Kategorie-Archiv: Bischof

Unterwegs mit Partnerbischof Simon aus Burundi

In den letzten Tagen habe ich Erzbischof Simon Ntamwana aus unserer Partnerdiözese Gitega auf einem Besuch in unserer Diözese begleitet.

Die Partnerschaft zwischen den Bistümern Eichstätt und Gitega ist die seit vielen Jahren lebendigste und dynamischste Beziehung innerhalb der seit 1975 bestehenden Partnerschaft mit der Kirche in Burundi. Schon viermal war ich selbst vor Ort un im März werde ich wieder zu einem Arbeitsbesuch hin fliegen, um zusammen mit dem ehemaligen Diözesanbaumeister Karl Frey die Entwicklung unseres Projekts in Bugendana in Augenschein zu nehmen. Zugleich werde ich den Finanzdirektor des Bistums, Domdekan Willibald Harrer, sowie den bischöflichen Beauftragten für die Weltkirche, Domkapitular Prälat Dr. Christoph Kühn, in die Situation vor Ort einzuführen.

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Für einige Tage war Erzbischof Simon zu Gast in Eichstätt. Er hat sich in dieser Zeit nicht geschont, sondern führte Gespräche mit der Bistumsleitung, dem Regens wegen der Ausbildung einiger seiner Seminaristen in Eichstätt, er besuchte die Maria-Ward-Realschule in Eichstätt, die seit vielen Jahren eine Schule für Taubstumme in Gitega unterstützt, schaltete die Homepage seines Bistums online, besuchte Gemeinden und Hilfswerke in Aachen. Dabei konnte die Frage der nachhaltigen Energieversorgung und des Energiesparen beim Projekt Bugendana mit Fachleuten diskutiert werden.

Im Mittelpunkt stand aber die Nachfeier seines Doppeljubiläums. Seit 40 Jahren ist Simon Ntamwana Priester und seit 25 Jahren Bischof. Dazu sagt er:

Priester sein, Bischof der Kirche sein, beide Berufungen sind eine Gnade Gottes in mir: Ich bin sicher, dass ich nicht der beste in meiner Gruppe war. Ich habe nicht am besten gedient. Deshalb möchte ich um die Barmherzigkeit Gottes bitten, und zugleich um Entschuldigung den Schwestern und Brüdern, die von mir nicht bekommen haben, was sie sich wünschten.

Diese demütige Haltung ist typisch für meinen Freund, den Erzbischof von Gitega. In seinem Leben und dem Schicksal seiner Familie spiegeln sich die Höhen und Tiefen seines Landes. Aber er blickt immer nach vorne, er hat immer neue Ziele und Visionen. Ich bin mir sicher, dass er uns bald davon mitteilen wird.

Meine Hoffnung ist es, dass wir neben dem projektbezogenen Engagement auch dazu kommen, dass sich mehr und mehr die Menschen als Dialogpartner begegnen, sich über ihren Glauben und ihr Leben austauschen, über die Fragen der Pastoral und des Sozialen, und so der Globalisierung ein menschliches Antlitz geben.

Erzbischof Simon sagte zum Ende seines Besuches über die Partnerschaft Eichstätt-Gitega:

Wir sind die Kirche des Herrn. Wir sind Brüder und Schwestern. Wir gehören einander an. Das II. Vatikanische Konzil hat die Zusammenarbeit zwischen den Diözesen nach der Enzyklika Fidei Donum klar unter der Kollegialität gestellt. Was wir heute tun, hat ja diese Bedeutung, und die Auswirkung der Partnerschaft ist schon sichtbar. Mein Wunsch ist: Lasst uns weiter machen, wie wir angefangen haben, und sogar noch mehr! Gott möge alles gedeihen lassen, was wir gesät haben.

Mehr zum Thema: Der Jubilar dankt – Erzbischof Simon Ntamwana feierte in Eichstätt (Bericht der Kirchenzeitung)

Die ukrainische Minderheit in Ostpolen

Die Minderheit der katholischen Ukrainer in Polen ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Ukraine nur wenig bekannt. Eine gute Gelegenheit diese Volksgruppe, die sich durch ihre griechisch-katholischen Traditionen und ihre dramatische Geschichte durch die letzten Jahrhunderte hervorheben, näher kennenzulernen, bietet das Weihnachtsfest.

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Nicht nur die liturgischen Feier im byzantinischen Ritus prägt die Zeit der Geburt des Herrn, sondern auch das jahrhundertealte, westukrainische Liedgut, kulinarische Traditionen und das reiche Brauchtum haben die polnischen Ukrainer bis heute bewahrt. Diese Verflechtung der Religion und des Volksbrauchtums soll aber nicht verwundern, da kaum ein Ereignis aus dem Leben Jesu uns so konkret an die Menschwerdung Gottes erinnert, wie seine Geburt in Betlehem. Weil die Geburt Christi den Menschen von jeher nahe ging und grade die Freude über die Ankunft des Retters in der Geburtsfeier ihren schönsten Ausdruck findet, haben die Völker dieses religiöse Fest mit ihrem Brauchtum bereichert.

Die Besonderheit der ukrainischen Minderheit in Polen erkennt man schon am Weihnachtsdatum: es wird nicht am 25. Dezember gefeiert, nach dem gregorianischen Kalender, vielmehr verwendet die griechisch-katholische Kirche in Polen neben dem staatlichen gregorianischen Kalender den alten kirchlichen, julianischen Kalender bei dem Weihnachten am 7. Januar – also 13 Tage später – gefeiert wird.

Die diesjährigen Feierlichkeiten in der griechisch-katholischen Kathedrale St. Johannes der Täufer in Przemyśl wurden von zwei besondere Ereignisse umrahmt: die Bischofsweihe des neuen Weihbischofs Eugeniusz Popowicz am 21. Dezember 2013 und das Hinscheiden von Kateryna Pipka, ein lichtes Beispiel einer frommen Mutter der ukrainischen Untergrundkirche, am 1. Januar 2014. In diesen Geschehnissen trafen wie in einem Brennpunkt sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK) in Polen aufeinander.

Weiterlesen im ausführlichen Beitrag als PDF:
– Anfänge des byzantinischen Bistums in Przemyśl
– Die unierte Kirche in Ostgalizien
– Katholische Ukrainer in Polen nach 1945
– Geschichte einer gläubigen Mutter
– Wiederaufblühen der UGKK in Polen nach 1989
– Zukunft in der Treue zur Tradition

Papst Franziskus ruft uns alle in die missionarische Sendung der Kirche

Papst Franziskus lässt uns in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium in erfrischender und mitreißender Weise an seinem persönlichen Glauben teilhaben. Theologischer Angelpunkt der Botschaft ist die in Jesu Tod und Auferstehung bezeugte Liebe Gottes zum Menschen. Die Zuwendung Gottes zu jedem Einzelnen muss Ausgangspunkt sein für das pastorale Handeln der Kirche.

Glaube ist Begegnung mit der Person Jesu. Die Begegnung mit dem Auferstandenen erschließt uns die Wahrheit des Lebens und wird zur Quelle der Freude, die sich mitteilen will und in die Begegnung mit der Kirche einlädt. Zugleich drängt sie hinaus an die Ränder der Kirche und der Gesellschaft, besonders hin zu den Armen, denn das Gute neigt dazu, sich auszubreiten, wie der Papst sagt. Mission ist Eröffnung der Begegnung mit der Person Jesu und seiner liebenden Hingabe für den Menschen. Wenn Kirche ihrer Berufung treu bleiben will, ist all ihr Wirken folglich missionarisches Handeln.

Mit geistlicher Leidenschaft ruft Papst Franziskus uns alle in die missionarische Sendung der Kirche. Der Herr traut uns mehr zu als wir selbst wagen, denn Er ist schon unterwegs in dieser Welt, so könnte man den immer wieder anklingenden Grundtenor der wachrüttelnden päpstlichen Botschaft beschreiben. Zugleich gibt das Schreiben des Papstes einer verwaltungsmäßig gut organisierten, finanziell abgesicherten und gesellschaftlich etablierten Kirche – von der Ebene der Pfarreien über die Verbände bis zu den Bistümern – viele Impulse und Fragen zum weiteren Bedenken mit auf den Weg. Was der Papst wohl nicht als missionarischen Aufbruch versteht, sind Beschäftigung der Kirche mit sich selbst in Form von Strukturdebatten und innerkirchliche Kritik, die sich in der Haltung des Klagens und Jammerns erschöpft. Die Kirche soll das Leben Jesu Christi allen anbieten und für diese Schönheit ein frohes Zeugnis geben, das einladend ist.