Eichstätter Sternsinger beim Papst: Schönheit des Glaubens erlebt

Gerade bin ich von der Romwallfahrt der Eichstätter Sternsinger zurückgekehrt: glücklich und trotzdem müde, erfüllt aber dennoch etwas sprachlos.

Am Montag, 28. Dezember 2015, bringen uns unsere Busfahrer sicher und unglaublich flott nach Rom. Als wir aus dem Bus aussteigen, lacht uns die Sonne an. Unser Organisationsteam – Dompfarrer Josef Blomenhofer, Ministrantenreferentin Sarah Hairbucher und Kaplan Christoph Wittmann spendieren die erste Runde Eis. Wow!

Am nächsten Tag durchschreiten wir gleich zwei Heilige Pforten: zum einen die vom Lateran und zum anderen die von St. Paul vor den Mauern. Es ist interessant zu sehen, wie die knapp 50 Wallfahrer –Sternsinger, Organisatoren und Betreuer – durch die Pforten schreiten. Jeder ganz eigen, der eine andächtig, der andere verunsichert oder richtig cool. Niemand aber durchschreitet die Pforte so, als wäre es irgendeine Tür, jedem ist die Bedeutung bewusst. Nach der Messe in St. Paul spazieren wir durch das Antike Rom, angefangen beim Kolosseum. Erste Diskussionen brechen darüber aus, ob die grelle italienische Weihnachtsbeleuchtung nun wunderschön oder eher kitschig sei.

Am Mittwoch begegnen wir das erste Mal Papst Franziskus, er hat zur Audienz auf dem Petersplatz geladen. Spätestens jetzt sind alle Teilnehmer der Wallfahrt von dieser Stadt und ihrer Größe beeindruckt. Danach fahren wir weiter zu den Prescilla-Katakomben. An diesem wichtigen Ort für die Geschichte unseres Glaubens beten wir gemeinsam ein Vater Unser – das Gebet, das uns seit über 2000 Jahren vereint, an einem Ort zu dem seit 2000 Jahren Christen kommen. Danach treffen wir uns noch mit der Jugendkantorei am Eichstätter Dom (die anlässlich des internationalen Treffens der kirchlichen Jugendchöre, Pueri Cantores, in Rom sind) und lauschen ihrem Konzert.

Der Silvestertag steht voll im Zeichen unseres eigentlichen Programms: Denn die Eichstätter Dompfarrei ist eingeladen, die deutschen Sternsinger beim Papst zu vertreten! Drei unserer Sternsinger werden Papst Franziskus die Gaben bringen. Die Gruppe feiert zunächst am Campo Santo eine deutsche Jahresabschlussmesse. Hier treffen wir auch auf Annette Schavan, deutsche Botschafterin am Heiligen Stuhl, die uns für den 1. Januar eingeladen hat. Danach machen wir einen Besuch bei der Schweizer Garde, gemeinsam mit Domkapitular Prälat Dr. Christoph Kühn, Weltkirchereferent Gerhard Rott und Diözesanjugendseelsorger Christoph Witczak, die aus Eichstätt nachgereist sind. Vor Ort erhalten wir eine exklusive Führung durch die Waffenkammer der Garde. Ein junger Soldat beantwortet alle Fragen und lässt uns sogar eine Hellebarde halten. Am Abend gehen wir zusammen mit Prälat Klaus Krämer und Sebastian Ulbrich vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ zu einem ausgezeichneten Silvesterdinner. Das alte Jahr lassen wir dann auf dem Balkon der Dachterrasse unserer Unterkunft ausklingen.

Dann, am 1. Januar, war es so weit: Die Neujahrsmesse mit Papst Franziskus steht an, und unsere Gruppe hat beste Plätze. Die Sternsinger – ebenso wie ihre Betreuer – sind sichtlich beeindruckt. Nach der Messe und dem Angelus besuchen wir noch zwei Kardinälen: Prälat Dr. Christoph Kühn hat seinen Bekannten, Kardinal Gerhard Ludwig Müller und Kardinal Walter Kaspar den Besuch der Sternsinger angekündigt. Die Kardinäle zeigen sich sichtlich erfreut über den Besuch und die überbrachten Segenswünschen unserer Sternsinger. Danach ging es zur deutschen Botschaft am Heiligen Stuhl. Botschafterin Schavan begrüßt uns offen und herzlich. Sie teilt sogar selber Pizza und Kuchen aus. Nebenbei macht Frau Schavan noch Fotos von unserer Gruppe mit ihrem Tablet. Auch hier dürfen wir den Segensspruch anschreiben und unsere besten Wünsche für das kommende Jahr aussprechen.

Mehr zum Thema:

  • Sternsinger aus dem Bistum Eichstätt bringen dem Papst die Gaben zum Altar: Meldung | Bildergalerie