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Jugend in Brasilien – ein Blick hinter die WM-Fassade

Seit mehreren Jahren unterstützt die Mitarbeiterschaft der Caritas-Zentrale Eichstätt und der ihr angeschlossenen Beratungsstellen im Bistum ein Hilfsprogramm zugunsten von Straßenkindern und anderen benachteiligten jungen Menschen in Recife/Brasilien. Vor zwei Jahren starteten Jugendliche innerhalb dieses vom Hilfswerk Caritas international geförderten Programms ein besonders anschauliches Projekt: Sie wurden zu Fotoreportern ausgebildet, erforschten mit der Kamera ihre Umgebung und dokumentierten, welche Missstände sie berühren: zum Beispiel Müllhalden und Umweltverschmutzung in ihren Vierteln, Wohnungslosigkeit, Armut und Drogenproblematik. Die Fotografie diente so dazu, die Wahrnehmung der Kinder und Jugendlichen für ihre Lebensbedingungen zu verändern und dadurch für soziale Themen in ihrer Gesellschaft sowie auch im Ausland zu sensibilisieren.

Aus dieser Arbeit entstand eine Wanderausstellung, die bereits in verschiedenen Städten in Deutschland zu sehen war – in den vergangenen Wochen bei uns im Diözesanjugendhaus Schloss Pfünz. Anlass, sie hierher zu holen war zum einen die Projektpartnerschaft der Eichstätter Caritas mit der Caritas in Brasilien. Zum anderen diente die Ausstellung als eine Initiative unseres Caritasverbandes innerhalb der bundesweiten Caritas-Jahreskampagne unter dem Motto „Weit weg ist näher, als du denkst“.

Das Projekt wurde im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien durchgeführt. Die Macher wollten damit die Vor- und Nachfreude (vor allem aus deutscher Sicht) über dieses Großereignis sicherlich nicht vermiesen. Doch die Ausstellung zeigt, wie sich jenseits der „WM-Fassade Brasilien“ junge benachteiligte Menschen in schwierigen Lebenslagen – unter anderem aus „Favelas“ (Armenvierteln) – kritisch mit ihrer eigenen schwierigen Lebenswelt auseinandersetzen. Brasilien wird als Land der Gegensätze dargestellt: Dass es inzwischen zu einer Wirtschaftsmacht aufgestiegen ist, wurde zum Beispiel mit fotografierten Hochhäusern deutlich gemacht. Im Vordergrund standen aber Bilder über soziale Problematiken: von der Familie, die keine Bleibe findet, über die Arbeit der Müllersammler bis zum drogenabhängigen Jungen. Es waren aber auch schlicht einfallsreiche Bilder dabei, die auf persönliche Vorlieben der jungen Menschen in ihrem Alltag aufmerksam machten. Ein Nachwuchsreporter fotografierte zum Beispiel seine Trompete als Schattendarstellung.

So hatten wir Freude an einer sozial wie künstlerisch ansprechendende Ausstellung. Danke an Caritas international, dass wir sie in Pfünz haben konnten. Dank vor allem aber den neuen jungen Fotoreporter in Brasilien dafür, dass sie uns durch ihre Bilder und ihr Engagement diesen „Weitblick“ ermöglichten.

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