Alle Beiträge von Bernd Grünauer

Bernd Grünauer aus Hilpoltstein ist seit Oktober 2014 Klimaschutzmanager der Diözese Eichstätt. Als Dipl-Ing (FH) für physikalische Chemie und Umwelttechnik beschäftigt er sich seit über 30 Jahren mit den Auswirkungen des menschlichen Lebensstils auf unsere Erde.

Der Weltklimavertrag und seine Konsequenzen

Die 21. UN-Klimakonferenz ist zu Ende gegangen und erstmalig beschlossen 196 Staaten dieser Erde, Mechanismen für eine globale Energiewende einzuführen. Auf der Basis dieses ersten verbindlichen Weltklimaabkommens soll die globale Erwärmung auf weit unter 2 Grad gegenüber vorindustriellen Werten begrenzt werden.

Die Kommentare in den Medien sprechen von einem Meilenstein, von dem „Wunder von Paris“, einem historischen Durchbruch, einer „Botschaft des Lebens“ oder einem Wendepunkt für die Welt. Auch die katholische Kirche und vor allem Papst Franziskus haben an diesem Erfolg einen gehörigen Anteil. Immer wieder wurde vom Papst, verschiedenen Bischöfen, kirchlichen Hilfswerken und Verbänden auf die Notwendigkeit eines bindenden globalen Klimaabkommens hingewiesen.

Abschluss der Klimakonferenz in Paris. Foto: COP21
Zufriedene Gesichte beim Abschluss der Klimakonferenz in Paris. Foto: COP21

Es wird sich zeigen wie sich die beschlossenen Punkte tatsächlich umsetzen lassen bzw. sie sich tatsächlich auf unser Weltklima auswirken.

  1. „Deutlich unter“ zwei Grad Celsius
    In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts soll die Welt ihre Treibhausgas-Emissionen auf Null senken. Zielmarke ist eine Erderwärmung „deutlich unter“ zwei Grad Celsius, mit dem Endziel, noch 1,5 Grad zu erreichen.
  2. Alle fünf Jahre ein neuer Plan
    Die Staaten sollen alle fünf Jahre Pläne vorlegen, wie sie das Ziel erreichen wollen. Alle Industrieländer und nach Möglichkeit auch die Schwellenländer sollen sich feste Ziele für die Minderung ihrer Emissionen setzen.
  3. Was passiert bis zum Jahr 2020?
    Im Jahr 2018 soll erstmalig überprüft werden, ob die Staaten das Fernziel erreichen können.
  4. Wer muss zahlen?
    Die reichen Staaten sollen Finanzen bereitstellen, um den Armen im Kampf gegen die Erderwärmung zu helfen.
  5. Anerkennung von Klimaschäden
    Entwicklungsländer hatten für eine Art Haftung plädiert, für Schäden, die jetzt bereits auftreten. Sie konnten sich damit nicht durchsetzen. Stattdessen werden die Schäden nun lediglich anerkannt.

Mit den Emissionsminderungen, die von 185 Staaten zu Beginn der Pariser Klimakonferenz eingereicht wurden, würde die globale Erwärmung, so wissenschaftliche Berechnungen, um rund 2,7°Grad steigen. Deshalb sind eine Kontrolle der nationalen Klimaziele und deren Fortschreibung unumgänglich.

Ein weiteres wichtiges Signal betrifft die Entwicklungsländer, diese sollen in ihrem Bemühen um Klimaschutz, Anpassung und bei der Bewältigung der Klimaschäden verpflichtend von Industrieländern unterstützt werden. Weniger schön dabei: Die Höhe der Zusagen ist bei weitem nicht ausreichend, um diese Aufgabe zu bewältigen. Die Anpassung an den Klimawandel nimmt langfristig alle Staaten, inbesondere die Industriestaaten, in die Verantwortung, die Betroffenen nicht mit ihren Problemen alleine zu lassen. Die Verbindlichkeit der Zusagen für das Finanzpaket wurde im letzten Moment noch abgeschwächt, aber dennoch zeigt sich eine Grundlage für die Unterstützung von Anpassung und Klimaschutz in Entwicklungsländern.

Logo der COP21 in Paris
Die Ergebnisse der COP21 sind ein zartes Pflänzchen (im Bild das Logo der Konferenz): Foto: COP21

Für mich ein großes Manko ist die Tatsache, dass die Treibhausgas-Emissionen des internationalen Flug- und Schiffsverkehrs noch immer nicht berücksichtigt werden. Obwohl nachgewiesenermaßen rund 5% der gesamten globalen Emissionen – das entspricht der Gesamt-Emission des Subkontinentes Indien – durch diesen Bereich erzeugt werden.

Aber im Prinzip ist es wie mit allen Dingen: Auch der Klimaschutz fängt unten, bei jedem Einzelnen von uns an, so wie es auch Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato Si“ von uns verlangt. Nur wenn auch wir unseren Lebensstil ändern, den Verbrauch von Erdöl und Gas massiv einschränken und energieeffizient leben, wird dieser Planet mit seiner ganzen Schönheit der Schöpfung erhalten bleiben.

Deshalb möchte ich mit einen bekannten Spruch enden: „Wo viele kleine Leute viele kleine Schritte tun, da können sie die Welt verändern.“

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