Rom ist intensiv

Diesem Urteil einer Frau aus der Nähe von Ingolstadt, die seit mehr als 25 Jahren in Rom lebt und arbeitet, schließe ich mich nach meinem ersten Jahr auf Belmonte an: „Rom ist intensiv…“. Es gibt eigentlich nichts, was für einen Deutschen wie mich „normal“ wäre. Angefangen beim Wetter: Da scheint auf Belmonte oft die Sonne – und das sehr intensiv. Im Sommer hat es über 40 Grad, aber wenn es regnet – auch intensiv -, dann kommt es gleich kübelweise, so dass die Abwasserkanäle es nicht mehr packen können (noch dazu, da sie eigentlich nie gereinigt werden).

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Über den Verkehr nicht zu reden. In unserer Zone Casalotti und nebenan werden neue Wohngebiete gebaut und gebaut. 10.000 bis 15.000 sind in den letzten Jahren zugezogen und müssen mehr oder weniger über die Via di Boccea anfahren, die schon vorher nicht ausgereicht hatte. Autofahren intensiv, aber zugleich faszinierend, wie es dennoch irgendwie immer geht. Den Rückspiegel verwendet man nicht, denn für alles, was hinter einem los ist, sind die dahinten verantwortlich; nach vorne ausgerichtet defensiv fahren und sich ja nicht an die Regeln halten, sonst blockiert alles. Die Regeln braucht man nur, wenn es denn mal gekracht haben sollte.

Am Tresen beim Bäcker oder beim Metzger, in der Apotheke, aber auch im Postamt, bei den anderen Ämtern sowieso, zieht man brav seine Nummer und wartet: für Briefmarken brauchte ich 60 Minuten im Postgebäude (habe gleich 50 gekauft, damit ich nicht zu oft gehen muss). Leben intensiv.

Freilich auch: Mit mehr als 1.000 Priestern, etlichen Bischöfen und Kardinälen und dem Papst sowie einem gesteckt vollen Petersplatz (bis weit in die Via della Conciliazione hinein) Gottesdienst feiern, Christus in der Mitte erleben… Jahrtausende der Geschichte gegenwärtig erleben… kulturelle, nationale, religiöse Vielfalt erfahren –  auch das ist Leben intensiv.

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