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Gastfreundschaft wird in Tansania großgeschrieben

Diesmal möchte ich über ein Thema schreiben, das mir, seit ich hier in Tansania angekommen bin, sehr viele wunderschöne Momente bereitet hat. Es geht um die Gastfreundschaft.

Ich erinnere mich an ein Buch, das ich gelesen habe, in dem es darum ging, dass jedes Land und jede Stadt sein bzw. ihr eigenes Wort hat, das den Ort am besten beschreibt. Für mich ist „hospitality“ definitiv das Wort Tansanias. Nirgendwo wird sich so beigeistert und voller Offenheit um Gäste gekümmert wie hier. Ich bin einfach super dankbar schon so oft in den Genuss dessen gekommen zu sein.

Natürlich ist ein wichtiger Aspekt in meinem Fall auch das „mzungu“ sein – das „weiß“ sein. Alleine dadurch ist man Anlaufzentrale für kurze Gespräche, Einladungen nach Hause, Heiratsanträge …, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Türen der Tansanier stehen jedoch jederzeit offen. Wer immer gerade zu Besuch da ist, ist willkommen und bekommt auf jeden Fall immer etwas zu Essen angeboten. Mit immer meine ich auch immer. Nur wenn man wirklich schon fast zur Familie gehört schafft man es vielleicht, „nur“ einen Tee zu trinken.

Es macht auch nichts aus, wie viel man selbst besitzt. Auch wenn man noch so arm ist und noch so wenig hat – das bisschen wird geteilt und die Freude daran, es mit anderen zu genießen, ist viel größer als die Sorge über das Morgen.

Das Sprichwort „Mteja ni Mfalme“ – Der Kunde oder Gast ist König – gibt es hier auch und wird wesentlich ernster genommen als bei uns. Als Gast hat man absolut kein „Mithilferecht“ und mindestens zwei Leute wirbeln herum, um es einem bequem zu machen.

Ich habe außerdem so viele Menschen getroffen, die sich ganz ehrlich und wirklich intensiv für mich als Deutsche interessiert haben und die es auch interessiert hat, zu erfahren, was man als Ausländer von Tansania hält.

Ganz besonders freuen sich die Tansanier natürlich, wenn man schon Kiswahili spricht, da das für viele, die kein Englisch sprechen, eine Gesprächsbasis erst eröffnet. Es schmeichelt ihnen, dass man auf diese Weise Interesse an der Kultur zeigt und sich austauschen kann.

Das Schöne ist außerdem, dass hier nichts auf die Goldwaage gelegt wird, also dass gezählt wird, wer jetzt schon wie oft bei wem zu Besuch war und wer denn jetzt als nächster an der Reihe ist. Jeder ist immer überall willkommen und es wird immer sicherheitshalber für mindestens eine Person mehr gekocht.

Es gibt keine Hemmungen, einen Gast sofort in die Familie einzuführen. Man wird gleich allen möglichen Verwandten und Bekannten vorgestellt, die einen ohne Weiteres als Freund aufnehmen – ganz nach dem Motto: „Deine Freunde sind auch meine Freunde!“. Dein Bekannter ist auf einer Hochzeit eingeladen und du kennst das Brautpaar nicht? Kein Problem, einfach mitkommen! Es wird eh das halbe Dorf anwesend sein – ein Gast mehr oder weniger macht da keinen Unterschied. Es ist einfach wunderbar!

Das schönste daran ist, dass die Tansanier selbst unheimlich stolz darauf sind, ein so friedliches, offenes und gastfreundliches Land zu sein. Dieser Nationalstolz, der sich daraus ergibt, ist so bodenständig, herzlich und einheitlich, dass man sich unter den Tansaniern sofort wohlfühlt.

Das klingt jetzt alles unheimlich hochgejubelt und romantisiert, aber ich verspreche jedem, der einmal nach Tansania reisen wird und nicht nur der Pauschalreise folgt, sondern auch mit den Tansaniern persönlich in Berührung kommt, dass er genau diese Erfahrung machen wird.

In diesem Sinne: Karibuni sana – herzlich willkommen!

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Taizé-Treffen: Gast-Freundschaft

Bei diesem Treffen freuen wir uns besonders über die großherzige Gastfreundschaft der Menschen in Straßburg, dem Elsass und der Ortenau. Ausnahmslos alle Teilnehmer konnten in Gastfamilien untergebracht werden. Dies ist nach den letztjährigen Erfahrungen in Rom, wo tausende Jugendliche in Massenunterkünften (und gar in den Messehallen) schlafen mussten, besonders bemerkenswert.

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In diesen Tagen geht es immer wieder um das Thema Freundschaft – Freundschaft in der ganzen Menschheitsfamilie, über alle sprachlichen, kulturellen oder religiösen Grenzen hinweg. Einen weiteren Aspekt dieser Freundschaft durften wir heute bei einem Workshop in der Großen Moschee von Straßburg kennen lernen, wo wir einen lebendigen Einblick in den interreligiösen Dialog erhielten.

Heute Abend wurde bekannt gegeben, wo das nächste Treffen über den Jahreswechsel 2014/2015 statt finden wird: im Zentrum Europas, in Prag. Tschechische Kirchenvertreter brachten sofort ihre Freude zum Ausdruck und hoffen, dass zahlreiche junge Menschen ihre Einladung annehmen.