Diplom in der Kinderkrippe und ab in den Süden

Da ich seit Weihnachten viel unterwegs bin, hab ich auch mehrere Chilenen kennengelernt und so ist bis jetzt kein Wochenende vergangen, an dem ich nicht bei einem „asado“ (Grillfest) war. Das war immer sehr schön. Die Chilenen grillen sehr oft und es schmeckt auch immer wieder sehr lecker.

Außerdem bin ich mit ein paar Freiwilligen an einem Sonntag ans Meer gefahren. Das war zwar alles etwas chaotisch, aber es hat richtig gut getan, mal wieder aus der dreckigen Luft Santiagos rauszukommen und die Meeresluft zu genießen.

Auf der Arbeit sind es die letzten Wochen mit meinen jetzigen Kindern und Tías (Erzieherinnen). Darüber bin ich schon sehr traurig, da ich sowohl meine Kinder, als auch meine Tías sehr in mein Herz geschlossen habe. Aber im März, wenn hier das neue Schuljahr beginnt, bekomme ich wieder neue Kinder und ein neues Team, das wird bestimmt auch schön.

Um die Kinder aus der Sala Cuna (Kinderkrippe) zu verabschieden (mit zwei Jahren gehen sie in den Kindergarten) wird hier auch eine sogenannte „Graduación“ gefeiert. Unsere Graduación war am 15. Januar und es war ein richtig schöner Tag. Die Tías haben sich wirklich viel Mühe gegeben, alles vorzubereiten. In Chile ist es normal, dass man den Abschied aus der Sala Cuna so groß feiert. Die Tías haben sich alle sehr herausgeputzt und jedes Kind kam mit seiner Familie. Bei einer offiziellen Zeremonie bekam jedes Kind ein Diplom von uns Tías überreicht. Danach gab es noch für alle Torte und Eis.

Einerseits freue ich mich jetzt schon riesig auf den Urlaub – ich werde mit einer anderen Freiwilligen in den Süden Chiles fahren –, andererseits bin ich schon etwas traurig, über den Abschied von meinen Kindern.

Am 19. Januar hatte ich Geburtstag! Und das war ein richtig schöner Tag! Auf der Arbeit wurde fleißig für mich gesungen. Abends kamen ein paar andere Freiwillige und chilenische Freunde und wir haben zusammen gegrillt. Das war wirklich schön, da ich mir schon immer mal gewünscht habe, meinen Geburtstag im Sommer feiern zu können J

Rückblick: Weihnachten und Silvester

Sommerliche Temperaturen hatten wir auch zur Jahreswende. Weihnachten bei 35°C, in T-Shirt und kurzer Hose, ist wirklich etwas anderes, aber wir haben das Beste draus gemacht. So haben wir (ein Teil meiner WG und die Eltern von einer meiner WG-Mitbewohnerinnen) am 24. Dezember nachmittags gegrillt. Abends sind wir alle zusammen in die Christmette von Schwester Karoline Mayer gegangen. Wir Freiwilligen durften auch ein paar deutsche Weihnachtslieder singen. Danach war ich bei einer chilenischen Familie zum Weihnachtsessen eingeladen. Das war richtig schön für mich, weil ich mich so herzlich aufgenommen gefühlt habe und auch einmal ein richtiges chilenisches Weihnachtsfest erleben konnte. Hier kommt nicht das Christkind oder der Weihnachtsmann, sondern der „viejito pascuero“, das ist so was Ähnliches wie der Weihnachtsmann. Außerdem ist die Bescherung erst um 24 Uhr. Ein bisschen weihnachtlich hat es sich dann schon angefühlt, weil alles schön geschmückt war. Neben einem Weihnachtsbaum und Plätzchen gab es viele typische chilenische Weihnachtsgerichte.

Am ersten Weihnachtsfeiertag haben wir Weihnachten in der WG gefeiert. Natürlich haben wir auch sehr lecker gekocht. Es gab selbstgemachte Kartoffelknödel mit Blaukraut und Pute. Auch die Bescherung durfte nicht fehlen. Einen zweiten Weihnachtsfeiertag gibt es hier nicht, somit habe ich da schon wieder gearbeitet.

An Silvester waren einige Freiwillige abends zum Essen bei uns und danach sind wir alle zusammen ins Zentrum von Santiago gegangen, um dort die „fuegos artificiales“ (Feuerwerke) zu sehen. Es war richtig gute Stimmung und um 24 Uhr haben die Leute richtig gefeiert und man wurde mit Sekt, Konfetti und allem Möglichen übergossen. Jedoch ist es in Chile verboten, selbst Böller abzuschießen. An Neujahr hatte ich dann wieder frei und habe den Tag Ruhe mal genossen.

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