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Ich bin dann mal schnell in Barcelona

Ich weiß, die fünfte Jahreszeit ist vorbei, dennoch erlaube ich mir einen kurzen Rückblick. Es ist ja recht und schön, aber acht Wochen Fasching, das ist dann für manchen doch etwas zu heftig! So lange wie heuer, ist der Fasching nur alle paar Jahre. Für die einen ist das eine Riesengaudi, für die anderen unerträglich. Sie wollen nur noch weg. Dorthin, wo es ruhiger ist, kein Fasching, und vor allem, wo es wärmer ist. Am besten noch Meer, Kultur, eine faszinierende Stadt und südländischer Lebensstil. Was liegt da näher als – BARCELONA.

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Gerade für ein verlängertes Wochenende oder einen kurzen Städtetrip ist Barcelona genau das richtige Ziel. Knapp zwei Flugstunden von München entfernt, gibt es außerhalb der Hauptsaison schon Flüge zwischen 100 und 150 Euro, hin und zurück. In St. Albertus Magnus, der Deutschsprachigen Katholischen Gemeinde in Barcelona, merken wir diese Überlegungen mancher Faschingsmuffel. Immer mehr Urlaubssuchende nützen die Ferienwoche über Fasching und Aschermittwoch für einen Besuch in der katalanischen Metropole – auch aus dem „Bischdum Eigschdädd“.

Eine junge siebenköpfigen Familie (Eltern mit fünf Töchtern von 6 bis 14 Jahre) aus der Eichstätter Gegend, zwei Familien mit jeweils zwei Kindern aus Ingolstadt und zwei Ehepaare meldeten sich einige Wochen vor dem Faschingswochenende in St. Albertus Magnus und kündigten ihren Besuch an. Ganz unterschiedlich war das Motiv: Die einen suchten einfach Erholung vom Alltag, die anderen feierten den Geburtstag des Ehepartners in der Fremde, wieder andere schauten sich nach einem möglichen Arbeitsfeld für die Zukunft um. Barcelona hat für die unterschiedlichsten Bedürfnisse was zu bieten.

Gut, dass in St. Albertus Magnus auch ein recht vielseitiges Angebot herrscht. Auch wenn die Hauptstadt Kataloniens keine Hochburg des Karnevals ist, in der Deutschsprachigen Gemeinde von Barcelona darf Fasching nicht fehlen. Karneval, Fastnacht, Fasching oder wie immer man auch die närrischen Tage bezeichnen will, die Tage vor dem Aschermittwoch gehören der Maskierung, der Freude und dem Fest. Deshalb kommt auch manches Kind schon in den sonntäglichen Gemeindegottesdienst maskiert und verkleidet. Vor allem dann aber nach der Messe. Da wird der gewöhnliche Kirchencafé erweitert zu einer waschechten Faschingsfeier. Mainzer Büttenreden, Kölner Karnevalslieder, bayrische Gstanzel, bolivianische Tänze, alles hat Platz in der Faschingsfeier der deutschen katholischen Gemeinde von Barcelona. Und dazu noch selbergemachte schwäbische Spätzle mit Gulasch – was fehlt da einem noch?

Es ist aber nicht nur ausgelassenes Vergnügen, was den Gästen aus Bayern in der katalanischen Hauptstadt geboten wird. Neben der reichhaltigen Geschichte, faszinierenden Kultur und den unerschöpflichen Sehenswürdigkeiten der Stadt bietet die St. Albertus Magnus-Gemeinde den deutschsprachigen Christen in Barcelona natürlich auch ein spirituelles Programm an, seien es nun  Sesshafte, die sich hier fest niedergelassen haben, oder Gäste, die für ein paar Tage die Stadt kennen lernen wollen. „Das Leben neu sehen“ lautet deshalb die Veranstaltung am Aschermittwoch, mit der die Österliche Bußzeit eingeleitet wird. Eine junge Künstlerin der deutschsprachigen Gemeinde gibt in der Buchhandlung des Claretiner-Ordens eine Einführung in ihre Ausstellung und der Pfarrer stellt sein Buch vor, in dem Fotografien, Predigten, Meditationen und Gedichte einen neuen Blick zu biblischen Gestalten eröffnen.

Auf keinen Fall fehlen darf bei einem Besuch in Barcelona aber „La Sagrada Familia“ – die einmalige Basilika zu Ehren der Heiligen Familie. Antoni Gaudi, der wohl außergewöhnlichste Jugendstilkünstler und Architekt Kataloniens, hat 1883 die Leitung des Kirchenbau übernommen. Zu seinem Tod, 1926, standen gerade ein kleiner Teil der Apsis-Mauern und die Ost-Fassade mit ihren Türmen (vier von insgesamt 18 geplanten). Im November 2010 konnte Papst Benedikt das Hauptschiff einweihen. Seitdem betreten die Besucher eine Kirche und keine Baustelle, und seit dem nutzt der Erzbischof von Barcelona die Basilika für besondere Gottesdienste. Trotzdem ist eine Vollendung der „Sagrada“ noch nicht abzusehen. Vor allem die Glorien-Fassade zum Meer und die Haupttürme, die Jesus Christus und der Gottesmutter geweiht werden sollen, werden sicher noch einige Jahre Bauarbeit in Anspruch nehmen. Obwohl die Kirche an vielen Stellen einer großen Baustelle gleicht, macht sie dennoch auf jeden Besucher einen unvergleichlichen spirituellen Eindruck. Das Spiel der Säulen, der Zauber der Farben, die unerschöpfliche Tiefe der Symbole, das alles macht „La Sagrada Familia“ zu einem „Fünften Evangelium“.

So schön der Fasching in Bayern oder in Deutschland auch sein kann. Es gibt auch Alternativen. St. Albertus Magnus, die Deutschsprachige Gemeinde von Barcelona bietet verschiedene.