Die Missionsstation Maria Ratschitz in Südafrika blüht neu auf

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Missionsstation Maria Ratschitz von den Trappisten von Marriannhill in Wasbank (Provinz KwaZulu-Natal/Südafrika) erbaut. Sie war anfangs des 20. Jahrhunderts eine blühende Missionsstation, aber leider ging es bald abwärts durch eine Kette von geschichtlichen Ereignissen, darunter der Beginn des Zweiten Weltkrieges, Apartheid-Politik und die Aussiedlung der Zulu-Bevölkerung rund um die Station.

Seit dem 27. Januar 1998 sind die Nardini Sisters (Mallersdorfer Schwestern) dort tätig. Sie unterhalten dort ein Hospiz für Aids-Kranke, eine Beratungsstelle für HIV-Infizierte und ein Schulungszentrum für freiwillige Helfer in der Aids-Arbeit. Der Platz glich früher eher einer Ruine, aber dank vieler Helferinnen und Helfer ist es heute wieder ein wunderschöner Ort zu Füssen des Hlatikulu-Berges im Zululand in der Diözese Dundee.

Dr. Irmengard, eine der ersten drei Schwestern, sah die Not der Zeit. Im nahegelegenen Provinzkrankenhaus in Ladysmith, wo sie halbtags für zwei Krankenstationen mit etwa 80 Patienten verantwortlich war, wurde sie mehr denn je mit der Aids-Epidemie konfrontiert. Täglich starben bis zu zehn Patienten. So begann Sr. Immaculate, ausgebildet als HIV/Aids-Koordinatorin, das „Home-based Care Givers”-Programm, um Leute auszubilden, die HIV/Aids-Patienten daheim in der Familie zu pflegen. Die Not war groß und bald sah man die Notwendigkeit, das Duduza Care Centre einzurichten. Dort wurden Patienten aufgenommen, die im Endstadium ihrer Krankheit waren und die keine Angehörigen hatten, damit sie liebevoll umsorgt und gepflegt würden bis zu ihrer letzten Stunde.

Die Tragödie vom 1. April 2007

Schwester Ann, eine Lehrerin von Beruf, war damals die Novizenmeisterin der Nardini Sisters, denn inzwischen wurde 2002 das Noviziat zur Ausbildung der jungen Schwestern in Maria Ratschitz gebaut. Regelmäßig besuchte die 35-jährige, lebensfrohe Sr. Ann mit ihren jungen Novizinnen die Patienten im Hospiz. Die Schwestern hatten Worte des Trostes, sangen und beteten auch mit den Patienten. Es muss hier erwähnt werden, dass das Hospiz in einem der alten Steinmauergebäuden untergebracht war, mit einer alten Holztreppe zum 1. Stock und, wie es hier im Land üblich ist, mit einem dicken Strohdach.

In der Nacht zum Palmsonntag hatte ein neuer Patient trotz strengen Verbotes abends im Bett geraucht. Im Nu stand sein Bett in Flammen und das Feuer verbreitete sich unheimlich schnell. Die Krankenschwestern schlugen Alarm, die jungen Schwestern wurden aus ihrem Schlaf gerissen, um zu helfen. Fünf Patienten konnten vor den Flammen gerettet werden. Die tatkräftige Sr. Ann lief nochmal zurück in das brennende Haus und wollte noch wenigstens einen der beiden gelähmten Patienten retten. Leider war es zu spät und sie wurde mit drei anderen Patienten ein Opfer der Flammen. Sie war eine mutige Heldin. Sie gab ihr junges Leben für die Patienten.

Ich kann mich gut an den Morgen des 1. April 2007 erinnern, als unsere Oberin vor dem Morgengebet in unserer Hauskapelle die schreckliche Nachricht verkündete. Es fuhr wie ein Blitz durch mich hindurch, denn Sr. Ann war nicht nur eine liebe Mitschwester für uns alle, sondern mir persönlich war sie auch eine besondere Freundin. Möge sie für uns im Himmel eine treue Fürsprecherin sein!

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