Kategorie-Archiv: Eurasien

Das fünfte Evangelium entdecken

Die Gemeinschaft des Collegium Orientale Eichstät unternam kürlich eine Studien- und Pilgerreise in das Heilige Land. 21 Kollegiatinnen und Kollegiaten bereisten gemeinsam mit ihrer Hausleitung und einigen Freunden biblische Orte in Israel.

Die schriftliche Quelle der christlichen Religion ist die Bibel. Insbesondere in den vier Evangelien ist das Leben und Wirken von Jesus Christus überliefert. Viele Christen sind mit den biblischen Texten und Geschichten gut vertraut. Eine besonders intensive Beschäftigung mit der Bibel findet im Theologiestudium statt. Jedoch bleiben die Erwähnung von Orten und die Schilderung von Entfernungen, Natur oder Architektur abstrakt und sind der Vorstellungskraft des Einzelnen überlassen. Deswegen ist eine Reise ins Heilige Land für junge Theologiestudenten von nicht überschätzbarem Nutzen. Sie verhilft dazu, einiges aus den Evangelien besser zu verstehen und macht die Heimat Jesu „physisch“ spürbar. Nicht umsonst wird das Heilige Land vom Kirchenvater Hieronymus als „das fünfte Evangelium“ bezeichnet.
Unsere Reise bestand aus drei Teilen. Die ersten zwei vollen Tage verbrachten wir in Galiläa, im Norden des Heiligen Landes, wo die Kindheit und Jugend Jesu vergingen und wo seine Verkündigung der Frohen Botschaft begann. Wir besichtigten die Stadt Nazareth, die Ausgrabungen der Hafenstadt Magdala, die Stadt Kapharnaum und den Berg der Seligpreisungen. Gemütliche Abende im Austausch und in Gesprächen sowie das Baden im See Genezareth sorgten für schöne Erinnerungen an Galiläa.

Vom Norden Israels begaben wir uns Richtung Süden, nach Judäa. Wie uns unser Reiseleiter erklärte, fuhren wir entlang der Route, die auch Jesus auf dem Weg nach Jerusalem benutzt haben dürfte. Unterwegs besuchten wir den Berg Tabor, auf dem der Überlieferung nach die Verklärung Jesu stattgefunden hat (Mt 17), die an der Grenze zu Jordanien liegende Stelle am Fluss Jordan, an der aller Wahrscheinlichkeit nach Johannes getauft hat (Mt 3), sowie die berühmten Ausgrabungen von Qumran, wo 1947 Lederrollen mit Bibelhandschriften entdeckt wurden. Auf der Weiterfahrt wartete noch eine Überraschung auf uns. Etwa 20 Kilometer vor Jerusalem fuhren wir ein paar hundert Meter von der Hauptstraße ab in Richtung Wüste. Unseren Augen bot sich eine beeindruckende Aussicht auf das griechisch-orthodoxe St.-Georg-Chozebit-Kloster, das an der senkrecht abfallenden Felswand einer Schlucht hängt. Das Kloster trägt den Namen seines berühmtesten Mönchs und Vorstehers Georg von Choziba, der dort im 6./7. Jh. wohnte.

Die nächsten fünf Tage verbrachten wir in Jerusalem im Paulus-Haus, außerhalb der Jerusalemer Altstadt, direkt neben dem Damaskustor. Von Jerusalem aus besichtigten wir am nächsten Tag Jericho, die erste Stadt im verheißenen Land, die das Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten eroberte (Jos 6). Jericho gilt als die älteste und am tiefsten gelegene bewohnte Stadt der Welt. Im westlichen Teil Jerichos fuhren wir mit einer Seilbahn zum griechisch-orthodoxen Qarantal-Kloster, dem Kloster der Versuchungen. Der Überlieferung nach wurde an dieser Stelle Jesus nach seiner Taufe vom Satan versucht (Mt 4, 1-11). Von Jericho aus folgten wir der Küste des Toten Meeres bis nach Masada, einer Festung aus der Zeit des Königs Herodes (um 40 v. Chr.). Auf einem isolierten Tafelberg gelegen sorgt sie für beeindruckende Ausblicke auf das Tal um sich herum. Ursprünglich als Palast erbaut, diente die Anlage auch als eine Festung für Rebellen im Jüdischen Krieg gegen die Römer (1. Jh. n. Chr.). Für Entspannung am Nachmittag sorgte das Baden im Toten Meer. Dieses liegt 425 m unter dem Meeresspiegel und sein Wasser ist mit einem Salzgehalt von etwa 30 % fast zehn Mal salziger als in den Weltmeeren. Wegen der hohen Wasserdichte kann sich sogar der unerfahrenste Schwimmer ohne Mühe an der Oberfläche halten.

Während der nächsten drei Tage besichtigten wir verschiedene biblische und historische Stätten in Jerusalem, der Heimatstadt der drei Weltreligionen. Wir sahen den Ölberg mit seinen Kirchen, den Tempelberg mit der Klagemauer, die al-Aqsa Moschee und den Felsendom (nur Außenbesichtigung möglich), die Ausgrabungen der Stadt Davids und die Kirche der Auferstehung (= Grabeskirche), in der sich einige aus unserer Gruppe über Nacht einschließen ließen, um dort in Ruhe und Gebet zu verweilen. Für eine persönliche Atmosphäre bei unserer Reise sorgten Begegnungen und Gespräche mit dem lateinischen Patriarchen von Jerusalem S.E. Pierbattista Pizzaballa OFM und mit den Vertretern der Armenischen Apostolischen Kirche sowie mit Bruder Simeon aus der deutschen benediktinischen Dormitio-Abtei. Unser Aufenthalt in Jerusalem endete mit der Besichtigung des ehemaligen georgisch-orthodoxen Kreuzesklosters. Der Legende nach wuchs an der Stelle des Klosters der Baum, aus dem später das Kreuz für Jesus gemacht wurde.
Auf dem Weg zur dritten ud letzten Station unserer Reise, der Stadt Bethlehem, kehrten wir in den Ort Ain Karim ein, der als Geburtsort des hl. Johannes des Täufers gilt. Hier hat Maria wahrscheinlich ihre schwangere Tante Elisabeth besucht (Lk 1,39). In Bethlehem, der Geburtsstadt Jesu, besichtigten wir die Geburtsbasilika mit der Geburtsgrotte und die Hirtenfelder, wo wir ukrainische und deutsche Weihnachtslieder erklingen ließen.

Das Heilige Land vom Kirchenvater Das Heilige Land wir vom Kirchenvater Hieronymus als „das fünfte Evangelium“ bezeichnet

Unsere Reise wurde durch Referate einiger Kollegiaten zu bestimmten Themen oder Orten bereichert. Besonders wertvoll und interessant waren einzelne Ausführungen und exegetische Vertiefungen von Dr. Miroslaw Lopuch, der im Fach Altes Testament promoviert. Durch seine Bibelkenntnisse hat er sich während der Reise bei unserer Gruppe den Namen „Schriftgelehrter“ verdient.
Die tägliche Eucharstiefeier, Gebete und Gesänge trugen dazu bei, dass unsere Reise ins Heilige Land zu einer Pilgerschaft wurde. Es war eine wunderbare Studienreise und Wallfahrt zugleich, die wir als eine lernende, singende und betende Gemeinschaft in harmonischer Stimmung unternommen haben.

Am letzten Abend trafen wir uns zu einer Austauschrunde zusammen. Der Rektor des Collegium Dr. Petrynko resümierte im Einklang mit dem Kirchenvater Hieronymus, dass nach unserer Reise die biblischen Texte nun neu gelesen und verstanden werden können. Und vielmehr jeder, der sie liest und betrachtet, schreibe mit seinem Leben sein eigenes, „sechstes Evangelium“.

Benediktineroblatin in Tabgha

In der Rückschau auf die zwei Jahre in der benediktinischen Gemeinschaft von Tabgha und Jerusalem, wurde mir der Wert der monastischen Lebensstruktur besonders bewusst und veranlasste mich, nach guter Vorbereitung von Pater Jonas Trageser, dem Oblatenrrektor, mich dieser Gemeinschaft als Benediktineroblatin anzuschließen. Jedes Kloster mit Oblateninstitut kann Frauen und Männer – Kleriker und Laien – als Oblaten und Oblatinnen aufnehmen in einer zum Kloster passenden Größenordnung.

In der Taufe ist jeder Christ zur Nachfolge des Herrn und zum Leben nach dem Evangelium aufgerufen. Dazu geben die Meister des geistlichen Lebens besondere Weisungen. So hat der Heilige Benedikt im 6. Jahrhundert auf dem Monte Cassino die Regel als „Schule für den Dienst des Herrn“ eingerichtet. Von ihrem Geist lasse ich mich schon länger leiten, weil sie auch im Familienalltag wertvoll ist.

Grundzüge benediktinischer Lebensgestaltung sind: Gebet, geistliche Lesung, Arbeit, Gastfreundschaft und Friede. Das Leben versteht sich als eine Begegnung mit Jesus Christus in unterschiedlicher Ausprägung.

Oblation

Andrea Krebs (Mitte) bei ihrer Oblation in Tabgha. Foto: privat
Andrea Krebs (Mitte) bei ihrer Oblation in Tabgha. Foto: privat

Am 21. Mai feierte ich in Tabgha am See Genezareth im Sonntagsgottesdienst am See meine Oblation im Kreise unserer Mönche, Mitoblaten, Gäste und Pilger. Die Oblation ist das vor Gott abgegebene und von der Kirche angenommene Versprechen, sich in Verbindung mit einem bestimmten Kloster GOTT darzubringen. Dieses handschriftliche Versprechen liest man vor allen vor, es wurde vom Prior-Administrator Pater Nikodemus Schnabel entgegengenommen und unter die Altardecke gelegt, auf der die Gaben von Brot und Wein gewandelt wurden in Leib und Blut Christi. Ein schönes Zeichen, finde ich. Unser ganzes Leben ist Wandlung und und Gabe.

In der würdigen Eucharistiefeier haben die anderen 7 anwesenden Oblatinnen und Oblaten ihr Versprechen erneuert und wir hatten neben den Pilgergruppen aus Köln liebenswerte Gäste in unserer Mitte , besonders ein befreundetes Ehepaar aus Haifa: Günther und Judith mit Freunden und meine liebe Freundin, Sr. Marie Madeleine Wagner aus dem Benediktinerkloster von Abu Gosh. Der ganze Tag war wirklich ein Festtag, mit gutem Essen, benediktinischen Gastfreundschaft und vielfältigen Begegnungen. Ich musste selbst gar nichts dafür tun, was sehr ungewohnt ist als Mutter! Ein Ausflug am Nachmittag ließ uns von einem herrlichen Plateau aus den See Genezareth, der die Form einer Harfe hat, im gleißenden Sonnenlicht bestaunen.

Was bedeutet es für mich Oblatin der Abtei Dormitio Beatae Mariae Virginis mit dem Priorat Tabgha zu sein?

Es soll mir eine Hilfe sein, beständig Gott zu suchen, indem ich das monastische Stundengebet so gut es im Alltag möglich ist, in mein Leben integriere und die „lectio divina“, den regelmäßigen meditativen Umgang mit dem Wort Gottes pflege. Ich lebe nicht viel anders als zuvor, weiß mich aber durch dieses Engagement in offizieller Weise mit der Gemeinschaft verbunden. Wir gehen einen gemeinsamen geistlichen in verschiedener Ausprägung. So hat es der heilige Benedikt in seiner Regel vor 1500 Jahren bereits vorgesehen: Die Mönche und Nonnen leben die Regel in Stabilitas vor Ort und Oblaten im gleichen Geist angebunden an ein Kloster in der Welt. So trägt man sich gegenseitig, was ich besonders beim überraschenden Tod meines Sohnes erleben durfte.

Ich bin glücklich über diesen Schritt und habe noch viel Zeit im Austausch mit den anderen Oblaten und in Anbindung an das Kloster mit den sympathischen Mönchen, den Reichtum auszuschöpfen, der darin liegt.

Zusammenfassend habe ich entschiedener Jesus Christus gewählt als meinen Weg, meine Wahrheit und mein Leben und lebe monastisch verortet als das, was ich bin: Mutter, Oma, Witwe, Lehrerin, Freundin, Schwester, Nachbarin und Begleiterin.

Gebet in der Klostergemeinschaft

Vor einigen Wochen war das Glockenseil hier in der Kirche der Benediktinerabtei von Tabgha (am See Genezareth in Israel) abgerissen, so dass wir selbst die Zeit zum Gebet herausfinden mussten. Umso mehr freut es mich, wenn das Glöckchen wieder fünfmal am Tag zum Gebet ruft. Das mag von außen viel erscheinen. Ich erlebe es als einen wohlklingenden Ton, der dem Tag seine Struktur gibt und der Arbeit dazwischen ihren Wert. Das gleichmäßige Miteinander-vor-Gott-treten macht deutlich, dass hier ein Ort ist, an dem man Gott dient und vor seinem Angesicht lebt.

An die 150 Psalmen, jahrtausendealter Gebetsschatz, die hier in zwei Wochen alle gebetet werden, muss ich mich gewöhnen. In meinen Ohren klingen sie stark alttestamentlich. Mit der Zeit finde ich mich in vielen angesprochenen Lebenslagen wieder und finde nur Teile der Texte sehr befremdlich, besonders wenn man bedenkt, dass wir hier von radikalen Fundamentalisten aller Religionen umgeben sind.

Ich habe das Gefühl, dass man kein besserer Mensch wird, weil man viel betet, aber ich schätze mich glücklich, an einem Ort sein zu dürfen, an dem wir miteinander versuchen, Gott auf dieser Erde einen kleinen Anteil der Ehre zu geben, die ihm gebührt und gleichzeitig einen Beitrag für Frieden in dieser Region zu leisten.

Gebet gibt der Freundschaft, die Gott uns von sich aus anbietet, eine Antwort. Die Freundschaft zu Gott miteinander zu gestalten in allen Tagesformen, die man so durchlebt, ist ein Geschenk, das in der Form nur in Gemeinschaft möglich ist. Sie ersetzt nicht die ganz persönliche Beziehung zu Gott, die jeder für sich selber pflegen muss. Die Hinwendung zu Gott im Gebet ist wie das Einatmen, die Arbeit und Begegnung mit unseren Nächsten ist wie das Ausatmen.

Von Bienen Solidarität lernen

Bienen sind wichtige Insekten in der Natur und im Leben der Menschen. Sie werden seit jeher von Menschen geschätzt als Honigproduzenten, als Bestäuber der Kulturpflanzen und auch als Erzeuger von Heilmitteln wie Propolis. So lange es Menschen gibt und sie Honig essen, beschäftigen sie sich mit Bienen. Besonders faszinierend dabei ist, dass Bienen – vergleichbar mit Menschen – in Völkern, den Bienenvölkern, leben. Diese werden jeweils nur von einer einzigen Anführerin, der Königin, regiert.

Auch meine Familie in der Ukraine hat, seit ich denken kann, ein paar Bienenhäuser mit mehreren Bienenfamilien. Es war für uns Kinder immer spannend, den Opa in besonderer Kleiderausrüstung zu beobachten, wie er sich um seine Bienen kümmerte. Im Sommer suchte er immer wieder nach einer zweiten Bienenkönigin in einem Volk, um zu verhindern, dass die Hälfte der Bienen von diesem Volk sich selbstständig macht und wegfliegt. Sehr interessant war es für uns zu beobachten, wie der Großvater seine Bienen für den Winter fütterte, wie er Honig schleuderte und wie wir als erste von den Waben voller Honig eine Probe nehmen durften, aber auch wie er trauerte, wenn irgendeines der Völker von einer Krankheit befallen worden war. Nicht nur einmal wurde ich von Bienen gestochen: Es tat zwar weh, aber auf den Honig wollte ich deswegen trotzdem nicht verzichten.

Die biblischen Bücher des Alten Testamentes nehmen unterschiedlich akzentuierten Bezug auf Bienen. Wenn es beispielsweise um die feindlich gesinnten Eroberer ging, so wurden sie mit gereizten Bienen und deren Angriffs- und Stechlust verglichen (Dtn 1,44, Jes 7,18-20, Ps 118,12). Unübersehbar und geradezu sprichwörtlich ist der Fleiß und die Nützlichkeit dieser kleinen Tiere: „Klein unter den geflügelten Tieren ist die Biene, und doch bringt sie den besten Ertrag ein“ (Sir 11,3). Ein Mahnwort an die Faulenzer, das zugleich als Lob der kleinen, jedoch fleißigen Biene erscheint: „Gehe zur Biene, und lerne, wie arbeitsam sie ist, sie macht ihre Arbeit wie eine ehrenhafte, deren Erzeugnisse Könige und Privatleute zur Gesundheit verwenden, willkommen ist sie für alle und erwartet; auch wenn sie in der Kraft schwach ist, weil sie die Weisheit achtet, hat sie es so weit gebracht. Wie lange, Fauler, bleibst du liegen?“ (Spr 6,8f., LXX).

Unsere christliche Überlieferung hat das Positive aus den Bienengleichnissen übernommen und so haben Bienen bei uns einen eher positiven Ruf. Besonders vorbildlich war der Fleiß der Bienen in den geistlichen Unterweisungen der Mönchsväter. Die Bienen galten ihnen als vernünftige und kluge Geschöpfe in der Tierwelt, weil sie ein geordnetes gemeinschaftliches Leben führen, eine Aufgabeverteilung innerhalb ihres Bienenvolkes kennen und weil sie nach einem bestimmten Plan ihre Waben bilden. Gerade deshalb erkannten manche alte Denker darin ein Vorbild für den idealen Staat und der heilige Ambrosius von Mailand (+397) verglich die Kirche mit einem Bienenkorb.

Bienen-Solidarität: Foto: Oleksandr Petrynko
Bienen-Solidarität: Foto: Oleksandr Petrynko

Alles, was ich persönlich von den Bienen wusste und nun hier beschrieben habe, war nur eine schöne Theorie, bis ich Anfang Oktober 2015 in meinem Urlaub in Georgien das Bienenleben nochmal ganz bewusst erlebt habe. Die Fotos von diesem Erlebnis habe ich in einer alten Höhlenstadt Vardzia in Westgeorgien, nahe der Grenze zur Türkei gemacht. In einer Pause kaufte ich mir eine Waldmeisterlimonade (auf dem Foto grün im Glas, auf einem roten Tisch serviert). Sehr schnell und plötzlich waren mehrere Bienen und Wespen da. Eine der Bienen landete direkt in der Limonade und tat mir leid, als sie darin mehrere Kreisbewegungen machte. Sie schaffte dann doch herauszukommen, zwar nur langsam, aber letztlich kletterte sie bis an den oberen Rand des Glases. Und hier ist das Faszinierende passiert: Plötzlich setze sich eine der herumfliegenden Bienen auf den gleichen Rand hinter die nasse „süße“ Artgenossin und begann die verunglückte Biene abzusaugen, bis sie wieder fliegen konnte. Ich war für eine Weile außer mir vor Staunen. Denn nicht die Limonade auf der Freundin-Biene zog sie an, denn im Glas war ja viel mehr davon, sondern die Freundin selbst, die in Not geraten war. Da die Aktion relativ langsam verlief, konnte ich mit meinem Handy mehrere Bilder machen, die ich gerne mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, teilen möchte. Die Bilder zeigen Ihnen ein paar georgische Bienen, die nach wissenschaftlichen Untersuchungen den längsten Rüssel unter den Bienennationen auf der Erde haben, ihre georgische Heimat Vardzia und vor allem ein Beispiel ihres sozialen Verhaltens und ihrer Solidarität untereinander. Dies ist etwas, was die Menschen und gerade wir Christen von Bienen lernen können.

Eichstätt summt | Grußwort von Schirmherr Christoph Wölfle, Regens des Priesterseminars Eichstätt

Shalompreis geht an israelisch-palästinensische Familienorganisation

Am Sonntag, 24. April, wurde die Shalom-Aktion 2016 im Salesianum Rosental in Eichstätt eröffnet. Hochschulseelsorger Pater Johannes Haas zelebrierte den Eröffnungsgottesdienst, der vom Chor „Kunterbunt“ musikalisch gestaltet wurde.

Der Shalompreis wird in diesem Jahr dem Parents Circle Families Forum (PCFF) in Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten verliehen. Mitglieder des AK Shalom für Gerechtigkeit und Frieden stellten den Arbeitskreis und das Projekt im Gottesdienst vor. Sie erinnerten auch an die am 2. März 2016 ermordete Shalompreisträgerin von 2012, Berta Cáceres. Außerdem gedachte der AK Shalom seines Gründers Thomas Beutler, der in der vergangenen Woche verstarb.

Eröffnungsgottesdienst der Shalom-Aktion 2016
Eröffnungsgottesdienst der Shalom-Aktion 2016

In einer Zeit, in der aus dem Nahen Osten fast nur Nachrichten von Krieg und Terror zu lesen sind, setzen die Mitglieder von PCFF ein Zeichen für Frieden und Versöhnung. PCFF ist eine gemeinsame israelisch-palästinensische Organisation von über 600 Familien. Alle haben im langjährigen Konflikt einen nahen Angehörigen verloren. Trotz des grausamen Verlustes eines geliebten Menschen wollen die Familienangehörigen keine Rache sondern Austausch und Versöhnung.

Der Shalompreis wird am 18. Juni 2016 in Eichstätt verliehen. Eine Israelin und ein Palästinenser werden den Preis gemeinsam entgegen nehmen.

Der Shalompeis ist einer der höchstdotierten Menschenrechtspreise in Deutschland. Im AK Shalom sind derzeit 12 Mitglieder, Studierende und Bürgerinnen aus Eichstätt. Die Arbeit ist rein ehrenamtlich, das Preisgeld kommt durch Spenden zusammen. Das Referat Weltkirche des Bistums Eichstätt, die private Oswaldstiftung und der Rotary-Club Eichstätt sind institutionelle Spender. Alles andere sind Spenden von Privatleuten. Die Preisverleihung findet am 18. Juni 2016 statt.

Wer für die Aktion 2016 spenden möchte, kann das bis September tun. Die Bankverbindung lautet: Katholische Hochschulgemeinde, Konto 1 09 62 03 20 bei der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte, BLZ 721 608 18, IBAN: DE34721608180109620320, Stichwort „AK Shalom“.