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Mein FSJ in Bolivien

Jetzt sind schon beinahe zwei Monate vergangen, seit ich zusammen mit den drei anderen Cristo Vive Freiwilligen in Frankfurt ins Flugzeug gestiegen bin und meine Reise nach Bolivien angetreten habe. Nach sechs Stunden Aufenthalt in Madrid und sehr wenig Platz während des Langstreckenfluges sind wir auch endlich in Cochabamba angekommen. Dort wurden wir auch herzlich von den bereits 10 Tage vorher angereisten Amntena-Freiwilligen, unserer Betreuerin Rosario und einigen Tias mit Blumen in Empfang genommen. Sehr bolivianisch ging es dann auf der Ladefläche eines Pickups für mich und Simon, meinem Mitfreiwilligen, nach Marquina, wo die neue Wohnung für uns Bella Vista-Freiwillige ist.

Dabei haben wir auch einen ersten Eindruck von der Umgebung bekommen. Unsere WG befindet sich im ersten Stock eines sonst noch nicht fertig gestellten Hauses, das von außen auch noch ziemlich nach Baustelle aussieht. Die Wohnung selbst ist jedoch sehr schön, wir haben für sieben Personen vier Schlafzimmer, weshalb ich mir mein Zimmer mit Dinah teile. Wir verstehen uns auch echt gut und ich bin sogar froh, kein Einzelzimmer zu haben. Dass wir für sieben Freiwillige nur ein kleines Bad haben, hat uns am Anfang etwas Sorgen bereitet, gestaltet sich aber als viel unkomplizierter als gedacht. Wir haben auch kein WLAN, weshalb ich bis jetzt auch nichts schreiben konnte. Zwar hieß es am Anfang, wir sollten in ein paar Wochen welches bekommen, doch bis jetzt hat sich noch nicht wirklich etwas getan.

In der ersten Woche war in Quillacollo, der Stadt, die zwischen Cochabamba und Marquina liegt, auch gleich eines der größten Feste des Jahres, die Urkupiña. Dabei konnten wir schon einmal die traditionellen Tänze und Musik kennenlernen und auch das erste Mal das Straßenessen testen…

Einige Tage nach unserer Ankunft habe ich auch erfahren, dass ich nicht wie bis dahin gedacht in Bella Vista arbeiten werde, sondern in Chocaya, einem kleinen Dorf, das durch ein Flussbett abgetrennt von den restlichen Dörfern ist. Hier gibt es eine Grundschule und zwei Kindergartengruppen. Die Einrichtung ist nicht nur kleiner, sondern auch viel jünger und somit auch noch nicht so gut entwickelt wie die restlichen Kindergärten der Fundación Cristo Vive. Zu Fuß benötige ich von uns zu Hause 30 Minuten und der Weg geht auch über eine sehr schiefe Holzbrücke. Im Moment ist das jedoch noch kein Problem, da das Flussbett noch ausgetrocknet ist, was sich aber in der Regenzeit ändern wird.

Die ersten zwei Wochen haben wir nur vormittags gearbeitet und gingen nachmittags in die Sprachschule. Da wir nach Cochabamba ca. eine Stunde brauchen und der Unterricht sehr interessant und effektiv war, war diese Zeit auch sehr anstrengend. Wir haben uns mit unseren Lehrerinnen auch so gut verstanden, dass wir zwei Mal mit ihnen gekocht haben und sogar Lama-Fleisch getestet haben. Außerdem wurden wir zu dem Kindergeburtstag des Sohnes einer Sprachlehrerin eingeladen und durften dadurch auch schon eine bolivianische Familienfeier erleben und einige Tänze lernen.

In der dritten Woche hier haben wir uns zusammen mit einigen Mitarbeitern der Fundación und anderen Freiwilligen frühmorgens getroffen, um den Berg Tunari zu besteigen. Das war auf jeden Fall ein Highlight, da es für mich nicht nur die erste Wanderung in Bolivien war, sondern gleichzeitig auch der erste 5000er. So hoch zu wandern war eine große Anstrengung, aber der Blick vom Gipfel hat das alles wettgemacht.

Nach dem Sprachkurs konnte sich der Arbeitsalltag aber noch nicht einstellen, da wir von einem Amt zum nächsten hetzen mussten, um unser Visum zu beantragen. Am Donnerstag haben wir aber endlich unseren Carnet, den bolivianischen Pass, erhalten und werden kommende Woche das erste Mal fünf Tage am Stück arbeiten können. Dass das bis jetzt noch nicht geklappt hat, liegt auch daran, dass zwei andere in der WG und ich uns vor einigen Wochen Amöben eingefangen haben und dadurch auch mehrere Tage flachlagen. Gleichzeitig habe ich aus dem Kindergarten Läuse mitgebracht, die jedoch durch ausreichend Läuseshampoo schnell besiegt waren. Das war beides nicht sehr angenehm, aber immerhin bin ich jetzt abgehärtet. 😊

Am 14. September haben wir uns zusammen mit der Freiwilligenbeauftragten Rosario über ein verlängertes Wochenende aufgemacht nach Villa Tunari, einem Ort fünf Stunden entfernt von Cochabamba, um unser Einführungsseminar zu halten. Dieses Dorf liegt im Tropico, also gab es hier für uns das erste Mal Dschungel, Affen, Papageien, Nasenbären und vieles anderes zu sehen. In einem Naturpark waren die Spinnenaffen, die aus teilweise aus Zirkussen befreit wurden, sogar so zutraulich, dass man sie streicheln konnte. Sehr beeindruckend war auch das Klima, da es doch ganz anders ist als bei uns, obwohl es gar nicht so weit entfernt ist. Mehrmals wurden wir zum Beispiel von richtigen Platzregen überrascht und die Anziehsachen konnten auch über zwei Tage hinweg nicht richtig trocknen, weil es einfach so drückend schwül war. Die anderen Freiwilligen sind dann zum Rafting gefahren, doch ich bin im Hostel geblieben, da Rosario sich Sorgen gemacht hat. Immerhin bin ich die einzige 17-Jährige und somit die „peque“, also die Kleine. Dafür konnte ich dann aus der Hängematte heraus den Blick auf das große Flussbett und das viele Grün genießen, das doch ganz anders ist als die Bäume in Cochabamba.

Am Sonntag ging es dann schon wieder Richtung zu Hause, wo uns auch schon eine Überraschung erwartete: Die Mauer samt Eingangstor stand nicht mehr vor, sondern links vom Haus und der Riegel war vorgeschoben, doch nach längerem Klopfen hat uns die dueña auch geöffnet und wir konnten endlich erschöpft ins Bett gehen.

In der Zeit, die seitdem schon vergangen ist, konnte sich der Arbeitsalltag mehr und mehr normalisieren. In der Früh schwinge ich mich um 20 vor 8 auf mein neu erworbenes Fahrrad, was den Berg hinauf schon noch sehr anstrengend ist und nehme zusammen mit meiner Tia Anabel unsere Kinder nach und nach in Empfang. Dann gibt es erstmal Frühstück für alle, was häufig sehr süße Milch mit Semmel oder auch typisch bolivianisch aus Api mit Buñuelo besteht. Das ist wie Kinderpunsch mit Zimt und frittierter Teig und schmeckt sehr fein.

Danach gehen wir entweder auf den Spielplatz oder basteln etwas. Manchmal bekommen die Kinder auch etwas Kleber auf die Hand und dürfen diesen dann voller Freude wieder abzupfen. Nach dem Meriendita um halb 11, das meist aus Banane oder Papaya besteht, schauen wir meist neben dem Spielen Videos von südamerikanischen Kinderliedern an, was mir sehr viel Spaß macht, da ich inzwischen immer mehr davon auswendig mitsingen kann.

Zum Mittagessen gibt es meistens Suppe und danach Nudeln mit Fleisch, Reis mit Linsen oder anderes, was aber immer sehr gut schmeckt. Die Köchin Lucy ist echt spitze und auch superlieb. Beim Mittagessen schlafen dann auch schon die ersten Kinder ein und sobald die Tische abgeputzt und der Boden gefegt ist, legen sich auch die anderen nach und nach hin.

Wie das mit der Arbeit am Nachmittag sein wird ist mir noch nicht ganz klar. Die ersten Wochen war ich immer bei den großen Kindern und hab allein mit ihnen gebastelt oder auf der Cancha, also dem großen überdachten Platz, Fußball gespielt. Das war das erste Mal auch echt eine große Herausforderung, da die Kinder mich noch nicht ernst genommen haben und ich alleine mit zehn 4- bis 6-Jährigen etwas überfordert war. Doch normalerweise gab es keine Person, die die Kinder beaufsichtigen konnte.

Für das Apoyo, die Hausaufgabenbetreuung, und die Kindergartenkinder gab es nämlich nur Zoika, die Leiterin, die damit quasi doppelt belastet war. Vor ein paar Wochen kamen dann jedoch zwei Praktikantinnen, die das Apoyo beaufsichtigten. Nun schliefen aber auch die großen Kinder und ich hatte bis halb drei nicht wirklich viel zu tun, außer Zoika bei irgendeiner Bastelarbeit zu unterstützen. Wenn es aber nichts zum Basteln gab, gab es auch keine Beschäftigung für mich. Aber die Praktikantinnen kommen nicht jeden Tag, weshalb ich einfach schauen werde wie sich das entwickelt. Vorletzten Freitag war dann vormittags meine Tia krank und ich war allein mit zum Glück nur zwei Kindern. Das war jedoch kein Problem, sondern hat sehr viel Spaß gemacht. Anabel hat große Probleme mit dem Rücken und deshalb habe ich jetzt eine Woche auch nachmittags bei den Kleinen geholfen, da es ihr große Schmerzen bereitet, die Kinder hochzuheben oder am Ende den Raum herauszuwischen. Das hat mir auch viel Spaß gemacht, weil ich so einen noch engeren Bezug zu den Kindern bekommen habe und auch mit Anabel mehr reden konnte. Um halb vier bis vier ist dann alles geputzt und die Kinder wurden wieder von ihren Eltern abgeholt. Danach spiele ich noch mit den großen Kindern und auch mit den Apoyo-Schülern, mit denen ich mich auch sehr gut verstehe. Um halb fünf bekommt dann jeder noch ein Desayuno mit, was eine Tüte voll Milch mit Zimt, Kaba oder ein Müsliriegel ist, und danach gehe ich mit Zoika und den Kindern, die in Bella Vista wohnen, zurück und kann mich den Berg herunter bis Marquina auf dem Fahrrad einfach rollen lassen.

Ich bin wirklich sehr zufrieden mit meiner Stelle, weil ich Kinder von klein bis groß um mich habe und ich mich in Chocaya sehr aufgehoben fühle. Die Nachmittagsbeschäftigung besteht meistens darin, mit Lars, einem Mitbewohner, auf unserem Balkon auf den WG-Gitarren, die wir auf der Cancha billig gekauft haben, zu spielen und zu singen. Ansonsten spielen wir manchmal nach dem gemeinsamen Abendessen noch Karten oder schauen einen Film.

Zweimal in der Woche gehen wir jetzt auch noch zu viert in Quillacollo Chacarera-Tanzen, das ist einer der traditionellen Tänze in Bolivien und wir werden auch in Oruro beim großen Karnevalsumzug tanzen können, wenn alles klappt… Letzten Freitag war auch ein Gemeindefest in Bella Vista, wo wir mit den Tias, Mitarbeitern der Fundación Cristo Vive und Karoline im Cholita-Look das erste Mal eine Entrada tanzen durften.

Dieses Wochenende kamen uns Freiwillige aus La Paz besuchen, die ich vom fid-Seminar kenne. Uns ist aufgefallen, dass man in Cochabamba nicht wirklich viele touristisch interessante Orte herzeigen kann. Trotzdem hatten wir viel Spaß und es war sehr schön, sie wiederzutreffen. So, das war jetzt ein kleiner Einblick in meine erste Zeit hier in Bolivien. Natürlich hätte ich noch viel genauer auf Einzelheiten eingehen können, doch das würde ja dann uferlos werden. 😊

Muchos Salidos de Cochabamba!

Im Dienst für die Armen in Lateinamerika

Wie gerne würde ich heute alle unsere lieben Freunde einladen, von meinem Fenster aus, die im Glanz der Wintersonne schneebedeckten strahlenden Anden zu betrachten. Ich bin von Herzen dankbar für die vielen wunderbaren Begegnungen während meiner „Missionsreise“ im vergangenen Juni durch Deutschland, Luxemburg und die Schweiz.

Nur wenigen Freunden habe ich während meines Aufenthaltes in Europa erzählt, dass meine Reise ein Schatten begleitete: Vor meinem Abflug nach Europa lag unser langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter und Geschäftsführer, Freund und Mitgründer von Cristo Vive, Jorge Fernandez, todkrank im Krankenhaus und der Arzt fragte mich, was ich machen würde, im Falle wenn er heimgehen würde… Der Arzt wusste, dass Jorge mich gebeten hatte, seine Beerdigung zu feiern. Ich hatte immer geantwortet mit ja, – wenn er dann auf meine Beerdigung gehen würde, aus Spaß. Dem Arzt versprach ich, ich würde sofort meine Reise unterbrechen und zur Beerdigung kommen. Jorge selbst rief ich dann an, um ihn zu erinnern, dass wir am 11. Juli seinen 80. Geburtstag feiern wollen und er sich daran halten müsste.

Während meiner Reise jedoch war ich immer mit einem Ohr in Chile und im Herzen bat ich Gott, dass wir noch Jorges Geburtstag feiern dürfen. So rief ich ihn gleich nach meiner Rückkehr an und machte mich auf, um ihn umarmen zu können. Wir verbrachten zwei glückliche Stunden und ich konnte ihm die Grüße aller Freunde überbringen, worüber er sich unglaublich gefreut hat. Dennoch ließ er mich wissen, dass es ihm voll bewusst ist, dass er zwischen Leben und Tod lebt, in Gottes Händen.

Es ist unbeschreiblich, wie unser lieber Jorge Fernández über jeden der vielen Hundert Geburtstagsgrüße überrascht war und sich gefreut hat. Aber auch ich bin überwältigt und kann nur danken für die unzähligen Zeilen, Wünsche, Gedanken und Gebete für Jorge. In einer Zeit des Lebens, in dem jeder Tag für Jorge ein besonderes Geschenk ist, konnte ich in einem persönlichen Gespräch herausfinden, wie er sich die Feier seines 80. Geburtstages mit uns wünschte. Er wollte, dass wir mit ihm und seiner Frau Nena „im Kleinen“ in seiner Wohnung als Comunidad, im Kreis der Gründergemeinschaft und Vorstandsmitglieder Cristo Vive, das Gedächtnis Jesu feiern. So verwandelte sich Jorges Wohnzimmer in den Abendmahlssaal, wo wir miteinander Gott für Jorges Leben, seinen Einsatz für die Armen und seinen Beitrag zur Gründung der Fundación Cristo Vive dankten. Mit Nena und Jorge und dem mit Jorge verwandten Befreiungstheologen, Pater Sergio Torres, waren wir zusammen 18 Jünger und Jüngerinnen Jesu.

Was unsere Dienste angeht, habe ich inzwischen viele Mitarbeiter getroffen und mit Freude gesehen, dass die Arbeit auf Hochtouren läuft. Immer geht es darum, den Menschen mit Liebe zu dienen.

Wir hatten in der vergangenen Woche das Abschieds-Seminar unserer 25 Freiwilligen, die ein Jahr in unseren verschiedenen Diensten unter den Armen Einsatz geleistet haben. Ist das nicht eine neue Form von missionarischem Dienst? Durch ihr Engagement wird den Menschen Jesu Frohe Botschaft sichtbar.

Fünf junge Frauen aus der Diözese Eichstätt kehren in ihre Heimat zurück: Franziska Breitenhuber und Katharina Geitner aus Eichstätt, Isabell Schöpfel aus Kipfenberg, Theresa Schmidt aus Weigersdorf und Susanna Bauer aus Rupertbuch, die schon daheim sein müsste. Ihnen allen von Herzen Dank! Gleichzeitig erwarten wir im August schon die neuen Freiwilligen für 2017/18 in Chile, Bolivien und Peru: Bienvenidos – Willkommen!

Ganz herzlich grüße ich alle Eichstätter Schulen, die unsere Arbeit beim Altstadtfest unterstützt haben und danke allen unseren lieben Unterstützern!

Eine ganze Reihe ehemaliger Freiwilliger ist bereit, bei Vorbereitungsseminaren künftiger Freiwilliger bei Cristo Vive Europa mitzumachen, um den Neuen aus erster Hand Erfahrungen für ihren Dienst zu vermitteln. So zum Beispiel Agnes Birzer aus Pietenfeld. Warum sie mitmache? Ihre Antwort: „Weil ich seit meinem Jahr in Chile ein Teil der Cristo-Vive-Familie bin und jedes Seminar wie ein Familientreffen ist. Es tut gut, die eigenen Erfahrungen an die neuen Freiwilligen weiterzugeben. Ich kann dort meine eigenen Erlebnisse immer wieder reflektieren und daran zurück denken. Es ist mir wichtig, dass die Vision und Mission von Cristo Vive weitergegeben werden und möglichst viele Menschen erreichen“.

Unterwegs an der Grenze zwischen Brasilien und Bolivien

Ich war in den vergangenen Wochen viel unterwegs und habe in Städten in der Region von Rondonópolis und auch an der Grenze zwischen Brasilien und Bolivien Lepravorträge für das Gesundheitspersonal gehalten. Ich habe auch einige neue Leprafälle entdeckt. Ein Arzt in der Urwaldstadt Araputanga, den ich schon 20 Jahre kenne, behandelte einen Patienten drei Jahre auf Reumathismus. Da keine Besserung auftrat, bat er mich den Patienten zu untersuchen, es war Lepra. Die Straßen zu einigen Städten an der bolivianischen Grenze waren teilweise sehr schlecht und ein plötzlich auftretender Tropenregen hat die Erdstraße schnell in Schlamm verwandelt, was meinem alten Jeep einiges an Kraft kostete. Doch die kleinen Städte in der Region sind noch ziemlich sicher mit wenig Gewalt und vor allem die Landschaft ist sehr schön mit vielen Wasserfällen. Doch bei den Wasserfällen muss man aufpassen, weil in letzter Zeit in einigen Wasserfällen Anakondas bis zu fünf Meter gesehen wurden. Das Bild mit der Anakonda auf der Straße wurde in der Region von einem Freund gemacht.

Buschstadt Jauru mit Kirche im Bundesstaat Mato Grosso: Foto Manfred Göbel

Dreimal in den letzten Monaten hat mich der Jeep auf der Straße gelassen. Der Motor schaltete plötzlich ab, weil die Sicherung für die Einspritzpumpen durchbrannte. Jedes Mal passierte das mitten in der Prärie. Einmal kurz vor einer Polizeistation, die mir einen Abschleppdienst organisierte und zweimal in einer sehr gefährlichen Region an der Grenze zu Bolivien, wo normalerweise keiner anhält. Da wurde es mir schon ein wenig bange. Doch ein Ehepaar hielt an und benachrichtige in der nächsten Stadt – ca. 40 Kilometer entfernt – einen Abschleppdienst. Zuerst wollte ich in einer nahegelegenen Farm Hilfe holen, doch scharfe Hunde und bewaffnete Angestellte verhinderten mir den Zutritt. Nach einer Stunde kam der Abschleppdienst und brachte mich in eine Werkstatt. Es wurde die Sicherung gewechselt und ich konnte weiterfahren. Doch nach drei Kilometer blieb der Jeep wieder stehen. Der Abschleppdienst kam wieder und der Jeep musste nach Cuiabá gebracht werden, ca. 200 Km entfernt. Der Besitzer des Abschleppdienstes meinte, dass es ein guter Tag für mich gewesen sei, worauf ich protestierte und meinte, nicht für mich, sondern für ihn, da er mich zweimal abschleppen musste und Geld damit verdiente. Doch er bestand darauf und meinte, dass ich Gott danken soll, dass nur der Jeep versagte und ich ohne Schaden blieb. Da hatte er Recht, denn wenn mir der Jeep beim Überholen versagt hätte und die schweren Fernlaster mit hoher Geschwindigkeit durch die Prärie rasen, hätte das für mich böse enden können. Jetzt habe ich eine Generalüberholung des Jeeps machen lassen: Zwei Einspritzpumpen wurden ausgewechselt und die Stromversorgung überholt. Inzwischen war ich schon wieder viel unterwegs und ohne Probleme.

In Rondonópolis besuchte ich ein altes Ehepaar, das vor mehr als 35 Jahren Lepra bei mir und meiner Frau behandelte. Heute leben sie in einem kleinen Häuschen in einem Armenviertel, das ihnen ein deutscher Priester gebaut hat. Der Mann hat schwere Verstümmelungen wegen Lepra und beide sind an Chagas erkrankt. Sie haben sich sehr über meinen Besuch gefreut. In Rondonópolis hatte ich auch eine Besprechung mit den Stadträten und der Leiterin des Gesundheitsdienstes.

Im Gespräch mit Stadträten und Leiterin des Gesundheitsdienstes in Rondonopolis. Foto: privat

In einer kleinen Buschstadt hielt ich einen Vortrag für Kleinbauern, viele kannten mich noch als ich vor 30 Jahren Leprakampagnen organisierte. Nach dem Vortrag organisierten sie ein typisches Abendessen mit Reis und Huhn. Die Freude der Kleinbauern über meinen Besuch war wirklich beeindruckend. Eine weitere Kampagne ist geplant.

Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) hat die Gelder für Südamerika und vor allem auch Brasilien drastisch gekürzt, so dass nur noch wenige Projekte unterstützt werden können. Deshalb fahre ich wieder in die Städte und helfe an der Basis, das Gesundheitspersonal auszubilden und besuche Kranke. Das macht viel Freude, denn die Menschen sind sehr dankbar, vor allem auch die Fachkräfte.

Meine angeschlagene Wirbelsäule hat bisher gut mitgemacht dank der guten Behandlung durch das orthopädische Team des Klinikums in Ingolstadt.

Anakonda auf der Straße. Foto: Manfred Göbel

Die Lage in Brasilien ist chaotisch und trostlos. Grenzenlose Korruption auf allen Ebenen (Justiz, Politik, Unternehmen, Banken, Gewerkschaften und Gesellschaft) hat das Land zerstört. Massenarbeitslosigkeit, extrem hohe Kriminalitätsrate, Chaos in allen öffentlichen Diensten – vor allem Gesundheitsversorgung – und allgemeine Frustration sind die Folge. Viele Brasilianer, vor allem Jugendliche wollen das Land verlassen. Es ist momentan keine Perspektive auf Besserung da. Eine korrupte Elite dominiert das Land, sowohl die linksorientierten als auch rechtsorientierten, konservative oder progressive, alle sind sie in Korruption verwickelt. 30 Jahre nach Ende der Militärdiktatur haben gerade diejenigen, die gegen die Militärdiktatur kämpften, das Land in den Abgrund gestürzt.

Manfred Göbel mit Erzbischof Simon Ntamwana aus Burundi in Eichstätt
Erzbischof Simon Ntamwana aus Burundi in Eichstätt. Foto: Referat Weltkirche

Im letzten Jahr war ich in Deutschland und bei der Gelegenheit hat die Hörfunkredaktion der Diözese Eichstätt ein Interview mit mir geführt. Weltkirchereferent Gerhart Rott lud mich zusammen mit dem Erzbischof von Gitega (Burundi) zum Mittagessen ein. Wir hatten ein sehr gutes Gespräch.

Manfred Göbel – ein Leben für die Kranken

An der Krippe begegnen wir uns

Jesus, das Kind in der Krippe, das wir anbeten, sagt uns: „Was ihr den Geringsten meiner Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Ich komme gerade aus Bolivien zurück. Diesmal hat mich unser Freund Klaus Sperlich (81) von Cristo Vive Europa begleitet, der uns zusammen mit dem Göttinger Freundeskreis schon seit über 40 Jahren unterstützt. Er hat miterlebt, was hier gewachsen ist. Ihr könnt es euch nicht vorstellen, wie froh und dankbar ich bin, wenn ich sehe, wie viele Menschen wir vor Ort in ihren verschiedenen Nöten und Bedürfnissen durch eure Solidarität zu einem würdigeren Leben verhelfen können.

Bei unserer Sitzung des Teams der Leiter unserer verschiedenen Dienste der Fundacion Cristo Vive Bolivia lasen wir das Tagesevangelium, in dem Jesus freudig ausruft: „Vater, ich preise dich, dass du den Kleinen dieser Welt geoffenbart, was du den Weisen und den Mächtigen verborgen hast.“ (Lukas 20, 21-24)

Armenspeisung Bolivien: Foto von Sr. Edith Petersen
Armenspeisung Bolivien: Foto von Sr. Edith Petersen

Beim Austausch über diese Botschaft sagte Tilme, die Leiterin der Kindertagesstätte Chaskaya, der Elternschule und der Poliklinik Tirani: „Bei diesem Wort Jesu denke ich an mich. Ich bin als kleines Kind in Tirani aufgewachsen, war verachtet und habe schrecklich viel gelitten. Wenn ich heute ein trauriges, hungerndes, leidendes Kind sehe, sehe ich in ihm die kleine Tilme und tue alles, was mir möglich ist, ihm beizustehen. Das habe ich von Jesus gelernt.”
Alle im Team kannten Tilmes Geschichte und waren betroffen von ihren Worten. Ihre Eltern waren bekannt als Alkoholiker, die oft vor aller Augen die Bergstraße hoch torkelten oder betrunken am Wegrand saßen. Auch ich habe sie noch so gesehen. Eine ihrer Tanten in Tirani hat Tilme großgezogen und zur Schule geschickt. Nach ihrem Schulabschluss konnte sich niemand vorstellen, dass sie es schaffen würde, an die Staatsuniversität zu kommen und Pädagogik zu studieren.

Sie war gerade am Ende ihres Studiums, als unsere Schwester Mercedes im Februar 2007 in die Bergsiedlung Tirani zog, um das Leben der Menschen dort zu teilen. Sie lernte Tilme kennen, die Quetchua sprach, und ihr zunächst als Freiwillige half. Während Mercedes mit den Müttern zu arbeiten begann, die auf ihren kleinen Feldern Blumen anbauten, um sie in der Stadt zu verkaufen, bemerkte sie, dass die Frauen oft ihre Kinder vernachlässigten. Tilme, die den Leuten ja bekannt war, stand Mercedes bei, das Vertrauen der Leute zu gewinnen. Daraufhin stellten die Verantwortlichen der Siedlung ein altes, verlassenes Gebäude für den Dienst zur Verfügung. Bald konnte begonnen werden, Kinder darin aufzunehmen und zu betreuen, während die Mütter auf dem Acker arbeiteten oder zum Verkauf der Blumen in die Stadt hinuntergingen. Schnell kamen immer mehr Kinder und wir beschlossen Tilme anzustellen, zusammen mit Karina, einer jungen Psychologin, da wir mit Mercedes sahen, wie viele Probleme die Kinder mitbrachten, dass in deren Familien häusliche Gewalt, Alkoholismus, Verrohung und materielles Elend herrschte. Gleichzeitig sah das kleine Team, dass sie nicht fertig wurden mit den rund 50 Kindern und beschlossen, junge Mütter gegen ein kleines Entgelt einzuladen, ihnen zu helfen.

Ohne die Hilfe der vielen Freunden der Organisation Cristo Vive hätten wir das nicht bezahlen können. In kurzer Zeit bemerkten wir, dass mehrere dieser Frauen das Zeug hatten, ihre Schulausbildung zu beenden und eventuell sogar eine Kindergärtnerinnenausbildung zu machen. So hatten wir nach einem Jahr sechs Frauen, die halbtags bei uns mitarbeiteten und halbtags ihre Ausbildung in einem uns befreundeten Institut begannen. Zunächst finanziert mit Spenden von Cristo Vive Europa, später von der Organisation Niños de la Tierra.

Indessen half uns das Schweizer „Notnetz Sankt Petrus“ aus Embrach zunächst auf dem Grundstück, das uns die Siedler zugewiesen haben, für unsere Gemeinschaft ein Haus zu bauen, in dem jetzt die Freiwilligen wohnen. Danach entstand das Gemeindezentrum, das gleichzeitig als Kapelle und Gemeindehaus dient.

Im Jahr 2010 begeisterten sich unsere Luxemburger Freunde, uns in Tirani beizustehen und die inzwischen notwendig gewordene Kindertagesstätte Chaskalla zu bauen, sowie die Ausbildung von weiteren Frauen zu finanzieren. Heute sind es im neuen Gebäude 120 Kinder zwischen drei Monaten und fünf Jahren, die liebevoll von den sieben Müttern – inzwischen ausgebildete Kindergärtnerinnen – betreut werden. Vier junge deutsche Freiwillige stehen ihnen bei. Zwei Mütter, ausgebildete Köchinnen, sorgen für ein gutes Essen für alle.

Im alten Gebäude werden indessen um die 60 Schulkinder und Jugendliche begleitet mit Hausaufgabenbetreuung, Spielen und kultureller Förderung. Schwester Mercedes, die den ganzen Aufbauprozess begleitet hat, überraschte uns vor drei Jahren mit dem Vorschlag, Tilme die Verantwortung für diesen Dienst zu übergeben. Nicola Wiebe, die damalige Geschäftsführerin von Fundación Cristo Vive Bolivia, ließ sich darauf ein und wir konnten in diesen Jahren nur über Tilmes Einsatz staunen. Zeugen dieser Leistung sind auch die „Niños de la Tierra“, die nach dem Bau der Kindertagesstätte Chaskalla für fünf Jahre die laufenden Kosten für die Arbeit mit den Kindern, den Eltern und der Poliklinik tragen.
Am Ende unserer Versammlung erzählte uns Tilme an jenem Tag, dass ihre Eltern nach Jahrzehnten wieder zusammenleben und immer weniger trinken würden, nachdem sie gemerkt hätten, welch wichtige Aufgabe ihre Tochter in Tirani habe. Übrigens wurde auch mir bei meinem Besuch eines Abends in der Elternschule gesagt, dass viele Eltern in Tirani weniger Alkohol trinken, seit wir dort arbeiten und ihre Kinder “wacher” geworden sind.

Wie ihr seht, werde ich immer reich beschenkt mit ermutigenden Erfahrungen in Chile, Bolivien und Peru. Aber wie noch nie zuvor fühlen wir uns im Dienst des Reiches Gottes vom Papst Franziskus gestärkt. Der Papst hatte Anfang November rund 200 Vertretern der Volksbewegungen der Armen aus 69 Ländern nach Rom eigeladen und sie mit den Worten ermutigt: 1) Steht auf gegen die Knechtschaft des Geldes (des Kapitals), 2) seid solidarisch, 3) belebt die Demokratie neu, 4) seid nüchtern und bescheiden, flieht der Bestechung.

Wir bleiben als seine Jüngerinnen und Jünger auf Jesu Spuren. Zusammen mit all unseren Mitarbeitern möchte ich euch in dieser Heiligen Nacht viel Liebe und Freude und ein gesegnetes Jahr 2017 wünschen. An der Krippe des göttlichen Kindes begegnen wir uns.

Glaubens- und Ordensleben in Bolivien

Am 9. Dezember ist hier in Santa Cruz der einzige bolivianische Kardinal, Julio Terrazas, mit fast 80 Jahren gestorben. Bis vor wenigen Jahren war er auch noch Erzbischof von Santa Cruz und Vorsitzender der Bolivianischen Bischofskonferenz. Er war vom Orden der Redemptoristen und stammte aus Vallegrande in der Nähe von Santa Cruz. In vielen politischen und gesellschaftlichen Konflikten hat er kein Blatt vor den Mund genommen und prophetisch seine Stimme erhoben. Wir haben einen großen Mann der Kirche in Bolivien verloren. Sein Vorgänger als Kardinal war Erzbischof Josef Clemens Maurer aus Deutschland. Wann wird es wieder einen Kardinal in und für Bolivien geben?

Unser Franziskanerbischof, Weihbischof Aurelio Pessoa von La Paz, wurde kürzlich zum Sekretär der Bolivianischen Bischofskonferenz gewählt. In dieser Funktion war er auch zwei Wochen in Rom. Da er aus Concepción, dem Dorf wo ich viele Jahre Pfarrer war, stammt und er auch einige Jahre in der Pfarrei San Antonio mein Kaplan war, übernachtet er immer wieder mal in unserem Kloster.

Heiligabend wie Silvesternacht

Rückblick auf Weihnachten: Mit der “stillen Nacht” ist es in Bolivien nicht weit her. Da man die Freude immer lautstark zum Ausdruck bringen muss, ist der Heiligabend traditionell geprägt von lauten Böllern, der Silvesternacht ähnlich. In Santa Cruz de la Sierra habe ich Nostalgie wegen der Herbergssuche, die man in Concepción aufführt: Das ganze Dorf ist neun Tage und Nächte lang unterwegs: Von der Kathedrale holt man jeden Abend die Statuen von Maria und Josef auf einem Traggestell ab und trägt sie dann durch die Straßen des Dorfes. Dabei singt man Lieder und betet. Die Kinder machen sich Sonachas, d.h. an einem Holzstück nageln sie je zwei blattgeklopfte Bierdeckel, so dass sie sich bewegen können und man die Lieder rhythmisch begleiten kann. An zwei Häusern macht man Station und bittet singend um Unterkunft, was aber abgelehnt wird. Erst beim dritten Haus hat man dann Glück: Zuerst wird ein kurzer Wortgottesdienst gehalten oder etwas aus der Bibel szenisch dargestellt. Dann wird der letzte Teil der Posada gesungen. Während sich die Tür öffnet, wird ein “Schnaderhüpfel” gesungen und die Hausmutter lustig um Bonbons gebeten. Und die Familie lässt sich da nicht lumpen. Manchmal gibt es die Piñata: Man spannt ein Seil über die Straße und befestigt daran ein Paket mit Bonbon usw., aber auch mit Mehl oder Wasserbeuteln. Das Seil wird dann nach unter gelassen und wieder schnell hochgezogen. Mit einem Stock muss dann das Paket getroffen und geöffnet werden. Mit einem großen Krack fallen die Sachen herunter und es gibt eine Riesengaudi. Das ganze Dorf macht mit. Und man verabschiedet sich mit einem herzlichen “bis morgen”. Da darf man nicht fehlen. An Heiligabend sind dann die “Figuren” echt, und da es in Concepcion noch Esel gibt, führt der Josef den Esel mit der María darauf vorsichtig zwischen den Leuten um den Dorfplatz. Natürlich ist auch der Eigentümer in der Nähe, um notfalls den störrischen Esel zur Vernunft zu bringen. Dann ziehen alle – auch María und Josef (ohne den Esel) – in die Kathedrale ein. Dort leiht man der Muttergottes ein Baby, und es beginnt das Krippenspiel mit dem Engelschor. – Es gibt auch Versuche in der Stadt Santa Cruz, doch ist dies “Mitschi”, d.h. man hat hier keine Tradition und es sind nur wenige Kinder dabei.

Papstbesuch

Im Juli war Papst Franziskus zu Besuch in Bolivien. Dreißig seiner wichtigsten Begleiter waren im Exerzitienhaus von San Antonio untergebracht. Er selbst war in der Wohnung des Kardinals untergebracht, der aber bereits im Krankenhaus war. Bei der Papstmesse in Santa Cruz war der Altar der Fassade von Concepcion nachgebildet, und dieser Altar steht auch weiterhin auf seinem Platz. Verschiedene Chöre und Orchester aus den Indianerdörfern spielten und sangen. Da die Kinder und Jugendlichen aus Concepcion in unserer Pfarrei San Antonio untergebracht waren, nutzte ich die Gelegenheit, um den Verantwortlichen folgende Idee vorzutragen: Es gibt einige Jugendliche, die in diesen Musikgruppen sangen oder spielten, jetzt aber hier in Santa Cruz sind. Könnte man diese nicht einladen und so zu einer musikalischen Gruppe formen? Und seit zwei Wochen üben bereits rund 20 Jugendliche hier in unserem Pfarrsaal.

Ordensleben

Wir Franziskaner in Bolivien sind “international” und kommen aus Polen, Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Nordamerika, Argentinien und natürlich auch aus Bolivien. Doch waren wir vor 20 Jahren noch gut 200, so sind wir jetzt nur noch 100. Davon aber sind viele alt oder krank. Wir betreuen Wallfahrtsorte, unterhalten Schulen und die meisten sind in der Pfarrseelsorge. Es fällt schwer, Konvente aufzugeben und Pfarreien an die Bischöfe abzugeben. Doch sind wir dabei, einen entsprechenden Plan zu erarbeiten. Unser einheimischer Nachwuchs? Wir haben fünf Postulanten, sieben im Noviziat, 13 in Philosophie und Theologie. Das heißt, wir haben durchaus Nachwuchs, doch sind auch die Austritte meist hoch, so dass nur wenige bleiben: einer pro Jahr! Auch die Alten und Kranken müssen versorgt werden. Einige kehren freiwillig in ihre Herkunftsländer zurück, und hier in San Antonio habe ich schon vor einigen Jahren begonnen, eine Krankenstation zu organisieren. Langsam wird daraus auch ein Altenheim. Wir haben also eine Pastoral nach innen und außen zu verwirklichen. Es sind schwierige Zeiten mit vielen Herausforderungen.

Als Pfarrei betreuen wir zwei Speisesäle für Kinder. Während des Schuljahres bekommen rund 100 Schüler täglich ein gutes Mittagessen. Für die notwendigen 15.000,– Euros jährlich bekommen wir Hilfen vom Franziskanermissionsverein in München, der Missionszentrale der Franziskaner in Bonn und meiner persönlichen Spender. Der Eigenbeitrag der Familien ist minimal. Zu Weihnachten organisierten die Gebetskreise für die Straßenkinder ein Fest mit Spiel, Sport und gutem Mittagessen. Es sind Stunden der Freude für diese Kinder. Erlebtes Evangelium! Gott und seine Liebe sind gegenwärtig und spürbar!

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