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Shalom-Preisträgerin kämpft für indigene Bevölkerung

Lory Obal, Shalom-Preisträgerin des Jahres 2014 kommt am Mittwoch, 22. Mai, nach Eichstätt. Sie wird, wie in den letzten Jahren alle Preisträger/innen, im Haus unseres langjährigen Mitglieds, der 81jährigen Margarete Müller, wohnen. Wir, Studentinnen und drei Eichstätter Bürgerinnen, die derzeit aktiv im AK Shalom für Gerechtigkeit und Frieden an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt sind, werden hier in den kommenden Tagen unseren Stützpunkt haben.

Christin Lory Obal engagiert sich seit 1984 für die indigene Bevölkerung. Die studierte Religionspädagogin und Erziehungswissenschaftlerin ist Gründerin und Präsidentin des ausgezeichneten Projektes ICON, des Netzwerk Interkultureller Organisationen für Solidarität und Frieden auf den Philippinen.

In Tampakan auf Mindanao befinden sich einige der größten Abbaugebiete für Gold und Kupfer in ganz Südostasien. Dies führt häufig zu Landraub durch multinationale Konzerne und teilweise blutigen Auseinandersetzungen zu Lasten der indigenen Bevölkerung. Lory Obal war 28 Jahre lang Mitarbeiterin des Bistums Kidapawan. Seither ist sie leitend tätig für mehrere Nichtregierungsorganisationen in den Bereichen Menschenrechte, Gerechtigkeit, Frieden und Umweltschutz. Seit 2004 ist sie Generalsekretärin von AGENDA (Alliance for Genuine Development)

Das Netzwerk ICON erarbeitet innerhalb lokaler Strukturen Mechanismen der Konfliktlösung, zum Beispiel im Dorfentwicklungsrat. Monatlich finden Treffen von Nichtregierungsorganisationen, Kommunen und staatlichen Stellen statt. In wöchentlichen Radioprogrammen, Broschüren und in einem monatlichen Newsletter wird über die friedensbildenden Maßnahmen gesprochen. Persönlichkeiten aus Kirche, Wissenschaft, Medien und Kommunen führen einen Dialog mit Armee und Rebellengruppen in den Konfliktgebieten. In übergemeindlichen Foren sprechen sie über Friedensabkommen.

Lory Obals Einsatz ist eng mit der katholischen Kirche verbunden. Schon1981 fragte sie Bischof Orlando Quevedo OMI von Kindapawan, ob sie für eine große Pfarrei als Religionspädagogin arbeiten würde. Drei Jahre später übernahm sie dort, im Zentrum der Insel Mindanao, die Verantwortung für das katholische Programm für die indigene Bevölkerung. Seit dieser Zeit ist sie mitten im Konflikt um Land. Immer wieder ist sie von Regierungstruppen oder Milizen angegriffen worden. Ureinwohner werden vertrieben oder gar getötet, ihr Land wird annektiert. Mitarbeiter der Kirche, auch enge Freunde Obals, wurden ermordet. Lory Obal schrieb in einer Mail: „Ich habe keine Angst um mein Leben. Ich werde von einem Gefühl der Hoffnung und der Kraft Gottes begleitet.“ Wenn man das nicht mehr habe, müsse man aufhören.

Der Shalompreis ist einer der höchstdotierten Menschenrechtspreise in Deutschland. Mit dem jährlich verliehenen Shalompreis werden Einzelpersonen oder Gruppen ausgezeichnet, die sich in vorbildlicher Weise, oft unter erheblichen persönlichen Risiken für die Wahrung der Menschenrechte, den weltweiten Frieden oder für Unterdrückte einsetzen. Der Preis versteht sich als ideelle Anerkennung und als praktische materielle Unterstützung gleichermaßen.

Das Preisgeld wird ausschließlich aus Spenden verschiedener Träger, Organisationen und Privatpersonen zusammengetragen. Es fließt direkt in ein oder mehrere Projekte, die die Preisträger/innen vorschlagen und über die sie weiterhin berichten. Der Preis soll nicht nur eine Anerkennung für die Leistung der Ausgezeichneten sein, sondern darüber hinaus auch dazu beitragen, gefährdete Verteidiger von Frieden und  Menschenrechten zu schützen und andere zu ermutigen, sich zu engagieren.

Seit der Gründung des AK Shalom für Gerechtigkeit und Frieden an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, 1981, fanden und finden sich immer wieder Studenten und Studentinnen sowie Eichstätter Bürgerinnen, die die rein ehrenamtliche Arbeit ermöglichen.

Mehr zum Thema: Gegen Ausbeutung und Zerstörung

Die feierliche Verleihung des Shalompreises 2014 findet am Samstag, 24. Mai, um 19.30 Uhr im Holzersaal der Sommerresidenz Eichstätt statt. Im Rahmen der Shalomwoche ist am Donnerstag, 22. Mai, um 19.00 Uhr, im Filmstudio im Alten Stadttheater Eichstätt der Film „Lola“ aus den Philippinen zu sehen. Alle Termine der Shalomwoche auf der Website des AK-Shlalom.