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Die Goldgräberstadt Guanajuato

Vor zwei Wochen habe ich mit meiner Gastfamilie Guanajuato besucht. Guanajuato ist sowohl der Name eines Bundesstaates als auch einer etwa zwei Stunden von Ezequiel Montes entfernt liegenden Goldgräberstadt. Unter den Spaniern wurde dort sehr viel Gold gefördert, so viel, dass die ganze Stadt von einem Tunnelsystem untergraben ist. Durch diese Tunnel wird jetzt der Verkehr geleitet, weil in der Stadt kein Platz dafür ist – Ampeln und Kreuzungen inklusive. Auch heute noch wird in Guanajuato Gold gefördert, allerdings mittlerweile von mexikanischen Firmen.

Gegründet wurde Guanajuato offiziell 1546 von den Spaniern. Aber schon lange Zeit vorher siedlten am gleichen Ort verschiedene eingeborene Völker, wie zum Beispiel die Otomi und die Chichimeca. Der älteste bekannte Name für Guanajuato, Mo-o-ti, bedeutet soviel wie „Ort der Metalle“ und verweist somit schon auf die Besonderheit Guanajuatos. Diese entdeckten bei ihrer Ankunft auch die Spanier, und die Folge war Ausbeutung sowohl der Minen als auch der Mexikaner als Arbeitskräfte.

Neben den vielen ehemaligen Minen und Tunneln gibt es in Guanajuato eine weitere Besonderheit: Die Mumien. Durch den hohen Salzgehalt der Erde in Guanajuato werden tote Körper dehydriert, noch bevor sie  zersetzt werden können, und somit für die Ewigkeit konserviert. In Guanajuato gibt es ein ganzes Museum voller solcher Mumien (El Museo de las Momias genannt), das ich aber leider nicht besuchen konnte. Werner Herzog verwendete Bilder dieser Mumien in seinem Film Nosferatu – Phantom der Nacht. Die Verwaltung des Staates Guanajuato hat sich angeblich eine besondere Regelung einfallen lassen, um für regelmäßigen Mumiennachschub zu sorgen: Alle Personen, die mehr als fünf Jahre unter der Erde verbracht haben, werden als Mumien wieder ausgegraben und gehören dann dem Staat – außer, man kauft sie frei.