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Start zum Freiwilligenjahr in Chile

Mein Name ist Maria, ich komme von einem Bauernhof in der Nähe von Eichstätt und bin 18 Jahre alt. In diesem Blog möchte ich meine Erfahrungen, die ich kommendes Jahr machen werde, mit euch teilen.

Maria Brems vor dem Abflug nach Chile. pde-Foto: Geraldo Hoffmann
Maria Brems vor dem Abflug nach Chile. pde-Foto: Geraldo Hoffmann

Ich fliege heute für ein Jahr als Freiwillige der Organisation „Cristo Vive Europa“ nach Chile, um dort in einer Kinderkrippe im Armenviertel zu arbeiten.

Viele von euch kennen vielleicht Schwester Karoline Mayer aus Pietenfeld, die das ganze Projekt ins Leben gerufen hat. In Santiago werde ich in einer WG mit drei anderen Freiwilligen wohnen. Ich bin schon sehr gespannt, sie kennen zu lernen!

Von „Cristo Vive“, mit der ich mit acht weiteren Freiwilligen nach Chile gehe, wurde ich bestens auf das Auslandsjahr vorbereitet. So hatten wir mehrere Seminare und konnten auch Kontakt mit ehemaligen Freiwilligen aufbauen. Außerdem habe ich schon Mitfreiwillige kennengelernt, die auch nach Chile gehen werden. Das ist sehr beruhigend, da man dann nicht ganz alleine ist.

Die Koffer sind gepackt und gleich geht es los! Wenn ihr diese Zeilen lest, sitze ich wahrscheinlich schon im Flieger. Meinen nächsten Beitrag werde ich aus Chile schreiben.

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Schwester Karoline Mayer in Eichstätt

Am vergangenen Wochenende flog Schwester Karoline Mayer wieder zurück nach Chile. Auf ihrer Deutschlandreise stattete sie auch der alten Heimat Pietenfeld einen Besuch ab und sprach in Eichstätt über das Werk Cristo Vive, das sie gegründet hat.

Schwester Karoline, geboren 1943, lebt seit 1968 in Santiago de Chile. Sie ist ausgebildete Universitätskrankenschwester und Leiterin der Fundación Cristo Vive.
Vieler Auszeichnungen könnte sie sich rühmen, des Bundesverdienstkreuzes, der Kardinal-Frings-Medaille, des Edith-Stein-Preises oder -jüngst- des Marion-Dönhoff-Preises für internationale Verständigung und Versöhnung. Aber sie tritt bescheiden auf, ein großes Kreuz über dem dunkelblauen Kleid, eine Plakette, die sich gegen die Privatisierung der Schulen in Chile wendet, am Revers. Sie spricht von Gott und seiner Liebe zu den Menschen. Setzt sich keine Minute an den schön dekorierten Tisch.

Ein freudiges Wiedersehen mit guten Freunden, Verwandten, ehemaligen Praktikantinnen und Praktikanten, die in Chile und Bolivien im Werk Cristo Vive Erfahrungen in einer anderen Welt machen konnten, ist es jedes Mal, wenn Schwester Karoline Mayer nach Eichstätt kommt. Denn längst ist Schwester Karoline Chilenin. In der Katholischen Hochschulgemeinde erinnerte Pater Haas daran, dass Schwester Karoline auch Trägerin des Shalompreises ist.

Auf dem Katholikentag in Regensburg war sie eingeladen, auf dem Podium über die Theologie der Befreiung zu sprechen. Das hat sie bei einem Besuch im Bistum Eichstätt nochmals getan. Vieles sei in Europa falsch verstanden worden, Angst vor kommunistischen Gedanken sei geschürt worden, erklärte sie in der Hochschulgemeinde.

Theologie der Befreiung aber bedeute, das Wort Jesu Christi ernst zu nehmen. Sie habe beim Anblick der Armen, als sie noch bei den Steyler Missionarinnen lebte, bei den Ärmsten sein wollen. Im Laufe der Zeit entstanden Kindergärten, Schulen, Werkstätten und Zentren für Drogenabhängige. Ein großes Ziel sei die berufliche Bildung. Deutschland sei hier sehr weit und sie wünsche sich für Chile eine ähnlich gute Ausbildung von Handwerkern.

Das Gesundheitszentrum in Santiago de Chile bietet mittlerweile 22.000 Menschen die Möglichkeit zur Behandlung und Beratung. Es ist eine ambulante Einrichtung. Inzwischen hat sich der Staat an der Finanzierung vieler Einrichtungen beteiligt. Dennoch flössen die Geldleistungen oft sehr verzögert und ohne Unterstützung aus Deutschland wüssten sie bei Cristo Vive oft nicht, wie sie weitermachen sollten.

Papst Franziskus und sein Blick auf die Armen und Ausgegrenzten sei sehr ermutigend, meinte Schwester Karoline. Der Austausch mit jungen Leuten, die für einige Monate, manche länger, nach Chile oder Bolivien kämen, sei für beide Seiten bereichernd. Die Armen fühlten sich wertgeschätzt und die Gäste aus Deutschland könnten viel lernen, auch von einer anderen Weise, Kirche zu erleben.