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Coronakrise und Flüchtlingskinder

Die Coronakrise ist zwar eine weltweite Problematik, hat allerdings nicht zu mehr Weitblick im Sinne von mehr Themenvielfalt geführt. Im Gegenteil: Die Probleme von geflüchteten Menschen sind zum Beispiel weitgehend aus dem öffentlichen Bewusstsein geraten. Dabei haben gerade diese Menschen wegen der Krise einen besonders schweren Stand. Vielleicht ermöglicht es zumindest der Weltflüchtlingstag am 20. Juni, den Blick hierauf etwas zu weiten. Um die Situation von Asylbewerbern im Bistum Eichstätt in der Coronazeit ein wenig  zu beleuchten, habe ich mit Angela Müller, Mitarbeiterin der Flüchtlings- und Integrationsberatung der Caritas-Kreisstelle Eichstätt und Sprecherin für diesen Bereich beim Caritasverband der Diözese, gesprochen.

Dezentrale Unterbringung im Vorteil

„Da geflüchtete Menschen oft auf beengtem Raum leben müssen, ist es für sie eine besondere Herausforderung, Kontakte zu vermeiden und Abstandsgebote einzuhalten“, erfährt Angela Müller. Umso erleichterter ist sie, dass bei den Beratungen der Caritas im Bistum Eichstätt bisher nur wenige Fälle von Ansteckung mit Corona bei Asylbewerbern bekannt geworden sind, im Landkreis Eichstätt sogar noch gar kein Fall. Gerade bei dieser Problematik zeigt sich ein großer Vorteil der dezentralen Unterbringung vieler hier. „Es kommt erstens nicht so schnell zu Ansteckungen und zweitens, wenn dies passiert, nicht zu Masseninfektionen, die es ja jetzt in mehreren größeren Unterkünften in Deutschland gegeben hat“, erklärt die Caritas-Sprecherin einen Vorteil der dezentralen Lösung, die allerdings grundsätzlich von politischen Entscheidungsträgern für die Zukunft nicht favorisiert wird.

Die Coronakrise hat für die geflüchteten Menschen zahlreiche Nachteile mit sich gebracht, vor allem für das schulische Lernen der Kinder. In den Wohncontainern ist kein WLAN möglich, und sich den ganzen Stoff über mobile Daten herunterzuladen, ist für die Leute zu teuer. Ferner haben viele nicht nur keinen geeigneten Raum zum Lernen, sondern auch keinen Computer zur Verfügung. „Wir haben versucht, in einigen Fällen über die 150 Euro Gutschein-Regelung der Bundesregierung für bedürftige Schüler zur Anschaffung von entsprechenden Geräten etwas zu verbessern, aber trotz Nachfragen bei mehreren Behörden nicht erfahren, wo dieses Geld abgerufen werden kann“, so die Caritasberaterin. „Gott sei Dank haben wir für einige immerhin von Schulen Computer ausleihen können.“

Neben mangelnder technischer Ausrüstung ist natürlich aber auch die menschliche Unterstützung beim Lernen der Kinder zu Hause eine besondere Herausforderung für Flüchtlingsfamilien: „Wenn schon deutsche Eltern hier ihre Probleme haben, kann man sich vorstellen, wie es Eltern anderer Sprache und Kultur dabei ergehen muss. Und da ehrenamtliche Helferinnen und Helfer ja bisher nicht die Unterkünfte betreten dürfen und die wenigsten Familien Anspruch auf eine Notbetreuung haben, sind sie, was das Homeschooling betrifft, wirklich abgehängt“, spricht die Caritasberaterin Klartext. Und viele Fortschritte, welche die Flüchtlingskinder beim Erlernen der deutschen Sprache durch Spielen mit deutschen Kindern gemacht haben, sind durch das Gebot der Kontaktvermeidung nun wieder gefährdet.

Persönliche Beratung wieder möglich

Doch nicht nur die Kinder, auch die Erwachsenen befinden sich in der Coronakrise immer wieder in schwierigen Situationen. „Wenn es um Anträge geht, haben die Behörden den Asylbewerbern vor der Krise zumindest teilweise beim Ausfüllen oder Verstehen geholfen. In den letzten Monaten mussten die Anträge zur Kontaktvermeidung aber vollständig ausgefüllt zugestellt werden“, erzählt mir Angela Müller. Immerhin können Betroffene bei solchen Problemen seit kurzem wieder nach Anmeldung persönlich zur Flüchtlings- und Integrationsberatung der Caritas kommen, um sich helfen zu lassen. „Am Telefon ist so etwas nur schwer möglich“, ist die Erfahrung der Caritasberaterin. Auch für Geflüchtete mit psychosozialen Problemen ist bei ihr zum Beispiel wieder ein direktes Gespräch möglich. Ansonsten wird aber auch noch bei der Caritas zur Sicherheit die telefonische Beratung bevorzugt.

Ein weiteres Problem ist die Gewährung eines besonderen Schutzes für  Risikogruppen unter den Asylbewerbern: Aufgrund des Platzproblems in vielen Unterkünften, in denen sich Betroffene häufig Zimmer, Bad und Küche mit anderen teilen müssen, ist das kaum möglich.

Vermehrt helfen

Dass auch geflüchtete Menschen Einschränkungen aufgrund der Coronakrise in Kauf nehmen müssen, stellt Angela Müller nicht in Frage. Dennoch könnten Gesellschaft und Politik etwas tun, um ihnen in einer besonders schwierigen Lage zu helfen. Von der Gesellschaft wünscht sie sich unmittelbar nach der Krise ein verstärktes ehrenamtliches Engagement, um den Kindern in ihren Unterkünften beim Lernen vermehrt zu helfen, Verpasstes wieder aufzuholen. Oder auch, dass sich Leute finden, die mit ihnen einfach ab und zu draußen spielen, womit Freude am Leben und Deutschlernen Hand in Hand gehen. Von der Politik fordert die Caritasberaterin, dass vor allem in größeren Unterkünften gesonderte Räume mit entsprechender technischer Ausrüstung ermöglicht werden, um für die Kinder ein besseres Homeschooling zu realisieren. Besonders wichtig ist das natürlich dann, wenn es noch zu einer zweiten Coronawelle kommt. Diese würde freilich die ganze Bevölkerung vor neue Herausforderungen stellen, wäre insbesondere aber eine zusätzliche  Belastung für geflüchtete Menschen: weltweit sowieso, aber auch für die bei uns lebenden Asylbewerber.

Missionarinnen Christi helfen in der Coronakrise in Brasilien*

Ende Februar erreichte das Coronavirus auch Brasilien. Seit Mitte März wurde das öffentliche Leben in Brasilien stark eingeschränkt. Die Schulen wurden geschlossen, Gottesdienste konnten nur mehr über die Medien mitgefeiert werden und die Menschen aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. Uns Missionarinnen Christi war sofort klar, dass dies eine große Not für viele Familien in der Peripherie bringen wird, da rund 40 Prozent der Bevölkerung ihr Einkommen von informeller Arbeit bestreitet. Viele kleine Straßenhändler, Reinigungskräfte, Hausangestellte und Arbeiter/innen in Nähwerkstätten haben keinerlei finanzielle Rücklagen und stehen jetzt durch die Anordnung der sozialen Distanzierung (die die einzige „Impfung“ gegen das Virus ist) ohne Einkommen da, sie wissen nicht, wie sie überleben sollen. Viele Familien haben ihre Lebensgrundlagen verloren.

Sr. Petra Pfaller (links) bein ihrem Einsatz in der Coronakrise in Brasilien

Inzwischen sehen wir auch in Brasilien, wie sehr das Leid und die Verzweiflung die Menschen im ganzen Land trifft: Überfüllte Krankenhäuser, voller Einsatz des Gesundheitspersonals, Mangel an Schutzkleidung, Tests, Beatmungsgeräten, immer mehr Tote und chaotische Situationen auf den Friedhöfen. Schon jetzt kommen die meisten Patienten aus den Armenvierteln, weil die unmenschlichen Lebensbedingungen die Ausbreitung des Virus maßgeblich begünstigen.

Das Nothilfeprogramm der brasilianischen Regierung, das bedürftigen Familien drei Monate lang 600 Reais (das sind ca. 100 Euro) ausbezahlt, kommt nur sehr schleppend in Gang und grenzt wieder viele Bedürftige aus. Und es hat offen gelegt, dass rund 50 Millionen Menschen diese Notfallhilfe beantragt haben und dauerhaft einen angemessen Soziallohn bräuchten.

Spendenaktion der Missionarinnen Christi

Von Anfang an haben wir Missionarinnen Christi die Situation dieser Familien mit Aufmerksamkeit wahrgenommen und als wir vermehrt um Lebensmittelpakete und um “irgendetwas zu essen” angefragt wurden, war klar, dass wir helfen müssen. Wegen der Coronakrise waren keine direkten Lebensmittelspenden möglich, denn das hätte viele direkte persönliche Kontakte bedeutet. So haben wir entschieden, einen finanziellen Spendenaufruf unter dem Motto „Hoffnung bringen mit den Missionarinnen Christi – Lebensmittel und Kochgas für bedürftige Familien“ über Facebook hier in Brasilien zu starten. Die meisten unserer Freunde und Bekannten unterstützten uns, indem sie unsere Aktion weiterleiteten, da es ihnen selber nicht möglich war, Geld zu spenden oder weil sie selbst schon anderen Familien halfen. Trotzdem kam eine für unsere Verhältnisse doch ansehnliche Summe zusammen, über die wir uns sehr gefreut haben und die es uns ermöglicht hat, Anfang April unsere Hilfsaktion zu starten.

Situation in den Gefängnissen

Die Menschen in den brasilianischen Gefängnissen sind dem Virus Covid-19 ganz besonders ausgesetzt. Schon ohne Pandemie sind die Verhältnisse dort krankmachend und oft tödlich, ganz besonders für die mehr als 45.000 Frauen in Haft. Einige wenige, schätzungsweise 5.000, hauptsächlich aus dem halboffenen Vollzug, wurden wegen der großen Ansteckungsgefahr des Coronavirus nun in den Hausarrest geschickt. Aus dem geschlossenen Strafvollzug wurden jedoch nur wenige Frauen entlassen, nur Frauen über 70 Jahre oder Schwangere. Die Präventivmaßnahmen in den Haftanstalten sind leider nur politisches Gerede. Man stelle sich vor, wie eine Isolation in den vollkommen überfüllten Haftanstalten möglich sein soll? Ganz abgesehen davon, dass Wasser und Seife Mangelware hinter Gittern sind.

Alle Besuche wurden verboten. Aber Besuche bekommen heißt auch, Zugang zu Essen, Medikamenten und persönlichen Hygieneartikeln (Seife, Zahnpasta) zu haben. Vierzig Prozent der gefangenen Frauen warten noch auf ihre Verhandlung; 90 Prozent sind Mütter, 80 Prozent sind Alleinerziehende. All dies sind nicht nur Zahlen, sondern Frauen, die eine wichtig soziale Funktion und Verantwortung für ihre Familie haben.

Männer in Haft haben weit aus nicht diese gesellschaftliche Verantwortung. Mehr als 80 Prozent dieser Frauen sind wegen Drogendelikten angeklagt oder verurteilt. Sie werden von den Richtern als besonders gefährlich eingestuft; die moralische Verurteilung spielt dabei eine sehr große Rolle. „Eine Frau tut das nicht! Hat sie denn nicht an ihre Kinder gedacht?“ habe ich schon von einem Richter im Gerichtssaal gehört. Eben weil sie an die Kinder dachte, ist sie jetzt in Haft. Die meisten dieser Frauen waren sogenannte „Mulas“, d.h. „Lastenträgerinnen“, sie übernahmen Botendienste für Drogenhändler. Sie erhoffen sich das schnelle Geld für den Unterhalt der Familie und stehen in der untersten hierarchischen Stufe der Drogenkriminalität. Damit sind sie der Strafverfolgung durch die Behörden am meisten ausgesetzt. Diese „gefährlichen“ Frauen, von denen die meisten schwarz und arm sind, haben schon ein geschwächtes Immunsystem. Durch die schlechte Ernährung und schmutzigen Haftanstalten müssen sie nun mit der Pandemie mehr denn je um ihr Leben und das ihrer Kindern bangen, von denen sie oft nicht wissen, wo sie sind. Nachrichten aus den Gefängnissen gibt es nur selten, da alle Besuche verboten wurden. Auch die Gefängnisseelsorge darf ihren gesetzlich zugesicherten Besuchsdienst jetzt nicht wahrnehmen. So sind die Gefangenen „isoliert“, alleingelassen, ohne jegliche Nachricht ihrer Familienangehörigen. Was tun? Wir werden weiterhin lebenswichtige Maßnahmen, vor allem für diese Frauen, von den zuständigen Behörden einfordern und uns ganz besonders für vorzeitige Haftentlassungen einsetzen.“

* Mit Auszügen aus einem Brief von Sr. Barbara Kiener, Regionalleiterin der Missionarinnen Christi in der Region Brasilien

Corona-Hilfsaktion der Diözese Poona

Mit 7,1 Millionen Einwohnern ist die Stadt Pune (Poona) im westindischen Bundesstaat Maharashtra dicht besiedelt. Viele der Bewohner sind Wanderarbeiter und Tagelöhner. Die Ausgangssperre wegen des Coronavirus und die Abriegelung von großen Teilen der Stadt mit vielen Infizierten haben die armen Menschen noch schlimmer getroffen, da sie ihre Einkommensquelle vollständig verloren haben. Wegen der Ausgangssperre können sie nicht in ihre Dörfer zurückkehren. Tausende gehen hungrig zu Bett und haben nichts zum Überleben.

Tagelöhner, die aus ärmeren Bundesstaaten Indiens wie Uttar Pradesh, Madhya Pradesh, Bihar, Jharkhand, Chhattisgarh, North-East usw. kommen, haben keine Arbeit, kein Geld, kein Essen, keine Familie oder Verwandte. Es sind hauptsächlich Männer, die in dem erbärmlichen Zustand leben müssen, sich mit 10 bis 12 Menschen ein kleines Zimmer oder eine Hütte zu teilen.

Auf der anderen Seite leben ärmere und ungebildete Frauen in Slums, die hauptsächlich in den nahe gelegenen Wohnungen arbeiten, Hausarbeiten erledigen, Gefäße waschen, fegen, Häuser putzen. Wegen der Bedrohung durch dieses tödliche Virus möchten keine Wohnungseigentümer, dass diese Frauen ihre Häuser betreten. Somit sind sie arbeitslos und ohne Einkommen.

Die Diözese Poona setzte sich zunächst für die katholischen Gemeindemitglieder ein, indem sie die armen Familien mit Nahrungsmitteln versorgte, die für etwas 8 bis 10 Tage ausreichen. Aber dann stellten wir fest, dass da tausende Menschen anderer Glaubensrichtungen um uns herum sind, die ebenfalls damit zu kämpfen haben, eine anständige Mahlzeit am Tag zu bekommen. Deshalb versorgten wir in den vergangenen 22 Tagen arme Familien mit Getreidepaketen in verschiedenen Teilen der Stadt Pune.

Das gesamte Projekt der Corona-Hilfsaktion der Diözese wird mit dem Büro des Distrikts Pune Tahsildar und den örtlichen Polizeistationen koordiniert. Unter Einhaltung des Gesetzes zum Mindestabstand verteilen wir Lebensmittelpakete systematisch und diszipliniert. Entweder informiert uns die Polizei über den Bedarf an Getreide in den umliegenden Slums oder wir bitten die Polizei anwesend zu sein, um uns zu helfen, die Pakete friedlich zu verteilen.

Das gesamte Projekt der Corona-Hilfsaktion der Diözese wird mit dem Büro des Distrikts Pune Tahsildar und den örtlichen Polizeistationen koordiniert. Unter Einhaltung des Gesetzes zum Mindestabstand verteilen wir Lebensmittelpakete systematisch und diszipliniert. Entweder informiert uns die Polizei über den Bedarf an Getreide in den umliegenden Slums oder wir bitten die Polizei anwesend zu sein, um uns zu helfen, die Pakete friedlich zu verteilen. Zunächst erstellen wir eine Liste von Familien, die kein Essen zuhause haben. Wir fahren mit einem kleinen Lastwagen mit Lebensmittelpaketen in den Slum und bitten einen Vertreter jeder Familie, das Paket abzuholen oder wenn möglich, liefern wir es vor die Haustür ab. Leider haben wir schlechte Erfahrungen gemacht, als Familien, die kein Essen haben, in sehr großer Anzahl kamen und mit Nachdruck Getreide verlangten, was zu Chaos und Bestürzung führt.

Bischof Thomas Dabre und Fr. Dr. V. Louis, der Direktor für Sozialarbeit der Diözese, haben diese Hilfsarbeit aufgrund der Corona-Situation, die mehr als 2000 armen Familien in der Stadt Pune geholfen hat, sehr unterstützt. Jeder Pfarrer hat aktiv die Initiative ergriffen, um seinen armen Gemeindemitglieder zu helfen. Die Ursulinenschwestern, Fatima-Schwestern und viele andere Ordensfrauen haben in vielerlei Hinsicht geholfen. Viele Organisationen der Sozialarbeit wie die Poona Diocesan Social Service Society, Chetna und Maher sind an der Versorgung der Hungrigen mit Nahrungsmitteln beteiligt. Fr. Roque Green arbeitet mit einer hinduistischen Organisation zusammen, um Menschen in Not zu erreichen.

Generalvikar Malcom Sequeira verteilt Lebensmitteln in einem Slum in Poona. Foto: Mainly Jackson

Ich verteile jeden Tag Getreidepakete an Familien in verschiedenen Slums von Pune. Ich versuche, täglich etwa 100 bis 130 Familien zu erreichen. Ich weiß, dass es ein großes Risiko ist, in Gebiete zu gehen, in denen es bestätigte Fälle von Coronavirus gibt, aber Gott führt mich ohne Angst. Obwohl ich alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen treffe, Maske und Handschuhe trage und Desinfektionsmittel verwende, bin ich oft mitten in der Menge, da Menschen, die hungrig sind, sich am wenigsten um Abstand kümmern. Jeden Tag mit Menschen konfrontiert zu sein, denen Hunger, Leiden und Sorgen im Gesicht abzulesen sind, ist eine sehr schmerzvolle und verstörende Erfahrung meines priesterlichen Dienstes, die mich ständig verfolgt. Was ist der wahre Sinn des menschlichen Lebens, was ist der Wert des Menschen? Wie schrecklich ist die Gefahr des Todes? Wie kann man Gott in dieser verängstigenden Situation des Coronavirus präsent und greifbar machen? Das sind einige der Fragen, die ich mir stelle und die mich zu tieferem Vertrauen und einer größeren Beziehung zu Gott bringen.

Wir sind Bischof Gregor Maria Hanke und seinem Generalvikar sowie allen Wohltätern aus der Diözese Eichstätt wirklich dankbar, die uns bei unserer Mission geholfen haben, viele arme und hungrige Menschen in Pune zu helfen. Dr. Gerhard Rott ist wie ein Engel, der uns immer zu Hilfe kommt. Wir machen mit der Aufgabe weiter, die etwa 2500 im Herzen der Stadt lebenden SexarbeiterInnen (Prostituierten) zu erreichen, die dringend Lebensmittel benötigen. Der von der Diözese Eichstätt gesendete Betrag von 10.000 Euro wird uns bei dieser Aufgabe ungemein helfen.

Lasst uns gemeinsam kämpfen, um diese schwere Pandemie des Coronavirus einzudämmen und zu beseitigen.

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Die Grabeskirche in Zeiten der Corona-Pandemie

Die Grabeskirche im Heiligen Land ist seit 25. März für Pilger geschlossen, das Klosterleben geht aber weiter. Ein Situationsbericht über das Leben der Franziskaner an der Grabeskirche zu Zeiten von Covid-19 .

„Die Gemeinschaft der Franziskaner in der Grabeskirche besteht aus 11 Brüdern“, sagt Bruder Salvador Rosas Flores, der Guardian (Hausleiter) des Konvents der Franziskaner in der Grabeskirche. „Obwohl keine Pilger mehr da sind, halten wir unseren Rhythmus des Gebets und der Brüderlichkeit aufrecht. Unser Gebetsanliegen in dieser Zeit ist die Bitte an unseren Herrn Jesus Christus, uns in dieser schwierigen Situation beizustehen, mit der die ganze Welt konfrontiert ist, und sich um uns zu sorgen.“

Selbst in dieser besonderen Zeit halten sich die Franziskaner und die anderen anwesenden christlichen Gemeinschaften in der Grabeskirche weiterhin an die Regeln des Status Quo und feiern ihre Liturgien im Grab, auf Golgatha und an allen anderen heiligen Orten in der Grabeskirche. „Unter uns, den Franziskanern, gibt es sieben Priester, und jeder von uns feiert täglich mindestens eine Messe, insgesamt also sieben Messen am Tag, die normalerweise von Pilgergruppen gefeiert werden: eine feierliche Messe vor der Ädikula, vier im Grab und zwei auf Golgatha.“ Obwohl sie nur wenige sind, treffen sich die Franziskaner weiterhin, um den täglichen Rhythmus des Gebets zu beizubehalten, einschließlich der Vesper, der täglichen Prozession und des Nachtoffiziums.

Gebet in der Grabeskirche. Foto: Custodia di Terra Santa

Die Anliegen während der Gebetszeiten sind vielfältig. „Zum einen diejenigen, die uns von Pilgern und Wohltätern anvertraut wurden,“ fährt Bruder Salvador fort „und zum anderen ist es in dieser außergewöhnlichen Zeit unser Hauptanliegen, für alle Länder der Welt zu beten, die unter dem Coronavirus leiden.“ Ein einziges Anliegen, das aber viele Nuancen enthält: Der Hauptgedanke ist die Eindämmung der Ausbreitung des Virus, aber wir beten auch für die Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, die Patienten und die Regierungen, damit sie die richtigen Entscheidungen treffen, ohne die wirtschaftlichen Probleme und die Schwierigkeiten der Arbeiter und ihrer Familien zu vergessen.

Die Unsicherheit der globalen Situation erzeugt auch unterschiedliche Gefühle in der Gemeinschaft, aber unser unerschütterliches Vertrauen in den Herrn ist unser Fundament. „Wir sind immer aufmerksam hinsichtlich aller aktuellen Probleme“, sagt Bruder Salvador, „aber für Covid-19 sind wir es noch mehr. Dafür gibt es zwei Gründe: Wir leben in einer Region, in der immer mehr Menschen krank werden, und vor allem kommen wir aus verschiedenen Teilen der Welt: Europa, dem Nahen Osten, Nordamerika und Lateinamerika, wo die Infektionen immer mehr zunehmen und die Probleme größer werden.“

Technik und soziale Medien sind auch grundlegende Werkzeuge für die Franziskaner in der Grabeskirche. Dank ihnen können sie die Beziehungen und Kontakte zum Ausland am Leben erhalten: zu den verschiedenen Franziskanerprovinzen, ihren Herkunftsländern und ihren Familien. „Wir kennen die Bedingungen aller und versuchen sicherzustellen, dass es niemandem an Unterstützung und Ermutigung fehlt. Vor allem versuchen wir, unsere Freunde über Verhaltensweisen zu informieren, von denen wir wissen, dass sie anderswo erfolgreich waren und die wir natürlich auch befolgen. Der Herr wird uns helfen.“

Update, am 25. März wurde die Grabeskirche für Pilger geschlossen

Nach der Entwicklung der Lage im Heiligen Land geben die Brüder der Grabeskirche bekannt, dass die Liturgien der drei Gemeinschaften (die Griechisch-Orthodoxen, die Lateiner und die Armenier) regulär weitergeführt werden. Aus Sicherheitsgründen und um das Risiko der Verbreitung der COVID-19-Infektion zu vermeiden, wird die Anzahl der Teilnehmer an den Feierlichkeiten auf nur wenige Personen begrenzt und die Basilika ist nur während der Liturgien zugänglich.

Wir möchten versichern, dass die Gebete der drei Gemeinschaften in der Grabeskirche fortgesetzt und intensiviert werden. Wir beten für das Ende der Pandemie, für die Genesung der Kranken, für den Schutz des medizinischen Personals, für die Weisheit der Politiker. Wir beten für das ewige Heil derjenigen, die ihr Leben verloren haben.

Gebet des Kustos des Heiligen Landes in Corona-Krisen-Zeiten

Heiliger Antonius, wir haben uns in dieser Zeit um dich versammelt, in der die Virusinfektion die ganze Welt befällt, die Länder, aus denen wir kommen und in denen wir dienen. Wir danken dir demütig, dass du uns schützt, zusammen mit unserem seraphischen Vater, dem Heiligen Franziskus, und der Kustodie und ihren Mitgliedern immer Gutes getan hast.

Prozession um das Heilige Grab. In normalen Zeiten versammeln sich sonst hunderte von Pilgern am Grab Christi. In der Zeit von Covid-19 sind es aber nur mehr die Brüder des Konventes, die stellvertretend für die Pilger beten und singen. Bild von Custodia di Terra Santa.
Prozession um das Heilige Grab: In normalen Zeiten versammeln sich hunderte von Pilgern am Grab Christi. In der Zeit von Covid-19 sind es aber nur noch die Brüder des Konventes, die stellvertretend für die Pilger beten und singen. Foto: Custodia di Terra Santa.

Heiliger Antonius, die Kustodie des Heiligen Landes ist dir und unserem seraphischen Vater zu Dank verpflichtet, für das Gute, das du im Laufe der Jahrhunderte zu unseren Gunsten getan hast, sowohl für unsere geistige Gesundheit als auch für die Erhaltung der Orte unserer Erlösung. Für all dies danken wir Gott und dir, die ihr euch für uns einsetzt.

Unser lieber Patron, überschütte uns weiterhin mit dem Segen, den du aus dem Herzen des Jesuskindes ziehst, das du liebevoll in deinen Armen hältst. Gib uns durch ihn die Gnade, dass wir, die wir uns der besonderen Ehre bewusst sind, als Hüter der Geburtsstelle und des Grabes Jesu ausgewählt worden zu sein, uns weiterhin bemühen werden, unserer Berufung in würdiger Weise zu entsprechen.

Heiliger Antonius, mit aller Dankbarkeit unseres Herzens vertrauen wir uns dir noch einmal an: Das haben unsere Vorfahren im Laufe der Jahrhunderte getan; dies ist, was der Heilige Vater von uns gewollt hat, als er dich als Schutzpatron der Kustodie des Heiligen Landes ausgewählt hat.

(Übersetzung des Blogbeitrags: Br. Dr. Johannes Roth OFM, Vize-Kommissar des Heiligen Landes)

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