Besuch und Gottesdienst in einem Flüchtlingslager in Juba

Flüchtlinge im Südsudan. UN Photo: Tim McKulka
Flüchtlinge im Südsudan. UN Photo: Tim McKulla

Mit Pater Pacifico Salvatore hatte ich gestern die Gelegenheit, ein Flüchtlingslager am südwestlichen Rand von Juba – der Hauptstadt des Südsudans (innerhalb des UN Camps, Checkpoint) zu besuchen. Dort befinden sich vor allem Menschen aus dem Stamm der Nuer, die Mitte Dezember schreckliche Massaker an ihren Stammesmitgliedern erleben mussten. Daneben findet man auch Leute aus Eritrea und Äthiopien, meist Händler, die ihr Hab und Gut verloren haben.

Viele der Nuer hatten ihre Häuser in relativer Nähe zum Lager und können teilweise ihre zurückgelassenen Behausungen sehen. Sie haben natürlich Angst, dass Nachbarn und andere ihren Besitz stehlen und ihre Häuser beziehen. Dies ist leider schon häufig geschehen. Bedrückend im Lager ist neben der Enge die sanitäre Situation. Notdürftig  wurden Gräben gegraben und mit Toilettensteinen überdeckt. Wäre nicht die Sonne und Hitze, wäre es wohl schlimmer. Man kann nur hoffen, dass sich bis zur Regenzeit wieder eine „normale“ Situation einstellt. Außerhalb des Lagers standen fünf große, lange Trailer (Lkws) auf denen Frauen und Kinder waren. Ihre Gesichter und Haare waren voller Staub und sie haben wohl eine lange, schwierige Reise hinter sich.

Beim Gottesdienst konnte man in den Gesichtern der Menschen sehen, dass sie sehr viel mitgemacht haben. Viele der Blicke waren immer wieder gedankenverloren, trotzdem haben sie aktiv mit schönem Gesang am Gottesdienst teilgenommen. Pater Pacifico Salvatore (73) aus Italien, ein sehr freundlicher, älterer Mitbruder und Sudankenner, hat mit viel Anteilnahme gesprochen und gute Worte für das Evangelium gefunden. „Das Böse entsteht ja schon in den Gedanken der Menschen noch bevor es ausgeführt wird“. Davon können alle ein Lied singen. Es ist erstaunlich, wie im Lager die religiöse Zugehörigkeit die Menschen zusammenbringt und so gegenseitige Hilfe viel leichter geschieht.

Nach dem Gottesdienst habe ich mit Jugendlichen gesprochen. Sie beklagen vor allem, dass sie keinen Zugang zur Schule haben sich nicht aus dem Lager trauen. Nur Frauen können sich unter die Bevölkerung mischen und zusätzliche Nahrungsmittel besorgen. Die UN hilft bei der Versorgung mit Hirse, Bohnen und Speiseöl. Das ist dann auch der ganze Speiseplan.

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