Kategorie-Archiv: Hilfe

Regen, heißer Tee und eine 24-Jährige mit fünf Kindern

Wie angenehm war doch die erste Woche für uns – jetzt beim Anziehen bereits lange Unterwäsche, doppelte Oberbekleidung, Regensachen, Handschuhe – und wirklich feste schlammaushaltende Schuhe. Im Camp angekommen, warten wir noch in unserem Transporter. Der Fahrer ist mit dicker Mütze und Kapuze in den Regen rausgegangen und versucht den Chef des Lagers zu erreichen, um zu klären, in welches Zelt oder in welchen Unterstand wir gehen können, um die Menschen zu behandeln. Es ist nicht so einfach die Familie zu finden, die ihre Unterkunft zur Verfügung stellt – denn schließlich kommen alle Patienten und bringen Dreck, Kälte und Nässe mit herein. Ja es gibt sogar Lager, die angeblich keinen Behandlungsbedarf haben – wir glauben, die Bedingungen schrecken mehr ab, als die Aussicht auf medizinische Versorgung.

In den allermeisten Fällen werden wir aber doch gerne eingeladen und so steigen wir aus dem Wagen hinaus in den Regen und stehen in irgendwelchen Pfützen oder tiefem Schlamm. Wir bilden eine Kette zum Ausladen. Nicht alle müssen gleich von Anfang an den ganzen Dreck auf den teppichbefreiten Boden mit hineinbringen – die, die draußen ausladen im Regen, haben aber das Pech, durchnässt zu werden. Sie sind dann während der Behandlung die ersten, denen es kalt wird, denn irgendwo zieht es immer rein. Nur in den seltenen Fällen heizt ein Ofen die Unterkunft. Oft – aber nicht immer – wird uns ein wohltuender heißer Tee oder Kaffee angeboten. Während der Behandlung wird es immer wieder dunkel durch den nächsten auf die Planen prasselnden Regenschauer, oft vermischt mit dem Grollen des Donners, der über die Bekaa-Ebene hinweg ziehenden Gewitter.

Da der Strom immer wieder ausfällt, bleibt nur die Behandlung unter dem Licht der Stirnlampen. Wir versuchen so gut wir können, die oft durchnässten Patienten mit ihren zunehmenden Infekten zu versorgen. Wenn für uns schon die Situation unangenehm ist, wie sehr müssen diese Menschen darunter leiden, die oft nicht genügend Schutz gegen die Kälte haben. So wie der Zweijährige, der wie seine Geschwister keine Strümpfe hat und von seiner barfüßigen Mutter gebracht wird. Und in den nächsten Tagen und Wochen soll es kälter werden und sogar Schnee geben!!

Dagegen ist die Unannehmlichkeit, am Abend mit ca. 1Kg schweren Schuhen in der Unterkunft anzukommen und nach dem Ausladen das Treppenhaus vom Schlamm unserer Spuren zu reinigen eigentlich nur eine Kleinigkeit.

Zu manchen Zeitpunkten schießen die Behandlungszahlen sprunghaft in die Höhe: Viele Familien sind sehr kinderreich und alle wollen versorgt sein.

Und wir lernen dabei die unterschiedlichen Kulturen kennen: Eine 24-jährige kommt mit ihren fünf Kindern. Sie werden behandelt und am Ende will sie für die anderen sieben Kinder der Familie auch noch Medikamente mitnehmen, was uns aufgrund des Alters der Mutter stutzig macht. Zufällig bemerken wir, dass diese gerade mit deren Mutter, der zweiten Frau des Mannes, an unserer anderen Behandlungsstelle versorgt wird – arabischer Familiensinn im guten Einvernehmen der Beteiligten??

Der letzte Tag ist angebrochen. Es wird noch einmal in ein Camp hinausgehen. Es wird keinen Regen geben, aber noch hängen dicke Wolkenfetzen an den Gebirgshängen bei ansonsten klarem Wetter. Was werde ich heute noch sehen und behandeln? Was werde ich den Familien und Kindern noch mitgeben können, bevor ich dann wieder zurück in die Behaglichkeit komme – auch wenn da gerade ein Sturm tobt und Schnee alles zu behindern scheint.

Die Adventszeit wird mich dann sicher an das hier ebenfalls weihnachtlich geschmückte christliche Zahle erinnern – und an die Bekaa-Ebene mit den Flüchtlingscamps, die ab nächster Woche einen Wetterumschwung mit Schneestürmen und frostigen Temperaturen erwarten …

Ein Flüchtlingscamp wurde angezündet

Gestern Abend noch die großen von der Sonne beschienenen und vom heftigen Wind getriebenen Wolken und das Rot auf den Bergen des Libanons – jetzt im klaren Morgenblau die sich abzeichnenden Berge des Antilibanons mit der darauf verlaufenden syrischen Grenze – und der Dunst in der unten liegenden Bekaa-Ebene, vermischt mit den Rauchschwaden der brennenden Müllhalden, teilweise direkt in die auch hier liegenden Lager ziehend. (Allein schon mit diesen Bildern ist der große Zwiespalt hier im Land für mich fühl- und sichtbar).

Es geht wieder zu diesen Lagern am Rande der Strassen, neben den Feldern – befestigt auf Betonplatten oder auch nur einfach auf der blanken festgestampften Erde aufgerichtet. Dann bei Regen und Schnee die Wege natürlich entsprechend tief im Schlamm versinkend – für die Fahrzeuge nur noch schwer erreichbar.

Da ist es dann auch kein Wunder, dass wir nicht nur einmal Kinder sehen, die von Ratten in Finger und Nase gebissen wurden. Oder dass eine junge Frau kommt mit unregelmäßigen frischen blutigen Striemen im Gesicht. Wir alle (auch die syrischen Helfer) zweifeln an ihrer Version, dass dies Zeichen der Trauer sind, weil sie sich wegen dem Tod eines nahen Angehörigen mit Sand und Erde im Gesicht gerieben hat. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie vom eigenen Mann(?) geschlagen wurde – weil es auch auf Grund der ganzen Umstände immer wieder zu Konflikten in den Familien kommt. Aber sie kommt nicht deswegen zur Behandlung zu uns und will auch nichts weiter darüber sagen – und so haben wir keine Möglichkeit, hierfür irgendwelche Hilfe anzubieten, obwohl es auch für solche Vorkommnisse spezielle Angebote und Anlaufstellen gibt.

Neben der medizinischen Versorgung der Menschen in den Camps fallen auch immer wieder andere Arbeiten an. Wie z.B. die Gutschein/Voucher für den Brennstoff der verteilten Öfen in den Zelten durchnummerieren und den entsprechenden Zelten mit ihren Besitzern anhand der Listen zuordnen. Die Verteilung von sogenannten Nonfood-Items (Decken, Öfen mit Ofenrohren und Grundplatte, Mützen, Handschuhe, …) ist für das Überleben genauso wichtig und unsere Koordinatoren müssen dafür auch verdammt viel Zeit aufbringen. Und natürlich hilft jeder so gut er kann mit.

So auch beim Umzug unseres Quartiers oben auf den Hügeln über Zachle näher in die Stadt hinein. Der ist schon seit langem geplant – viele Fahrten werden dadurch kürzer oder unnötig, weil man die Dinge mit einem Fußweg erledigen kann – und die Wohnung hatte keine Heizung, was für die vorherigen Teams z.T. ein richtiges Problem wurde, wenn der scharfe Wind von unten heraufzog und die nach Norden ausgerichtete Wohnung weiter auskühlte. Also alles verpacken: Medikamente, Planungs- und Bürounterlagen, persönliche Ausrüstung und natürlich einige Schränke und Betten – und in die neue weitgehend möblierte Wohnung aufbrechen!

Sechs Fahrten mit unseren vollbeladenen Jeep und Van durch die Stadt sind notwendig, hindurch durch das arabische Verkehrsgewirr, in dem man mit der Zeit einfach mitschwimmt und sich als Fahrer ganz natürlich anpasst. Nach stundenlanger Putz- und Tragearbeit sind wir am späten Nachmittag froh und auch ein bisschen stolz darauf, alles so gut geschafft zu haben und schon fast fertig eingerichtet wieder startbereit für den nächsten Einsatz zu sein. Den Abend in der Stadt und am nächsten Tag einen „day off“ (Alternative wäre Restumzug gewesen) genießen wir – auch indem wir ein nahe gelegenes altes Omajadenschloss anschauen.

Aber wir werden sehr bald in die Realität zurückgeholt. Das Internet – unsere Nabelschnur nach draußen – funktioniert nicht und der Empfänger muss erst neu programmiert werden. Dann fällt der Strom immer wieder aus bis schließlich der Verteiler ganz defekt ist und wir „ohne Saft“ sind – hoffentlich kommt die Reparatur zeitnah – was das hier auch immer bedeuten mag??!! Und schließlich gibt uns die Sicherheitsmeldung am Abend zu denken: Ein Flüchtlingscamp nicht gar zu weit im Norden wurde angezündet – warum und weswegen wissen wir nicht, möglicherweise eine wilde Ansiedlung an unerwünschter Stelle oder Diebstahl von irgendwas – keine Ahnung – aber daraufhin wurde ein libanesischer Junge entführt. Weiteres wissen wir nicht, aber die Nachricht hat das Potential, dass sich was Grundsätzliches zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Flüchtlingen anbahnen könnte. Wir werden morgen früh auf jeden Fall genaue Erkundigungen von UN und anderen sicherheitsrelevanten Stellen einholen, bevor wir in unsere Camps aufbrechen.

Bei der Lagebesprechung in der Frühe gibt es keine weitere Unruhemeldung und wir entschließen uns, den Tag ganz normal wie geplant anzugehen – allerdings mit vermehrter Achtsamkeit auf Dinge, die sich so um uns herum ergeben. Die folgenden Sicherheitsmeldungen empfehlen dann auch nur die Einstellung der Aktivitäten in den direkt betroffenen Gebieten – wir sind also nicht tangiert – es ist vielmehr ein Tag, an dem wir so viele Patienten wie noch nie behandeln, v.a. sehr viele Kinder, denen anzusehen ist, dass sich die Verhältnisse in denen sie leben (müssen) sehr an den Grenzen bewegen.

„Menschen der Erde“ – eine Mapuche in Eichstätt*

Die 42 Stunden in denen die 34-jährige chilenische Lehrerin Pamela del Carmen Tripailaf Lefio in Eichstätt war, sind gerade rum. Die Arbeit am Schreibtisch hat schon wieder das Kommando übernommen und die Eindrücke der intensiven Begegnung beginnen in den Hintergrund zu rücken.

Am Bahnhof war das vorhin noch ganz anders: Der Besuch in der Pfarrei Reichertshofen, die Unterrichtsstunden am Eichstätter Willibald-Gymnasium, der Austausch über den fairen Handel im Eichstätter Weltladen, die ungewöhnlich niederschwellige Kontaktaufnahme mit Studenten der Katholischen Universität beim „Lebendigen Adventskalender“ und natürlich der Vortrag in der Katholischen Hochschulgemeinde waren noch so präsent, dass wir beide erleben konnten, was es heißt, der Globalisierung ein menschliches Antlitz zu geben. Natürlich auch dank der Unterstützung von der Adveniat-Mitarbeiterin Steffi Hoppe, die uns die sprachlichen Barrieren überbrücken half.

Klar kann ich nicht alles ändern in Chile, speziell die kulturelle Identität des Mapuche-Volkes (zu dem rund eine Million der 17,4 Millionen Chilenen gehören) zu stärken fällt mir da ein, aber auch die Sorge wegen der Privatisierung des Grundwassers. Und Pamela kann auch nur wenig gegen das rückläufige Interesse an der Kirche hier unternehmen. Wir beide hatten jedoch das Gefühl, dass durch die Adveniat-Aktion uns beiden geholfen wird. Pamela bekommt Unterstützung, um ihren Weg weiter zu gehen und wir haben erleben dürfen, dass man noch Menschen erreichen kann. Immerhin über 100 Personen haben ihr in diesen Stunden zugehört und sind in den Dialog mit ihr gekommen.

Beeindruckt haben mich speziell die Schüler des Willibald-Gymnasiums, weil sie wirklich über Entwicklung und unsere Rolle nachgedacht haben. Ein Fazit: Das missionarische Wirken der Kirche wird zum einen noch von unseren Missionaren, aber zunehmend auch von den Einheimischen selbst getragen.

*In der Sprache der Mapuche, dem Mapudungun, die Pamela spricht, bedeutet Mapu Erde und Che so viel wie Mensch. Die Mapuche nennen sich selbst, wie viele andere Indianervölker, „Menschen der Erde“.

El Salvador – Zwischen Glaube und Gewalt

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten … oder so ähnlich. Bereits jetzt beginnt eine kleine Gruppe von Journalisten, die Adveniat Jahresaktion 2014 vorzubereiten. Erstes Ziel der Reise ist El Salvador.

Das kleine Land in Mittelamerika hat viel zu bieten. Nach drei sehr intensiven Tagen mit den Partnern von Adveniat, die gefüllt waren mit den unterschiedlichsten Impressionen, ist schnell klar, man trifft immer wieder auf zwei Themen: Glaube und Gewalt. Sowohl in der Vergangenheit als auch heute. 1980 wurde der damalige Erzbischof Oscar Romero während der Messe erschossen, heute wartet das Land auf den Seligsprechungsprozess.
Heute kämpfen in den kleinen Gemeinden verfeindete Jugendbanden, sogenannte „Maras“ erbarmungslos gegeneinander. Die Kirche will mit verschiedenen Programmen die jungen Menschen davon abhalten, sich den Banden anzuschließen. Vergibt Stipendien für Schulen und Universitäten, um den Jugendlichen eine Alternative zu geben. Nach der Messe am Donnerstag verteilt der Weihbischof gemeinsam mit Schwestern Kaffee und Brot an Bedürftige.

Fast auf jedem Bus, der durch die überfüllten Straßen von San Salvador rattert, liest man „Jesus Christus unser Herr“ oder „Vertraue auf Gott“. Gleichzeitig patrouillieren Soldaten oder Polizisten mit Messern, Schlagstöcken und Maschinengewehren in den Straßen, vor Restaurants oder sogar vor Krankenhäusern.

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Begegnung bei Kaffee und Brot in der Pfarrei San Francisco

Wenn man tagsüber durch die Stadt fährt, wirkt sie wie irgendeine Stadt in Mittelamerika: alte Busse, die ihre Abgase in die Luft schleudern, Straßenhändler, die Chips verkaufen, riesige Werbetafeln. Doch sicher ist in San Salvador eigentlich niemand. Eine Frau aus der Pfarrei erzählt mir, wer nach 21 Uhr nicht mehr unbedingt raus muss, bleibt zu Hause. Und dass merkt man: Sobald es dunkel wird, ist die Stadt erschreckend leer. Schwestern der Pfarrei San Francisco wurden auch am Tag schon überfallen. Eine hatte ein Messer an der Seite, eine andere eine Pistole am Hals.

In der Pfarrei treffe ich immer wieder junge Menschen, die ihre Zukunft in der Kirche sehen. Jungs, die mit 15 Jahren schon den Wunsch haben, Priester zu werden. Mädchen, die mit 18 Jahren bereits im Noviziat sind. Aber auch andere, die Lehrer oder Psychologe werden wollen. Junge Menschen, die trotz der harten Realität, die sie umgibt, tief im Glauben verwurzelt sind.

Lepra, ein neu geborenes Mädchen und zwei Schokobonbons

Am Nachmittag des ersten Arbeitstages ist das derzeitige amerikanische Team bereits wieder in Beirut. Sie werden heute Nacht bzw. morgen Früh zurück fliegen – und das nachfolgende Team wird in zwei Tagen am Abend hier bei uns eintreffen.

Am Abend ist Medikamentencheck und Auffüllen der Koffer und Kisten und das Schreiben von Berichten, Statistik und Meldungen angesagt. Aber auch Reflexion des Tages und Feststellen von Arbeitsoptimierung – wir werden zwei Tage lang nur mit einem Team (Doc, nurse, translator – und dem Orgpersonal für Registrierung und Koordination) arbeiten können – und wir wollen, dass alle, die sich in den Lagern behandeln lassen wollen, auch die Möglichkeit dazu haben.

Ein 12-jähriger Junge hat mich am ersten Tag ziemlich beschäftigt: Thalassämie – eine vererbte Krankheit wo zuwenig Hämoglobin und rote Blutkörperchen gebildet werden – die einzige Therapie ist eine regelmäßige Bluttransfusion. Kosten für den Jungen hier 100 € im Monat, die von der Familie natürlich nicht aufgebracht werden können und so ist der Zeitpunkt absehbar, wo der Junge sterben wird (In Syrien hatte es vor dem Krieg ein kostenfreies Gesundheitssystem gegeben, in dem auch solche Patienten versorgt wurden).

Bei einem früheren Besuch des Lagers wurde bereits versucht, den Jungen an eine andere Organisation (UNHCR, YMCA, ..) weiterzuleiten – aber uns wird heute berichtet, dass nach ein paar Kostenübernahmen keine weitere Unterstützung möglich ist! Mir bleibt nichts anderes als unserem Koordinator den Fall vorzutragen und ihn zu bitten, sich eventuell nochmals einen Weg zu überlegen, wie wir dem Patienten helfen könnten – wo anrufen, wohin schicken…

Am Abend will ich die Unterlagen fotografieren, um bei Vorträgen daheim zu zeigen, welche Grenzen die medizinische Versorgung hier haben kann.
Und ich stelle fest, dass der Bericht mit der Zusage der Kostenübernahme für ein Monat endet! Irgendwo in einem Budget von Humedica konnte noch Geld freigesetzt werden – zumindest für einen Monat. Ein Monat Leben für 100 €! – Auch jetzt werde ich das Bild zeigen und erklären!

Die Amerikaner sind gerade angekommen – und wieder muss sich das Team neu finden – aber das ist bei solchen Einsätzen so, wo die Fluktuation des Personals einfach da ist. An den US-Slang muss ich mich erst gewöhnen. Wir werden uns natürlich zusammenfinden und gut arbeiten. Es ist ja dann auch wieder einfacher, nicht als alleiniger Doc dann 130 bzw. 180 Patienten anzuschauen und zu versuchen zu versorgen.

So z.B. den Jungen, der mit seiner Großmutter da ist, weil seine Eltern im Krieg gestorben sind. Er ist im Gesicht ziemlich entstellt, die Hände sind massiv infiziert, ja fast schon teilweise faulend – ist es Lepra, eine angeborene Erkrankung (Porphyrie), wo man dann wohl nichts machen könnte außer Lichtschutz (und das im Flüchtlingslager??!!) – oder Folgen einer toxischen (= giftigen) Schädigung. Wir versuchen irgendwie einen Spezialisten zuzuziehen, um hier Hilfe geben zu können. Vielleicht – was ich aber nicht glaube – ergibt sich morgen eine Gelegenheit, wenn die UNHCR und irgendwelche leitende Personen aus dem libanesischen Gesundheitsministerium kommen, um unsere Arbeit zu begutachten. Bei den Libanesen soll es Menschen geben, die der Arbeit der NGO (Hilfsorganisationen) nicht sonderlich wohlgesonnen sind – darauf kann ich eigentlich verzichten!

Wir brachten gerade alles ins Auto, weil wir mit unserer Arbeit im Camp fertig waren und die Dämmerung zieht um 16.30 schon auf. Da werde ich noch von einem Vater in ein Zelt gerufen: Vor zwei Tagen ist sein Mädchen zur Welt gekommen, gesund munter – ich untersuch sie, alles ist ok, die Mutter lächelt und ist glücklich, der Vater strahlt – wir erhalten zwei Schokobonbons – es sind für mich mit die wertvollsten, die ich je erhalten habe.