„Dann werden sie kommen und jauchzen auf Zions Höhen“

In der Klosterbäckerei. Foto: Andrea Krebs
In der Klosterbäckerei. Foto: Andrea Krebs

Im Pilgerhaus in Tabgha tagten eine Woche lang rund 60 Äbte und einige Äbtissinnen, die in der Kongregation der Verkündigung zusammengeschlossen sind. Die Mönche führten durch das neue Kloster, die Volontäre erklärten ihre Aufgaben in der Begegnungsstätte – auf Deutsch, Englisch und Französisch. In der Küche wurde herrlich viel kreiert. Nach der gemeinsamen lateinischen (sprachverbindenden) Vesper feierten wir ein fröhliches Fest. Es erinnerte mich an das Lied: „Dann werden sie kommen und jauchzen auf Zions Höhen und jeder wird sich freuen an den Gaben des Herrn. Über Korn und über Wein, über Öl und junge Schafe, über Rinder auf den Weiden, halleluja.“

Mein Nähzimmer mit dem schönen Ausblick auf den See Genezareth nimmt immer mehr Gestalt an. Pater Matthias baute mir aus den Handläufen des alten Klosters und einem Besenstiel einen Ständer, auf dem Messgewänder, die zum Reparieren gebracht werden, oder Habite einen angemessenen Platz haben. Ein altes Regal aus dem Schuppen wurde zum Stoffregal. Die erste Nähmaschine aus Deutschland (gesponsert von Gabi Heller) ist bereits angekommen. Vielen Dank!

Messgewänder am neuen Ständer. Foto: Andrea Krebs
Messgewänder am neuen Ständer. Foto: Andrea Krebs

Am Tag der Deutschen Einheit waren zwei Benediktinerinnen aus Berlin-Alexanderdorf bei uns zu Besuch. Es war das erste Mal, dass jemand aus ihrem Orden aus dem Osten Deutschlands ins Heilige Land reiste. Sie brachten ihre jüdische Freundin Hella mit, die in Berlin Ethiklehrer ausbildet. Ein fröhliches Gespann. Wir badeten gemeinsam im See Genezareth, das ist hier nur an einer Stelle möglich. Mein Sohn und meine Schwiegertochter heirateten am Tag der Deutschen Einheit. Auch ihre Liebe und nun die wunderbare kleine Familie sind eine Frucht dieses Tages. Dafür danke ich Gott von Herzen.

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Ein Gedanke zu „„Dann werden sie kommen und jauchzen auf Zions Höhen““

  1. Liebe Frau Krebs,
    obwohl ich regelmäßiger Gast auf der diözesanen Seite im Netz bin, bin ich heute eher zufällig auf Ihren Blog-Beitrag gestoßen – und habe mich sehr gefreut!.
    Zunächst war ich ganz überrascht, Sie an diesem Ort „anzutreffen“, den ich persönlich – wie vermutlich viele andere Menschen auch – sehr schätze und liebe.
    Dann möchte ich Ihnen zu Ihrer mutigen Entscheidung, hier als Volontärin für einige Zeit zu leben, ganz herzlich gratulieren. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dies für Sie in Ihrer derzeitigen Lebens-Situation äußerst anregend und hilfreich ist. Ihr Bericht macht dies ja auch recht deutlich. Vor allem freue ich mich, dass Sie diese Zeit stark unter spirituellen Aspekten sehen und gestalten. Dazu wünsche ich Ihnen weiterhin viel Kreativität, die Bereitschaft, auf Gottes Impulse zu hören, und Ihr künftiges Leben auch aus den Erfahrungen dieser kostbaren Zeit heraus zu gestalten. Natürlich freue ich mich auch darüber, dass Sie ganz praktisch Ihre „Kreativität im Nähen“ einsetzen können. Vielleicht kommen Ihnen dabei sogar die Erfahrungen aus Ihrer schulischen Tätigkeit in Schwabach zugute?

    Beste Wünsche und herzliche Grüße
    Ihr Klaus Schimmöller

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