Papst Franziskus besucht Bolivien

In Bolivien geschieht so manches auf den letzten Drücker“ oder noch später. So auch beim bevorstehenden Papstbesuch vom 8. bis 10. Juli. Vor drei Monaten war es noch nicht klar oder offiziell: Hat Präsident Evo Morales den Papst eingeladen und seine Zusage erhalten? Was sagen die bolivianische Bischofskonferenz und der Nuntius? Schließlich war es dann doch amtlich, dass Papst Franziskus von Ecuador nach Bolivien kommt und dann nach Paraguay weiterfliegt.

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Boliviens Staatspräsident Evo Morales bei Papst Franziskus in Rom. Foto: Gabriela Bonus

Weihbischof Aurelio Pessoa, ein Franziskaner, wurde von der Bischofskonferenz zum offiziellen Koordinator ernannt. Da der Papst nur wenige Stunden in La Paz sein wird und fast zwei Tage dann in Santa Cruz, ist Bischof Aurelio auch immer wieder in Santa Cruz und quartiert sich hier in seinem Kloster ein. So haben wir Auskunft aus erster Hand, wenn auch unter strenger Vertraulichkeit.

Hier in Santa Cruz wird der Papst einen Besuch im berühmten Gefängnis Palmasola machen. Wie man hört, sitzen dort viele ohne Verurteilung ein. Hoffentlich kann der Papst hier etwas bewegen. Außerdem gibt es ein Treffen mit Priestern und Ordensleuten, und ein anderes mit den bolivianischen Bischöfen.

Die große Messe wird am Donnerstag, 9. Juli, an einer wichtigen Strassenkreuzung stattfinden, wo das Denkmal “El Cristo” steht. Der Papstaltar wird im Stil der Fassade der ehemaligen Jesuitenkirche Concepcion erstellt, mit geschnitzten Holzsäulen. Darüber freue ich mich persönlich sehr, da ich dort 26 Jahre Pfarrer an der Kathedrale war. Einige diese Jesuitenkirchen wurden von Franzikanern restauriert und sind seit 1990 Weltkulturerbe.

Zur Papstmesse erwartet man bis zu zwei Millionen Menschen, auch aus den Nachbarländern, besonders aus Argentinien, den der Papst stammt von dort. Nun geht es darum, dies alles zu organisieren und auch für die Sicherheit des Papstes zu sorgen. Das gibt sicherlich noch einiges Kopfzerbrechen für die Kirche und die Politiker…

In unserem Franziskanerkloster San Antonio haben wir auch intensiv mit dem Papstbesuch zu tun. 1988 war der erste Papstbesuch in Bolivien: Johannes Paul II, und er war hier in San Antonio untergebracht. Dieses Zimmer ist das sogenannte Papstzimmer, und seitdem ist es eine “Gnade” für jeden Besuch, dort schlafen zu dürfen. Diesmal soll der Papst im Haus des Kardinals einlogiert werden. Es gibt ja nur einen einzigen Kardinal, Julio Terrazas, und er ist Bolivianer. Er war in letzter Zeit sehr krank, so dass manche meinten, der Papst komme doch wieder nach San Antonio. Allerdings kommen 30 Leute seiner Komission hier bei uns im neuen Exerzitienhaus für zwei Nächte unter. Das ist zwar eine Ehre für uns, aber es bringt auch Aufgaben mit sich: Unterkunft, Essen, Sicherheit… Es sollen auch Bischöfe und Kardinäle darunter sein.

Nun erscheinen zunehmend auch große Plakate mit dem Bild des Papstes, und das Motto ist: „Mit Franziskus das Evangelium verkünden“. Hoffentlich gelingt uns dies vor, während und nach dem Papstbesuch. Der Papst kommt und geht – wir bleiben. Und Bolivien braucht – ohne Zweifel – Evangelium. Möge der Papstbesuch dafür eine Hilfe sein.

Kirche in Bolivien: Interview mit dem Erzbischof von Sucre, Jesús Juárez Párraga SDB

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