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Gottesdienst im Senegal

Wenn man es gewohnt ist, den Gottesdienst in einem barocken Gotteshaus wie in meiner Pfarrgemeinde St. Willibald in Deining zu besuchen, dann ist ein Gottesdienst im Senegal – wo ich gerade unterwegs bin – schon ein besonderes Erlebnis. Als Glocke dient hier eine Lastwagenfelge, die mit dem Hammer „geläutet“ wird. Die Kirche ist eine “idyllische“ Strohhütte mit Wellblechdach. Der Altar ist ein einfacher Holztisch, die Bänke Baumstämme von Palmen.

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Uns Europäern fallen gleich die farbenfrohen Kleider der Frauen auf, oft noch mit einem Kind auf dem Rücken. Der Ablauf des Gottesdienstes ist natürlich der gleiche wie bei uns, aber die Atmosphäre ist entspannter. Der Gesang, oft von Trommeln begleitet, ist mächtig, er kann auch in „ wilden“ Tanz übergehen. Die Predigt muss oft in die Stammessprachen übersetzt werden, da der Pfarrer nur französisch spricht. Der Friedensgruß wird ausgiebig zelebriert. Nach dem Gottesdienst geht die Feier weiter – mit Gesang und Tanz. Es ist eben anders, aber man fühlt sich im Glauben verbunden.

Das Christentum gelangte bereits mit der Ankunft der ersten portugiesischen Entdecker in den Senegal. Während der Kolonialzeit (1895-1960) haben die Franzosen, ausgehend von ihrer  „Auslandsseelsorge“, versucht, die noch nicht islamisierten Völker zu missionieren. Heute sind knapp 5 Prozent der Senegalesen Christen (meist Katholiken), mehr als 90 Prozent bekennen sich zum Islam. Für die 643 000 Katholiken sind derzeit 817 Ordensschwestern, 312 Diözesanpriester, 134 Ordenspriester, 146 Ordensbrüder in sieben Diözesen tätig (diese Zahlen habe ich von missio). Die Ortskirchen im Senegal sind auf die finanzielle Solidarität der Weltkirche angewiesen. So auch die Diözese Tambacounda, mit der die KLB Diözese Eichstätt eine Partnerschaft unterhält.

Soweit ich das bisher beobachten konnte, ist das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen im Allgemein von gegenseitigem Respekt geprägt. Die gemeinsame Sorge um die Nöte der Menschen prägt das Miteinander der Religionsgruppen in diesem Land. Vielleicht können auch andere Länder vom hiesigen „Dialog des Lebens“ etwas lernen.

Mehr zum Thema: Rund 250.000 Euro zur Förderung eines Alphabetisierungsprojektes – Bericht über den Projektbesuch, an dem auch Michael Graml von der KLB Diözese Eichstätt teilnimmt (auf Französisch)