San Miguel de Allende, ein magischer Ort

Vor einigen Wochen habe ich San Miguel de Allende besucht. Die Kolonialstadt im Bundesstaat Guanajuato in Zentralmexiko lockt jährlich Tausende Besucher an. Vor allem den US-Amerikanern – darunter viele Künstler und ehemalige Soldaten – hat es San Miguel de Allende angetan. So finden sich unter den rund 70 000 Einwohnern über 12 000 „Gringos“, wie sie von den Mexikanern genannt werden, die in San Miguel de Allende ihren Alterswohnsitz oder ein Ferienhaus haben. In den meisten Banken im Zentrum werden die Immobilien daher schon auf Englisch und in US-Dollar ausgeschrieben.

Das Zentrum von San Miguel de Allende als Beispiel des mexikanischen Barockstils steht schon seit 1926 unter Denkmalschutz. 2008 wurde die befestigte Stadt San Miguel zusammen mit der jesuitischen Wallfahrtskirche Jesús Nazareno de Atotonilco von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Bereits zuvor zählte die Kolonialstadt zu den Pueblos Mágicos („Magischen Orten“). Als solcher wurde sie im Jahre 2002 wegen ihres typischen und gepflegten Charakters ausgezeichnet und gilt deshalb als besonders sehenswert. Was mir persönlich besonders gut an San Miguel de Allende gefällt, das sind die warmen und kräftigen Farben, in denen die Häuser gehalten sind.

Gegründet wurde San Miguel de Allende 1542 von dem spanischen Franziskaner-Missionar Juan de San Miguel unter dem Namen „Miguel el Grande“. Die Spanier nannten sie zeitweise auch San Miguel de los Chichimecas nach dem „Chichimeca-Krieg“ (1550-1620), in dem Indigene gegen die Eroberer aus Europa kämpften. Den Namenszusatz Allende verdankt die Stadt dem dort geborenen General Ignacio Allende, der maßgeblich am mexikanischen Unabhängigkeitskampf gegen die Spanier beteiligt war. Zu den berühmten Persönlichkeiten der Stadt gehört auch Pedro Vargas Mata (1904-1989), einer der populärsten mexikanischen Sänger des 20. Jahrhunderts.

Das Wahrzeichen von San Miguel de Allende ist die rosafarbene Paroquia de San Miguel Arcángel (Kathedrale). Diese Kirche wurde ursprünglich im 17. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut, im 19. Jahrhundert aber von einem Laienarchitekten namens Ceferino Gutiérrez verfremdet und weist daher Stilmerkmale verschiedener Epochen auf. 1880 wurde sie nach Vorlage des Ulmer Münsters umgebaut.

Dobrý den aus Tschechien

Nun bin ich seit einer guten Woche in Tschechien, um mein Praxissemester zu absolvieren. Nach einer neunstündigen Reise von Würzburg über Leipzig nach Dresden und von dort aus über die Grenze nach Usti nad Labem bin ich um 14.11 Uhr in meiner Wahlheimat für die nächsten fünf Monate angekommen. Eigentlich sollte ich von einem tschechischen Studenten, der mir dann die Stadt und mein Schlafquartier zeigt, abgeholt werden, was allerdings nicht geklappt hat. Also habe ich mich allein zu meinem Wohnheim „durchgekämpft“ und dort mit Händen und Füßen erklärt, dass ich hier ein Zimmer reserviert hatte.

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Hauptbahnhof in Usti nad Labem. Foto: Maximilian Behr

Nachdem ich meine Sachen auf mein Zimmer gebracht und kurz ausgeruht hatte, habe ich dann eine kleine Erkundungstour gestartet und mich nach einer Einkaufsmöglichkeit umgesehen. Ich wurde bei einem Kaufland fündig, der unter anderem auch deutsche Produkte anbietet. Das hat insofern Vorteile, als dass ich auch verstehe, was ich esse. Den Samstag und Sonntag verbrachte ich ebenfalls mit Stadterkundungen. Ungeduldig erwartete ich den Montag, an dem offiziell das Praxissemester bei der Charita Litomerice beginnen sollte, der Caritas in Leitmeritz.

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Ausblick auf der Fahrt nach Usti. Foto: Maximilan Behr

Mit Roman, meinem Praxisanleiter, hatte ich vereinbart, um 10.15 Uhr in Litomerice Mesto am Bahnhof zu sein, wo ich von ihm und einer Kollegin abgeholt wurde. Gemeinsam fuhren wird zum Büro, wo mich Roman allen vorstellte und mir die örtlichen Gegebenheiten vorstellte. Die Charita befindet sich in einem Neubau, der im vergangenen Jahr bezogen wurde und Roman zeigte mir nicht ohne Stolz die Beratungszimmer und Büros.

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Der Neubau der Charita. Foto: Maximilian Behr

Die Woche über durfte ich ihn in verschiedene Einrichtungen und auch nach Prag begleiten und mir verschiedene Arbeitsgebiete innerhalb der Charita anschauen. Ein Großteil meiner Arbeit wird sicherlich die Hilfe bei der Auswertung der geleisteten Hochwasserhilfe 2013 sein. Am Dienstag geht es erneut nach Prag in den Hauptsitz der Charita national und ich werde wohl auch einige Tage im Bereich der Field Social Work verbringen.

Soviel von dieser Stelle, liebe Grüße in die Heimat und einen guten Wochenstart!

Hausputz, Sprachkurs und das erste Erdbeben

Fast drei Wochen bin ich jetzt schon in Santiago – und ich hab schon eine Menge erlebt! Vom Sprachkurs über gutes Essen, Wandern, Hausputz und Diebstahl bis hin zu einem Erdbeben war schon vieles dabei!

Doch jetzt mal der Reihe nach: An dem Tag, an dem wir ankamen, wurden wir von ehemaligen Freiwilligen und Helga vom Flughafen abgeholt und in unsere neuen Unterkünfte gebracht. Endlich konnte ich meine WG-Mitbewohner Susi, Roman und Lea kennenlernen und mein neues Zimmer beziehen. Das Viertel, in dem wir wohnen, ist schon ein bisschen gefährlich, aber die Nachbarn sind alle total freundlich und deshalb fühlt man sich eigentlich echt wohl.

Unser Haus. Foto: Maria Brems
Unser Haus. Foto: Maria Brems
Ausblick von unserer Dachterrasse. Foto: Maria Brems
Ausblick von unserer Dachterrasse. Foto: Maria Brems

Den zweiten Tag in Chile hab ich damit verbracht, mein Carnet zu beantragen. Das ist so etwas wie der Personalausweis in Deutschland. In der Kinderkrippe hab ich auch schon einen halben Tag gearbeitet, ich glaube, das wird richtig schön, dort mit den Kindern zu arbeiten!

Aussicht vom Cerro San Cristóbal. Foto: Maria Brems
Aussicht vom Cerro San Cristóbal. Foto: Maria Brems

Dann hatten wir ein verlängertes Wochenende, weil ja Feiertag war. Das Wochenende haben wir damit verbracht, unser Haus zu putzen. Es ist richtig schön und wenn nicht so viel Smog ist, sieht man von unserer Terrasse aus die Anden echt  gut! Außerdem war ich mit allen Freiwilligen auf dem Cerro San Cristóbal. Von da aus hatten wir einen schönen Blick über Santiago.

Smog über Santiago. Foto: Maria Brems
Smog über Santiago. Foto: Maria Brems

Vorletzte Woche hab ich mit dem Sprachkurs begonnen. Das ist sehr hilfreich, weil die Chilenen einfach richtig schnell reden, aber es wird immer besser mit dem Verstehen und Reden!

Letztes Wochenende hatten wir Reunión mit allen Freiwilligen und ich konnte endlich alle kennenlernen. Außerdem wurden wichtige Themen besprochen. Und kaum kam ich von der Reunión nach Hause, hab ich mein erstes Erdbeben erlebt. Es hatte eine Stärke von 6,4 und wir haben uns alle in die Türrahmen unseres Hauses gestellt, weil das der sicherste Ort ist.

Letzte Woche hatte ich noch einmal Sprachkurs und morgen fang ich dann endlich an, in der Kinderkrippe zu arbeiten – aber dazu mehr in meinem nächsten Blogeintrag!