Skepsis und Hoffnung vor der Abstimmung über den Friedensprozess in Kolumbien

“Ich zweifele daran. Es wird keinen Frieden geben“, sagt mir Maria Murillo Mosqueda, die ich bei einem Besuch in einer von Ordensschwestern geleiteten Krankenstation in einem Armenviertel am Rande der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá treffe. Die Frau stammt aus dem westlichen Departamento Chocó – ein Gebiet, in dem sich verschiedene bewaffnete Gruppen im jahrzehntelangen internen Krieg besonders heftig bekämpft haben. Betroffen ist vor allem die Zivilbevölkerung, die immer wieder zwischen die Fronten geraten ist. „Ich bin mit meinen Geschwistern vor der Guerilla geflohen. Man hat meine Eltern getötet und unser Haus verbrannt“, erzählt mir die Mutter von mittlerweile drei Kindern. Kein Wunder, dass sie kein Vertrauen in den derzeit in Kolumbien stattfindenden Friedensprozess hat. Auch andere Patienten, mit denen ich mich im Wartesaal der Krankenstation unterhalte, fürchten, dass die Gewalt kein Ende haben wird, wie sie mir sagen. Und für ihre Befürchtung spricht natürlich nicht nur aufgrund ihrer eigenen Schicksalserlebnisse viel. Dafür spricht auch die lange andauernde Geschichte der Gewalt in ihrem Land: Mehr als 220.000 Menschenleben forderte der Krieg nach offiziellen Angaben in den letzten 50 Jahren – wahrscheinlich sind es wesentlich mehr. Über sechs Millionen Menschen wurden durch Gewalt aus ihrer Heimat vertrieben, seit diese Binnenflüchtlinge in den Achtzigerjahren erstmals registriert worden sind.

Die Begegnung mit einer Ordensschwester in einer Krankenstation am Rande von Bogotá tut der aus ihrer Heimatregion Chocó vertriebenen Mutter Maria Murillo-Mosqueda gut. An Frieden in Kolumbien glaubt sie allerdings nicht. Foto: Peter Esser
Die Begegnung mit einer Ordensschwester in einer Krankenstation am Rande von Bogotá tut der aus ihrer Heimatregion Chocó vertriebenen Mutter Maria Murillo-Mosqueda gut. An Frieden in Kolumbien glaubt sie allerdings nicht. Foto: Peter Esser

Die Stimmung schwankt

Doch trotz vieler Zweifel erlebe ich auf meiner Reise nach Kolumbien: Die Stimmung im Land schwankt durchaus. Es gibt auch viel Hoffnung. So erscheint es etwa Dr. Pedro Arturo Aldana Gracia, dem Arzt der Krankenstation, welche die vertriebenen Menschen nun als Patienten aufsuchen, „wunderbar, dass wir diesen Friedensprozess haben“. Zwar glaubt auch er nicht, dass der Prozess selbst die Realität ändern wird und „dass der Krieg wiederkehren wird, wenn die Ungleichheiten in der Gesellschaft nicht beseitigt werden“. Für einen dauerhaften Erfolg müssten Taten folgen. Doch viele sehen es wie er allein schon als eine ungeheuere Chance, dass die kolumbianische Bevölkerung am 2. Oktober über ein in fast vier Jahren ausgehandeltes historisches Abkommen abstimmen darf – und damit unter anderem darüber, ob die größte Guerillaorganisation des Landes FARC ihre Waffen niederlegt oder nicht. Wie ich erfahre, gibt es Bürgerinnen und Bürger, die geplante Reisen verschieben möchten, um diese Abstimmungschance wahrnehmen zu können. Allein das zeigt, dass sich viele der hohen Bedeutung dieses Ereignisses sehr wohl bewusst sind.

Arzt Pedro Arturo Ardana Gracia hält es für „wunderbar, dass wir diesen Friedensprozess haben“ – auch wenn er nicht glaubt, dass der Prozess selbst die Realität ändern wird. Taten müssten folgen. Foto: Peter Esser
Arzt Pedro Arturo Ardana Gracia hält es für „wunderbar, dass wir diesen Friedensprozess haben“ – auch wenn er nicht glaubt, dass der Prozess selbst die Realität ändern wird. Taten müssten folgen. Foto: Peter Esser

Natürlich, Zweifel am Erfolg des Friedensprozesses sind auch dadurch berechtigt, dass andere bewaffnete Gruppen in den letzten Monaten in Regionen eingedrungen sind, die bislang die FARC kontrolliert haben – wodurch sich dort die humanitäre Lage verschlechtert hat. Befürworter des Prozesses beklagen aber auch nicht zu Unrecht eine einseitige Diskussion im Land darüber, ob nun die Verantwortlichen der FARC ins Gefängnis gehen sollen oder nicht und ob sie in Zukunft an der Politik teilhaben sollen dürfen oder nicht. Denn für die Zukunft des Landes haben Regierung und FARC im kubanischen Havanna schließlich zentrale und bisher umstrittene Punkte ausgehandelt, die aber weniger diskutiert werden: über die ländliche Entwicklungspolitik, verbesserte politische Beteiligungsmöglichkeiten, den Umgang mit Opfern der Gewalt, die Lösung des Problems des illegalen Drogenhandels und die Beendigung des bewaffneten Konflikts. Die erzielten Ergebnisse sind für den Großteil der Bevölkerung allerdings kompliziert und schwer erfassbar, sie wurden vielleicht auch oft nicht ausreichend und verständlich vermittelt. Dennoch erscheint nach meinem Eindruck auch vielen Kolumbianern allein die Tatsache, dass es zwei bisher verfeindeten Lagern gelungen ist, bei ganz schwierigen Themen zu einer Einigung zu kommen, zu Recht als bewundernswert oder zumindest anerkennungswert.

Es warten enorme gesellschaftliche Herausforderungen

Natürlich, auch nach einem erfolgreichen Friedensabkommen zwischen Regierung und FARC – und mit der Bevölkerung, wenn diese am Sonntag, 2. Oktober, zustimmt – verbleiben weitere links- sowie rechtsgerichtete illegale bewaffnete Gruppen in Kolumbien und warten enorme gesellschaftliche Herausforderungen: etwa die Beseitigung von Korruption, Armut und großer sozialer Ungleichheit sowie der Schutz der so vielfach verletzten Menschenrechte. Dass sich alles schnell zum Besseren wendet, dafür geben sich die Kolumbianer keinen Illusionen hin.

Die Stimmung im Land schwankt zwischen Skepsis und Hoffnung. Doch mir scheint, dass die meisten ahnen: Ein NEIN am 2. Oktober wäre eine vertane und kaum wiederherstellbare Chance für mehr Frieden in Kolumbien, den ein JA ermöglichen kann. Dass dies so ist, bleibt in diesen Tagen vor der Abstimmung zu hoffen. Für den Tag der Abstimmung selbst bleibt zu hoffen, dass nicht nur die erforderlichen knapp 4,4 Millionen JA-Stimmen erreicht werden. Um einen dauerhaften Friedensprozess tatsächlich zu legitimieren, braucht es ein klares positives Abstimmungsverhalten der Bevölkerung. Und für die Zeit nach der Abstimmung bleibt zu hoffen, dass das Abkommen tatsächlich umgesetzt wird und an diesem Prozess alle gesellschaftlichen Akteure guten Willens teilhaben. 

Update 3.10.2016: Kein Friedensvertrag in Kolumbien – Sieg der Vergangenheit (Spiegel Online)

Geschwisterlichkeit über Kontinente hinweg

Der Kolpingverband in der Diözese Eichstätt hat eine Partnerschaft mit dem Kolping-Nationalverband Togo besiegelt.

„Wenn man Freud und Leid miteinander teilt, wächst man zusammen“. Dieses Zitat  des Seligen Adolph Kolping ist das Leitmotiv der neuen Partnerschaft zwischen Kolping Togo und Eichstätt. Zur Feier am Freitag, 16. September, kam eine vierköpfige Delegation aus Togo, um den Auftakt der Partnerschaft zu würdigen. Bischof Gregor Maria Hanke stand dem Festgottesdienst im Dom vor, der musikalisch von Kirchenchor Woffenbach gestaltet wurde.

„Akpe kaka loo“ – so sagt man in Togo „Danke“. Und der Dank, dass man partnerschaftlich verbunden sein darf, prägte die Feierlichkeiten. Bischof Gregor Maria griff in seiner Predigt auf den Apostel Paulus und dessen Bilder von der Einheit der an Christus Glaubenden zurück. Die Geschwisterlichkeit, die Paulus mit den Gliedern eines Leibes vergleicht, wirkt der Gefahr der Ghettoisierung einzelner Gruppen in der Kirche entgegen, so der Bischof. Das vertonte Motto des Kolpingtages in Köln „Wer Mut zeigt, macht Mut“, vorgetragen vom Kirchenchor Woffenbach und begleitet von Domorganist Martin Bernreuther, wies ebenso wie das Kolpinglied allen Gottesdienstbesuchern den Weg der angestrebten christlichen Geschwisterlichkeit. Als Zeichen der christlichen Verbundenheit brachten Kolping-Diözesanvorsitzende Eva Ehard aus  Spalt und die Vorsitzende des Nationalverbands Togo, Marie-Thérèse Awoussah, je eine Stola aus Deutschland und Togo zu Bischof Gregor Maria, der diese segnete. Künftig werden die Präsides hier in Bayern und Westafrika bei Gottesdiensten die Stola des jeweiligen Partners umlegen und die Verbundenheit so sinnenfällig zum Ausdruck bringen.

Den Festzug vom Dom zum Kolpinghaus begleitete die Möckenloher Blaskapelle, die im weiteren Verlauf des Abends noch zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißen sollte.

Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen dem Kolping-Diözesanverband Eichstätt und dem Kolping-Nationalverband Togos. Foto: Ewald Kommer
Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen dem Kolping-Diözesanverband Eichstätt und dem Kolping-Nationalverband Togos. Foto: Ewald Kommer

Im Kolpinghaus wurde dann tatsächlich in vielen Sprachen gesprochen. Nicht nur in Ewe, einer von vielen Menschen in Togo gesprochenen Sprache, sondern auch in Französisch wurden die Gäste begrüßt. Kolping-Diözesanvorsitzende Eva Ehard war nicht die Einzige, die sich freute, ihre Sprachkenntnisse anwenden zu können. Auch stellvertretende Landrätin Tanja Schorer-Dremel (MdL) und Peter Schwab vom Internationalen Kolpingwerk ehrten die Delegation aus Togo durch Grußworte in der offiziellen Landessprache. Oberbürgermeister Andreas Steppberger hielt sich mit fremden Sprachen zurück, versprach aber dafür, sich für die Partnerschaftsreise im kommenden Jahr in das westafrikanische Land zu interessieren. Für das Referat Weltkirche der Diözese Eichstätt dankte – in Vertretung von Prälat Dr. Christoph Kühn, der später zur Versammlung stieß und die Unterzeichnung der Urkunde „notariell“ begleitete – Gerhard Rott, der auch Vorsitzender der Kolpingsfamilie Eichstätt und somit Hausherr ist, für die Erweiterung der im Bistum gepflegten Partnerschaften der Gemeinden und Verbände. Landtagsabgeordnete und Oberbürgermeister hatten inhaltlich die Aspekte der Bildung und des praktischen Tuns bei Kolping als unverzichtbaren Beitrag zur Entwicklung und zum Erhalt des Friedens in einer Gemeinschaft, auch der großen Weltgemeinschaft, hervorgehoben.

In seinem Grußwort betonte der togolesische Kolping-Nationalpräses, Dieudonné Agbeko, wie wichtig für sein Land die spirituelle Brücke zu den deutschen Brüdern und Schwestern sei. Natürlich freue man sich auch über die materielle Unterstützung, die sowohl vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit als auch aus Spendengeldern der Kolpingsfamilien komme, so der Nationalpräses. „Als Volk Gottes sind wir Brüder und Schwestern, die sich auf Augenhöhe begegnen und einander mit unterschiedlichen Gaben beschenken“. Damit knüpfte er nahtlos an Diözesanvorsitzende Ehard an, die aus einer Broschüre des anderen Eichstätter Partnerverbandes, nämlich Peru, zitierte: „Keiner ist so arm, dass er nicht etwas geben könnte, keiner ist so reich, dass er nicht etwas empfangen müsste“.

Bei der Unterzeichnung der kunstvoll gestalteten Partnerschaftsurkunde durch die Vorsitzende des Nationalverbands, Marie-Thérèse Awoussah, Nationalpräses Dieudonné Agbeko, Diözesanvorsitzende Eva Ehard und Diözesanpräses Monsignore Dr. Stefan Killermann, spürte man im Kolpinghaus den bedeutsamen Augenblick durch die feierliche Gespanntheit der Anwesenden, unterbrochen nur durch das Blitzlichtgewitter der Fotografen.

Anschließend konnten sich alle Gäste an einer bayerischen Brotzeit erfreuen, begleitet von den zünftigen Klängen der Blaskapelle. Eine besondere Freude bereitete Dirigent Dominik Harrer den Kolpingern, als die Möckenloher das Kolpinglied intonierten. Mit Standing Ovations quittierten die Anwesenden diese Hommage an den Gesellenvater und Seligen Adolph Kolping.

Die Vorstellung des Lebens in Togo und der Arbeit des Kolping-Nationalverbandes übernahm dessen Nationalsekretär Laurent Tay, der auch als Dolmetscher für die Reisegruppe fungierte. In den Kolpingsfamilien Togos werden viele ganz praktische Projekte umgesetzt, die das Leben verbessern. So finden Schulungen vor Ort auf dem Feld statt, in denen die Bauern lernen, durch eigene Kompostbereitung zur Düngung und Bodenverbesserung, die Erträge auf umweltverträgliche und nachhaltige Weise zu steigern. Neben diesen Landwirtschaftskursen werden die Menschen in der Fischzucht ebenso unterstützt wie beim Aufbau eigener Aktivitäten zur Sicherung des Lebensunterhalts: Das reicht vom eigenen Friseurladen bis hin zur genossenschaftlich geführten Fahrradwerkstatt.

Was wäre ein Festabend ohne die Ehrung verdienter Menschen: So bekam ein Dreigestirn der Kolpingsfamilie Woffenbach, der Keimzelle der Togo-Partnerschaft im Diözesanverband Eichstätt, aus den Händen von Frau Ehard die Dankurkunde mit Medaille. Diese Ehrung wurde auch Diözesanpräses Dr. Killermann für seine spirituelle Leitung des Verbandes zuteil. Heinz-Jürgen Adelkamp, Vorsitzender der Woffenbacher Kolpingsfamilie, dankte allen, die durch ihr Engagement zur Lebendigkeit der Partnerschaft beitragen und die Ausweitung auf die diözesane Ebene ermöglicht haben. Ebenfalls geehrt wurde der Vorsitzende der Kolping-Bildungsstätte und stellvertretende Vorsitzende der Kolpingsfamilie Eichstätt, Willi Reuder. Er, so Diözesanvorsitzende Ehard, unternimmt alles, um für die Zusammenkünfte im Kolpinghaus einen wohnlichen und gemütlichen Rahmen zu schaffen, so dass sich alle wohlfühlen können. Eine Ehrung ganz anderer Art nahm Edi Babiel, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Beilngries, entgegen: Die Beilngrieser traten bei der Deutschen Kolping-Fußballmeisterschaft in Eppingen mit mehreren Mannschaften an und erzielten bei der Jugend die Vize-Meisterschaft.

Nach weiteren schwungvollen Orchesterstücken klang der Abend mit vielen Gesprächen und der Vorfreude auf kommende Begegnungen mit einem kraftvollen „Treu Kolping – Kolping treu“ aus.

Radio k1: Kolping-Diözesanverband Eichstätt feiert neue Partnerschaft mit Togo

Der Feind meines Feindes ist mein Freund – ein Friedenszentrum im Südsudan

Der junge Staat Südsudan hat eigentlich nicht angefangen ein Staat zu sein.  Die schweren Kämpfe vor wenigen Wochen in Juli haben wieder gezeigt, dass dieses Land ein Eldorado von Krieg-Machern, prinzipienlosen Opportunisten und machthungrigen Politikern ist. Ich komme gerade zurück aus einem der Flüchtlingscamps. Versorgung, Hygiene und Hunger sind schlimm. Größer aber sind der Ärger, die erfahrene Willkür und die Perspektivlosigkeit. Auch wir spüren das. Schon am Eingang des Camps, wo Regierungssoldaten uns hindern und nicht verstehen können, dass wir Menschen helfen und mit ihnen beten, die es doch besser gar nicht gäbe.

Flüchtlingscamp im Südsudan

Die Politiker in diesem Land haben nicht verstanden, dass jeder Mensch zum Leben ein Minimum an Sicherheiten braucht. Es kann und darf nicht sein, dass das, was man/frau sich tagsüber mühevoll erarbeitet hat, nachts dem Raub und Diebstahl ausgesetzt ist. Die Regierung hat nicht ansatzweise einen Sinn für einen Rechtsstaat und für das Gemeinwohl entwickelt. Gesetzlosigkeit und militärische Arroganz bestimmen das Bild der Hauptstadt Juba. So ist es verständlich, dass die Menschen sich mehr auf ihren Stamm als auf die Regierung verlassen. Das Ergebnis ist ein Land, das entlang der Stammeslinien zerfällt. Die Elite an der Macht hält sich dabei maßlos schadlos.

In diesem Kontext haben die 46 Orden im Land entschieden, ein Zentrum zur Förderung des Friedens und der Behandlung von Traumata in Kit nahe der Hauptstadt Juba zu erstellen. Das „Good Shepherd Peace Center“ wird am 15. Oktober eingeweiht und wird menschliche und spirituelle Werte fördern, die so sehr in den Jahren der Kriege gelitten haben. Das Zentrum setzt genau da an, woran das Land und die Menschen kranken. Die größten Herausforderungen sind: Feindschaft, Hass und Misstrauen unter den verschiedenen Volksgruppen, kaum ein Verständnis für ein Gemeinwohl und wie ein Staat funktionieren könnte und mangelnde Bereitschaft zur Versöhnung. Mit den Kriegsveteranen, die arrogant sind und den korrupten Politikern, für die niemand etwas zählt, der nicht zu ihrem Stamm oder Intrigen-Club gehört, ist kein „Staat“ zu machen. Die Orden, zusammen mit der Ortskirche, wollen einen Kontrapunkt setzen und das christliche Menschenbild für einen friedlichen Südsudan vorschlagen. Bei allem Dunklen finden sich immer wieder Menschen, die nicht der Rauigkeit der Gesellschaft zum Opfer gefallen sind. Sie sind wie Blumen unter den Dornen und ich freue mich über die Würde, die sie ausstrahlen. Sie helfen mir selbst in meinem Missionarsein und sie sind Anknüpfungspunkte für eine bessere Gesellschaft. Sie zu fördern ist oberstes Ziel.

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Die Leitung des Zentrums werden Ordensleuten aus verschiedenen Kongregationen haben. Auch werden kirchennahe NGOs die Möglichkeit haben, Kurse abzuhalten und es werden regelmäßig Exerzitien für Ordensleute und Laien angeboten werden.

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Das Projekt in Kit ist 15 Kilometer entfernt von Juba und verkehrsmäßig gut angebunden. Auf dem ehemaligen Land der Comboni-Missionare, heute unter dem Bischof, hat das Friedenszentrum mit Konferenz-, Tagungs- und Unterkunftsmöglichkeiten für rund 120 Personen einen idealen Platz gefunden. Das Zentrum liegt am Fluss Kit, kurz bevor er in den Nil mündet. Die Gegend ist landschaftlich sehr ansprechend und friedlich, obgleich dort viel Schlimmes in den Jahren des Krieges (nach 1983) zwischen dem Norden und dem Süden passiert ist. Kit war für viele Jahre die Kampfeslinie zwischen der Südsudanesischen Befreiungsarmee und der damaligen Regierung von Khartum, die Juba immer besetzt hatte. So wird mit Gottes Hilfe an einem Ort des Krieges der Friede keimen, der eine wahrhaft menschliche Entwicklung möglich macht. Möge Gott seinen Segen dazu geben.