält jede Frau ein bebildertes Lehrheft in ihrer eigenen Sprache (Wolof, Pulaar, Serer oder Mandinke).  Zudem muss jede Dorfgemeinschaft seine Vorzüge und Wünsche äußern und erhält dann einen Minikredit von umgerechnet 300 Euro,  den sie nach neun Monaten wieder zurückzahlen muss. Bis auf drei Dörfer haben dies bis zum Zeitpunkt unseres Besuches, durch den Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen auch alle geschafft. Für das nächste Wirtschaftsjahr bekommen die Frauen 600 Euro zur Verfügung gestellt, um damit auch größere Investitionen zu tätigen. Das soll zu einem kleinen wirtschaftlichen Aufschwung führen und ihre Lebensbedingungen verbessern.

In jedem Dorf durften wir auch einen exemplarischen Unterricht verfolgen. Bis zu 50 Frauen saßen zu dritt in einer wackeligen Schulbank und verfolgten aufmerksam was an der Tafel geschrieben oder gerechnet wurde. Eine sehr beeindruckende Erfolgsgeschichte, die auch in den örtlichen Zeitungen Beachtung fand.

Die Rolle der Frau

Nun noch ein paar Worte zur Rolle der Frau im Senegal. Auch in katholischen Familien ist Gleichberechtigung von Mann und Frau im Senegal noch ein Fremdwort. Die meiste Arbeit bleibt an den Frauen hängen. Sie sorgen von früh bis spät für ihre Großfamilie. Im ersten Morgenlicht sieht man schon viele Frauen mit Gemüse- oder Obstschüsseln (Tomaten, Bananen, Mangos, Papayas) auf dem Kopf tragend von den Dörfern am Stadtrand Richtung Markt gehen. Sie sitzen dann stundenlang am Straßenrand und versuchen, ihre Gartenerzeugnisse zu verkaufen.

Wieder im Dorf daheim, müssen sie gegen Abend auf einem Holzkohlefeuer vor der Wohnhütte das Abendessen kochen. Es besteht meist aus Hirse, die vorher gestampft und gesiebt werden muss, oder Reis mit Gemüse. Selten gibt es ein wenig Fleisch. Aus meiner Erfahrung ist das Essen aber sehr schmackhaft, mit vielen Gewürzen und Zwiebeln zubereitet. Vor allem in den Dörfern gibt es noch die Großfamilie mit acht bis zehn Kindern, die nur mit Mühe satt zu kriegen sind.

Die Männer hingegen sieht man oft in kleinen Gruppen zusammensitzen und „politisieren“. Die Rollenverteilung von Mann und Frau ist hier noch sehr offensichtlich, vor allem in der Trockenzeit (von November bis April) ist dies sehr deutlich. Nur in der Regenzeit ist Feldarbeit möglich. Da müssen alle mithelfen – auch Männer und Kinder. Die Feldarbeit ist noch reine Handarbeit. Das Säen von Hirse und Erdnüssen, das Unkraut jäten und schließlich die Ernte ist bei großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit sehr schweißtreibend. Da wird auch den Männern alles abverlangt. Dies sei noch erwähnt, zur Rolle des Mannes, dem „Oberhaupt“ der Familie.

Leben im „vergessenen Senegal“

Zum siebten Mal war ich in den vergangenen Wochen in Zusammenhang mit der Partnerschaft zwischen KLB Diözese Eichstätt und „Landvolkbewegung“ MARCS der Diözese Tambacounda im Senegal unterwegs. Viele fragen mich, wie es in dem westafrikanischen Land aussieht, wie die Menschen dort leben.

Der Senegal – eine ehemalige französische Kolonie – ist etwa halb so groß wie Deutschland und liegt im äußersten Westen Afrikas im Übergang der Sahelzone zu den Tropen. Das Klima ist stark vom Wechsel zwischen Trocken- und Regenzeit geprägt. Momentan schwanken die Temperaturen in der Region Tambacounda zwischen 16 Grad in der Nacht und 37 Grad tagsüber. Jetzt ist Trockenzeit – sie geht von November bis April.

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Die Landschaft auf dem Gebiet der Diözese Tambacounda im Südosten Senegals hat steppenartigen Charakter und bietet, nach unseren Vorstellungen, wenig Möglichkeiten für landwirtschaftliche Nutzung. In der Regenzeit können Hirse, Erdnüsse, Manjok, Baumwolle und ein wenig Reis angebaut werden. Ausnahmen sind Gebiete wo künstliche Bewässerung möglich ist, z. B. Flussniederungen. Hier können Bananen und andere Südfrüchte kultiviert werden. Ein Problem ist, dass Infrastrukturen wie z. B. Teerstraßen, Strom und Wasserleitung weitestgehend fehlen. Die Region Tambacounda wird deswegen auch das „vergessene Senegal“ genannt.

Senegal belegt einen der hinteren Plätze im Ranking der Menschlichen Entwicklung (HDI) der Vereinten Nationen. Die Armut ist unübersehbar. Schon bei der Landung in der Hauptstadt Dakar sieht man Wellblechhütten, fliegende Händler und überall den Versuch, zu überleben. Im Hinterland ist es nicht viel anders. Das Land ist stark abhängig von Krediten der Industrie- und Erdölländer sowie von Entwicklungshilfe – auch aus Deutschland. Auch die Kirche hilft: 2009 war der Senegal Schwerpunktland der Sternsinger-Aktion, 2011 Beispielland der missio-Kampagne.

Die meisten der rund 12 Millionen Senegalesen leben irgendwie von der Landwirtschaft: Rund 70 Prozent der Erwerbstätigen sind – so die offizielle Statistik – im Agrarsektor tätig, obwohl nur zwölf Prozent der Fläche landwirtschaftlich nutzbar sind. Aufgrund von Dürreperioden kann das Land die Ernährung seiner Bevölkerung nicht sicherstellen. Kurz vor der Erntezeit besteht jedes Jahr die Gefahr einer Hungersnot. Wenn die Ernte schlecht ausfällt, kann das verheerende Folgen haben. Auch der Klimawandel macht sich vor allem durch Ausbreitung der Wüsten in Norden bemerkbar.

Übrigens der Name des Landes und des gleichnamigen Flusses an der Grenze zu Mauretanien im Norden kommt von der bedeutendsten Umgangssprache, dem Wolof: „Sunugal“ bedeutet „Unser Boot“, wie ich aus einem missio-Heft erfahren habe. Die „Piroge“ ist das typische Boot in Form eines „Einbaums“ bzw. in die Länge gezogene Nussschalen. Täglich fahren die Fischer der Küstenregion damit aufs Meer. Der Fischfang ist heute das wichtigste Exportgut Senegals, wobei die Fangrechte für Hochseefischerei an Japan und Südkorea verkauft sind. Seit internationale Tanker das Meer „leer“ fischen, geht der Ertrag aus dem Fischfang drastisch zurück. Die Überfischung führt zu Arbeitslosigkeit und Emigration. Betroffen sind vor allem die Kleinfischer und ihre Familien. In Pirogen brechen junge Senegalesen auf und hoffen, in Europa ein besseres Leben zu finden. Dass viele dabei ihr Leben auf das Spiel setzten oder bei der Überfahrt ertrinken, hindert andere nicht daran, viel Geld an Schlepperbanden zu zahlen, um den gleichen Weg zu riskieren. Deshalb fällt der Name Senegal auch immer wieder in den Berichten über Schiffbrüche vor Lampedusa.

Migrationen sind in der Sahelzone, wo noch viele Menschen nomadisch leben, ein traditioneller Bestandteil der Kultur. Doch für die zunehmende Abwanderung nach Europa gibt es andere Gründe. Senegals Bauernpräsident Samba Gueye hat einst die Folgen der Politik der Europäischen Union gegenüber sein Land so beschrieben: „Wir haben Erdnüsse exportiert, das wurde uns kaputtgemacht. Wir exportierten Fisch, der wurde uns weggefangen. Nun exportieren wir eben Menschen.“ Da ist was dran. Es zeigt aber letztendlich auch, dass wir alle im selben Boot sitzen.

Mehr zum Thema: Gottesdienst im Senegal

Gottesdienst im Senegal

Wenn man es gewohnt ist, den Gottesdienst in einem barocken Gotteshaus wie in meiner Pfarrgemeinde St. Willibald in Deining zu besuchen, dann ist ein Gottesdienst im Senegal – wo ich gerade unterwegs bin – schon ein besonderes Erlebnis. Als Glocke dient hier eine Lastwagenfelge, die mit dem Hammer „geläutet“ wird. Die Kirche ist eine “idyllische“ Strohhütte mit Wellblechdach. Der Altar ist ein einfacher Holztisch, die Bänke Baumstämme von Palmen.

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Uns Europäern fallen gleich die farbenfrohen Kleider der Frauen auf, oft noch mit einem Kind auf dem Rücken. Der Ablauf des Gottesdienstes ist natürlich der gleiche wie bei uns, aber die Atmosphäre ist entspannter. Der Gesang, oft von Trommeln begleitet, ist mächtig, er kann auch in „ wilden“ Tanz übergehen. Die Predigt muss oft in die Stammessprachen übersetzt werden, da der Pfarrer nur französisch spricht. Der Friedensgruß wird ausgiebig zelebriert. Nach dem Gottesdienst geht die Feier weiter – mit Gesang und Tanz. Es ist eben anders, aber man fühlt sich im Glauben verbunden.

Das Christentum gelangte bereits mit der Ankunft der ersten portugiesischen Entdecker in den Senegal. Während der Kolonialzeit (1895-1960) haben die Franzosen, ausgehend von ihrer  „Auslandsseelsorge“, versucht, die noch nicht islamisierten Völker zu missionieren. Heute sind knapp 5 Prozent der Senegalesen Christen (meist Katholiken), mehr als 90 Prozent bekennen sich zum Islam. Für die 643 000 Katholiken sind derzeit 817 Ordensschwestern, 312 Diözesanpriester, 134 Ordenspriester, 146 Ordensbrüder in sieben Diözesen tätig (diese Zahlen habe ich von missio). Die Ortskirchen im Senegal sind auf die finanzielle Solidarität der Weltkirche angewiesen. So auch die Diözese Tambacounda, mit der die KLB Diözese Eichstätt eine Partnerschaft unterhält.

Soweit ich das bisher beobachten konnte, ist das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen im Allgemein von gegenseitigem Respekt geprägt. Die gemeinsame Sorge um die Nöte der Menschen prägt das Miteinander der Religionsgruppen in diesem Land. Vielleicht können auch andere Länder vom hiesigen „Dialog des Lebens“ etwas lernen.

Mehr zum Thema: Rund 250.000 Euro zur Förderung eines Alphabetisierungsprojektes – Bericht über den Projektbesuch, an dem auch Michael Graml von der KLB Diözese Eichstätt teilnimmt (auf Französisch)