Alle Beiträge von Margarete Weindl

Margarete Weindl ist Religionslehrerin i.K. an der Körperbehindertenschule in Ingolstadt und im Förderzentrum Eichstätt. Seit mehr als zwanzig Jahren engagiert sie sich im Pfarrgemeinderat der Dompfarrei, wo sie seit acht Jahren den Vorsitz innehat.

Bemerkungen über Papst Franziskus

Als der frischgewählte Papst Franziskus nach seiner Wahl zum ersten Mal auf der Loggia des Petersdomes den wartenden Menschen gegenübertrat und sein:“ buona sera“ rief, habe ich wie Millionen andere Menschen gelacht. Der fing ja gut an!

Und alles schien anders, was man so von den Medien aus Rom hörte: angefangen mit der Fahrt im Omnibus, die verschmähten roten Schuhe, sein neues Quartier und viele andere Dinge. Und ich dachte, warum eigentlich nicht, er ist der Papst, da wird er doch selbst bestimmen können, wie und auf welche Weise er sein Amt ausfüllen konnte. Der deutsche Papst hatte es ihm durch seinen Rücktritt ja vorgemacht, man kann also tatsächlich Abläufe und Dinge ändern, ohne dass die katholische Welt gleich zusammenbricht.

Und der neue Papst wurde auch in der Öffentlichkeit so wahrgenommen. Ich wurde von meinen Schülern und sogar von Kollegen, die mit der katholischen Kirche eigentlich nichts am Hut hatten, oft auf diesen erfrischenden neuen Mann angesprochen.

Busfahrt durch Rom
Busfahrt durch Rom

Das netteste Erlebnis in dieser Hinsicht hatte ich aber dann im Urlaub in Rom.

Wir hatten, aus der Laterankirche kommend, endlich einen Bus erwischt, mit dem wir in die Stadtmitte fahren wollten. Aber der Bus fuhr nicht los, weil der Busfahrer von einer alten Dame lautstark mit Beschwerden überhäuft wurde. Nur langsam, weil unser Italienisch für diese flüssigen Klagen nicht ganz ausreichte, bekamen wir mit, dass sie sich über den Zustand von Sitzen in diesem Bus so aufregte. Vergnügt verfolgten wir die gestenreichen Antworten des Busfahrers, der jede Verantwortung dazu abstritt. So ging der Wortwechsel hin und her, bis schließlich die alte Dame ganz erbost und im Brustton der Überzeugung ausrief:“ das sage ich dem papa in Vaticano!!

Und ich denke, genauso ist es. Jeder, der in unserer Kirche ein Anliegen hat oder dem Reformen nicht rasch genug gehen, würde das am liebsten auch dem „papa in Vaticano“ sagen.

Ich wünsche ihm auf jeden Fall die dazu nötigen großen Ohren und ein weites Herz – und viel Durchhaltevermögen für seine schwere Aufgabe.

Ad multos annos, Papst Franziskus!

Video: Ein Jahr Papst Franziskus