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„Jipe Moyo“: Fass dir ein Herz – Eine Einladung für alle

Am 8. März, dem internationalen Frauentag, der dieses Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert und heute so wichtig ist, wie selten zuvor, hat mir Jipe Moyo einmal mehr gezeigt, wie es seinen Namen, der übersetzt so viel wie „Fass dir ein Herz!“, bedeutet, versteht und lebt: als offene Einladung und Aufruf an all diejenigen, die in Not sind und sich allein gelassen fühlen. Voller Freude und Energie nimmt man sich hier gegenseitig Ängste, steht einander bei und schenkt sich Mut und neue Kraft. Das kiswahilische Wort „Karibu“, was zu Deutsch „Willkommen“ heißt, ist bezeichnend für die tansanische Kultur, die sich durch Offenheit und Herzlichkeit auszeichnet, und bildet auch den Anfang des Jipe Moyo-Liedes, das die Kinder mit großem Enthusiasmus vortragen. Dieses einander Akzeptieren und Willkommen-heißen, das die Arbeit von Jipe Moyo von Beginn an auszeichnet, ist das Fundament der starken Gemeinschaft, die die Kinder hier bilden, und von der so viel Lebendigkeit und Liebe ausgeht.

Seit viereinhalb Monaten lebe ich nun in Tansania und bin als Freiwillige ein Teil des Jipe Moyo Centre Musoma. Einer Nicht-Regierungsorganisation, die für den Schutz von Kindern und Frauen kämpft. Immer wieder aufs Neue, beeindruckt mich der unermüdliche Einsatz für ein friedlicheres Leben in der Mara-Region, in der Unterdrückung und Gewalt allgegenwärtig sind.

Vor allem in den ländlichen Gegenden, die von den Machtstrukturen der jeweiligen ethnischen Volksgruppe bestimmt sind, werden die Rechte von Kindern und Frauen missachtet. Das Herabsetzen von Frauen zur Einkommensquelle, zeigt die verbreitete Ansicht auf, sie seien weniger wert als Männer und dürften wie Besitz, über den frei verfügt werden kann, behandelt werden. Nach wie vor herrscht, beispielsweise beim Zugang zu Bildung, keine Chancengleichheit, was es Mädchen und jungen Frauen von Beginn an unmöglich macht, ein selbst-bestimmtes Leben zu führen. Sie werden in die Abhängigkeit von Männern gezwungen und sind geschlechterspezifischer Gewalt hilflos ausgeliefert. Die Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung, welche im Großteil der in der Mara-Region lebenden Volksgruppen praktiziert wird, nimmt Mädchen auf grausamste Weise ihre Würde. Viele von ihnen sterben an der menschenrechts-verachtenden Praxis, die Frauen anspruchslos und hörig machen, und ihnen das Empfinden von sexueller Lust nehmen soll. Nach der Beschneidung, die den Eintritt ins Erwachsenenalter markiert, werden Mädchen, die häufig nicht älter als 13 sind, als heiratsfähig angesehen. Sie werden angeboten, wie auf einem Markt und müssen, nach Verhandlung und Bezahlung des Brautpreises, ihre Familie verlassen, um  Ehefrau und Mutter zu sein, wozu sie weder physisch noch psychisch in der Lage sind. Neben weiblicher Genitalverstümmelung und Kinderheirat, sind Mädchen und Frauen Opfer von sexuellem Missbrauch, Prostitution und Gewalt. Oft sehen sich Betroffene in ihrer verzweifelten Lage allein gelassen. Fehlende Anlaufstellen und Unterstützung, sind ein Grund dafür, dass viele Fälle unentdeckt bleiben und die Missachtung von Frauenrechten akzeptiert und sogar als richtig angesehen wird.

Die Mission von Jipe Moyo ist es, gegen diese Verletzungen der Menschenrechte vorzugehen und für den Schutz von Kindern und Frauen zu kämpfen, mit dem Ziel ein respektvolles und friedliches Miteinander zu schaffen. So setzt Jipe Moyo ein Zeichen gegen Ungerechtigkeit und richtet die öffentliche Aufmerksamkeit auf Themen wie geschlechterspezifische Gewalt. Durch das Brechen von Tabus, wendet sich die Organisation gegen veraltete Traditionen und bewirkt, gemeinsam mit allen Teilen der Gesellschaft, einen tiefgreifenden und langanhaltenden Wandel.

Das Engagement von Jipe Moyo zeigt große Wirkung. So ist der Erfolg in der positiven Entwicklung jedes einzelnen Kindes sichtbar und zeigt uns immer wieder aufs Neue, dass wir gemeinsam viel bewirken können. Mitzuerleben wie Kinder heilen, sich öffnen und sich fern von Gewalt und Angst frei entfalten, ist wunderschön und berührend. Die Lebensfreude, die von den Mädchen und Jungen ausgeht, motiviert auch gegen alle Schwierigkeiten, weiter für ihren Schutz und ihr Wohlbefinden zu kämpfen.

Jipe Moyo verbindet Spaß und Leichtigkeit mit Bildung und der Aufklärung über die Rechte von Kindern und Frauen und die Verantwortung diese zu schützen. Hier wurde die Symbolkraft des internationalen Frauentages, der ein Zeichen gegen geschlechterspezifische Gewalt und für Gleichberechtigung setzt, lebendig. Alle Kinder haben über die letzten Wochen fleißig Lieder und Tänze geprobt und so war die Freude groß, diese präsentieren zu können und gemeinsam den „siku ya wanawake duniani“ zu zelebrieren. Es war wundervoll für mich zu erleben, wie sehr sich alle über dieses Event gefreut haben und es, als starke Gemeinschaft die niemanden ausgrenzt, feiern. Wie in einer Familie tritt man für den Anderen ein, schützt sich gegenseitig und behandelt einander mit Respekt und Liebe. Die Energie und Freude der Kinder beim Singen, Tanzen und Theater spielen sind mitreißend und ich genieße das Zusammensein mit ihnen unglaublich.

Von Beginn an habe ich Jipe Moyo als meine kleine Insel empfunden, in dieser für mich anfangs neuen Kultur. Alle Menschen, die zu uns kommen, werden mit Offenheit und Zuneigung aufgenommen, an diesem leuchtenden Ort der so viel Kraft ausstrahlt, neue Hoffnung schenkt und Kinder wieder Kinder sein lässt. Diese Zuversicht, nicht allein zu sein und immer einen Weg zu finden, erreicht Menschen bis weit über die Grenzen des Centers hinaus.

Jipe Moyo ist die Stimme von Opfern geschlechterspezifischer Gewalt und bietet ihnen durch Bildung eine neue Perspektive. An diesem 8. März, dem internationalen Frauentag, wird einmal mehr deutlich, wie stark und selbstständig Mädchen und Frauen sind, wenn sie frei von Gewalt und Unterdrückung aufwachsen und leben können und ihnen die Chance gegeben wird sich frei zu entfalten.

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Bildung und Kleinkredite für Frauen im Senegal

Die Resonanz auf das Alphabetisierungsprojekt für Frauen, das die Katholische Landvolkbewegung (KLB) im Bistum Eichstätt seit Jahren in der Partnerdiözese Tambacounda im Senegal mitträgt, ist so groß, dass sich der Verband für seine Weiterführung entschlossen hat. Das Projekt umfasst die Begleitung und Fortführung der bisherigen Maßnahme in 40 Dörfern und den Neubeginn in 50 Dörfern. Ungefähr 3600 Frauen in der Region der Stadt Koumpentoum werden damit unterstützt. Dreimal pro Woche werden sie von Lehrern unterrichtet. Die ersten Hürden sind schon überwunden, nämlich die Einrichtung eines Büros für den Koordinator Bernard Seck und die Ausbildung der Lehrer. Beides wurde von der KLB vorfinanziert.

Die zweite Phase des Projektes hat im Januar dieses Jahres begonnen, nachdem das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das 75 Prozent der Kosten übernimmt, seine Zustimmung gegeben hatte. Bei unserem Besuch vor Ort vor wenigen Wochen wurde der Vertrag, der drei Jahre laufen soll, von den beiden Vertragspartnern unterzeichnet. Auf senegalesischer Seite ist das die Organisation ASDI Tamba (L´Assocition Sénégalaise pour le développement intégré), vertreten durch den Geschäftsführer Bernard Seck. Auf deutscher Seite ist es der ILD, der ländliche Entwicklungsdienst der Landvolkbewegung, vertreten durch Geschäftsführer Lothar Kleipass.

Der Finanzplan für das Projekt umfasst die Bezahlung der Lehrer und Lehrbücher, die Beschaffung von fünf Motorrädern für die Supervisoren und das Gehalt des Koordinators. Zudem ist ein großer Posten vorgesehen für die Kleinkreditaufnahme für Frauen, die sich damit eine Existenz aufbauen können. So soll das wichtigste Ziel des Projektes, nämlich eine spürbare, nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation der Familien, erreicht werden.

Natürlich wurde bei unserem Besuch auch gefeiert. Rund 800 Frauen kamen im Dorf Patoulane zusammen und erwarteten uns schon am Dorfplatz. Eine Trommelgruppe animierte sie unentwegt zu temperamentvollen Tanzeinlagen. Jedes Dorf versuchte sich möglichst gut in Szene zu setzen. In verschiedenen Theatervorführungen wurde die Wichtigkeit der Fördermaßnahmen veranschaulicht. Dorfchef, Bürgermeister und Religionsführer würdigten den Einsatz der Frauen. Sogar eine Abgeordnete des senegalesischen Parlaments fand lobende Worte für das Projekt. Auch wir kamen zu Wort und betonten, dass wir keine Geschenke bringen, sondern ihnen partnerschaftlich helfen wollen, ihre Situation persönlich und wirtschaftlich messbar zu verbessern.

Zum Abschluss gab es ein gemeinsames Essen. Auf vielen Feuerstellen hatten die Frauen in großen Kesseln Reis und Gemüse mit ein bisschen Fleisch gekocht. Es wurde auf flachen Schüsseln verteilt und in kleinen Tischgemeinschaften mit der Hand gegessen.

Als Fazit unserer Reise können wir feststellen, dass die senegalesischen Frauen mit sehr großem Einsatz zu Werke gehen und wir auf eine erfolgreiche Durchführung des Projektes vertrauen können.

„Wir treten vom Dunkel ins Licht“

Bildung und Weiterbildung sind Grundlagen für die Entwicklung eines Landes: Diese Erkenntnisse gelten auch für Senegal. Das konnte ich bereits mehrmals bei Aufenthalten in dem westafrikanischen Land buchstäblich erleben.

Nach dem überaus erfolgreichen dreijährigen Projekt für Frauenförderung in Zentralsenegal wird eine weitere vierjährige Bildungsmaßnahme für Frauen in der Umgebung der Stadt Koumpenntoum in der Diözese Tambacounda angestrebt. Die Voraussetzungen für dieses Projekt, an dem 3600 Frauen aus 90 Dörfern teilnehmen werden, wurden bereits geschaffen. Es wurden Lehrer speziell dafür ausgebildet und die finanziellen Mittel von 400.000 Euro – auf vier Jahre verteilt – werden bereitgestellt. Auf die Katholische Landvolkbewegung, die das Projekt eingefädelt hat, werden 80.000 Euro entfallen. Einen Teil wird der Lions Club Kempten übernehmen. Der größte Anteil, nämlich 75 Prozent, wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) getragen.

Federführend für die Vorbereitung und Organisation ist der Ländliche Entwicklungsdienst (JLD), eine Abteilung der Katholischen Landvolkbewegung Deutschland, unter der Leitung von Lothar Kleipass. Verantwortlich für die praktische Umsetzung im Senegal ist der ehemalige Schuldirektor Bernard Seck, der das Büro von ASDI (Organisation zur Durchführung von Entwicklungsprojekten) in Tambacounda leitet.

Am 26. Januar werde ich zusammen mit Lothar Kleipass und Helene Dumont, die als Übersetzerin und wichtigstes Bindeglied zwischen dem Büro von ASDI und ILD fungiert, nach Senegal reisen, um den Vertrag zu unterzeichnen und weitere organisatorische Details zu besprechen. Von vergangenen Besuchen haben wir selbst erfahren, mit welcher Begeisterung und Fleiß sich die teilnehmenden Frauen einsetzen. Dreimal in der Woche haben sie Unterricht und lernen nicht nur Lesen und Schreiben, sondern auch Grundlagen der gesunden Ernährung, Hygiene und Prävention von Krankheiten. Jede Dorfgemeinschaft bekommt auch einen Kleinkredit für geschäftliche Unternehmungen, den sie am Jahresende wieder zurückzahlen muss.

Erstaunlicherweise wird das Projekt auch von den Männern, die eine klare Rollenverteilung gewohnt sind, befürwortet. Von ihnen hörten wir unter anderem Sätze wie „seit Beginn der Maßnahmen hat niemand mehr unser Dorf verlassen“ oder „auch die Frauen müssen zur Entwicklung unseres Landes beitragen“. Bemerkenswert ist auch das gesteigerte Selbstwertgefühl der Frauen. Sie erklären stolz, dass sie jetzt einen Pass beantragen und selbst unterschreiben können. Mit diesem Frauenförderungsprojekt ist bereits eine erhebliche Verbesserung der Lebenssituation der Dorfbewohner zu erkennen, und somit können auch Fluchtursachen bekämpft werden.

Frauen in brasilianischen Gefängnissen

Seit November bin ich nun nicht mehr die zweite Vorsitzende der nationalen Gefängnisseelsorge Brasiliens. Das Mandat ist nach vier Jahren ausgelaufen. Wir hatten im November in Belo Horizonte die nationale Hauptversammlung mit Neuwahlen. So ganz ohne Arbeit bin ich aber nicht davon gekommen. Ich wurde für einem anderen Dienst gewählt, zur “Coordenadora Nacional para a questão da mulher presa”, das heißt, jetzt bin ich beauftragt, auf nationaler Ebene für die Themen rund um Frauenseelsorge in den Gefängnissen. Die Aufgabenbereiche ändern sich also doch sehr, werden „kleiner“, aber die Herausforderung für mich ist größer. Ich bin aber recht zuversichtlich und motiviert, in diesem spezifischen Bereich nun zu arbeiten.

Im Jahr 1997 ist der brasilianischen Gefängnisseelsorge bewusst geworden, dass die Frau im Gefängnis nicht beachtet wird. So wurde seitdem die Frauenseelsorge besonders intensiviert. Heidi Cerneka, Amerikanerin und Missionarin der Mary Knoll Bewegung, begann damals die Realität der Frau im Gefängnis mehr in den Blick der Gefängnisseelsorge zu stellen und eine sozialpolitische Diskussion zu diesem Thema anzustoßen. Inzwischen gibt es eine Vernetzung von verschiedensten Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Problematik der Frau im Gefängnis zu diskutieren, die unmenschlichen Bedingungen im Frauenstrafvollzug anzuprangern und neue Wege aufzuzeigen.

In den letzten zehn Jahren ist die Frauenquote in den Gefängnissen ums Dreifache gestiegen. Heute sitzen rund 370.000 Frauen in Brasilien hinter Gittern. Wie auch bei den Männern sind es hauptsächlich Jüngere. Zwei Drittel der weiblichen Häftlinge sind zwischen 18 – 25 Jahren, 60 Prozent von ihnen sind wegen Drogendelikte oder Drogenbeschaffungsdelikte in Haft. Die meisten von ihnen sind sogenannte „mulas“, einfache Drogenkuriere, und nicht Drogenhändlerinnen. Sie kommen fast ausschließlich aus verarmten Familien und versuchen durch diese „Arbeit“ ihre Kinder zu ernähren

„Männer mit Menstruationszyklus“

Es sind verschiedenste Faktoren, die den Straffvollzug der Frauen beschwerlicher machen als für Männer. Ich möchte hier nur kurz einige davon erwähnen:

  • Die meisten Frauen werden von ihren Männer bei ihrer Verhaftung verlassen und somit bleiben sie ohne die Unterstützung von „außen“, was bei den brasilianischen Gefängnissverhältnissen allerdings notwendig ist. Die Besuche während ihrer Haftzeit beschränken sich oft nur auf ihre Mütter, die meistens auch die Kinder der Insassinnen während der gesamten Haftzeit versorgen.
  • Die größte Sorge dieser Frauen in Haft ist die um ihre Kinder. Wenn sie nicht von den Großeltern aufgenommen werden können, kommen sie in staatliche Heime. Die Väter sind da längst über alle Berge.
  • Schwangere Frauen haben es besonders schwierig im Gefängnis. Die medizinische Versorgung ist sehr prekär, Gynäkologen gibt es so gut wie gar nicht. Die Angst, ob sie rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht werden, wenn die Wehen beginnen, ist ständig präsent. Vor kurzem gab es eine große Aktion gegen die Vorgehensweisen für Gebärende, die während des Geburtsvorgangs mit Handschellen ans Bett gekettet wurden. Die Gefägnisseelsorge konnte zusammen mit anderen Organisationen die Behörden so unter Druck setzen, dass es nun eine Gesetzesvorlage gibt, die verbietet, dass während der Geburt Handschellen angelegt werden. Es ist schon ein Skandal, dass es dazu ein Gesetz braucht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Frau während der Geburt ihres Kindes eine Flucht aus dem Krankenhaus versucht.
  • Wenn Frauen während ihrer Haft gebären, dürfen sie laut Gesetz ihre Neugeborenen sechs Monate bei sich behalten – so lange sie das Kind stillen. In vielen Gefängnissen gibt es für diese Frauen keine eigene Abteilung. Es wird einfach eine Zelle als „Berçário“ (Kinderstube) deklariert – mitten unter den anderen Frauen.
  • Die Frauengefängnisse sind in ihrer Mehrzahl alte, renovierte Männergefängnisse. Die Haftbedingungen sind „männlich“, auch für die Frauen. Wer schon Fotos von den brasilianischen Gefängnissen von mir gesehen hat – da gibt es keinen Unterschied zwischen Frauen- und Männergefängnisse. Es sind die gleichen Baustrukturen und Ordnungsregeln, Überbelegungen, Wassermangel, nicht ausreichende medizinische und juristische Betreuung etc. Der kleine Unterschied besteht darin, dass die Zellen rosa gestrichen sind und aufgeräumter scheinen. Besonders krass wird dies, wenn die Anstaltskleidung aus dem gleichen groben Stoff und Schnitt wie bei den Männern auch für Frauen benutzt wird. Heidi, meine Vorgängerin in der nationalen Frauenseelsorge, sagte mal: „Die Frauen im Gefängnis werden wie „Männer mit Menstruationzyklus“ behandelt.

Heute nur mal ein kleines Reinschnuppern in dieses Thema „Frau im Gefängnis“. Ihr werdet sicher in nächster Zeit noch mehr von mir davon hören. In den nächsten Wochen bin ich beschäftigt mit der Sammlung von Texten und Themen für eine kleine Fortbildungsbroschüre für die Gefängnisseelsorger/innen, die hauptsächlich mit den Frauen in Haft arbeiten. Auch wollen wir die bereits veröffentlichten 40 Gottesdienstvorlagen für spezielle Themen für die Frauen in Haft ausweiten, zum Beispiel Meditationen über die Frauen in der Bibel, Prophetinnen im Alten Testament und über die Begegnungen Jesu mit den Frauen. Na ja, es wird „groß werden“, wie schon unser Ordensgründer, der Herz-Jesu-Missionar Pater Christian Moser MSC vor fast 60 Jahren sagte. Also es gibt viel zu tun.