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Dominik Holl stammt aus der Pfarrei Buxheim im Dekanat Eichstätt. Nach seinem Masterabschluss in Geschichte leistet er ein Friedensdienstjahr in der Region Chocó, im Dschungel von Kolumbien. Dort ist er vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit der Diözese Quibdó (diocesisquibdo.org) tätig. Vermittelt wurde sein Aufenthalt in Kolumbien durch die Organisation Soziale Friedensdienst im Ausland (SoFiA e.V.) des Bistums Trier.

Weihnachten in Kolumbien

Advent – das ist diese besinnliche, ruhige Zeit im Dezember, wenn der Himmel meist grau ist und das Wetter bitterkalt. Wenn man merkt, dass alles so langsam einem Ende zugeht. Als Schüler oder Student wartet man auf die Ferien und macht sich Gedanken um Weihnachtsgeschenke. Die Fußgängerzonen sind festlich geschmückt und voller Lichterglanz. Es duftet nach Tee, Zimt und Vanille. Und die Vorfreude auf das Weihnachtsfest wird immer größer.

So erinnere ich mich an die Vorweihnachtszeit. Natürlich, ich gebe zu, dass die Erinnerung vielleicht etwas idealisiert ist. Aber wer kann es einem verdenken, die Vorweihnachtszeit nicht etwas zu schönen? Zumindest einmal im Jahr darf man sich die Festlichkeit hinzudenken, auch wenn sie in der Realität, wie alles, meistens sehr viel profaner ist.

Und dann kommt da natürlich der Kontrast hinzu. 30 Grad und Sonnenschein mitten im Dezember. Ab und zu ein Hitzegewitter oder ein Regenschauer, aber das tut der Hitze hier in den Tropen keinen Abbruch. Wo ich mich befinde? In Quibdó, einer kleinen Stadt in der Pazifikregion, im Westen Kolumbiens. Und auch hier, in diesem katholisch geprägten Land, wird selbstverständlich Weihnachten gefeiert und auch der Advent. Doch das wirkt nicht nur wegen des heißen Wetters ganz anders.

Die Lichterketten an den Häusern sind bunt und müssen vor allem eines tun – blinken. Ansonsten gilt: je mehr, desto besser. Dazu kommt eine mir unverständliche Vorliebe zum Plastik. Aber zugegeben, wo keine Nordmanntannen und Fichten wachsen, muss man eben auf die Künstlichkeit zurückgreifen.

Was die Besinnlichkeit angeht, so verstehen es aber auch die Kolumbianer, einen gewissen Glanz in den Advent zu zaubern. Der 7. Dezember ist der Tag der Kerzen (Día de las Velitas), mit dem die Weihnachtsfeierlichkeiten im Land beginnen. Abends stehen in jedem Haus unzählige Kerzen in den Fenstern, vor den Türen und auf den Balkonen. Sie bleiben dort stehen, bis sie heruntergebrannt sind. Ein beeindruckender und zauberhafter Anblick, bei dem sich in mir eine große Sehnsucht ausbreitet. In den Häusern werden die Türen und die Fenster geschmückt und alle freuen sich schon auf das Weihnachtsfest – so wie bei uns daheim auch.

Religiös sind vor allem die letzten neun Tage vor Heiligabend wichtig. Am 16. Dezember beginnt die sogenannte „Novena de Navidad“. Ab dann werden jeden Tag Weihnachtsmessen gefeiert und zusammen gebetet. Manch einer lädt zu sich nach Hause ein, oder man besucht Freunde in verschiedenen Stadtvierteln, um gemeinsam zu beten und zu singen.

Darum bin ich auch schon sehr gespannt wie Weihnachten selbst wird. Man sagte mir schon, dass Weihnachten und Silvester hier in umgekehrter Art gefeierten werden wie es bei uns in Deutschland der Fall ist. So soll Weihnachten die große Party auf den Straßen und Silvester die „besinnlichere“ oder besser gesagt emotionalere Feier im Kreis der Großfamilie sein. Wie das wohl wird?

In diesem Sinne wünsche ich eine besinnliche Adventszeit und frohe Weihnachten!

Dominiks Blog: La vida en el Chocó – Mein Jahr in Kolumbien